Effektiver Jahreszins

Diskutiere Effektiver Jahreszins im Baufinanzierung Forum im Bereich Rund um den Bau; Hallo, Ich habe eine Frage. Wir möchten unser Finanzierung unterschreiben. Wir haben einen Sollzinssatz. Danach ist im Vertrag auch alles...

  1. Juche

    Juche Gast

    Hallo,

    Ich habe eine Frage.

    Wir möchten unser Finanzierung unterschreiben. Wir haben einen Sollzinssatz. Danach ist im Vertrag auch alles berechnet wie unsere monatliche zu zahlende Summe, etc.

    Dann haben wir noch im Vetrag einen effektiven Jahreszins stehen. dieser ist 0,1% höher als der Sollzinssatz. Jedoch steht im Vetrag drinnen, das unsere Bearbeitungsgebühren 0€ betragen, ebenfalls das Disagio 0€ beträgt.

    Der effektive Jahreszins ist ja der Sollzins inkl. Aller Gebühren. Aber wir haben ja keine, wieso ist der Effektive Jahreszins dann höher als der Sollzins?
    Oder können da noch Kosten auf uns zu kommen, die nicht im Vetrag stehen, wie Kontoführungsgebüren oder was anderes?

    Danke euch.
     
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  3. #2 Nutzer des BEFs, 5. Mai 2011
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    Da kommt nichts mehr. Die Zinsen werden euch vermutlich 1x pro Quartal oder gar 1x pro Monat belastet. Das ist für euch natürlich schlechter als 1x pro Jahr. Um dies euch zu verdeutlichen, ist der Effektivzinssatz höher als der Sollzinssatz.
     
  4. Juche

    Juche Gast

    Danke für die Info, aber das verstehe ich nicht ganz.

    Richtig wir zahlen monatlich nachschüssig. Wieso ist das für uns teurer als wenn wir es jährlich zahlen würden. Ebenfalls muss das ja ein Unterschied von genau 0,1% Ergeben.

    Noch dazu sind unsere monatlichen Raten genau richtig berechnet mit dem Sollzins und nicht mit dem Effektivzins.

    Kannst du das vielleicht genauer erklären?

    Wir haben folgende Konditionen:

    Sollzinssatz: 4,54% p.a.
    Effektivzinssatz 4,64% p.a.
     
  5. #4 Nutzer des BEFs, 5. Mai 2011
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    Angenommen, der Kreditbetrag ist 100.000 Euro ohne Tilgung. Dann zahlt ihr im Monat 378,33 Euro Zinsen. Wenn ihr diese 378,33 zu 4,64 % anlegen würdet, würdet ihr dafür (378,33 + 2 * 378,33 + 3 * 378,33 + .... + 11 * 378,33) * 4,64 %/12 = 96,55 Euro Zinsen bekommen. Also könntet ihr dann am Jahresende auch 4540 + 96,55 = 4636,55 Euro Zinsen zahlen ohne euch gegenüber der monatlichen Rechnung schlechter zu stellen.

    P.S. Die exakte Rechnung ist etwas komplizierter, aber zur Illustration reicht diese Vereinfachung.
     
  6. Juche

    Juche Gast

    Hallo,

    Ich sehe du bist Mathematiker.
    Okay ich kann eigentlich gut mit Zahlen umgehen, verstehe aber momentan nur Bahnhof... Woher hast du unten die 4540€ her?

    Wo sehe ich bei dieser Rechnung den Unterschied zw. Meinem Sollzins und meinem Effektivzins?

    Können wir das ganze mal mit 260.000 Kreditsumme rechnen :-)

    Danke dir für deine Hilfe
     
  7. #6 loennermo, 5. Mai 2011
    loennermo

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    4,54% von den imaginären 100.000€

    Ich vermute, dann verstehst Du das noch schlechter. Deshalb war der Ansatz mit den 100.000€ schon ganz gut. :28:
     
  8. Juche

    Juche Gast

    Okay,

    Langsam, ganz langsam macht es Klick.

    Die nehmen an ich würde die monatlich zu zahlenden 378,33€ anlegen mit 4,64%. dann würde ich am Ende des Jahres die 96,55€ Zinsen bekommen.

    Aber dann hängt es bei mir.

    Ich meine ich zahle ja in Wirklichkeit nur meinen Sollzinssatz. Nämlich meine 378,33€. Wieso nimmt die Bank an ich würde es mit dem effektiven Zinssatz anlegen?

    Vielleicht kann es jemand von euch Finanzexperten für "Dummys" nochmal erklären :-)

    Senn noch mal, meine monatliche Belastung ist mit dem Sollzinssatz von 4,54% gerechnet und der effektive ist immer mit Gebühren, etc. Aber ich muss keine Gebühren zahlen. Wo werden dann diese 0,1% gezahlt?

    Danke euch für die Geduld.
     
  9. #8 Nutzer des BEFs, 5. Mai 2011
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    Also für Finanzmathematiker sind 12 * 378,33 monatlich nachschüssig in etwa das gleiche wert wie 1x 4640 Euro jährlich nachschüssig.

    Deshalb sind monatlich nachschüssig 4,54 % Sollzinssatz in etwa das gleiche wert wie 4,64 % Sollzinssatz jährlich nachschüssig.

    Der Effektivzinssatz ist definiert als der (fiktive) Sollzinssatz bei jährlich nachschüssiger Zahlweise, der für Finanzmathematiker das gleiche wert ist wie der vertraglich vereinbarte Sollzinssatz bei der vereinbarten Zahlweise.
     
  10. Juche

    Juche Gast

    Hallo,

    Danke dir.

    Jetzt mal meine Rechnung wie ich es verstanden habe.

    Komme aber nicht hundertprozentig zum gleichen Ergebnis.

    Kreditsumme 260.000€
    Sollzins 4,54
    Effektivzins 4,64

    Macht bei Sollzins eine monatliche Rate von 983,67€

    Wenn ich das ein Jahr lang mit der monatlichen Sparrate von 983,67€ anlegen würde mit 4,54% würde ich am Ende des Jahres einen Betrag von 12094,32€ haben inkl. Zinsen.

    Wenn ich jetzt den Betrag von 260.000€ nehme und rechne einmalig Jährlich Zinsen von 4,64% (Effektivzins) sind das 12064€.

    Ich dachte das die beiden Beträge eigentlich gleich sein müssten. Es sind aber 30,32€ Unterschied, warum?
     
  11. kike

    kike

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    Stelle es dir mal so vor, dass du keine Tilgung leisten würdest. Dann müsstest du am Jahresende auf 100.000€ Zinsen in Höhe von 4.540€ zahlen. (In dem Fall Nominalzins=Effektivzins)

    Du zahlst aber schon in Monat 1, 2, 3... 11 jeweils 1/12tel dieser 4.540€ - also früher als zum Jahresende die Zinsen und du hast dieses gezahlte Geld nicht mehr zur Verfügung bis zum Jahresende. Diese Differenz drückt sich im Effektivzins aus (In dem Fall -wie bei dir- Nominalzins niedriger, als der Effektivzins)
     
  12. Juche

    Juche Gast

    Sprich die berechnen mir eigentlich nur einmal jährlich die Zinsen und teilen diese durch 12 und ich muss jeden Monat 1/12 der Zinsen zahlen.

    Wenn ich wirklich monatlich berechnete Zinsen zahlen müsste würde ich mehr zahlen, was ich ja aber nicht mache und somit "Geld spare" und deswegen eigentlich nur den Sollzins zahle. Würden die jeden Monat die Zinsen berechnen wäre es teurer und es wäre der effektive Zins.

    Wieso macht das aber die Bank, ist ja für die Bank ein Verlust, oder?
     
  13. kike

    kike

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    Nee, umgekehrt. Du musst die Zinsen monatlich zahlen - "eigentlich" müsstest du sie aber erst Ende(!) des Jahres zahlen. Durch den Effektivzins wird das (u.a.) auf jährliche Zahlung normiert und vergleichbar gemacht.
     
  14. Juche

    Juche Gast

    Hallo,

    im Anhang mal eine Rechnung von mir.

    Ich komme da auf ein Ergebnis von 0,11% Es müssten aber 0,10% sein. Was mache ich falsch?
     
  15. Juche

    Juche Gast

    da war noch ein Fehler drinne, ahtte nur mit 11 Monaten gerechnet. Jetzt habe ich 12 Monate draus gemacht. Nun sind es 0,9% aber immernoch keine 0,10...
     
  16. Juche

    Juche Gast

  17. kike

    kike

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    Du hast glaube ich den Effekt für 12 anstatt für 11 Monate gerechnet (im letzten Monat ist der Zahlungstag ja gleich) - da die Zeilen aber nicht bezeichnet sind und ich auch nicht nachzählen will - ohne Gewähr.

    (Off-Topic):

    Du baust in einer teuren Gegend (Rhein-Main) mit einem teuren Architekt und in einer sicher nicht gerade günstigen Bauweise (>10m Deckenspannweite, große Fensterflächen, EIB/KNX...) - bei all dem würde ich mich weniger um das 1/100tel Differenz bei dieser Rechnung kümmern als vielmehr darum, wie eine mögliche Nachfinanzierung aussehen könnte.
     
  18. #17 Nutzer des BEFs, 6. Mai 2011
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    Wenn du es genauer ausrechnen möchtest, musst du bei k-jähriger Zinsbindung folgende Gleichung numerisch (das heißt mit Excel oder durch probieren) lösen:

    Kredit = Rate * Summe_i=1, ..., 12*k (1+x)^(-i/12) + Restschuld * (1+x)^(-k)

    Kredit = ausgezahlte Kreditsumme
    Rate = Monatsrate
    Restschuld = Restschuld nach k Jahren

    Dies kann man noch umformen zu

    Kredit = Rate * (1 - r^(-k))/(r^(1/12)-1) + Restschuld * r^(-k)

    Je nach Kreditinstut wird dann x = r-1 entweder gerundet (vertriebsorientiert) oder aufgerundet (Rechtsabteilung hat das Sagen).
     
  19. Juche

    Juche Gast

    Ich danke dir für die Erklärung, jedoch weiß ich nicht wie du auf die Idee kommst ohne Zahlen zu kennen das wir nachfinanzieren sollten. Woher weißt du was wir an Eigenkapital, etc. haben. Finde das eine gewagte Unterstellung.

    Und ich halte mich an diesem 1/100tel auf, da ich gerne genaustens verstehen möchte was ich wo unterschreibe und dieses auch nachvollziehen möchte.
     
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  21. Juche

    Juche Gast

    Hallo,

    Danke dir für die Formel.

    was ist bei der Formel "r"?

    dazu noch zwei Fragen. wenn ich von 260.000€ Kredit ausgehe bei 20 jahren Zinsbindung, sind dann die Werte zum einsetzen richtig?

    Rate: 983,67€
    k: 20
    Restschuld: 123.530,83€

    Jedoch stellt sich die Frage was ich dann raus bekomme. Du sagst Ich bekomme "Kredit" raus...
     
  22. #20 Nutzer des BEFs, 6. Mai 2011
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    Nein, du musst aus Kreditsumme, Kreditrate und Restschuld das r "ausrechnen" und daraus den Effektivzinssatz x = r-1.

    Deine Kreditrate ist incl. Tilgung 1334 Euro pro Monat, oder?
     
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