Erdung Satschüssel berührt die Dämmwolle, schlimm?

Diskutiere Erdung Satschüssel berührt die Dämmwolle, schlimm? im Elektro 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, habe gestern auf dem Dachboden gesehen das die Elektriker die Erdung der Satschüssel an dem Sparrenhalter für die Schüssel gemacht...

  1. #1 Matzur007, 28.10.2012
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    Hallo,

    habe gestern auf dem Dachboden gesehen das die Elektriker die Erdung der Satschüssel an dem Sparrenhalter für die Schüssel gemacht haben, soweit OK denke ich mal, ABER:

    Da ist ja alles voll mit Dämmwollte für den Dachboden, wenn der Blitz mal in die Schüssel geht und geerdet wird, kann dann die Dämmwollte nicht anfangen zu brennen?

    Sorry, aber bin Elektro-Laie auf höchstem Niveau...

    Danke für HILFE
     
  2. R.B.

    R.B.

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    Kein Problem.

    Abgesehen davon handelt es sich hier nicht um eine Blitzschutzerdung sondern einen Potenzialausgleich. Blitzschutz wäre außen am Gebäude anzubringen.

    Gruß
    Ralf
     
  3. #3 Ralf Dühlmeyer, 29.10.2012
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    Das kommt schon mal drauf an, aus was die Dämmung ist und wie sie behandelt ist.
    Aber selbst wenn sie aus brennbaren Stoffen ist, aus was sind Deine Latten, Deine Sparren? Alles Stahl (auch der brennt :p).
    Ich denke, die Brandgefahr, die von den über das Antennenkabel angebundenen Geräten ausgeht, ist um Faktor X höher.

    Blitzschutz (siehe R.B.) hat nix mit Erdung/Potentialausgleich zu tun. Blitzschutz wird so angebrahct, dass die Energie ausserhalb des Hauses ins Erdreich abgeführt wird.
    Die Verbindung zwischen Blitzschutz und Potentialausgleich erfolgt erst nach der Erdableitung des Blitzschutzes.
     
  4. Dipol

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    Hier wurde zwischen Blitzschutz und Blitzschutzanlage (LPS) nicht differenziert!

    Ein blitzstrombelasteter Erdleiter einer Antenne ist keinesfalls ungefährlicher als der Erdleiter einer Blitzschutzanlage, zumal er auch stärker erhitzt werden kann. Daher ist auch ein 16 mm² Ci-Erdleiter möglichst außen und ohne gefährliche Näherungen zu Personen und Leitungen zu verlegen und darf nicht wie ein Potenzialausgleichsleiter mit 2,5 mm² Cu (geschützt) bzw. 4 mm² Cu (ungeschützt) behandelt werden. Siehe PDF Kleiske zur VDE 0855.

    Gebetsmühle an für die vereinfachte Trennungsabstand-Faustformel für Blitzschutzklasse 3 nach DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3):

    Trennungsabstand s = Länge des Erdleiters [m] ab Potenzialausgleichsebene (= Fundament-/Ringerder bzw. HES) bis zum Referenzpunkt * 0,04 in Luft oder 0,08 bei festen Stoffen

    Ob erdungspflichtige Antennen gemäß DIN EN 60728-11 (VDE 0855-1) und DIN EN 62305 (VDE 0185-305) möglichst mit einer getrennten Fangstange oder noch regelkonform suboptimal konventionell direkt geerdet sind: Mit oder ohne Gebäude-Blitzschutzanlage sind beide Schutzarten als Blitzschutz bzw. Blitzschutzerdungen einzustufen.

    Ich drehe es mal rum: Erdung und Potenzialausgleich hat sehr wohl etwas mit Blitzschutz zu tun! Siehe vor: Mit Blitzschutzanlage aber nur wenn auch eine vorhanden ist und die Antennenerdung darin integriert werden muss.

    Die Trennung bis zur Erdungsebene ist wünschenswert, aber nicht immer realisierbar. Immer dann wenn mangels ausreichender Trennungsabstände ein optimaler isolierter Blitzschutz (jetzt ohne -anlage!) für eine Fotovoltaikanlage oder erdungspflichtige Haushaltsantenne nicht möglich ist und gebrückt werden muss, trifft das nicht mehr zu! Nach DIN EN 0185-300 für professionelle Funksende-/Empfangsantennen gilt ohnehin ein völlig anderes Schutzkonzept mit regelmäßiger Vermaschung.

    Mit den Begriffen geht es leider auch in den verschiedenen Normen etwas hin und her. Aber nicht erst seitdem die für Antennenerdung zuständige DIN EN 60728-11 (VDE 0855-1) seitenlang auf die Blitzschutznorm DIN EN 62305 (VDE 0185-305) verweist, sind Blitzschutz, Erdung und Potenzialausgleich Begriffe die untrennbar zusammen gehören. Der schleifenfreie PA ist in Bild 14 der DIN EN 60728-11 (VDE 0855-1), bei DEHN oder Kleiske nachzusehen, die PA-Querschnitte bei Direkterdung an eine Blitzschutzanlage (Bilder 13 und 16) sind im IEC-Draft bereits geändert.
    Auf die bevorstehenden IEC-/DIN-EN-/VDE-Änderungen bei Direkterdung von Haushaltsantennen an eine Blitzschutzanlage gemäß dem letzten Draft zur IEC 60728-11 werde ich nach der nächsten Sitzung der zuständigen DKE-Kommission eingehen.

    FAZIT: Die Antennenerdung ist untrennbarer Bestandteil des äußeren Blitzschutzes, der PA der Kabel und Komponenten Bestandteil des inneren Blitzschutzschutzes. Und m. E. wird die Antennenerdung eines Tages komplett in der Blitzschutznorm DIN EN 62305 (VDE 0185-305) aufgehen.
     
  5. Dipol

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    EDIT: Bei der Normenbezeichnung ist mir ein Lapsus unterlaufen, es muss natürlich DIN VDE 0855-300 heißen.
     
  6. #6 LegoYtong, 01.11.2012
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    Es gibt Fälle, wo das Erdungskabel von der Wand weggeschmettert wurde, als der Blitz voll eingeschlagen hatte.
    16 mm2-Kupfer lag im Rohr/Unter Putz.
    Da ist zu viel Power drauf.

    Auf der anderen Seite gehört der Antennenmast generell geerdet. Mir wurde ein Fall berichtet, als ein Kind starb, nach Berührung des Antennenmast im Dachbodenbereich.

    Ursache: Defekte Nym-Steckdosenzuleitung durch Marderverbiss. 230Volt Spannung lag am Masten an -
    Kind berührt Mast - tot.

    Erkenntnis: Elektriker hatte vergessen die Erde anzuschliesen; das Kabel lag 3 Meter in der Ecke.
     
  7. #7 Baumaxe24, 07.11.2012
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    Wie soll denn aber an einer SAT-Schüssel 230 Volt anliegen - Sicher nicht durch die Koax-Kabel.
    Und der Antennenmast im Dachboden war sicher keine normale Antenne, was hat eine 230 Volt Leitung an einem Antennenmast verloren?
     
  8. R.B.

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    z.B. zur Versorgung von Verstärkern o.ä. die am Mast angeschraubt werden. Im obigen Fall ging es aber eher darum, dass eine Steckdosenzuleitung ungünstig am Mast/in Mastnähe verlegt wurde.

    Gruß
    Ralf
     
  9. Dipol

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    Rückspannungen in der Größenordnung der halben Netzspannung über das Antennennetz sind völlig normal. Wenn ein Entstörkondensator leck ist kann bei den üblichen groben Erdungs- und PA-Fahrlässigkeiten auch die volle Netzspannung verschleppt werden.
     
  10. vokono

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    Hallo Matzur 007,
    die Wahrscheinlichkeit ,daß der Blitz genau in deine Sat -Anlage einschlägt ist 1:100000 oder noch höher.Viel wichtiger ist es,eine optimal abgestimmte Überspannungseinrichtung in der Elektro-Anlage verbaut zu haben. Imho ,wenn der Blitz einschlägt ist das Dach sowieso reparaturwürdig,in welchem Umfang auch immer.
    Lege mal ein Stück Steinwolle ins Feuer.Die brennt absolut nicht.
    Bei einem Blitzeinschlag enstehen Temperaturen von mehreren Tausend Grad.Und da brennt fast Alles!
    Viele Grüße
     
  11. Dipol

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    Blitzstrom- und Überspannungsableiter an den Energie- und Telekommunkationskabeln sind sinnvoll und werden wegen tendenziell zunehmender Blitzereignisse auch immer wichtiger. Deswegen darf man aber weder die Antennenerdung noch den Potenzialausgleich unterlassen. :mauer

    Der Threadersteller hat aber nicht nach der Blitztemperatur gefragt, sondern ob die Erwärmung eines Erdleiters für die Isolierung problematisch ist. Ein äußerst seltener Volltreffer mit 200 kA Stromstärke erwärmt einen 16 mm² Cu nur um 309K und einen 50 mm² Stahldraht um 211K.

    Erwärmung von Erdleitern.jpg

    Siehe auch DIN EN 62305-1 (VDE 0185-305-1) Tabelle D.3, Kleiske PDF zur VDE 0855 und DEHN Blitzplaner Tabelle 2.5.1. Auf Seite 22 des Blitzplaners steht außerdem:

    Bei der Verlegung blitzstrombelasteter Erdleiter ist die Vermeidung gefährlicher Näherungen durch Einhaltung normgerechter Trennungsabstände vordringlicher.
     
  12. vokono

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    @Dipol
    wenn das mit der Unterlassung des Potentialausgleiches in meine Richtung ging:
    Habe ich nicht erwähnt in meinem Beitrag.
    Weil eben eine Überspannungseinrichtung ohne fachgerecht ausgeführten Potentialausgleich gar nicht wirksam ist.
    Viele Grüße
     
  13. vokono

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    @dipol die zweite
    dem Themenersteller nützt es nichts wenn hier mit Tabellen und elektrotechnischen Fachbegriffen "rumgeiert" wird.Denn wie er ja auch erwähnt,ist er elektrotechnisch ein Laie.
    Ich habe ja nur kurz in ein paar Sätzen versucht ,das Problem zu erläutern.
    Man sollte mal damit aufhören in sämtlichen Foren ,in diesem speziellen Fall,mit Fachwissen umherzuballern,was vielleicht gar nicht vorhanden ist,sondern nur von irgenwelcher Fachliteratur hervorgeholt wird.
    :sleeping
     
  14. Dipol

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    Der Versuch ist löblich, hat aber in diesem Fall eindeutig das Thema verfehlt.

    Danke! Ich nehme auch als Herabsetzung misslungene Komplimente an. Solltest du mehr Qualifikationsnachweise und Diplome als ich zu bieten haben, neige ich mein Haupt in Ehrfurcht.

    So lange aber noch so viele EFK, Fernsehtechiker und IT-ler das teure VDE-Auswahlabo durch haarsträubend normwidrige Mythen ersetzen, werde ich auch weiterhin in "sämtlichen Foren" nicht aufhören das auf meine alten Tage durch Aufklärung zu bessern und weiterhin mit Fachwissen "umherzuballern".

    Normresistente User müssen aber noch etwas Geduld haben bis ich mich ganz aufs Altenteil zurück ziehe.
     
  15. vokono

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    Hallo,
    die Frage von Matzur 007 :Kann die Dämmwolle nicht anfangen zu brennen?
    Bei einem Blitzeinschlag können Temperaturen bis zu 30000°C auftreten.Wenn die Dämmwolle nicht brennt,brennt u.U., was leichter entzündlich ist.
    Aber wie von mir erwähnt: Die Wahrscheinlichkeit eines direkten Treffers ist minimal,selbst mit Fangstange.
    Übrigens:Habe oft Gutachten von Fachleuten mit Diplom zur Beurteilung vorliegen.
    Man ist dann schon oft erstaunt,was da nach örtlicher Überprüfung/Messung/Beurteilung von uns festgestellt wird.
    Viele Grüße
     
  16. Dipol

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    Leseschwäche ist nicht durch das Talent zu dubiosen Abschreib-Unterstellungen kompensierbar:

     
  17. vokono

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    Oh ,Mann
    die Fragestellung deutet doch eher darauf hin,daß Matzur007 sich Sorgen macht wegen der Brandgefahr bezüglich der "Dämmwolle".
    Man sollte schon die Gabe haben ,zwischen den Zeilen lesen zu können!
    Es sei denn er hat mit Wolle gedämmt:winken.
    @Matzur 007
    Passt schon,Alles Gut
     
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