Eindringendes Regen- und Tauwasser auf dem Unterdach

Diskutiere Eindringendes Regen- und Tauwasser auf dem Unterdach im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo Zusammen Ich habe bei meinem fertiggestellten Neubau abtropfendes Wasser am Unterdach im Bereich der Unterlüftung beobachtet, und das...

  1. miticg

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    Hallo Zusammen

    Ich habe bei meinem fertiggestellten Neubau abtropfendes Wasser am Unterdach im Bereich der Unterlüftung beobachtet, und das nicht erst bei einem Wolkenbruck sondern bereits wenn es mäßig regnet oder taut.

    Nach eingehender Begutachtung zeigt sich, dass das Wasser jeweils im unmittelbaren Bereich seitlich der Gauben neben dem Kupferunterblech abtropft. Das Seitenblech unterdeckt nicht einmal das erste Tal der Betonsteine seitlich der Gauben. Zudem ist der Stehfalz des Seitenblechs fast vollständig von den Betonsteinen niedergedrückt.

    Meine Vermutung: Regen oder Tauwasser unterläuft den ersten Betonstein seitlich der Gauben und tropft von dessen erstem Tal auf das Unterdach. Damit ist vorprogrammiert, das selbst bei leichtem Regen oder bei Tauwetter Wasser in das Unterdach gelangt. An den Lüftungsschlitzen kann ich auch Laub finden.

    Bin ich da richtig mit meiner Vermutung und handelt es sich hier um einen Mangel bei einem vermutlich "regenfesten Unterdach". Ich habe insgesamt 9 Gauben am Dach. Anbei ein paar Bilder, die ich im Winter aufgenommen habe wo das Wasser dann festfriert.

    Gibt es da konkrete Vorschriften für das Dachdeckerhandwerk, die ich heranziehen kann um meinen Generalbauunternehmer in die Pflicht zu nehmen?

    Kann man nachträglich das Seitenblech an den Gauben erweitern? Wie würde eine korrekte Mängelbeseitigung aussehen?

    Beste Grüße mit herzlichem Dank in Voraus
     

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  3. Kalle88

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    Detailzeichnung des Dachquerschnitts mit allen Bauteilen, insbesondere das Traufdetail. Detail der Gaubenanschlüsse ebenso.

    In der Beschreibung steht etwas von Gaubenanschlüssen, sehen tut man die aber auf den Fotos nicht - nachliefern. Was man schon mal sagen kann ist, dass ein Abtropfblech an der Traufe zu fehlen scheint.
     
  4. Karl 1

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    Sonst gibt das hier nichts.



    Gruß Helmut
     
  5. H.PF

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    Ich glaube, wir verschieben den Post mal auf den März *g*
    Da dürfte in Muc gerade ein bisschen zu viel Schnee für liegen
     
  6. miticg

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    Hallo Zusammen

    Anbei noch vier Fotos von der Traufe und den Gaubenanschlüssen. Vielleicht helfen Die weiter, zu sagen ob hier etwas undicht sein kann. Am besten wäre es wohl die Betonsteine um die Gaube zu entfernen um dann ein Foto zu machen. Ist aber für mich nicht ohne weiteres machbar.

    20150207_092816.jpg
    20150207_092805.jpg
    20150207_092256.jpg
    20150207_091853.jpg
     
  7. miticg

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    Und noch der Gaubenrand weil gerade in München die Sonne scheint![

    ATTACH=CONFIG]48637[/ATTACH]
     

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  8. Kalle88

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    Ich sehe da zumindestens nichts verkehrtes. Es hat eine Rückkantung so das Wasser vom Blech nicht auf die Unterdeckung tropfen kann. Wenn ich mir die Schneemenge auf den ersten Fotos ansehe und den Betonstein liegt es nahe, dass Tauwasser über die Seitenfalz auf die Unterdeckung gelangt.

    Obs nun an dem "raltiv" kurzen Schenkel liegt? Würde ich nicht behaupten wollen. Sind Kehldichtstreifen auf dem Blech verbaut wurden und entsprechend zugeschnitten?

    Den einzigen Punkt den ich zu monieren hätte, ist der Umstand das es traufseitig an einem Abtropfblech mangelt.
     
  9. Biber53

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    Hallo,

    Man kann es auf den Bildern nicht erkennen, um was für Gauben es sich handelt. Und wo demzufolge das Wasser hinläuft.
    Wenn die Gaube(n) in das Seitenblech entwässern, dann ist das eine Katastrophe.
     
  10. miticg

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    Hallo Zusammen und besten Dank erst mal für Eure Antworten!

    Anbei noch ein paar Bilder von den Kupfergauben. Die haben keine Regenrinnen oder Fallrohre und werden vermutlich nach hinten zum Hauptdach entwässert! Ich hoffe nicht, dass das Wasser dann über das Seitenblech abfließt? Die Gauben sind eher klein und ich habe davon neun Stück an der Zahl.

    Gibt es irgend eine verbindliche Regel für das Dachdeckerhandwerk, das am Unterdach ein Abtropfblech vorschreibt oder habe ich darauf keinen Anspruch gegen den Generalbauunternehmer? Von den Kehldichtstreifen habe ich keine Ahnung. Wo sind die normal zu finden?

    Gaube_20150207_161600.jpg
    Gaube_20150207_161851.jpg
    Gauben_20150207_161621.jpg
     
  11. Kalle88

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    Ich packs nicht... Auf Foto zwei sieht man zumindestens eine Neigung nach hinten und dann tritt das ein was Biber angesprochen hatte... Wer ist verantwortlich für das Detail? Allein an der Dimensionierung der kleinen Teilflächenrinnen sieht man, dass es nicht zwangsläufig ein Dach erfahrener Hase war...

    Das Tropfblech müsste im Regelwerk zu finden sein als Forderung. Genau beziffern kann ich es dir nicht, da nicht vorliegend. Hier wird sich sicher aber noch jemand finden, der das kann ;) Kehldichtstreifen sind Schaumstoffstreifen die eine zusätzliche Sicherheit ggü. Schlagregen und Flugschnee darstellen sollen. Sie dichten quasi das Dreieck ab, was durch die Eindeckung entsteht, wenn der obere Ziegel auf dem unteren aufliegt - dort entsteht ein Spalt.
     
  12. Simon83

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    Hallo,

    wie es Biber schon vermutet hat (Respekt), Entwässerung der Gauben über die Seitenkehlen. Das kann man machen (haben wir auch schon gemacht), aber dann nicht mit der Standardkehle, sondern mindestens vertieft, oder mit Aufkantung versehen. Zudem sieht mir die Unterdeckungsbreite der Seitenbleche arg wenig aus, nach den Klempner- (in Bayern Spengler-)fachregeln mind. 120 mm von Seitenkante der Ziegel ab gemessen. Aber in dem Fall wahrscheinlich egal, da eben Gaubenentwässerung nicht mit Standardkehle geht. Da kommt ja auch rel. viel Dreck, Laub etc. von den eher flachen Gaubendächern runter, läuft direkt unter die Ziegel und schon ist der Wasserfalz zu und die Chose (oder in dem Fall Soße ;-) ) läuft auf die Unterdeckung.

    Tropfbleche sind meines Wissens nach nicht zwingend vorgeschrieben, so wie das Einlaufblech auch. Kommt also drauf an, ob bestellt oder nicht. Wir verbauen fast nie ein Tropfblech am Unterdach.

    Was könnte man machen? Seitenkehle mal eben tauschen geht mMn. nicht so einfach, da müsste ne Menge Blech wieder mit runter. Evtl. Wasserfalz abschneiden/platt machen, Seitenkehle großzügig aufstellen, neues Unterdeckblech stehend einfalzen, Dachdeckung an Stehfalz andecken. Aber habe noch nicht genug ERfahrung, um das beurteilen zu können. Da melden sich evtl. noch andere alte Hasen hier.

    Viele Grüße

    Simon
     
  13. Kalle88

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    Falsch. Sofern die Traufausbildung derart gestaltet ist, dass die Unterdeckung/Unterspannung nicht in die Rinne geführt wird, ist an der Traufe ein Traufblech zu verarbeiten. Schau mal in dein Lehrbuch ab Seite 261. Rinneneinhangsbleche können meines Wissens fehlen bleiben, wenn die Ziegel weit genug in die Rinne stehen. Empfehlen würde ich es aber nicht, da lediglich das Einlegen der USB/UDB in die Rinne nicht sonderlich von Qualität zeugt.
     
  14. Biber53

    Biber53

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    Das geht auf alle Fälle, habs selber schon öfter gemacht.
    Vorraussetzung ist, m.M.n. daß dies zweifelfsfrei die Ursache, der Probleme ist.
    Am Bildschirm vorm Computer fehlen einem einfach zu viele Informationen....

    Mit Blech/Metall sollte man sich schon etwas auskennen.
    Von der Gaube wegfalzen..., Falzhöhe nicht zu niedrig wählen..., firstseitig runterschneiden, zulöten und umlegen, dann rückkanten.
     
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  16. Simon83

    Simon83

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    Hi,

    da ich Klempner-Lehrling bin, weiß ich nicht, ob wir (Kalle) vom selben Lehrbuch sprechen. Ich habe u.a. eines vom Dachdeckerhandwerk, aber in dem habe ich die Formulierung nicht gefunden. Ist auch egal, ich glaub dir das gerne, finde es auch korrekter, eines zu verbauen. Ich wette trotzdem, dass du in Stuttgart und Umgebung zu mind. 80 % keine Tropfbleche am Unterdach findest ;-) . Zum Einlaufblech an der Rinne: Das verbaut man hier praktisch immer, auch wenn die Ziegeldeckung wie gefordert 1/3 in die Rinne schaut (wogleich sie auch nicht weiter reinschauen darf, das sagt schon alles).

    Für die Korrektur des Problems hier bin ich mal wieder voll bei Biber, erstmal sicher die Ursache finden, dazu muss man Aufdecken und bisschen Ahnung haben, also Fachmann hohlen. Und für Blecharbeiten im Süddeutschen Raum sollte man immer einen guten Flaschner, Spengler, Klempner finden, der das gescheit hinbekommen kann.

    Grüße

    Simon
     
  17. Kalle88

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    Und wie stellt ihr den konstruktiven Holzschutz da? Wenn das Wasser was unter die Eindeckung treibt auf die UDB gelangt und von da zur Traufe läuft und dann abtropfen will? Bedeutet ja, gerade bei Sichtunterschlägen, dass die Stirnkante des Profilholzes so wie die Stirnköppe der Sparren im Wasser stehen, bez. sich Wasser darüber ziehen. Wenn du dir mal die untere Fläche der Eindeckung ansiehst, siehst du wie Flach die Neigung ist. Unter Verwendung von Betonziegeln kommt da sicherlich einiges an der Traufe an. Das Blech verhindert eben das was ich geschrieben habe, da es vom Holz übersteht (glaube irgendwas mit 2cm).

    Falls du das blaue Buch der Dachdecker hast, findest du das Detail unter 5.2.6
     
Thema: Eindringendes Regen- und Tauwasser auf dem Unterdach
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