Energiesparmaßnahmen in Doppelhaus von 1972

Diskutiere Energiesparmaßnahmen in Doppelhaus von 1972 im Sanierungskonzept & Kostenschätzung Forum im Bereich Altbau; Hi, ich lese schon längere Zeit mit, hab schon viele Infos und Angebote eingeholt, aber ich werde immer unsicherer. Vielleicht könnt Ihr mir...

  1. smarti

    smarti

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    Hi,

    ich lese schon längere Zeit mit, hab schon viele Infos und Angebote eingeholt, aber ich werde immer unsicherer. Vielleicht könnt Ihr mir mal mit folgender Situation eines (nicht immer weitsichtig) teilrenovierten Gebäudes helfen:

    - Mehrfamilien-Doppelhaus, Baujahr 1972
    - gesamte Wohnfläche ca. 400 qm, davon ca. 130 qm nur teilweise beheizt (10-15 °C)
    - kein Keller, nur 2 Kellerräume, ansonsten beheizte Wohnräume im Souterrain
    - Wände und Decke der Kellerräume sind bislang nicht gedämmt
    - Fassade 2004 komplett saniert, mit 10cm Dämmplatten leider nur auf den Giebelseiten (Ost und West), Nord- und Südseite ungedämmt (relativ kleine Flächen, viele Fenster)
    - Außenmauern: 30cm dick, Hohlziegel
    - Dach: Betonpfannen von 1972, Dämmung in Eigenregie ca. 1980 mittels Glaswolle auf Alufolie und Kunststofffolie innen - also alles andere als auf der Höhe der Zeit, aber besser als nichts.
    - Dachneigung: 40 Grad, Dachausrichtung: Südsüdost. Von November bis Januar etwas Halbschatten durch die obersten Äste laubfreier Bäume.
    - Fenster: Holzrahmen von 1972, Doppelverglasung von 2007 (Ug 1,1), 1992 und 1974. Innenliegende, ungedämmte Rolladenkästen
    - Heizung: Öl-Niedertemperaturkessel von 1989, 34 kW Nennleistung, Brenner von 2002
    - Heizkörper größtenteils 2007 erneuert als Kompaktheizkörper
    - WW-Bereitung durch Ölheizung für derzeit 4 Personen (zukünftig max. 5-6)
    - durchschnittlicher Jahresverbrauch der letzten 3 Jahre: 5700 l Heizöl

    Geplante Maßnahmen:
    1. Austausch der beiden Haustüren auf der Südseite
    2. Austausch aller Fenster in der einen Haushälfte (bis auf Schlafzimmer und Gäste-WC) gegen Kunststofffenster mit 3-fach-Verglasung
    3. Dämmung der Rolladenkästen
    4. Einbau eines Kamins (vielleicht wasserführend) im Wohnzimmer (50qm) und Warmluftkanal in darüberliegenden DG-Raum (45 qm)
    5. mind. Entwicklung einer Zukunftsstrategie für die Heizung oder sofortiger Tausch falls sich das rechnet.

    Und da kommen derzeit die folgenden Varianten in Frage

    Variante A: nur Öl-Brennwert-Heizung inkl. Warmwasserbereitung

    Variante B: Öl-Brennwert-Heizung und Solarthermie für WW-Bereitung

    Variante C: Öl-Brennwert-Heizung und Solarthermie für WW-Bereitung und Heizungsunterstützung

    Variante D: Öl-Brennwert-Heizung kombiniert mit wasserführendem Kamin und Pufferspeicher

    Gas kommt wegen Anschlusskosten eher nicht in Frage, bei Pellets gibt's ein Problem mit dem Lagerraum, Wärmepumpe dürfte wegen Heizkörpern ausfallen.

    Haltet ihr die Maßnahmen für sinnvoll oder werde ich mich in 10 Jahren (so lange wird das Dach hoffentlich noch halten) schrecklich ärgern, weil ich die falsche Reihenfolge gewählt habe oder nur halbe Sachen gemacht habe?
    Behalte ich die Heizung erstmal und gucke wie sich mein Verbrauch nach den Maßnahmen 1-4 entwickelt oder lohnt sich eine der oben genannten Varianten sofort umzusetzen?

    Bin für ein paar Meinungen oder Erfahrungen sehr dankbar!

    Viele Grüße, Martin
     
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  3. R.B.

    R.B.

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    Zuerst die Dämmung und anderen Maßnahmen durchführen, und zum Schluß über einen neuen Wärmeerzeuger nachdenken.

    Was für ein Ölkessel ist bei Dir verbaut? Die 34kW sind natürlich heftig. Nach Deinem Verbrauch geschätzt liegst Du aktuell eher in der 20kW Klasse.
    Aber das ist alles noch nicht so kritisch. Den Kessel könnte man bei einer Wartung mal genauer unter die Lupe nehmen und die Leistung evtl. reduzieren.
    Beobachte auch einmal das Laufverhalten, sprich Brennerlaufzeiten (Dauer AN/AUS).

    Kaminofen (hast DU genügend Holz zum Verfeuern?) und Solar wären eine Option, die aber gut durchdacht sein will. Heizungsunterstützung mit Solar ist bei Heizkörpern nicht so effizient. Dazu müsste man später einmal ermitteln, welche Heizkreistemperatur erforderlich ist um die Räume auf Temperatur zu bringen.

    Ich würde mir auch noch Gedanken über die Belüftung der Räume machen.
    Ob man die Fenster als 3fach verglast ausführt, wäre zu überdenken. Wenn es nur um den (Wärme)Dämmwert geht, sollte man auch die anderen "Baustellen" berücksichtigen, und den Aufpreis evtl. dort investieren.

    Gruß
    Ralf
     
  4. smarti

    smarti

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    Hi,

    besten schonmal für die Einschätzung.

    Ein Viessmann Vitola uniferral-e, maximale Nennwärmeleistung laut Typenschild 29-34 kW, aber laut Schornsteinfegerprotokoll 34 kW. Lässt sich das wohl irgendwie einstellen? Kesselinhalt 104l, Brenner ist ein Ray 2000.

    Worauf sollte ich da achten? Wie häufig er angeht oder wie lange er anbleibt und was wäre da auffällig?

    Wir haben einen großen Garten (Grundstück 1800 m²), bei dem immer wieder größere Äste von den Bäumen anfallen und alle paar Jahre auch mal nen ganzer Baum. Für ein schönes Kaminfeuer alle paar Tage mal vielleicht ganz ok, aber für einen Kamin mit Wassertasche vermutlich zu wenig. Meine Schwiegereltern besitzen etwas Wald, da könnte ich bestimmt was machen...

    Wie häufig sollte man einen wasserführenden Kamin denn anmachen, damit er sich lohnt? 3-mal täglich, 1-mal täglich für ein paar Stunden? Oder alle 2-3 Tage für ein paar Stunden? Ursprünglich war der Kamin nämlich in erster Linie als gemütliche Ergänzung fürs Wochenende oder ab und zu abends geplant.

    Wegen Schimmelrisiko? Hmm, aber für die wenigen 100 EUR, die 3-fach gegenüber 2-fach-Verglasung kostet, kann ich mir kaum Dämmung kaufen.

    Viele Grüße, Martin
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Der Brenner lässt sich auch mit niedrigerer Leistung fahren. Angeblich ab 14kW (kenne das Teil nicht im Detail). Man muss dann schauen wie weit der Kessel noch mitspielt.

    Beim Laufverhalten beobachtest Du einfach die Brennerlaufzeiten. Bsp.: 3 Minuten AN, 5 Minuten AUS, 3 Minute AN......dann in´s Verhältnis zur Außentemperatur setzen.

    Die Sache mit den Fenstern meinte ich so, dass es evtl. sinnvoller ist, das Geld anderweitig zu investieren. Je besser die Fenster werden, um so mehr besteht die Gefahr, dass die Wände zur Schwachstelle werden.
    Bsp.: Luftfeuchtigkeit hat früher an den Fenstern kondensiert, aber mit den neuen Fenstern kondensiert diese evtl. an den Wänden.

    Gruß
    Ralf
     
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