EFH Neubau, WW und hoher Keller?

Diskutiere EFH Neubau, WW und hoher Keller? im Abdichtungen im Kellerbereich Forum im Bereich Neubau; Hallo! Ich bin aktuell in der Planungsphase für ein EFH in Holztafelbauweise mit Keller. Die Wassersituation am Grundstück ist für mich...

  1. CrEeK14

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    Hallo!

    Ich bin aktuell in der Planungsphase für ein EFH in Holztafelbauweise mit Keller.

    Die Wassersituation am Grundstück ist für mich nicht ganz eindeutig.
    Das Grundwasser steht aktuell 3,6m unter Straßenniveau, langzeitlicher Bemessungswasserstand 3,1m unter Straßenniveau. Generell ist in der Region auch mal mit Grundwasser bis 2m unter Straßenniveau möglich. -> Thema weiße Wanne.

    Außerdem liegt das Grundstück in einem potentiellen Überschwemmungsgebiet hinter Hochwasserschutzanlage am Rhein. Sollte also tatsächlich mal ein Damm in der Region brechen, ist mit 50-100cm Wasserstand am Grundstück zu rechnen. -> Thema Höhe Keller über Straßenniveau.

    Wenn alles glatt läuft, werden Keller und Haus also nie Probleme mit Wasser haben.
    Optimal wäre daher aus finanzieller Sicht das Bauen ohne WW und aus optischen+praktischen Gründen ein Keller, der vollständig unter Erdniveau liegt.


    Dass man so natürlich nicht baut, ist auch klar.
    Die Frage ist nur, wie wahrscheinlich ist ein Grundwasseranstieg um 1-2m und wie wahrscheinlich ein brechender Damm verbunden mit einem Hochwasser, das hoch genug ist, um das Haus zu überschwemmen?


    Bzw. anders gefragt: Was würdet ihr empfehlen? WW ja/nein und wie weit soll der Keller aus dem Boden schauen, um das Haus aus der Schusslinie zu bringen?


    Vielen Dank im Voraus und Frohe Ostern!!
     
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  3. milkie

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    Bei uns ist die Situation genauso wie bei euch. Wir haben uns deshalb allerdings gegen einen Keller entschieden.
    Alle älteren Bauten in der Straße haben hochgebaute Keller und alle sind feucht bzw. waren vor Jahren bei einer Überschwemmung mal vollgelaufen. Uns waren die Kosten und das Risiko einfach zu hoch - deshalb bauen wir auf Bodenplatte (dürfen allerdings auch 2 1/2 Geschosse bauen).


    milkie :)
     
  4. #3 Ralf Dühlmeyer, 17. April 2014
    Ralf Dühlmeyer

    Ralf Dühlmeyer

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    Wieso ist aus finanzieller Sicht der Verzicht auf eine WW optimal????

    Wenn es überhaupt Mehrkosten für eine WW gibt, dann sind diese gering!
     
  5. CrEeK14

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    Na dann ist das WW Thema ja schonmal erledigt :-)
    Ich habe bei der Recherche öfters gelesen, dass man für einen wasserdichten Keller ca. 30% Aufpreis rechnen müsse.

    Ohne Keller ist eigentlich keine Option. Das Grundstück ist ohnehin nicht riesig...

    In der Region hat quasi jeder einen Keller (zumindest die Bestandsbebauung). Bei den neueren Häusern sind mir keine Feuchteprobleme bekannt. Und Hochwasser ist eben auch nur ein theoretisches Problem, wenn wirklich mal der Damm brechen sollte...
     
  6. #5 Ralf Dühlmeyer, 17. April 2014
    Ralf Dühlmeyer

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    30% Aufpreis sind entweder Abwehrangebote oder Raffkes.

    Bei einem Betonkeller erzeugt Mehrkosten bei WW
    bessere Betongüte
    Dichtbänder Sohle-Wand
    Dichtbänder bei Wandfugen/Sollrissstellen
    rissbegrenzende Bewehrung gegenüber rein statischer Bewehrung
    je nach Höhenlage und Höchtswasserstand ggf. wasserdichte Lichtschächte gegenüber "normalen" Lichtschächten
    wasserdichte Leitungsdurchführungen

    Dafür kann entfallen
    Drainage
    Abdichtung der Wände
    Schutz der Abdichtung beim Verfüllen
     
  7. CrEeK14

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    Alles klar, vielen Dank für die Infos.
    Dann spricht wohl tatsächlich garnichts gegen die WW und die Grundwasserproblematik ist erledigt.

    Hochwasser ein reelles Problem, oder ist ein Deichbruch am Rhein so unwahrscheinlich, dass man ihn außer Acht lässt?
     
  8. #7 Inkognito, 17. April 2014
    Inkognito

    Inkognito Gast

    Eine Wanne bringt Ihnen beim Hochwasser nichts, wenn sie sie fluten müssen weil der Auftrieb sonst zu groß wird - insbesondere problematisch bei einer leichten Holzkonstruktion, wie Sie sie planen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Schürmann-Bau
     
  9. CrEeK14

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    Und noch ein Problem hinterher: wie finde ich fähige Kellerbauer, bei denen ich mir Vergleichsangebote holen kann?
    Ich habe keine Bekannten in der Baubranche und die Keller meiner Bekannten mussten ihre Dichtheit nie unter Beweis stellen.
    Willkürlich aus den gelben Seiten aussuchen will ich aber auch nicht.

    Kennt jemand kompetente Kellerbauer in Südhessen/ Rhein-Main?
     
  10. #9 Ralf Dühlmeyer, 17. April 2014
    Ralf Dühlmeyer

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    Ich sags mal so - hast Du Airbag und Gurt im Auto? Hast Du die schon mal gebraucht?

    Ein Deichbruch ist immer eine reale Gefahr, wie die Hochwasser der letzten Jahre gezeigt haben. Glaubt man den Wetter Pythias, wirds mehr mit den Hochwassern und diese höher.

    Welcher Deich dann wann wo bricht/gesprengt wird, ist schwerer vorherzusagen als die Lottzahlen.

    Entweder planst Du das Szenario mit ein oder spielst "Risiko"
     
  11. CrEeK14

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    Was ist für mich daraus die Konsequenz? Holzhaus funktioniert nicht bei hohem Grundwasser? Oder WW bringt nichts, weil sie zwar dicht ist aber aufschwimmt?
     
  12. CrEeK14

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    Daher die Frage nach Wahrscheinlichkeit uns Statistik. Kenne mich mit Deichbrüchen nicht aus.
    Einen Autounfall erlebt statistisch bestimmt jeder Mal, einen Deichbruch mit Sicherheit nicht.

    Alles eine Frage von Wahrscheinlichkeit und Kosten.
    Im worst Case gibt es ja auch noch die Elementarschadenversicherung. Natürlich im Fall der Fälle nur ein Trostpflaster, aber immerhin...
     
  13. #12 Ralf Dühlmeyer, 17. April 2014
    Ralf Dühlmeyer

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    Das kann man so nicht sagen. Auftrieb des Kellers vs. Hausgewicht ermitteln und dann eine Gefahrenabschätzung machen.
    Im Zweifel muss man die WW dann eben kontrolliert befüllen (nicht bis unter die Decke!), wenns gefährlich wird.
     
  14. #13 Ralf Dühlmeyer, 17. April 2014
    Ralf Dühlmeyer

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    Da sollte man aber mal klären, ob die überhaupt für das Grundstück abschließbar ist.
    Es gibt genug Ecken, wo kein Versicherer diese anbietet!!!
     
  15. #14 Thomas B, 17. April 2014
    Zuletzt bearbeitet: 17. April 2014
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    Das Bauen in potentiellen Überschwmmungsgebieten ist ein Risiko, das der Bauherr tragen muß bzw. er sollte sich über die Risiken bewußt sein.

    Ganz sicher werden jedoch die Versicherungen sich der jeweligen Risiken bewußt sein. Das ist nämlich deren Job das abzuschätzen. Und da werden die Dich ggf. anerkennend loben ob der WW, aber eben auch im gleichen Zuge empfehlen doch für die Elemnatrschadensversicherung einen anderen Partner zu wählen, weil sie das Risiko nicht zu tragen bereit sind. Oder es gibt knackige Beitragszahlungen.....

    darüber würde ich mich mal vorab schlau machen.

    Ja...ja...Ralf...ich schreibe zu viel, daher brauche ich länger......
     
  16. CrEeK14

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    Heißt im Umkehrschluss: wenn die Versichrung mich nehmen würde, kann das Risiko nicht so groß sein und ich kann mir den Aufwand gleich komplett sparen? ;-)
     
  17. Ortwin

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    An deiner Stelle würde ich entweder mit Weißer Wanne bauen oder komplett auf den Keller verzichten.
    BTW: Die Notwendigkeit eines Kellers wird oft überbewertet und was die Nachbarn alles haben oder nicht haben kann dir doch eigentlich auch völlig egal sein. Denk einfach selbst mal darüber nach, ob du WIRKLICH einen Keller benötigst, vielleicht löst sich dann dein Problem von allein…
     
  18. #17 Thomas Traut, 17. April 2014
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    Das frage mal in Niederbayern http://polpix.sueddeutsche.com/polopoly_fs/1.1689811.1370509377!/httpImage/image.jpg_gen/derivatives/900x600/image.jpg oder in der Prignitz http://img.morgenpost.de/img/web-wissen/crop117092063/3160746450-ci3x2l-w460/Floods-Hit-Germany-Northern-Elbe-River-Region.jpg!

    Frage Dich auch, wie wahrscheinlich das ist, dass Du den ggf. Totalverlust Deines Hauses finanziell und psychisch locker wegsteckst. Eine Versicherung gegen Überschwemmung/Hochwasser wirst Du am geplanten Standort wohl nicht bekommen. Wenn Du dann noch ein bisschen den Spieler in Dir rauskitzelst, kannst Du gerne mit einer Abdichtung gegen Bodenfeuchte bauen. Musst nur noch einen Planer finden, der das mitmacht. Gegen Haftungsfreistellung wird das aber evtl. gelingen.
     
  19. CrEeK14

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    Wie gesagt, ohne Keller ist eigentlich keine Option. Habe aktuell einen und kann es mir echt nicht ohne vorstellen. Werkstatt, Partyraum, Technikraum, vieeeel Staufläche, angenehm kühle Räume im Somer,...

    Totalverlust ist natürlich keine Option, wer kann sowas wegstecken?


    Daher Fazit für mich:

    Auf jeden Fall weiße Wanne, ABER: wenn das Haus fertig geplant ist, rechnen lassen, wie weit der Keller im Grundwasser stehen darf und kontrolliert fluten als Notlösung im Hinterkopf haben.


    Bleiben noch die Fragen:

    -Wie hoch soll der Keller aus der Erde schauen und
    -wie finde ich den passenden Kellerbauer?

    Nochmal kurz zur Info bezüglich Höhe: Möglich wäre 1,4m über Straßenniveau, am liebsten wäre mir komplett in der Erde (Optik Haus von außen, Treppe zur Haustür unpraktisch, Terrassensituation in 1,4m sehr unpraktisch).
    Die Hochwassergefahrenanalyse geht bei einem HQ100 Hochwasser von etwas mehr als 50cm Wasser aus, für den Fall, dass ein Damm bricht.

    Wer kennt sich mit sowas aus?
     
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  21. CrEeK14

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    Ach und noch zu Niederbayern und Prignitz: das ist natürlich ein Horrorszenario, sagt aber nichts über die Wahrscheinlichkeit aus. Angenommen, die wäre 0,00001% (überspitzt gesagt), dann würde natürlich keiner Sicherheitsmaßnahmen treffen.
     
  22. Thomas B

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    Natürlich kann man nicht Eventualität abdecken.

    Dir kann ja auch ein Meteorit ins Haus einschlagen.

    Das aber wäre eben ein unkakulierbares Lebensrisiko. Oder eben einfach Pech.

    Aber beim Bauen in einenm Hochwassergefährdeten Gebiet kann man nicht mehr nur von Pech sprechen, sondern man weiß ja schon um die besonderen Risiken, die das Grundstück betrifft.

    Dem tragen die Versicherungsgesellschaften dann auch Rechnung, in dem sie gewisse Problemgebiete nicht mehr absichern. Und dazu könntest Du durchaus gehören (was sich prüfen ließe).

    Also: Je weniger andere leisten (Versicherungen), desto mehr solltest Du für den Worst Case vorsoergen, weil Du im schadenfalle evtl. alleine dastehen wirst.

    Diese Problematik läßt sich hier kaum auflösen.

    Kellerlösung muß zum haus passen (wer will schon erstmal 1,50 m hoch steiegen um ins EG zu kommen?), Lösung muß zum geltenden baurecht passen (B-PLan - festsetzungen, Trauf-/ Firsthöhen) und daher sollte dies ein Planer (ein verantwortzungsbewußter Planer) vor Ort angucken.

    Oder eben doch ohne Keller.

    Oder auf eigenes Risiko.....
     
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