Doppelter Preis lohnt sich das?

Diskutiere Doppelter Preis lohnt sich das? im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; Hallo Baufreunde, nachdem mir in den letzten 3 Tagen nur noch Worte wie Poroton, Porenbeton, T8, T9 etc. in den Augen brennen und ich dieses...

  1. Reo21

    Reo21

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    Hallo Baufreunde,

    nachdem mir in den letzten 3 Tagen nur noch Worte wie Poroton, Porenbeton, T8, T9 etc. in den Augen brennen und ich dieses Forum und Datenblätter bis zum Abwinken durchgeblättert habe, habe ich doch noch so einiges an Unwissen übrig, was ich gern mit euch teile. ;)


    Nachdem nach so einiger Recherche mein favorisierter Stein der Poroton ist und ich mit einer 36,5-Wand monolithisch bauen will, komme ich aber zum leidigen Thema Geld.
    Hier im forum liest man eigentlich alles zum Thema T7/T8/T9. Heute hatte ich ein erstes Gespräch mit einem Bauträger. Dieser schlug mir den T10 vor.

    http://www.schlagmann.de/downloads/datenblaetter_pdf/db-t10.pdf

    Zum T10 habe ich nirgendwo was zum Thema Schallschutz gefunden. Dieser Stein ist hier im Forum auch kaum präsent. Ich schlug dem Herrn dann mal den T9 vor, dieser rollte nur die Augen und bemerkte, dass der Stein sicherlich doppelt so teuer sein dürfte. So um die 180,-€/m³. Beim Baustoffhändler rechnete er sogar noch etwas mehr aus. Der t10 kostete 95,-€/m³.
    So jetzt zur eigentlichen Frage: Lohnt sich dieser doppelte Preis überhaupt? Oder kommen beim T10 noch ganz andere Kosten auf uns zu z.B. dass der schlecht zu verputzen ist und mit Aufschlag belohnt wird oder sonstiges? Stimmt es wirklich, dass durch die ungefüllten Röhren im Ziegel die kalte Luft aus den Steckdosen kommt?
    Geplant haben wir eine Stadtvilla mit ca. 170m². Eine WP mit Flächenkollektoren soll die Heizung und Warmwasser betreiben.


    Schöne Grüße aus Potsdam
     
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  3. Baldbauherr

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    hehe, bei einem "Beratungs"-Gespräch mit einem innovativen Hausanbieter vor einem Jahr wollte ich auch den T9 haben.
    Aussage vom "Vertriebschef" in einem Musterhaus in Schifferstadt:
    "Der bröselt schon auf dem LKW". Am Ende des Gesprächs hätte ich bei Unterschrift sogar eine Wärmepumpe geschenkt bekommen, da sie gerade 2 Stück vom Hersteller als Bonus zur Verfügung gestellt bekamen.

    Beim T10 kommen wahrscheinlich noch die Kosten für die Fassadendämmung, ansonsten ist es evtl. schwierig die heutigen Ansprüche/Anforderungen zu erfüllen. ->monolithisch mit 36,5 T10?
     
  4. Julius

    Julius

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    Mit dem T10 muß die Mauer dicker werden, um ähnliche Eigenschaften zu haben.
    Insofern geht der Vergleich der reinen Kubikmeterpreise fehl. Denn vom billigeren Stein braucht man eben mehr!

    Das Problem mit Zugluft aus Steckdosen kann auftreten, allerdings nur bei falscher Detailausführung. Die kommt leider häufig vor...
     
  5. fmw6502

    fmw6502

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    1) es zählen die Verarbeitungspreise, d.h. Steinkosten inkl. Arbeitszeit, dort relativiert sich der Unterschied (Tipp: Josef hatte vor ein paar Jahren hier seine Preise für T14 und T9 mal veröffentlicht)
    2) es zählt der Gesamtpreis inkl. Putz
    3) es zählen die Gesamtsystemkosten um EnEV 2009 Vorgaben zu erreichen, vielleicht kann man noch mit dem T10 bauen, benötigt dann aber deutlich bessere Dämmung im Dach, Keller oder Fenster, im schlimmsten Fall sogar WDVS auf T10
    (ob Du von Deinem BT da objektiv beraten wirst?)
    4) schau Dir mal die ungefüllten hochdämmenden Steine an und überleg Dir welchen Mehraufwand zur Befestigung von Lasten benötigt
    5) frag mal wieviel Prozent Deiner Gesamtbausumme die Mehrkosten für T9 ausmachen (wunder Dich nicht bei fairer Kalulation, daß es im untersten Prozentbereich liegt)

    Ich kenne div. Rohbauten mit T7/T8/T9/T14 und S9 (ungefüllt) und frag mich nicht mehr, warum im glücklichen Bayern inzwischen sogar die viel gescholtenen Bauträger mit T9 bauen.

    Gruß
    Frank Martin
     
  6. Reo21

    Reo21

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    Der T10 ist wohl von Poroton der schlechteste Stein, der gerade noch die EnEV09 erfüllt bei ner 36,5 Wandstärke ohne zusätzliche Außendämmung.
    Na ich habe heute wieder 2 Gespräche. Mal sehen was die Herrschaften so von sich geben.
     
  7. mls

    mls Bauexpertenforum

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    bauträger, gü, oder gu?

    der stein allein hat wenig mit enev zu tun.
    dass es steine gibt, die nicht empfehlenswert sind, kannst´ glauben oder nicht.
     
  8. grachus80

    grachus80

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    Was auch zum überlgen wäre, ist eine 24 Mauer mit 12cm WDVS. Preislich und dämmtechnisch würdest du sicherlich gut fahren.
     
  9. Reo21

    Reo21

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    bauträger war natürlich falsch; gu wäre richtig
     
  10. Reo21

    Reo21

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    das erste angebot ist da; standard 24er poroton + 12er Dämmung
    aufpreis für 36,5er T10 = ca. 2200,-€
    aufpreis 36,5er T9= ca. 12400,- €
    aufpreis 36,5er W9=ca. 8400,- €
    http://www.unipor.de/fileadmin/templates/main/images/pdf/W09_Planziegel.pdf


    was heißt denn gedeckelt beim W9? Das er auf einer Seite geschlossen ist? Würde ja zumindest zugige Steckdosen ausschließen.
     
  11. Thomas B

    Thomas B

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    Es ist halt eine "echte Glaubensfrage".

    Ich baue (nun ja: plane und lasse bauen!) gerade eine DHH in einem Mini-Neubaugebiet. Nebendran verwirklicht ein GU seine DHH-Phantsie(losigkeiten).

    Dieser baut alle seine DHH mit T-12 Blocksteinen (also mit Lagerfuge in Mörtel). Und: auch dieses schaffen die EnEV 2007. Ich halte den T12 wegen seiner Neigung zu Rissen im Außenputz für eher unvorteilhaft (bzw. für den Mehrpreis beim Verputz kriegste auch gleich einen besseren Stein). "Meine" DHH (nicht an die des GU angrenzend....Glück gehabt!) wird mit dem T10 gebaut. Schafft die EnEV spielend, locker vom Hocker.

    Die weitere "Verbesserung" der Ziegelsteine sehe ich in der Tat kritisch!

    Früher zog das Argumet: Ziegel ist monolithisch, speichert Wärme und dämmt ausreichend. Nach der mehrfachen Verschärfung der EnEV dämmt der Ziegel zwar ausreichend aber mit Speicherfähigkeit ist Essig. Die weiteren Schritte (bis zum T8 o. T7), die über einen tragenden Teil und einen dämmenden Teil verfügen sind für mich Ettikettenschwindel. Letztendlich handelt es sich dabei um ein WDVS, welches hübsch in eine dünne Ziegelhaut verpackt ist. Ob die weiteren Energieeinsparungen dieses Ausreizen des technisch möglichen rechtfertigen bleibt abzuwarten. Ich denke, daß man eigentlich -will man die Anforderungen erfüllen- kaum noch um eine WDVS herumkommt. Und da ist dann KS (Speicherfähigkeit, gute statische Belstbarkeit) + Außendämmung sicher sinnvoller. Aber auch diese System haben nicht nur Vorteile (sie sollten funghizig eingestellt sein....sehr öko....)

    Grüße

    Thomas
     
  12. #11 Boris Schwarz, 25. September 2009
    Boris Schwarz

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    Anmerkungen

    Hi Thmas,

    hab da schon ein paar Fragen auf Deine vorherigen Ausführungen:

    1. Warum ist eine Stegdicke von von ca. 2 cm (bei Perlitziegeln) eine dünne Ziegelhaut ?
    2. Was hat ein Vulkangestein (Verfüllmaterial:bef1011: im T7 und T8 mit einem WDVS (meistens aus Polystyrol) zu tun ?
    3. Warum sollte ich freiwillig meinen Neubau mit einer Thermohaut (mit allen bekannten Nachteilen) versehen (wenn´s doch auch dzt. locker noch einschalig funktioniert) ?
     
  13. Sunil

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    Hallo Reo21,

    alle Infos bezüglich W9 bekommst Du unter www.leipfinger-bader.de.

    Ist ein Stein der mit gedeckeltem Mörtel verarbeitet wird.
    = feiner LM 21 (Leichtmauermörtel) pro Pal. 1 Sack dabei, wird mit Auftragswalze aufgetragen. So ereicht man eine Deckelung der Steine folge keine aufsteigenden Windkanäle. (unter MauerTec zu finden)

    Verarbeitungsvorteil W9:
    1. keine Vliesverarbeitung
    2. kein feilen bei Maueranschlußbänder,
    3. leicht und schnelle Verarbeitung (auch für Ungeübte)
    und beim Preis kannst ja selber rechnen.

    Unterschied liegt bei der zul. Mauerwerksdruckspannung und beim Schallschutz

    Beim Verputz zu beachten bei T9 nur mit Leichtputz wenn 3mm Körnung als 3 Lage verwendet wird ansonsten auch Leichtputze Typ II. (Faserleichtputze)
    Info: ab einschl. 0,13 W/m²K Wärmeleitfähigkeit ist ein Faserleichtputz zu verwenden. (effentuel mit Gewebeeinlage) laut deutscher Mörtelindustrie

    Wer die Wahl hat hat die Qual:28:
     
  14. #13 Boris Schwarz, 25. September 2009
    Boris Schwarz

    Boris Schwarz

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    Hi,

    eine korrekte und ehrliche Aussage zum W9 (oder anderer Hersteller) ist, dass zu einer korrekten Verarbeitung dieses Ziegel(bruchs) eine aufwendige Gewebespachtelung (ca. 10 € pro m²) gehört !!!
     
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  16. Sunil

    Sunil

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    Hallo Boris,

    Gib mir es schriftlich das eine Gewebeeinlage rein muß (nur bei W9) und ich glaubs dir!!! Leider bietet ja Schlagmann auch einen U9 unverfüllt an ?????:winken
     
  17. Thomas B

    Thomas B

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    @Boris Schwarz:

    Zu 1. und 2.: Ob nun 2 cm dick sind oder nicht sei mal dahingestellt. tatsache ist, daß die Ziegel durch das immer weitere ausdünnen des Materials "Ziegel" eine immer geringere Masse aufweisen und somit an Wärmespeicherkapazität verloren haben. Natürlich dämmen sie nun besser, was ja wohl auch der tiefere Sinne war. Der T7 u. T8 verfügen über einen tragenden (Innen)teil und einen (noch mehr) dämmenden Außenteil. Dieser besteht größtenteils aus WD mit einer Ziegelummantelung. Das kommt einenm WDVS schon sehr nahe. Über irgendwelche Materialunterschiede (Perlite - PS) brauchen wir hier wohl nicht im Detail eingehen. Ein WDVS läßt sich auch mit anderen Materilaien herstellen.

    Zu 3. Die Nachteile der WDVS sind dsurchaus bekannt. Aber eben auch die der hochdämmenden Ziegel. Ich habe gerade einen Bau mit T10 in arbeit. Selbst da bekommt man in Auflagerbereichen schon Schwierigkeiten (asteintrag durch Unterzug/ Überzug). Im Bereich des T7/8 sind hier wohl noch einige weitere Besonderheiten zu beachten (Sturzausbildung usw.). Mit "Standardlösungen" (einfach Sturz auflegen und gut ist..) kommt man hier nicht weit.

    Grüße

    Thomas
     
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