Die "Gas ist günstiger als jede Wärmepumpe" Lüge

Diskutiere Die "Gas ist günstiger als jede Wärmepumpe" Lüge im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Ausgangspunkt ist ein Neubau nach EnEv 2009 oder besser mit Fußbodenheizung (ich beziehe mich ausdrücklich nicht auf Altbauten!) Immer wieder...

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  1. Ruppi

    Ruppi

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    Ausgangspunkt ist ein Neubau nach EnEv 2009 oder besser mit Fußbodenheizung (ich beziehe mich ausdrücklich nicht auf Altbauten!)

    Immer wieder hört man, dass angeblich auch hier ein Gas-Brennwert Kessel günstiger sei als eine Wärmepume, die sich selbst nach 20 Jahren kaum amortisiert.

    Es gibt dazu auch Tabellen im Internet und online Rechner, die dies scheinbar belegen, doch diese Berechnungen haben erhebliche Fehler. Sie schreiben alle die Preisentwicklung der Rohstoffkosten nicht realstisch in die Zukunft fort, sodern rechnen mit den heutigen Preisen. Was für ein Unsinn!

    Eine Heizungsanlage soll doch wohl 20 Jahre betrieben werden und nicht nach ein paar Jahren ausgetauscht werden müssen, entsprechend muss man auch gründlichst recherchieren, um Aussagen über die Energiepreisentwicklung machen zu können.


    Betrachtet man die langfristige Entwicklung des Ölpreises und nimmt extreme spekulative Übertreibungen aus (wie z.B. 2008), kommt man auf folgende Preisentwicklung, die man in die Zukunft fortschreiben kann:

    Ölpreis in USD / Barrel

    1973: 25
    1987: 50
    2001: 100
    2010: 200

    Die Vorräte sind begrenzt und nicht unendlich, der Energiebedarf der weiter wachsenden Welbevölkerung stark steigend. In China (20% der Weltbevölkerung) kommt derzeit 1 PKW auf 100 Einwohner. In Deutschland fast 60! Was also, wenn die Chinesen auch nur auf 4 PKW / 100 Einwohner aufstocken? Und sie werden das tun!

    Sind alles so meine Überlegungen...

    Also Prognose:

    Ölpreis in USD / Barrel
    2019: 400
    2028: 800
    2032: 1000

    Der Gaspreis entwickelt sich parallel.

    Strom hingegen kann aus allen möglichen Quellen erzeugt werden und ist das unvierselle Medium für den Energietransport der Zukunft. Auch hier wird es deutliche Steigerungen geben, aber sicher nicht 1:1 mit Öl und Gas, vor allem nicht, wenn man in wirklich langen Zeiträumen denkt.

    Und selbst wenn die Entwicklung parallel laufen sollte, wird aus einem kleinen Einsparungsvorteil der WP Besitzer, dann ein großer, weil mit den steigenden Preisen, sich auch der Preisunterschied multipliziert!

    Ich finde es hier wirklich wichtig, langfristiger zu denken, als dies zumeist geschieht und ich habe leider noch keinen Berechnungsvergleich gelesen, der wirklich eine realsitische Energiepreisentwicklung berücksichtigt. Immer wird nur von den heutigen Werten ausgegangen, aber die gelten in 5-10 Jahren sicher absolut nicht mehr und dann sind die Geräte aber alle noch voll in Betrieb!
     
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  3. mastehr

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    Wie lautet denn Deine Prognose für den Strompreis in Deutschland? Bitte bedenke dabei, dass Strom aus Kernenergie immer weniger wird.
     
  4. Lukas

    Lukas

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    Ahhh, die Religion hat ihre Laienprediger.:respekt:irre

    Gruß Lukas
     
  5. Ruppi

    Ruppi

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    Strom wird natürlich auch teuerer, aber da ist imho keine Prognose möglich, weil neben Ausbau alternativer Energien auch jede andere, selbst jetzt noch unbekannte Energieform transportiert werden kann und in den Preis einfließt.

    Aber selbst wenn Strom im gleichen Maß wie Öl und Gas steigen sollte, profitieren die WP Besitzer dennoch, denn die JAZ wirkt wie ein Multiplikator.

    So mal ganz grob über den Daumen gepeilt: Heizwärmebedarf 10.000-12.000 kWh/Jahr, JAZ 3,5

    Spart gegenüber GasBrennwert ca. EUR 500.- im Jahr.
    Beim 4 fachen Energiepreis (und dieser tritt garantiert während der 20 Jahre Laufzeit der Anlage auf) spart man aber dann bereits EUR 2000.- pro Jahr
     
  6. Ruppi

    Ruppi

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    Außerdem werden die Investitionskosten von Gas gerne schöngerechnet. Die Kosten für den Gasanschluss (EUR 4000.- in München), für Abgasrohr/Kamin und den Kaminkehrer werden unterschlagen.

    Rechnet man die Investitionskosten realistisch, nehmen sich GBW und LWWP in der Anschaffung gegenseitig nichts, zumindest bei der Luft/Wasser Wärmepumpe
     
  7. fmw6502

    fmw6502

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    auch wenn ich eine WP für sinnvoller halte und richtige Puzzel-Teile in der Argumentation enhalten sind, kann ich nicht das gleiche scheinbare klare Bild sehen...

    BTW: Ölpreis 2010 200 US$ pro Barrel? Heute für Brent ca. 115$, skalier mal auf 3J...

    Freu Dich doch einfach so über den Verbrauch Deiner LWP

    Gruß
    Frank Martin
     
  8. Ruppi

    Ruppi

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    Ja da hast Du Recht, der aktuelle Ölpreis ist 115 $ pro Barrel.

    Schauen wir uns aber mal die letzten 10 Jahre an. Vor etwa 10 Jahren wurde den Märkten bewusst, dass in unseren heutigen Tagen der peak of oil erreicht, wenn nicht sogar überschritten sein wird.
    Im gleichen Zeitraum ist der Ölpreis von 20 $ auf 110 $ gestiegen und das OBWOHL zwei Rezessionen, die Weltfinanzkrise und die Schuldenkrise dazwischen lagen, die ja preisdämpfend wirk(t)en, ansonsten stünden wir vermutlich schon bei 200 $.
    Also gut, schreiben wir mal nur die gedämpfte Preisentwicklung in die Zukunft fort:
    Faktor 5,5 alle 10 Jahre

    Öl aktuell je Barrel: 115.- $
    Im Jahr 2022: 600.- $
    Im Jahr 2032: 3.300.- $

    Für den Gaspreis ist eine ähnliche Entwicklung zu erwarten, es ist auch eine endliche Resource:
    -Die weltweit besten Erdgas-Felder lassen bereits in der Ergiebigkeit nach.
    -Ein Drittel des förderbaren Erdgases ist bereits verbraucht.
    -Das Fördermaximum der weltweiten Gasförderung ist ab dem Jahr 2020 zu erwarten.

    Möglicherweise fällt irgendwann die Ölpreisbindung beim Gas. Dennoch hatten wir hier in den letzten 10 Jahren eine Verdreifachung des Gaspreises, trotz der erähnten dämpfenden Faktoren:

    [​IMG]

    Jährliche Einsparung LWWP gegenüber Gas Brennwert:

    Aktuell: EUR 500.-
    2022: EUR 1500.-
    2032: EUR 4500.-

    Insgesamt also über EUR 20.000.- Einsparung und das bei in etwa gleichen Investitionskosten!!

    Strom hingegen kann als universeller Energieträger aus allem produziert werden. Auch aus Energiequellen, die wir noch gar nicht kennen. Mit Strom ist man also auf der zukunftssicheren Seite.

    Natürlich wird zunächst auch der Strom teuerer werden. Da aber die JAZ ein Multiplikator bei der Einsparung ist, wird die Einsparung bei steigenden Energiepreisen immer größer.
     
  9. Lukas

    Lukas

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    Meinst Du nicht, daß Du besser Deine Vakkumkollektoren mit der heißen Luft auftauen solltest?

    Das ist ja kaum zu ertragen!
     
  10. papeFT

    papeFT

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    Ich sehe es auch so wie Frank Martin.
    Was haben die Hochrechnungen der letzten 40 Jahre gebracht?
    Politische Entwicklungen können jede Hochrechnung, so sie auch noch so seriös, auf den Kopf stellen.
    Bezüglich Energiebedarf kann dies nach meiner Ansicht nur bedeuten, so wenig wie nur möglich benötigen.
    Ohne Energie wird es nicht gehen! Jedoch könnte auch in diesem Fall wie im übrigen Wirtschaftsleben ein gesunder Mix das Risiko mindern.
    Nur fällt mir nicht ein, wie man einen solchen Mix nach heutiger Technik herstellen kann. Sollte Ziel von Tüftlern sein.
    Gruß Helmut
     
  11. Ruppi

    Ruppi

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    Es fällt vielleicht DIR schwer, diese Wahrheiten zu ertragen, aber wenn Du mal anfängst realistisch darüber nachzudenken und genügend zu recherchieren, wirst Du zu ähnlichen Ergebnissen gelangen.

    Die Prognose ist nirgends abgeschrieben oder übernommen, sondern ich habe mir wirklich die Mühe gemacht in nächtelanger Recherche unzählige statistische, fundamentale und historische Quellen zu bemühen und mir ein realsitsches Bild davon zu machen.
    Es kommt dabei etwas heraus, das man nicht so gerne hört, aber man darf das Ergebnis nicht verdrängen, denn folgende Faktoren spielen zusammen:

    -Peak of Oil überschritten
    -Weltbevölkerung wächst
    -Weltwirtschaft wächst
    -Energiebedarf stark steigend (Schwellenländer!)
    -Resourcen begrenzt

    Selbst wenn Du ein sehr optimistisches Szenario zugrunde legst: von einer Verdreifachung des Ölpreises alle 10 Jahre muss man einfach ausgehen. Schau Dir die letzten 10 Jahre an, hier ist der Effekt erstmals durchgeschlagen, trotz 2 Rezessionen, trotz Schuldenkrise und Weltfinanzkrise, die ja den Ölpreis sogar dämpf(t)en.
     
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  13. Lukas

    Lukas

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    Es sind "Deine" "Wahrheiten".
    Du wettest auf ein weiteres Ansteigen der Energiepreise.
    Du akzeptierst ein gnadenloses Drehen an der Preisschraube.
    Du glaubst an ein Piköl.

    Ich bin sehr für Glaubensfreiheit. Wenns aber ans Missionieren geht, und nichts anderes machst Du hier, wirds mir übel.
     
  14. #12 Manfred Abt, 5. Februar 2012
    Manfred Abt

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    wie Lukas,

    und ich weiss wirklich nicht, was das hier im Forum soll

    deshalb: :closed:
     
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