Dichtheitsprüfung. Muss meinen Ärger mal loswerden...

Diskutiere Dichtheitsprüfung. Muss meinen Ärger mal loswerden... im Tiefbau Forum im Bereich Neubau; Als BH hat man ja mit so manch komischen Angeboten zu tun. Hier wird (zurecht) ja immer darauf verwiesen, dass man nur vernünftige und...

  1. #1 Zellstoff, 30. Mai 2014
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    hat mal was vernünftiges gelernt
    Als BH hat man ja mit so manch komischen Angeboten zu tun.

    Hier wird (zurecht) ja immer darauf verwiesen, dass man nur vernünftige und vergleichbare Angebote bekommt, wenn man anständige Ausschreibungen von einem Planer machen lässt. Wenn ich hier was falsch gemacht habe, dann immer ehrlich raus damit (kann inzw. damit umegehen ;)). Interessiert mich echt, wie man das anders hinbekommt...

    Was erlebe ich gerade wieder:

    Neubau fertig (Einzug) seit Ende 2012. Jetzt schreibt uns die Stadtentwässerung (SE) in Beamtendeutsch, dass noch eine Dichtheitsprüfung aussteht.
    Die Prüfung muss innerhalb der nächsten 4 Monate stattfinden, zudem angemeldet und die Durchführung von der SE beaufsichtigt/abgenommen werden.
    Angerufen bei der SE, was genau und wie das so ablaufen soll und ob ich das koordinieren soll/muss, oder ob das die ausführende Firma macht.
    Nette Dame, die mir alles erklärt (was mit welchen Prüfpunkten gemeint ist), dass die ausführende Firma das mit der SE koordinieren muss etc., aber auch gleich mit dem Hinweis: "lassen sie sich auf jeden Fall mehrere Angebote geben und passen sie auf" (Aha...aufgepasst dachte ich mir)

    Ich also auf die Suche und 4 Firmen angeschrieben, die seriös erschienen (Zertifikate, bestehen seit xyz Jahren, Familienbetrieb, Referenzen auf der HP, Nachweise über Befähigung usw usf..).
    Anfrage war (Kurzform): Bitte Angebot für Dichtheitsprüfung nach DIN 1986 Teil 30 (Prüfung mit Wasser oder Luft) wie im Schreiben der SE (als Anhang) gefordert, genaue Benennung der Prüfpunkte. Inkl. Koordination der SE, aller notwendigen Nebenarbeiten und Erstellung und Übersendung der schriftlichen Nachweise/Ergebnisse. Entwässerungspläne im Detail angehängt, wo die Punke liegen, Längen, Höhen Durchmesser alles vorhanden. Alles eindeutig.

    Was da zurückkommt ärgert einen schwarz!

    1. Angebot: Prüfung der Leitung per "Spezial-TV-Farbkamera". Falls optisch Mängel zu erkennen, erhalten sie umgehend ein Angebot zur Sanierung (wie nett). Danach Durchführung der Prüfung. (Vor solchen Angeboten hat mich das I-Net schon gewarnt. Wozu die Kamera, ich will eine Prüfung und keine Kamerafahrt!)

    2. Angebot: Prüfung der Dichtheit nach DIN und EN und noch 5 anderen kryptischen angeblichen Bestimmung (so dass es wichtig ausschaut) für nur xyz € inkl. Koordination der SE, Anmeldung usw usf..
    Nebenbemerkung im Kleingedruckten: Hydrant muss in 50m Entfernung erreichbar und nutzbar sein, Kosten abhängig vom Verschmutzungsgrad der Leitung etc. Kosten können der Preisliste entnommen werden. (Preisliste weder im Anhang noch auf der HP zu finden)
    Nachgefragt, was passiert, wenn kein Hydrant in der Nähe ist (ich kenne hier keinen einzigen Hydranten weit und breit) und was Verschmutzungsgrad heißt und wo die Preisliste zu finden ist und ich hätte doch gerne wie beschrieben ein Pauschalangebot, das alle von der SE geforderten Arbeiten/Prüfungen umfasst und dokumentiert.
    Antwort: wenn kein Hydrant, dann kommt Spülwagen. Kosten abhängig von der Dauer des Einsatzes und des Wasserbedarfs. Pro h 160€, Dauer "vermutlich nicht allzu lang". Verschmutzung: ich solle halt sagen, wie verschmutzt die Anschlußleitung ist, dann könne er sagen, was das kostet. Wie bitte? Woher soll ich wissen, wie verschmutzt ein 1,5a alter Anschlußkanal (wurde neu erstellt, auch klar gesagt und im Plan beschrieben) in 5m Tiefe ist?

    die anderen 2 Angebote erspare ich Euch, aber alles in der gleiche Liga...

    Erst der 5te (von insg. nur 6 die ich überhaupt gefunden habe), und das war einer derjenigen, den ich am Anfang eigentlich aussortiert hatte, weil die HP nicht gerade seriös wirkte gibt folgendes Angebot ab:

    Dichtheitsprüfung nach DIN 1986 Teil 30, Anmeldung bei SE und Koordination der Überwachung, Prüfung zw. Prüfpunkte A und B (wie genannt im Plan). Strom muß am Grundstück vorhanden sein, Revisionsschacht muss zugänglich sein. Kosten inkl. allem Gesamt inkl. MwST xyz...Angebot gültig bis..
    Der Preis eigentlich genau das, was auch im Netz so als "üblich" genannt wird.

    Ich hab ja schon fast Angst, dass mich der auch übers Ohr hauen will, weil das Angebot so gar keinen Haken hat und einfach genau ist, was ich mir eigentlich von Anfang an erwartet hätte.

    Wenn ich das hochrechne, geben 80% der Firmen in dieser Branche ein vorsätzlich unseriöses Angebot ab.
    Ist das eine besonders gefährliche Spezies, diese Kanal-Abwasser Sanierer/Bauer?

    Ärgert einen echt. Wenn das Schreiben meine Oma bekommt, dann schlägt sie die gelben Seiten auf und nimmt den, der mit A-A-A anfängt. Kann mir vorstellen, was dabei rauskommt...
     
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  3. Josef

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    nur mal so zum Verständnis:

    2011/2012 wurde ein Neubau errichtet ... im Zuge der Baumeisterarbeiten
    wurden auch diverse Grundleitungen gelegt.

    soweit in Ordnung ?

    warum zum Teufel wurde diese Dichtigkeitsprüfung nicht in diesem Zuge mit gemacht ?
    normal verlangt der Abwasserzweckverband München eine Augenscheinnahmen samt
    Aufmassrrotokoll plus Materialbenennung und die Dichtigkeitsprüfung ...
    und erst danach darf man die Rohre einfüllen (!)

    und weil dieses damals versäumt wurde gibt es jetzt ein´s auf die Mütze
    verstehe ich ... was ich aber nicht verstehe ist die Dichtigkeitsprüfung ist
    eine Geschichte die Augenscheinnahme und das Verlegeprotokol eine andere

    wollen die jetzt nur noch die Dichtigkeit nachgewiesen haben ???

    Gruss

    Josef
     
  4. #3 Zellstoff, 30. Mai 2014
    Zellstoff

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    Hallo Josef,

    Soweit richtig. Die Dichtigkeit der Abwasserleitung wurde auch nachgewiesen, vom "Hausaustritt" bis zum Revisionsschacht, für alle 3 Parteien. Jetzt geht es "nur noch" um die Prüfung der Dichtigkeit vom Revisionschacht bis zum Kanal in der Straße. Der Revisionsschacht wurde neu erstellt (Grundstück war vorher bebaut, Altbestand wurde abgerissen) der Kanalanschluß an sich, ist bzgl Lage gleich geblieben (was genau an der Stelle erneuert wurde, müsste ich jetzt nachschauen)
    Und ja, die SEM will jetzt nur noch die Dichtigkeit dieses Teilstücks nachgewiesen haben.
    Sonst nichts. Ob diese Prüfung damals schon Teil der Bauarbeiten hätte sein sollen, weiß ich nicht.
    Ich glaube aber eher, dass diese Prüfung durch einen Stadtratsbeschluß aus 2012 herrührt, noch dazu sind wir im Wasserschutzgebiet, wo die Stadt anscheinend allg Dichtigkeistprüfungen alle 10a ansetzten darf.

    Ich will wg. den 300€ (noch dazu geteilt durch 3) für die Prüfung auch kein Fass aufmachen, ob der BU damals das hätte mitmachen müssen oder nicht.

    Viele Grüße

    Zellstoff
     
  5. Josef

    Josef Bauexpertenforum

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    langsam kommt Licht in´s dunkle ... der Bauunternehmer hat also den Kanal samt
    Revisionsschacht neu gemacht und die Dichtprüfung nur bis zum Revisonsschacht
    gemacht !?

    normalweise meckert dabei schon der Mann vom Abwasserzwecksverband weil
    wenn der Revisonsschacht neu gemacht wird dann will er die Dichtigkeit auch
    bis zur Strasse hin nachgewiesen haben.

    ohne Schmarrn Deppen gibt´s ... und dieser Schmarrn holt euch jetzt natürlich ein.

    Gruss

    Josef
     
  6. #5 Zellstoff, 30. Mai 2014
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    auch nochmal Servus, Chefe :28:

    so schauts wohl aus.

    hat er wohl nicht. Im Schreiben steht "dass bei der Durchsicht der Unterlagen" aufgefallen ist, dass da noch eine Prüfung fehlt.

    na ja, die Sache an sich ist ja nicht so wild, mehr bzw. überhaupt ärgern mich die jetzigen "Angebote" der ganzen Kanalfritzen. Scheint ein gutes Geschäftsmodell zu sein mit den Dichtheitsprüfungen...

    Grüße

    Zellstoff
     
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