Erdung im "Altbau"

Diskutiere Erdung im "Altbau" im Elektro 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, bei unserer Baustelle steht bald endlich die Elektroinstallation an. Ein früherer Klassenkamerad wäre bereit die fachliche "Aufsicht /...

  1. #1 Maidörfer, 30.03.2006
    Maidörfer

    Maidörfer Gast

    Hallo,

    bei unserer Baustelle steht bald endlich die Elektroinstallation an. Ein früherer Klassenkamerad wäre bereit die fachliche "Aufsicht / Abnahme" zu machen (Meisterbetrieb).

    Nun wollte ich nur kurz fragen, welche Möglichkeiten wir haben, eine Erdung vorzubereiten. Der Keller des Hauses ist mit Bruchstein gemauert und der Boden wurde offenbar nachträglich mit Beton gegossen. Der Klassenkamerad hat bereits gemeint, man müßte ein Loch bohren.

    Mein Frage wäre nun, ob wir nicht z.B. den ehemaligen Brunnen (möchte ich später wieder in Betrieb nehmen*) für ein "Staberder" oder wie das heißt verwenden können.

    Falls man wirklich neu bohren muss, wieviel kostet so was etwa?

    Gibt es evtl. auch Alternativen. Früher hat man doch meines Wissens die Wasserrohre verwendet. Das Haus ist übrigens 83 Jahre jung und die Elektroinstallation wurde nachträglich vorgenommen (ist ca. 60-70 Jahre her).

    Vielen Dank bereits im voraus für Eure Tipps.

    Gruß

    Maidörfer

    P.S. Tipps für den Brunnen nehme ich auch gerne an. Vor 25 Jahren hat er bei einem "Pump-Versuch" noch ein Mischung aus Schlamm und etwas Wasser gefördert. Der Brunnen hat einen tiefen Schacht. Sobald das "Baugerümpel" über dem Schacht weg ist, will ich mal die Tiefe messen. Meiner Erinnerung nach sind es ca. 8 Meter (vor 25 Jahren war ich erst 10 Jahre alt).
     
  2. #2 C. Schwarze, 30.03.2006
    C. Schwarze

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    Man bohrt nicht durch den Kellerboden! seien Sie froh das der Keller trocken ist.

    Man geht durch die Wand und setzt von außen einen Staberder
     
  3. #3 numerobis1, 30.03.2006
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    und vorher überlegen, ob man für den Blitzschutz nicht so wie so was braucht...

    wenn, dann Fachfirma vorher fragen...
     
  4. #4 Maidörfer, 31.03.2006
    Maidörfer

    Maidörfer Gast

    Drausen bohren

    Danke für die Antworten.

    Drausen bohren klingt schon mal gut. Wie tief (ca.) wird da gebohrt und was kostet sowas ca. mit Staberder (100 EUR, 500 EUR, 1000 EUR)?

    Gruß

    Maidörfer

    P.S. Blitzschutz haben wir fast. Vor dem Haus steht eine Zeder, die größter als das Haus ist und fast die Hochspannung berührt (laut Energieversorger aber noch ok?!).
     
  5. RolSim

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    Also, erstmal wird der Staberder nicht gebohrt sondern im Normalfall
    eingeschlagen und zum 2. richtet sich die Länge des Erders nach dem
    benötigten Ausbreitungswiderstand.

    Und ganz wichtig !!! Vor dem einschlagen prüfen was sich darunter im
    Erdreich befindet. Nicht das du eine Ölader findest :shades
     
  6. #6 Maidörfer, 02.04.2006
    Maidörfer

    Maidörfer Gast

    Ölader

    Hallo RolSim,

    wenn wir auf Öl stoßen, werden wir natürlich eine Öl-Heizung kaufen und auf Diesel-PKW umsteigen.

    Aber Spaß bei Seite. Kann man hier einen Preis pro Meter und eine "Standardtiefe" annehmen oder sind die Preise/Kosten für einen Staberder völlig unterschiedlich?

    Gruß

    Maidörfer

    P.S. Unser Brunnen hat offenbar bei ca. 7,5 m Wasser mit Sand (meine Taschenlampe ist baden gegangen aber ich habe nichts gesehen). Wie kann man nun feststellen, was für eine Pumpe man braucht? Der Pumpenschacht ist ca. 2 m tief. danach kommt ein rundes "Loch" das ca. einen Durchmesser von ca. 20 cm hat.
     
  7. #7 C. Schwarze, 02.04.2006
    C. Schwarze

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    Naja, zum trinken war das Wasser wohl nicht vorgesehen, besonders jetzt wo die Batterien der Taschenlampe wohl unwiederbringlich in den Brunnen gefallen sind.
    Ansonsten haben sich Kolbenpumpen bzw. Wasserknechte mit 150 L Boiler wartungsärmer und langlebiger gezeigt als Kreiselpumpen mit 15/20 Liter Boiler. Natürlich sind die etwas teurer.
    Produkte zum anschauen gibts da http://www.steffens-pumpen.de/
    Die sind auch fit.
     
  8. Helmut

    Helmut

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    verschwundene Taschenlampe

    mir fiel ein Rundeisen 18 mm Durchmesser und 55 cm Länge in den 30 m tiefen Brunnen.
    Mit einen Magneten aus einem alten Floppy Laufwerk konnte ich dieses Eisen erstaunlicherweise bergen. Es gibt superstarke Magneten ( z. in ebay), die so stark sind, das Verletzungsgefahr droht,

    Falls die Taschenlampe aus Metall ist, kann sie geborgen werden.

    Viel Erfolg

    mfg helmut
     
  9. #9 Maidörfer, 07.04.2006
    Maidörfer

    Maidörfer Gast

    Taschenlampe

    Danke für den Tipp mit den Pumpen.

    Übrigens keine Sorge wegen der Taschenlampe. Hatte sie natürlich festgebunden. Nur war sie kurz "Land unter" als ich die Tiefe sehen wollte. Die Taschenlampe ist im übrigen wasserdicht.

    Gruß

    Maidörfer
     
  10. gastxy

    gastxy Gast

    ich habe ein wesentlich älteres haus saniert / renoviert. geerdet wurde die neue elektoinstallation in abspache u einverständniss mit elektrmeister UND energieversorgungsunternehmen an einer alten, nicht mehr genutzten wasserleitung die an einer stelle im "kriechkeller" durch die bruchsteinwand kam.

    wenn bei dir so ne alte leitung vorhanden ist, bietet sich das doch förmlich an, oder?

    gruss
     
  11. #11 Maidörfer, 13.04.2006
    Maidörfer

    Maidörfer Gast

    Abflußrohr

    Kann ich evtl. auch das alte Gußeiserne Abflussrohr nehmen? Das geht in voller Länge durch den Keller (war offenbar früher nicht betoniert) und soll am Ende abgeschnitten werden.

    Gruß

    Maidörfer
     
  12. #12 GastHemmingen, 28.04.2006
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    GastHemmingen Gast

    Erdung

    Entscheidend für die Erdung ist der Erdungswiderstand. In jedem vernüftigen Elektrobetrieb ist ein Meßgerät vVorschrift, um den Erdungswiderstand zu messen. Je nach EVU gibt es Unterschiedliche Ohm-Werte die eingehalten werden müssen. Das hat mit unterschiedlichen Netzformen zu tun. TT-Netz, TNC- oder TN-C-S-Netz. Das ist das speisende Netz der Stadtwerke oder des EVU.

    Und die sagen einem meist, welchem Erdungswiderstand man an seiner PAS- Potential Ausgleichs Schiene erreichen muß. Der Wert kann sich noch weiter verringern, wenn der Blitzschutz mit der PAS verbunden werden soll / muss.

    Den Baum würde ich dazu sicher nicht verwenden und auf dessen wirksamkeit bauen. :-)

    Und da der Erdungswiderstand von den Bodenbeschaffenheiten abhängig ist, kann es sein das ein sehr langer Erdungstab geschlagen werden muss.

    Und das kostet leider. Normalerweise rechnert man ca. 30€ pro geschlagenen Meter inkl. Messung und Abnahme.


    Nur so als Hinweis. Auf einer Baustelle in der Lüneburger Heide (Sandboden) haben wir man einen Erder mit 47m Länge in den Boden gerammt (maschinell) bis wir den Widerstand kleiner 4 Ohm erreicht hatten.
     
  13. H.PF

    H.PF

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    Kann man nicht einfach den Brunnen als Erdung nehmen? Bei so viel Wasser sollte eigendlich der Widerstand gering genug sein.


    Gruß Holger
     
  14. #14 GastHemmingen, 29.04.2006
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    GastHemmingen Gast

    Brunnen als Erdung

    Vom theoretischen Ansatz könnte man sich den Brunnen nehmen. Jedoch treten hierbei Schwankungen des Erdungswiderstandes auf. Viel Wasser kleiner Widerstand und umgekehrt. Es ist jedoch sicherzustellen, das man unabhängig von der Wetterlage bzw. Wasserstand immer den maxmal zulässigen Wert nicht überschreitet.

    Deshalb wurden bei dem von mir gemachten Beispiel im Sommer die Erdung nachgemessen. Im Winter hatten wir durch die hohe Feuchtigkeit im Boden den Wert schon nach 12m erreicht.
     
  15. #15 peterpan19, 03.05.2019
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    Hallo Community,

    ich schließe mich hier mal an. Ich benötige im Haus lt. Elektriker von Westnetz einen neuen Potetialausgleich im Zuge einer PV Anlage. Ich solle diesen in den Boden bohren, Das werde ich aber nicht machen, denn wie C. Schwarze schrieb:
    Sehe ich genauso. Bei uns ist auch der vorhandene Potentialausgleich an einem Wasserrohr aus Eisen, was natürlich noch in Betrieb ist, Netzform ist TN-S.
    Muss ich da lt. aktuellen Vorschriften überhaupt einen anderen Potentialausgleich schaffen? Und selbst wenn ich noch einen Tiefenerder setzen muss, wie lang sollte der sein? Reichen da 1,5 Meter? Kann man das so pauschal sagen, oder geht das jetzt wieder in Richtung Erdungswiderstand ausmessen etc.? Immerhin hat das vorhandene System die letzten fast 40 Jahre problemlos funktioniert.
    Danke!
    Gruß
     
  16. #16 jodler2014, 03.05.2019
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    Geht so !
     
  17. #17 Dipol, 03.05.2019
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 08.05.2019
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    Räusper!

    Ein kompletter Schutzpotenzialausgleich nach längst abgelöster DIN VDE 0190 ist schon etwas länger als erst nach der Installallation der PV-Anlage gefordert. In Relation zur Zeitspanne in der es Elektrizität gibt, ist die Verzögerung seit 1990 objektiv ein "Muckenschiss". ;)
    [...]
    Ob der Einbau eines Tiefenerders durch den Kellerboden, wo er bei gleicher Länge gewöhnlich erdfühliger ist, oder ob er außen zweckmäßiger ist, kann man nicht pauschalieren. Wie hoch ist denn dein Grundwasserspiegel?

    Noch ein Hinweis:
    Kurz darauf, wurden in DIN VDE 0100-540 VDE 0100-540:2007-06 Erder in Wasser untersagt.
    Siehe Änderungsmitteilungen Punkt g): "Ein Erder darf nicht direkt in Wasser errichtet werden".

    [Beitrag editiert]
     
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