Dichte Durchdringungen bei Dampfsperre aus PVC-Folie

Diskutiere Dichte Durchdringungen bei Dampfsperre aus PVC-Folie im Estrich und Bodenbeläge Forum im Bereich Neubau; Liebe Leute, ich habe eine sehr sehr sehr dringende Frage: Auf dem Betonboden, unter dem sich ein ungeheizter und feuchter Keller befindet,...

  1. niknik

    niknik Gast

    Liebe Leute,

    ich habe eine sehr sehr sehr dringende Frage:

    Auf dem Betonboden, unter dem sich ein ungeheizter und feuchter Keller befindet, habe ich eine PVC-Folie (0,8 mm, "Estrichfolie") verlegt und die Bahnen entsprechend den Angaben des Baustoffhändlers mit Quellmittel verschweißt.

    Durch die Folie gehen natürlich diverse Leitungen für Gas, Heizung, Wasser und Abwasser. Die Durchdringungen müssen - nach allem was ich gelesen und verstanden habe - dampfdicht abgeklebt werden. In meiner Naivität dachte ich dabei an SIGA-Rissan oder ein Butylband. Die Hersteller haben mir aber davon abgeraten, weil der Weichmacher aus dem PVC in die Bänder wandert und auf Dauer keine sichere Verklebung gewährleistet ist.

    Kann mir jemand weiterhelfen, wie und mit was ich die Durchdringungen fachgerecht dicht bekommen kann? Der Baustoffhändler, von dem ich die Folie habe, konnte mir leider nicht weiterhelfen.

    Eine Info zur Ergänzung: Die Leitungen, die durch den Fußboden kommen, sind alle mit einer giftgrünen Hülle aus Schaumstoff versehen (ich kenne den Fachbegriff dafür nicht), von der ich auch nicht weiß, ob sie wirklich dampfdicht ist.

    Gruß niknik
     
  2. Berni

    Berni

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    Dampfbremse

    Tach Niknik,
    mit einer 0/8 PVC-Folie ist das auch schlecht. Darüber macht man sich auch vorher Gedanken. Abdichtungssysteme müssen immer aufeinander abgestimmt sein. In deinem Fall kommt es darauf an, den Gesamtaufbau des weiteren Fußbodens vor Difussionsfeuchte zu schützen.
    Was machst du an den Wänden? In sogenanten Randbereichen ohne Möglichkeit an eine Horizontalsperre vom Mauerwerk anzuschließen?

    Du ziehst die Abdichtung bis mindestens Oberkannte Belag hoch.
    Hier schneidest du dir jetzt auch Streifen und verschweißt sie um die aufgehenden Rohre. Diese Hülsen ein paarmal unten einschneiden, runterziehen und auf der Bodenfolie verschweißen. Wenn du jetzt einen 8cm breiten Folienstreifen um den Fußpunkt verschweißt ( etwas mehr Quellschweismittel und gut andrücken), müßte es gehen. Ansonsten hierfür PVC-Folie 0/3 nehmen.

    Gruß Berni

    und das nächste Mal fragste was einfaches :D
     
  3. #3 Achim Kaiser, 06.10.2005
    Achim Kaiser

    Achim Kaiser Gast

    Nachdem ich grade auf dem Ohrensalat-Trip bin, würde ich dir die Ohren abreisen, wenn du mit Quellschweißmittel an meinen Rohrleitungen rumfummeln würdest :-)).

    Für die Rohrleitungen gibts Manschetten die anschliesend an die Abdichtung angearbeitet werden können...allerdings (sau-)teuer und aufwändig (extrem arbeitsintensiv).

    Üblicherweise liegt eine Abdichtung und meistens ist es eh *nur* eine *Dampfsperre* unterhalb der Rohrleitungen so dass keine aufwändigen Durchdringungen notwendig sind.

    Ohne Planung und zwar einer aufwändigen *Detailplanung* geht das zu 100% daneben und artet in einer Bastelei aus, die alles ist nur nicht *konstruktiv dicht*.

    Der Unterschied zwischen *Konstruktiv* und *Gebastel* verbietet schon einfach das Wort *Siega-Band* (oder jedes andere Fabrikat) in den Mund zu nehmen.

    Rohrdurchdríngungen sind so ganz einfach nicht abzudichten .... vor allem wenn das 20 Jahre und länger halten soll.

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  4. Berni

    Berni

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    Tach Achim,
    was bleibt jetzt noch anderes über, als zu improvisieren? Eine Bastellösung herbeizuführen? Wir reden hier über eine Dampfbremse.
    Hier geht es jawohl nicht um Rohrleitungen, die auf der Decke liegen, sondern um Steigleitungen. Wenn ich das richtig verstanden habe.
    Ansonsten hast du Recht. Sowas gehört vorher geplant.

    Die Manschetten kenn ich nicht, sind die mit jedem Abdichtungsmaterial kompatiebel? Mach doch mal nen Link.

    Das er deine Rohrleitungen nicht mit Quellschweißmittel einpinseln soll, hatte ich vorausgesetzt.

    Gruß Berni
     
  5. #5 Achim Kaiser, 06.10.2005
    Achim Kaiser

    Achim Kaiser Gast

    Berni,

    natürlich sind die nicht mit jedem Abdichtungszeugs kompatibel.

    Für jedes Abdichtungsmaterial darfste aufs neue anfangen zu suchen und bibbern dass du nen Hersteller auftreibst der da was passendes auf der Pfanne hat.

    In der Regel sinds Klemmscheiben die aufs Rohr gezogen werden und dann nen Kleberand mit 5 bis 10 cm haben, damit die Abdichtungs angearbeitet werden kann.
    Link müsste ich nu suchen...ich vermeide die Situation schon im voraus :-)), (Missel hat so Dinger z.B.für den Wandbereich im Lieferprogramm, andere Hersteller liefern sowas ähnliches auch für Abdichtungssysteme im Bodenbereich)

    ....ist wie immer Verhütung ist besser als die Gießkanne danach richten lassen :-).

    Gruß
    Achim
     
  6. Berni

    Berni

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    nee Achim, sich vorher nen Kopp machen oder machen lassen, dann brauchste die Kanne nich :-))

    Gruß Berni
     
  7. niknik

    niknik Gast

    Liebe Leute,

    ich wollte mit meiner Frage keinen Zank verursachen. Und mir die Ohren lang ziehen lassen, wollte ich eigentlich auch nicht.

    In einem Altbau von 17hundertirgendwas ist das mit der Detailplanerei so eine Sache und auf dem platten Land ist das mit dem Baustoffhandel und der dort vorhandenen Materialauswahl eine weitere Sache. So ist es fast unvermeidlich, dass man als Selberbauer in die ein oder andere Falle tappt.

    Bernis Tipp klingt für meinen Geschmack ziemlich vernünftig. Und Berni hat recht, es gibt in den Bruchsandsteinaußenmauern keine Horizontalsperre, an die man was anschließen kann. Deshalb habe ich die Folie auch bis Oberkante Fußbodenbelag hochgezogen, ich kriege halt nur Probleme bei den Rohrdurchführungen durch den Boden in den Keller und bei den zahlreichen Wanddurchbrüche für Rohre aller Art und das Elektrische. Das muss wegen Frostgefahr nämlich alles in der Dämmschicht oberhalb der Folie verlegt werden.

    Eine Frage noch: Muss die Abdichtung auch bei den horizontalen Wanddurchführungen von Heizungs-, Warm- und Kaltwasserrohren sowie Elektrokabel, die ca. 5 cm oberhalb des Rohfussbodens liegen, perfekt sein oder darf ich da etwas großzügiger sein?

    Nochmals vielen Dank für eure prompten Beiträge! niknik
     
  8. Berni

    Berni

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    Niknik,
    ich kenne und schätze Achim seine Beiträge. Wir haben nicht gestritten. Achim hat mit seinem Hinweis zu Recht auf etwas aufmerksam gemacht, was ich nicht extra erwähnt hatte. Alles zum Wohl des Fragestellers :D
    Auch wenn die meisten Heizungsbauer nicht meine Freunde sind, Achim zählt zu den Guten :-))
    Du hättest dich vieleicht mit dem Quellschweißmittel doch nicht so bei den Leitungen vorgesehen.
    Hier geht es um Difussionsfeuchte von unten, die Wanddurchbrüche kannst du etwas vernachlässigen. Die müssen vorher nur geschlossen werden.
     
  9. niknik

    niknik Gast

    Hallo Berni,

    eine Sache habe ich noch nicht richtig verstanden: Die Wasserleitungen sind aus Edelstahl, die Gasleitung aus Kupfer, die Abwasserleitung aus HT-Rohr und die Kabel in Plastikrohr aus mir nicht bekanntem Material. Alles außer den Kabelrohren ist in diese grellbunten Schaumgummiüberzüge eingepackt. Sind die Schaumgummis und die Rohrmaterialien wirklich so empfindlich gegenüber Quellschweißmittel, dass etwas kaputt gehen kann? Dass ich damit nicht rumschütte, ist klar.

    Gruß niknik
     
  10. Berni

    Berni

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    die Rohre wohl nicht, aber den Schutz oder Isolierung der Rohre.
    Ich kenn dieses grellbunte Material nicht, kann es also nicht genau sagen.
    Aber du weist ja jetzt, Quellschweißmittel gehört nur an die Folie.
     
  11. niknik

    niknik Gast

    und noch eine Frage ist mir eingefallen:

    Die Gasleitung (wie gesagt aus Kupferrohr und mit Schaumgummihülle versehen) kommt aus dem Keller durch den Rohfussboden nach oben, knickt dann ab und verläuft ca. 3 m horizontal in der Wärmedämmung bevor sie an der Stelle, wo der Brenner an die Wand kommt, aus dem Estrich auftaucht. Muss die Gasleitung über die ganze Länge mit der PVC-Folie ummantelt werden?

    Gruß niknik
     
  12. Berni

    Berni

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    Du mußt die Folie auf jeden Fall unter der Gasleitung herziehn.
    Gasleitung im Estrichaufbau? :irre
     
  13. niknik

    niknik Gast

    Hallo Berni

    ich wusste, dass du mir 'nen Vogel zeigen würdest wegen der Konstruktion, aber mein Heizungs-/Sanitärmensch sagt, es wäre in Ordnung. Ich hoffe, er weiß, was er tut.

    Wegen der Folie gibts ein kleines Missverständnis. Natürlich liegt unter der Gasleitung Folie. Aber es soll ja keine Feuchtigkeit in die Dämmung (sollen ca. 13 cm Styrodur werden), also muss ich - so hatte ich dich verstanden - alle Rohre aus dem Keller bis Oberkante Fußbodenbelag in die PVC-Folie packen und am Fuß dicht an die bereits verlegte Folie anschließen. Das ist bei senkrecht durchstoßenden Rohren auch alles klar und einleuchtend.

    Jetzt aber nochmal zu meinem Gasrohr: Es kommt wie gesagt aus dem Boden. Dort kann ich es an die Folie am Boden anschließen, z.B. bis zur ersten 90-Grad-Krümmung ca. 5 cm über dem Boden. Was passiert dann aber weiter? Ich kann mir vorstellen, dass zwischen der selbstgebastelten Manschette von 5 cm Höhe und der Schaumgummiummantelung Feuchtigkeit in die Dämmung gelangt, die dort ja fehl am Platz ist. Deshalb könnte es eventuell nötig sein, das Gasrohr über die gesamte Strecke in der Dämmung bis zum Austritt aus dem Estrich in Folie zu packen. Vielleicht ist es aber auch übertrieben. Was meinst du?
     
  14. Berni

    Berni

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  15. niknik

    niknik Gast

    Hallo Berni,

    auch hier noch mal vielen Dank für deine Mühe. In dem Link, den du angegeben hast steht übrigens, dass Gasleitung unter dem Estrich in der Dämmung ok ist. Nicht zulässig ist der Einbau im Estrich, aber das hab' ich ja nicht vor. Ich teile deine Bedenken grundsätzlich schon, aber der Leitungsverlauf ist einer der Kompromisse, die ein Altbau einem gelegentlich abfordert.

    Gruß niknik
     
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