Erdwärmebohrung, Ringraumverpressung nicht bis oben hin

Diskutiere Erdwärmebohrung, Ringraumverpressung nicht bis oben hin im Regenerative Energien Forum im Bereich Haustechnik; Guten Tag! Info vorweg: - Bohrung (138m) wurde im Januar erstellt, ich hatte Urlaub und war selbst anwesend. - Vrepresst wurde, es ging mehr...

  1. martj

    martj

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    Guten Tag!

    Info vorweg:
    - Bohrung (138m) wurde im Januar erstellt, ich hatte Urlaub und war selbst anwesend.
    - Vrepresst wurde, es ging mehr Material herein als errechnet (Bohrfirma hatte genügeng Reservematerial dabei wovon auch noch einiges übrig blieb).
    - der Graben (ca 3m lang) zum Haus mache ich in Eigenleistung, die Rohre von der Bohrung an verlegt mein Heizungsbauer.
    - Am Graben bin ich jetzt dran, er ist bei der Bohrung ca 1,5m tief

    Mein Problem:
    - die Rohre welche in die Tiefe gehen sind nicht von der Ringraumverpressung ummantelt.
    - habe einen Zollstock zwischen den Rohren nach unten schieben können, ab 1,5m Tiefe (von Oberkante aus 3m) stoße ich auf Wasser. ansonsten kein Wiederstand (hatte gerade nicht längeres da wie der Zollstock).

    Meine Fragen:
    - ist es normal das dieses Betonit absackt?
    - Muss die Bohrung bis oben hin aufgefüllt werden?
    - wenn ja mit Verpressung oder reicht Sand (in den Unterlagen der Bohrfirma steht: ".....Hohlräume
    und Kluftzonen werden ggsf mit Sand verfüllt...."?
    - Welche Probleme u. Gefahren seht ihr auf mich zu kommen?

    Schlussbemerkung:
    - Die Bohrfirma selbst hat mir gut gefallen, Werkzeuige und Material sowie Personal hinterließen einen guten Eindruck bei mir.
    - Ich möchte mich erst einmal informieren über die Sachlage bevor ich mit Bauaufsicht und Heizungsbauer spreche, in der Suche fand ich nichts, vielleicht weis wer von Euch wo es steht.


    Mit freundlichen Grüßen,

    Martin


    Ps: Vielleicht bin ich mal wieder zu pingelig....das wirft mir soweit jeder auf der Baustelle vor :-)
     
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  3. #2 gunther1948, 10. Mai 2012
    gunther1948

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    hallo
    der spiegel der verfüllung kann/wird fast immer absinken. da wird dann nachverfüllt.
    siehe den link.

    gruss aus de pfalz
     
  4. martj

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    Hallo Günther,

    Danke für die Antwort, jetzt bin ich um einiges beruhigt. Jedoch habe ich eben einen gut 5m-langen Draht komplett einschieben können, also um die 7m oder mehr würden schon fehlen.

    Gruß,

    Martin
     
  5. #4 peterk61, 10. Mai 2012
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    Hallo Martin!

    So ganz auf die leichte Schulter würde ich die Angelegenheit nicht nehmen. In Abhängigkeit von der Geologie kann bei 7 m offenem Bohrloch schon etwas passieren. Da aber inzwischen 5 Monate vergangen sind und keine Schäden auftraten sieht es im Moment nicht so schlecht aus. Das Wasser in der Bohrung steht ist eher gut. Schäden entstehen oft, wenn es zu einer Grundwasserabsenkung im oberen Grundwasserleiter kommt, weil das Grundwasser durch die offene Bohrung eine Grundwasserstockwerk tiefer läuft. Aber Ferndiagnosen sind in so einem Fall sehr spekulativ.

    Deshalb meine Empfehlung:

    • Fachmann einschalten, der sich vor Ort mit der Geologie auskennt und die Gefahren beurteilen kann.
    • Das Bohrloch wird nicht lange Zeit stabil stehen bleiben. Du solltest die Bohrfirma die Bohrung schnellstmöglich mit Zement-Bentonit-Suspension verschließen lassen. Tiefe des offenen Bohrloches vorher ausloten, damit ein Soll/Ist-Vergleich der verbrauchten Suspension möglich ist. Eventuell Kamerabefahrung vor dem Verschliessen um Zustand Bohrloch zu kontrollieren.

    Wenn Wasser in der Bohrung steht muss die Bohrung von unten her verschlossen werden, damit sich die Suspension nicht im Wasser entmischt!

    Viele Grüße aus Baden-Württemberg
     
  6. martj

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    Hallo Peter,

    danke für Deine Antwort!
    Meine Sorge ist da eher, das die teure Bohrung nicht die Leistung hat welche sie haben soll.....auch wenn sie eher großzügig bemessen ist.

    Habe heute meinen Heizungsbauer angerufen (über den lief die Bohrung), warte noch auf Rückruf.
    Mir stellt sich die Frage ob das verfüllen von unten möglich ist, ich habe nur den Draht soweit herunter bekommen.


    Zum Grundwasser:

    Da wo mein Haus steht ist es sehr trocken im Boden, habe auch den leichtesten Lastenfall Wasser was die Kellerisolierung etc angeht.
    Der Bohrgeräteführer meinte es wäre bei mir, was die Gesamtumstände angeht, eine einfache Bohrung.

    Hier Aus der Abschlussdokumentation von Baugrund Süd die obersten Schichten:
    - Bis 4m Verwitterungsdecke Schluff Tongraubraun, feinkiesig, sandig;
    - bis 8m Devon Tonstein - Ton, olivgrau - braun, sandig,
    - bis 25m Devon, Tonstein sandig
    - Grundwasser m unter Ansetzpunkt: 34m nach Bohrende
    (Die haben wirklich je Meter eine Probe entnommen)


    Mit freundlichen Grüßen,

    Martin
     
  7. #6 peterk61, 11. Mai 2012
    peterk61

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    Hallo Martin!

    Die von Dir beschriebene Geologie sieht ganz positiv aus, so dass keine Schäden wegen Grundwasserabsenkung zu befürchten sind.

    Baugrund Süd kenne ich, die verstehen ihr Handwerk. Die Qualität hängt in erster Linie vom Bohrmeister ab. Das ist eine eher exotische Ausbildung und bei dem derzeitigen Boom bei Erdwärmebohrungen frage ich mich wo auf einmal die ganzen Bohrmeister herkommen.

    Trotzdem solltest Du auf eine ordentliche Verpressung der Bohrung bestehen. Wenn Dein Heizungsbauer nicht mitzieht hilft vielleicht auch eine Drohung mit der Unteren Wasserbehörde.

    Beim Verpressen sollte ein Schlauch auf den Boden der Bohrung geführt werden und die Bohrung durch den Schlauch von unten her verfüllt werden.

    Bei einer Tiefe der Bohrung von 138 m solltest Du Dir um die Bemessung der Bohrung keine Sorgen machen, da noch genügend ordentlich Strecke verfüllt sein dürfte.

    Viele Grüße
     
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  9. martj

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    Hallo Peter,

    die Frage ist jetzt noch, ob man da überhaupt einen Schlauch rein bekommt bis unten hin. Bis ca 2m wird das gehen aber sicher nicht weiter.
    Da das Betonit schwerer ist als Wasser müßte es doch nach unten durch sacken und das Wasser, welches in der Bohrung steht kommt hoch, da leichter. Was wäre denn das Proplem dabei?

    Mit freundlichen Grüßen,

    Martin
     
  10. #8 peterk61, 20. Mai 2012
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    Hallo Martin!

    Der Schlauch muss soweit möglich nach unten geführt werden.

    Es wird ein Zement-Bentonit-Gemisch verpresst. Sinn des Verfahrens ist, dass sich der Bentonit und der Zement nicht entmischen, wenn sie durch die Wassersäule nach unten schweben. Die Absinkgeschwindigkeit ist abhängig von der Korngröße. Bei hoher Wassersäule sedimentiert sich zuerst die gröbere Fraktion ab und dann folgt die feinere Fraktion. Außerdem verdrängt die unten in die Bohrung eingepresste Zement-Bentonit-Suspension das Wasser aus der Bohrung.

    Gruß

    Peter
     
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