Elektroleitung auf Rohdecke

Diskutiere Elektroleitung auf Rohdecke im Elektro 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo zusammen, habe eine kurze Frage: gibt es eine Vorschrift, wie Elektroleitungen auf der Rohdecke zu verkegen sind? Z.B. NYM yx1,5mm2, ist...

  1. Gast

    Gast Gast

    Hallo zusammen,

    habe eine kurze Frage: gibt es eine Vorschrift, wie Elektroleitungen auf der Rohdecke zu verkegen sind? Z.B. NYM yx1,5mm2, ist Leerrohr erforderlich? Empfohlene Abstände zu Wänden und Rohren? Es soll Trittschalldämmung, Wärmedämmung, Fußbodenheizung und Zementestrich drüber.
    Über entsprechende Hinweise, Links würde ich mich freuen.
     
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  3. SE

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    Hallo "Gast",<br>bei mir hat sich's vor ein paar Wochen um das gleiche Thema gedreht. - Identischer Aufbau -<br>Die Installationsfirma sagte, es sei nicht noetig, mein Bauleiter konnte keine entspr. Vorschriften ausgraben (weder dafuer noch dagegen) und der Sachverstaendige der die Verlegung bemaengelt hatte, ist bis zum heutigen Tag den Nachweis darueber schuldig geblieben.<br>Bei dicken Kabelstraengen sehe ich viel mehr das Problem, dass vor dem Auslegen der FBH an diesen Stellen noch eine Perlitschuettung eingebracht werden muss (Mehraufwand). <br>Ausserdem ist's nicht ganz unproblematisch, die Kabelstraenge im Rohbau offen liegen zu lassen. Wenn Handwerker durchlaufen, dann treten sie garantiert auf die Kabel, anstatt daneben zu treten. Es scheint so, als ob die Straenge zum drauflatschen einladen.<br>Gut ist's mit Sicherheit nicht.<br>Gruss<br>Sigi
     
  4. JDB

    JDB

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  5. #4 Thomas Praefcke, 7. Februar 2003
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    Es gibt eine Unmenge von Vorschriften bezüglich des Verlegens von Kabeln und Leitungen. Dabei sind mir aber keine Vorschriften bekannt, die speziell das Verlegen auf der Rohdecke betreffen.

    Stegleitungen sind natürlich nicht erlaubt.

    Ansonsten müssen Kabel vor mechanischer Beschädigung geschützt sein. Daher wäre es schon ratsam Leitungsbereiche auf die leicht getreten werden könnte in Leerrohre zu legen.

    Wärmeeinwirkung von Heizungsrohren muss vermieden werden. Dies erfolgt in der Regel allerdings schon durch deren Dämmung.....
     
  6. manni

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    regelt die Leitungsführung. An Wänden gelten Installationszonen senkrecht und waagrecht (egal ob u.P. oder Hohlwand) mit genau definierten Maßen. Die bevorzugten Zonen (waagrecht) befinden sich von 15 bis 45cm unter der fertigen Deckenfläche, von 15 bis 45cm über FFB und von 90 bis 120cm über FFB (Küche). Die senkrechten Zonen befinden sich von 10 bis 30cm neben den Rohbaukanten von Türen, Fenstern und Wandecken.

    An der Decke und Fussboden sind keine Zonen vorgeschrieben. Hier dürfen Leitungen auf dem küzesten Weg verlegt werden. Gemäß DIN-Aussage sollte hiervon jedoch nur möglichst wenig Gebrauch gemacht werden.
    Aber wenn Kabel über die Rohdecke verlegt werden, muss der mechanische Schutz sichergestellt werden, d.h. die Verlegung in Leerrohren oder andere Massnahmen.
    Wobei natürlich darauf geachtet werden muss, welche Art Kabel verlegt werden. Entsprechend des Kabelaufbaus sind für jede Kabelart gewisse Verlegevorschriften gegeben, z.B. Telefonleitung J-Y(St) Y ist hierfür nicht geeignet.
     
  7. bauworsch

    bauworsch Gast

    Hallo Manni

    wo steht das, dass die in Schutzrohren verlegt werden MÜSSEN ? Ich bin auch die ganze VDE 0100-von-bis runtergerattert, nix zu finden. Das mit dem Schutz gegen mechanische Einwirkung ist ja einleuchtend, aber zwingend vorgeschrieben ist es nirgendwo. Interessant zu diesem Thema ist auch dieserFachartikel
     
  8. Gast

    Gast Gast

    Danke für die vielen Beiträge.

    Bis jetzt kann ich der Diskussion entnehmen, dass -in einem Land wo selbst das letzte i-Tüpfelchen reglementiert ist- zwischen Estrich und Rohdecke offensichtlich der reinste Wildwuchs herrscht?
    In dem von bauworsch zitierten Fachartikel wird auch versucht, dieses Thema zu klären, m.E. scheitert es aber an einer Definition: was sind "bauliche Hohlräume" (Tafel 3 des Artikels, RefNr 21)? Wenn man darunter die für die Leitungen vorgesehenen Aussparungen in der Dämmschicht versteht, scheint es keinen Zwang zu geben, Mantelleitungen nochmals in Leerrohr zu verstecken. Gleiches müsste dann aber auch für Telefon-, CAT5-, TV-Coax und ähnliche Schwachstromkabel gelten.
    PS:
    Wollte eigentlich nicht ganz so anonym bleiben, man(n) fühlt sich einfach besser angesprochen.
    Martin
     
  9. manni

    manni

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    Schutzrohr

    ist nicht explizit vorgeschrieben, aber aus der VDE lässt sich rauslesen, dass der "mechanische Schutz" gewährleistet sein muss. Das kann auch durch andere Massnahmen gewährleistet sein, d.h. die Kabel dürfen nicht gequetscht werden und der Untergrund muss Gratfrei sein etc.
    Wenn das NYM-Kabel direkt auf der Rohbetondecke verlegt wird ist das erst mal o.k. aber die Randbedingungen wie Zugentlastung, mech. Befestigung "nur mit geeigneten Installations- und Befestigungsmaterial" müssen stimmen.

    Wenn z.B. gleich nach der Kabelverlegung die Dämmung und der Estrich eingebracht werden, kann ich sicherlich auf Rohre verzichten. aber wenn die Kabel länger offen auf dem Rohfussboden liegen, ist der mech. Schutz nicht gewährleistet, wenn alle Handwerker drüberstampfen.
    Die VDE schreibt "... alle Materialien müssen neben den zu erwartenden elektrischen Beanspruchungen ebenfalls den äusseren Einflüssen am jeweiligen Verwendungsort enrsprechen"
    Also ist es ersmal Ermessenssache, wo ich Rohre einsetze und wo nicht. wobei die VDE schreibt "an besonders gefährdeten Stellen ist für einen zusätzlichen Schutz zu sorgen, z.B. durch Schutzrohre ... solche Stellen sind z.B. Fussboden-durchführungen"
     
  10. manni

    manni

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    die VDE schreibt:

    Die VDE schreibt:
    " ... Beachtung äusserer Einflüsse:
    Ganz allgemein müssen Kabel und Leitungen durch ihre Lage oder durch Verkleidung vor mechanischer, thermischer und gegebenenfalls chemischer Beschädigung geschützt sein, insbesondere gilt das auch für in decken bzw. Fussböden verlegte Leitungen und Kabel. Als ausreichen mechanisch geschützt können im allgemeinen gelten:
    - Mantelleitungen
    - Kabel
    - Aderleitungen in elektro-Installationsrohren oder Kennzeichnung A nach DIN VDE 0+605
    - Verlegung in und unter Putz
    - Verlegung in Hohlräumen
    - Verlegung in elektro-Installationskanälen nach DIN VDE 0604"

    Wobei die VDE unterscheidet zwischen Kabel, Mantelleitungen und Leitungen. Kabel und Mantelleitungen sind hierfür geeignet. Leitungen nicht. Die müssen separat geschützt werden.
     
  11. Gast

    Gast Gast

    @JDB
    Ich hoffe nicht, dass die Beispiele der Standardausführung im Bauwesen entsprechen (man könnte etwas Bewehrung einsparen und durch in Plaste gehülltes Kupfer ersetzen) ;-).

    Jetzt gilt's den beschriebenen Ermessensspielraum bezogen auf den Schutz der Leitungen angemessen auszufüllen (z.B. Berücksichtigung der Flächenpressung -Gewicht / Schuhgröße- des Verputzers, der drüberstapft, etc.

    Danke, war für mich sehr informativ.
    Martin
     
  12. mls

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    johannes ...

    hat sich der tragwerksplaner richtig beliebt gemacht? :D
    kommt auch gut:
    den architekten auf seine verantwortung fürs mauerwerk hinweisen.. :p :p
     
  13. Plewka

    Plewka

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    Kabel in der Decke

    Ist zwar schon eine alte Diskussion, aber ich wollte mich mal äussern..
    Ich würde keine Schutzschläuche über NYM ziehen. NYM (das weisse ummantelte Zeug;-)) wegen zu geringer Widerstandskraft sowieso nicht.

    Erstens ist das zu viel Arbeit Schlauch drüber zu ziehen und zu teuer und zweitens wird die Wärmeableitung des Kabels unnötig verändert -> neue Belastungswerte. Das gleiche gilt für deutliche Ansammlungen von Kabeln.
    Ich habe in jüngerer Zeit immer nur Erdkabel NYY (wie auch in den Bildern oben gezeigt) gesehen.

    Selbst wenn es nicht so eindeutig reglementiert ist, ist man auch dumm wenn man schwächeres Kabel wählt, da das Material nicht wirklich teuerer ist. Teuer und nervig wird es, wenn ein Kabel ggf. nach Jahren stirbt.
    Ein damaliger Kollege hatte das Vergnügen mit mehreren Leitungen.

    Wer schon mal Eisen verlegt hat, weiss auch, dass man andere Sorgen hat als nicht auf Kabel zu treten.

    Es gibt unterschiedliche Ansichten dazu, ob Kabel rechtwinklig oder auf direktem Weg (diagonal) verlegt werden sollten. Ich glaube es ist schwammig reglementiert.

    Elektrisch (Störeinkopplungen, Wäreabfuhr, Materialaufwand und Leitungswiderstand) ist diagonal optimaler, geometrisch aber nicht so ansehnlich. "Dann weiss man ja gar nicht wo Kabel liegt" -> Da halte ich gegen: Es nur genau _einen_ diagonalen Weg und min. 2 xy-Wege.

    Ich würde auch überall mehr Adern legen als nötig (z.B. um später LCN-Bus nachzurüsten, oder eine defekte Ader zu ersetzen (min. 5x1,5).
     
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  15. stefanSmi

    stefanSmi

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    OK das bei Schweinchenerkenners Bilder da "etwas" viel an Kabelb in der decke liegt sehe ich auch. Aber was srpicht bie nem Einfamileinhaus dagegen z.B. Lehrrohre für dei Deckenbeleuchtung sowei einige (wenige) Lehrrohre (für die zukunft - man weiß ja nie wo man mal ein Kabel hinhaben will) einzieht ?
     
  16. bauworsch

    bauworsch Gast

    Nix

    ....
     
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