ENEV und Solarstrom

Diskutiere ENEV und Solarstrom im EnEV 2002 / 2004 / 2007 / 2009 Forum im Bereich Bauphysik; Nach der ENEV darf man Solarstrom vom Endenergiebedarf abziehen: Wird in zu errichtenden Gebäuden Strom aus erneuerbaren Energien eingesetzt,...

  1. #1 Matze250, 3. März 2012
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 3. März 2012
    Matze250

    Matze250

    Dabei seit:
    26. Februar 2012
    Beiträge:
    9
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    architekt
    Ort:
    Düren
    Nach der ENEV darf man Solarstrom vom Endenergiebedarf abziehen:

    Wird in zu errichtenden Gebäuden Strom aus erneuerbaren Energien eingesetzt, darf der Strom in den Berechnungen nach § 3 Absatz 3 und § 4 Absatz 3 von dem Endenergiebedarf abgezogen werden, wenn er

    1.im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang zu dem Gebäude erzeugt und

    2.vorrangig in dem Gebäude selbst genutzt und nur die überschüssige Energiemenge in ein öffentliches Netz eingespeist wird. Es darf höchstens die Strommenge nach Satz 1 angerechnet werden, die dem berechneten Strombedarf der jeweiligen Nutzung entspricht.


    Was bedeutet das jetzt genau an einem Beispiel:

    Voraussetzung: Passivhaus, Warmwasser wird zu 65% mit Kollektoren abgedeckt.
    Energie für Restwarmwassererwärmung 1200 kWh. Für Heizung gesamt 3000 kWh.

    Die Überlegung: Eine Photovoltaikanlage, die diese 4200 kWh/Jahr erwirtschaftet. Dann eine elektrische Direktheizung und auf eine teure Wärmepumpe verzichten.

    Die Frage: Darf der erzeugte Strom auf WW, Heizung, Hilfsstrom und Haushaltsstrom umgelegt werden? Oder ist der Ertrag nur auf WW und Heizung beschränkt?
    Wie wird der Anteil berechnet? Nur ein Drittel des Stroms wird während der Heizperiode erzeugt. Darf also nur dieser Strom angesetzt werden?

    Wenn Strom auch auf den Haushaltsstrom angerechnet werden kann, zu welchem Anteil? Ein Großteil des Stroms dürfte ja in den Abendstunden verbraucht werden, wenn keine Sonne scheint. Im Sommerfall wäre es dann möglich, dass tagsüber ein solarer Überschuss entsteht, der ins Netz abgegeben wird.

    MfG

    Matthias
     
  2. Anzeige

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2 hobbyhausbauer, 3. März 2012
    hobbyhausbauer

    hobbyhausbauer

    Dabei seit:
    16. November 2011
    Beiträge:
    201
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Rentner ex. Dipl. Ing (FH) Maschinenbau
    Ort:
    Ebermergen
    Grundsatzfrage: Darf man (Stand März 2012) überhaupt noch Eigenverbrauch anrechnen?
     
  4. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19. August 2005
    Beiträge:
    48.841
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Was würde dagegen sprechen?

    EnEV hat doch nichts mit Einspeisevergütung zu tun.

    Gruß
    Ralf
     
  5. Ruppi

    Ruppi

    Dabei seit:
    15. Februar 2010
    Beiträge:
    514
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Musiker
    Ort:
    München
    Das ist doch genau die Zukunft, die einige Energieexperten erwarten:

    Das Haus ist so gut gedämmt, dass es nur sehr wenig Heizenergie benötigt, wofür eine kleine Elektroheizung reicht. Auf den Einbau einer teueren Wärmepumpe kann dann verzichtet werden, gerade auch, weil sich diese dann niemals ammortisieren würde.

    Somit kann es gut sein, dass das Zeitalter der Wärmepumpe nur ein vorübergehendes ist.

    Die EnEv Vorgaben wird man dann aber wohl nur erfüllen, wenn man selbsterzeugten PV Strom mit einbezieht, wegen Primärenergiefaktor Strom: 2,7 (den eine Wärmepumpe durch ihre JAZ von z.B. 3,5 oder besser entsprechend kompensiert).
     
  6. #5 wasweissich, 3. März 2012
    wasweissich

    wasweissich Gast

    das ist ja klasse :bounce:

    im sommer macht man sich den heizstrom , packt den in den keller , verheizt den dann im winter .....

    dann brauchen wir die kraftwerke wirklich nicht :yikes


    :D
     
  7. Ruppi

    Ruppi

    Dabei seit:
    15. Februar 2010
    Beiträge:
    514
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Musiker
    Ort:
    München
    Klar, das große ungelöste Problem ist die Speicherung der Energie...

    Aber so funktionert die Verrechnung lt. EnEv ja nicht, sondern es wird eine Monatsbilanzierung gemacht und der Eigenanteil/Eigenverbrauch darf dann verrechnet werden. Der Rest ist Überschusseinspesung.
     
  8. Matze250

    Matze250

    Dabei seit:
    26. Februar 2012
    Beiträge:
    9
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    architekt
    Ort:
    Düren
    Bisher keine Antwort auf meine Frage!
     
  9. Julius

    Julius

    Dabei seit:
    25. März 2004
    Beiträge:
    23.213
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Kabelaffe
    Ort:
    Franken
    Benutzertitelzusatz:
    Werbung hier erfolgt gegen meinen Willen!
    Bist Du da gaaaaaaaaaaaaaaaanz sicher???
     
  10. Matze250

    Matze250

    Dabei seit:
    26. Februar 2012
    Beiträge:
    9
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    architekt
    Ort:
    Düren
    Ich habe mich in meiner Ausgangsfrage auch etwas unglücklich ausgedrückt und in meine Fragen den "Haushaltsstrom" mit eingebunden. Der hat natürlich mit der ENEV nichts zu tun.

    Gruß

    Matthias
     
  11. Matze250

    Matze250

    Dabei seit:
    26. Februar 2012
    Beiträge:
    9
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    architekt
    Ort:
    Düren
    Ich habe jetzt mal eine Monatsbilanzierung durchgeführt.
    Für die Heizperiode ergibt sich ein nutzbarer Gewinn aus der Photovoltaik von 884 kWh.
    Der Heizwärmebedarf für diese Zeit beträgt 2914 kWh. Damit errechnet sich dann ein prozentualer Anteil von (884:2914 = 0,303) 30,3 % für die Abdeckung der Heizwärme aus Solarstrom.
    Für die Warmwasserbereitung ergibt sich noch ein Solarstromanteil von 235 kWh.
     
  12. Anzeige

    Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  13. Ruppi

    Ruppi

    Dabei seit:
    15. Februar 2010
    Beiträge:
    514
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Musiker
    Ort:
    München
    An sich schon, denn so steht es ja im Gesetz.
    Es ist sogar nun rechnerisch möglich, durch eine rein solare Energieversorgung nach EnEV ein Gebäude ohne Primärenergiebedarf nachzuweisen.
     
  14. Ruppi

    Ruppi

    Dabei seit:
    15. Februar 2010
    Beiträge:
    514
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Musiker
    Ort:
    München
    Ohne Gewähr, aber das könnte hinkommen, denn einen ähnlichen PV Anteil Anteil hat auch mein Energieberater für mein Haus errechnet. Bei uns ging auch etwa ein Drittel verbrauchsmindernd in die EneV Berechnung ein.
     
Thema:

ENEV und Solarstrom

Die Seite wird geladen...

ENEV und Solarstrom - Ähnliche Themen

  1. Anrechnung Kaminofen (Holzbefeuert EnEV 2014)

    Anrechnung Kaminofen (Holzbefeuert EnEV 2014): Hallo, wir stehen grade vor der Entscheidung der Heizanlagen, Luft-Wasser-Wärmepumpen sind mir aus einigen Gründen unsympatisch, von daher...
  2. Solaranlage vorgeschrieben nach ENEV ?

    Solaranlage vorgeschrieben nach ENEV ?: Hallo, wir bauen mit OKAL und planen eine 10 kwp PV-Anlage mit 4,6 kWh Stromspeicher zu verbauen. Nun haben wir das Problem das OKAL uns...
  3. ENEV hier oder Aussage Dachdecker da

    ENEV hier oder Aussage Dachdecker da: Moinsen, ich habe mal eine Frage gg. Ich habe mir vor 2 1/2 Jahren ein Haus gekauft und möchte nun gerne das Dach komplett neu eindecken...
  4. EnEV bei Anbau

    EnEV bei Anbau: Hallo, ich habe mich zwar schon im Internet erkundigt, aber keine eindeutige Antwort gefunden :( Ich möchte an ein EFH(110m², BJ 1953) einen...
  5. Verständnissfragen zur EnEV und effektiven Heizkosten

    Verständnissfragen zur EnEV und effektiven Heizkosten: Hallo zusammen, nachdem wir neulich mit einem befreundeten Paar über Heizkosten gesprochen haben hätte ich ein paar Fragen. Bei einem Neubau...