Drainage an Zisterne anschließen?

Diskutiere Drainage an Zisterne anschließen? im Abdichtungen im Kellerbereich Forum im Bereich Neubau; Hallo, wir befinden uns gerade in der Planungsphase unseres freistehenden EFH. Wir haben nun eine Baugrunduntersuchung unseres Grundstücks...

  1. #1 Ikarus11, 28.01.2012
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    Hallo,

    wir befinden uns gerade in der Planungsphase unseres freistehenden EFH. Wir haben nun eine Baugrunduntersuchung unseres Grundstücks machen lassen, unser Baugrundstück besteht aus verschienden Ton-, Lehm, Mergelsteinschichten.

    Unser Architekt (kein Bauträger, "klassisches Architektenhaus") würde am liebsten eine Drainge zur Entwässerung einsetzen, die aber leider nicht an den Kanal angeschlossen werden darf (wäre laut Archi und laut Geologe eigentlich die beste Lösung). Nun stellt sich die Frage, was wir stattdessen machen: Weiße Wanne (mag unser Archi gerne vermeiden) oder eine Zisterne zu verbuddeln (eigentlich nicht geplant) mit Kleinhebeanlage, die per Überlauf an den Kanal angeschlossen werden darf und an die wiederum eine Drainage angeschlossen werden darf. (Was mich wiederum sehr verwirrt :irre) Zu Variante 2: Auch der Geologe fragte, ob wir denn nicht eine Zisterne hätten, um eine Drainage legen und dort anschließen zu können.

    Wir wollen natürlich eine sichere Lösung und an dieser Stelle nicht auf die Kosten schauen. Kann die Variante mit der Zisterne funktionieren? Diese hätte für uns gegebenenfalls ja einen Zusatznutzen gegenüber der Weißen Wanne, die zudem noch etwas teurer wäre. Allerdings frage ich mich, ob das technisch sauber funktioniert und was passiert, wenn die Pumpe ausfällt. Wir vertrauen unserem Architekten und auch dem Geologen voll und ganz, wollten bei dieser schwierigen Entscheidung aber doch noch mal ein paar Meinungen hören. :winken

    Ich hoffe, mit den laienhaft wiedergegebenen Informationen lässt sich etwas anfangen. Ich habe auch schon die Suche bemüht, aber zu dieser Variante nichts finden können.

    Vielen Dank für eure Kommentare!
     
  2. #2 alex2008, 28.01.2012
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    Sinn der Drainage ist es Wasser vom Bauwerk wegzuführen.
    Besonders wichtig ist es zuwissen wohin mit dem Wasser und wie man sicher verhindert dass das Wasser nicht den umgekehrten Weg nimmt.

    Lass dir vom Planer also mal erklären wie er bei gefüllter Zisterne den Rückfluss in die Drainage verhindert. Vertraut er da auf das funktionieren der Pumpe?
    Und was ist wenn die Pumpe gar nicht abpumpen kann weil der Kanal gerade voll ist?
    Und auf welcher Tiefe muss das Wasser dann in die Zisterne eingeleitet werden?
    Wie tief muss dann die Zisterne werden damit diese noch genügend Speichervolumen hat?
    Vermutlich sehr viel Aushub bei großer Aushubtiefe für die Zisterne bei bescheidenem Speichervermögen. Durch den Drainageanschluß werden da je nach Zisternendurchmesser mal locker 2-3m3 Speichervolumen verschenkt.
     
  3. Hfrik

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    Naja mit Pumpe kann man das Drainagewasser wie Regenwasser von oben einführen - ist eben eine Frage der Pumpe. Und ebi Überlauf gehts dann wie mit dem Regenwasser in den Garten. (Oder über Lichtschacht in den Keller, wenn man das nicht berücksichtigt.
    Wenn die Pumpe ausfällt, kann man nach ausreichend langer Zeit und hohem Grundwasser und hinreichend undichter wand im Keller Schwimmen gehen. Wie hoch steht denn das Grundwasser an?
    Überwachte Pumpe oder redundante Pumpe könnte zur Sicherheit angesagt sein, bei geringem Wasseranfall kann aber auch ein regelmässiger Blick in den Pumpenschacht reichen. Dazu fehlen noch Informationen. Wo in stuttgart soll denn das Haus stehen?
     
  4. PeMu

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    Oha, unbedingt nachbohren.

    Je nach örtlichen Gegebenheiten kann das funktionieren oder voll in die Hose gehen. Aussage aber nur mit den Randbedingungen des Bauplatzes möglich.
    Im Großraum Stuttgart kommt alles vor, auch die Grauzonenlösungen.
     
  5. #5 wasweissich, 28.01.2012
    wasweissich

    wasweissich Gast

    also dass eine doppelt gesicherte pumpgeschichte mit (wahrscheinich/sicher notwendigen) filterung des drainwassers und was weiss ich noch , am ende billiger wird , als der aufpreis für WW , kann ich mir nicht so recht vorstellen ....
     
  6. #6 Ikarus11, 29.01.2012
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    Herzlichen Dank für die zahlreichen Antworten!

    Das Haus soll auf den Fildern entstehen (wir haben hier leider den "guten" Filderlehm ...).

    Zum genauen Grundasserstand kann ich noch nichts sagen, außer, dass unser Keller nicht darin stehen wird. Ich habe derzeit noch nicht das vollständige Gutachten sondern nur ein paar Vorab-Infos des Geologen erhalten. Planer und Geologe waren sich jedenfalls unabhängig voneinander einig, dass generell eine Drainage ausreichend müsste und diese wenig zu tun bekommen würde. Beide sind ortskundig und genießen einen sehr guten Ruf, sollte das aussagekräftig sein.

    Mir ging es erst einmal generell darum, ob solch eine Lösung funktionieren kann oder in keinem Fall zu empfehlen ist. Eine weiße Wanne ist ja auch nicht ganz unproblematisch und funktioniert ebenfalls nur, wenn sie perfekt ausgeführt wurde. Da grummelt es in meiner Magengegend auch ein wenig, wenn ich darüber nachdenke, welchen Ärger man auch damit haben kann. Die Tendenz hier scheint aber eher Richtung WW zu gehen oder gibt es noch eine dritte Lösung? Versickern funktioniert bei unserem Boden wohl auch nciht wirklich.

    Wir wollen nur eine sichere und gute Lösung, irgendwie scheinen aber alle Optionen nicht das Wahre zu sein - außer die Drainage mit Anschluss den Kanal, was die Stadt aber leider verbietet. :o Der Zusatznutzen der Zisterne wäre uns egal und wir sind auch bereit, an dieser Stelle ein paar Tausend Euro mehr auszugeben, sofern wir dann Ruhe haben.

    Deute ich das richtig, dass die Tendenz hier "spontan" eher Richtung Weiße Wanne geht, auch wenn der Grundwasserstand noch zu erfragen ist?
     
  7. PeMu

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    Also nochmal: Es gibt in der Gegend historisch gewachsen einige Lösungen, die in anderen Regionen nur mit kopfschütteln betrachtet werden.

    Die Lösungen sind aber auf dem Rückzug. Einerseits weil die Komfortansprüche an die Keller höher werden, die Rechtsprechung die örtlich, historisch gewachsenen Grauzonenlösungen nicht immer entsprechend würdigt, die Nachbarn das Wasser nicht in den Nacken geschoben haben möchten (dichtere Bebauung). Bei Hanglagen und entsprechenden Grundstücksgrößen und Anordnung kommen die alten Lösungen schon mal zum Tragen - auch in Abstimmung mit Gemeinde, Wasserschutzbehörde.

    Nebenbei: Alle Gemeinden wollen keine Einleitung mehr. Insbesondere nach den Starkregen der letzten Jahre, insbesondere 2010.
    Das Stuttgarter Modell ist auch auf dem Rückzug.
    Außerhalb Stuttgarts gilt sowieso: ist halt Stuttgart, solls das da bleiben.
     
  8. Julius

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    Man kann es doch recht einfach auf den Punkt bringen:
    Ihr wollt "eine sichere und gute Lösung und an dieser Stelle nicht auf die Kosten schauen".

    Also WW!
    Ganz ohne Krämpfe und Klimmzüge.
     
  9. Hfrik

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    Hmmm - der Filderlehm ist abseits von Tallagen eigentlich nicht Grundwasserführend - Grundwasser erst im Schwarzjura darunter. Die Trinkwasserversorgung war deswegen früher nur mit recht tiefen Brunnen (>10m) sicher möglich, weswegen relativ früh die Filderwasserversorgung aufgebaut wurde.
    Ebenso leitet der Lößlehm im Allgemeien den Starkregen durch seine Spalten sehr schnell nach unten ab, was der Grund dafür war, den Flughafen Stutgart (damals noch mit Graspiste) von Böblingen nach Echterdingen zu verlegen.
    Allerdings kann auch der Lösslehm bei viel Regen gesättigt werden, und staut dann auf - daher haben die meisten (älteren) Häuser einen Schacht und eine Pumpe im Keller, für den Fall der Fälle. Bei anderen klappts auch ohne. (In einem Bau von 1971 ind er Familie war die Lösung so, da Kleiderlager im UG. Im Haus meiner Grossmutter daneben mit Gewölbekeller tiefer als UG ebenso Schacht im Gewölbekeller.)
    Als Hintergrundinformation für die nicht Ortskundigen hier im Forum.
    WW wird also sicher gehen, die Pumpenlösung scheint aber auch zu gehen (Ich denke ein Lager für Bekleidungs- Neuware ist ähnlich kritisch wie Wohnraumnutzung - die Sachen dürfen ja nicht "müffeln". )
     
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