Erstrebenswerter U-Wert

Diskutiere Erstrebenswerter U-Wert im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Hallo, ich habe am Wochenende in einem Vortrag gehört, daß ab einem U-Wert von ca 0,2 sehr viel Dämmung mehr notwendig wird, um noch effektiv...

  1. Didl

    Didl

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    Hallo,

    ich habe am Wochenende in einem Vortrag gehört, daß ab einem U-Wert von ca 0,2 sehr viel Dämmung mehr notwendig wird, um noch effektiv Wärmeverlust zu verhindern. Stimmt das?

    Für mich heißt das, daß ein U-Wert von 0,2 erstrebenswert ist, alles was besser wird relativ viel Geld kostet bei relativ wenig nutzen! Stimmt das so oder habe ich das falsch verstanden oder habe ich einen Dankfehler?

    Dank und Gruß
    Didl
     
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  3. Julius

    Julius

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    Daß der Zusammenhang nicht linear ist, trifft zu.
    Die Kosten steigen ab einem gewissen Punkt weit überproportional.
    Jede Rentabilitätsrechnung ist da aber unsicher, weil die zukünftigen Preise der Heizenergieträger unbekannt sind.

    Auch muß man sehen, daß die Verluste über die Außenwände nur ein Punkt unter vielen sind.
    Was nutzt es, einen sowieso schon ziemlich guten Wert eines einzelnen Punktes weiter zu verbessern, wenn andere im Argen liegen.
    Bei modernen Gebäuden kommt man schnell an den Punkt, wo der größte Teil des Wärmeverlustes über den Luftaustausch stattfindet. Da ist denn ne KWL mit WRG viel sinnvoller, als Wände oder Fenster noch höher dämmend auszuführen.
    Einen erheblich bessseren Wohnkomfort bekommt man damit außerdem als Nebeneffekt.
     
  4. R.B.

    R.B.

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    Man sollte auch den gesamten Wandaufbau betrachten. Bei einer PB Wand ist es relativ einfach unter die 0,2 zu kommen. Mit einer 17,5er KS sieht das schon ganz anders aus. Da werden schon ordentliche Dämmstärken notwendig.
    Das kostet Geld (Material) und bei nachträglicher Aufrüstung ist auch der Aufwand nicht unerheblich, wenn beispielsweise Fenster, Dachüberstand etc. angepaßt werden müssen.

    Bewegt man sich beim U-Wert im Bereich um 0,2 dann sollte man auch darüber nachdenken, welchen Vorteil eine Verbessung um 1,2,3 oder 4 Hundertstel noch bringt, und welcher Kostenaufwand dem entgegen steht.

    Gruß
    Ralf
     
  5. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    Sorry, aber diese Aussage...

    ... kann eigentlich nur von Betonköpfen und Ewiggestrigen stammen. Beweisen uns doch nu tagtäglich die Holzbauer, wie man ohne größeren aufwand zu vernünftigen Werten kommt. Aber wer schon seine Dachstühle wie seit Kaisers Zeiten baut, der hat leider die Entwicklung verpaßt und versucht jetzt durch rechnerische Tricksereien seine Bude schön zu rechnen. Oder durch son Kappes zu vertuschen, daß man nichts anderes kann.

    So, das mußte ich einfach loswerden...:offtopic:
     
  6. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    schnell Nachtrag schreib...

    ... bevor Teddybär mich haut:), meine Stellungnahme bezog sich auf die Ausgangsfrage...
     
  7. mls

    mls Bauexpertenforum

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    machen wir mal pi x daumen-akrobatik:
    ohne eine nichtdämmende, bspw. betonierte, wand zu berücksichtigen,
    benötigt man
    10cm dämmung für u=0,4
    20cm dämmung für u=0,2
    40cm dämmung für u=0,1
    der zusammenhang in einer x/y-grafik dargestellt, ist linear.

    wer´s nötig hat, daten zu verfälschen, wählt eine log-darstellung. is aber quatsch :D

    zu
    "Stimmt das so oder habe ich das falsch verstanden oder habe ich einen Dankfehler?"
    1. nein
    2. nein
    3. weiss ned .. was denkst du?
     
  8. #7 Ralf Dühlmeyer, 7. Oktober 2008
    Ralf Dühlmeyer

    Ralf Dühlmeyer

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    Fragt sich, was man will.
    Wer als Endziel eine WIRKLICH sparsame Beheizung über WP und/oder Lüftung mit WRG anstrebt, der kann 0,2 stumpf vergessen.
    Wenn ich nur billich die EnEV Mindestanforderungen erfüllen will - naja.

    Wer hat denn den Vortrag gehalten. Ein Mitglied der (Konrad) Fischer Chöre???
     
  9. Julius

    Julius

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    Die Antwort von mls ist eine sachlich richtige Themaverfehlung.

    Denn gefragt war nicht nach dem Zusammenhang zwischen Dämmstoffdicke und U-Wert.
    Sondern nach dem Kosten/Nutzen-Verhältnis!
    Und der Nutzen bemißt sich hier eben etwas anders. Die Kosten auch, gerade im Bereich extremer Dämmstoffdicken schlagen die angrenzenden Details zu Buche...
     
  10. Uwe!

    Uwe!

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    also linear ist bei mir was anderes:


    Hab jetzt Deine Werte ungeprüft übernommen!
     
  11. R.B.

    R.B.

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    Glück gehabt, denn wenn mein Elch zum Kung-Fu Elch wird, haste nichts zu lachen...:mega_lol:

    Gruß
    Ralf
     
  12. Didl

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    Den Vortrag hat ein Dipl. Ing. von Schlagmann gehalten
     
  13. Uwe!

    Uwe!

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    Schlagmann will seine T9 / T7 etc. verkaufen. Nicht das die Steine schlecht wären, aber damit wird es irgendwann wiklich unrentabel weiter den U-Wert zu verbessern. Sowohl mit Holzständer als auch WDVS sind relativ problemlos auch Werte unter 0,2 machbar.

    Trotzdem bleibt der Ausgangshinweis: Nicht nur auf das Mauerwerk schielen! Rest (Fenster, Dach, Türen, BoPla, Wärmebrücken allg.) müssen auch passen!
     
  14. Didl

    Didl

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    Daß nicht nur das Mauerwerk diese 0,2 haben muss ist mir klar. Die 0,2 kann/muss ich auf die Ganze Hülle (bis auf Fenster) beziehen.
    Ich habe das halt so verstanden, daß ab 0,2 der Wärmeverlust nicht wesenlich besser eingedämmt wird.
     
  15. Bauwahn

    Bauwahn

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    Nö, hyperbolisch.
    Nehmen wir doch lieber R (=1/U) und dicke Dicke, für's lineare
    Wobei U natürlich linear zum Wämeverlust wäre und R nicht.
     
  16. mls

    mls Bauexpertenforum

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    uwe .. :D

    ohne zu diskutieren, ob 0,2 gut oder schlecht sind, nehmen wir als basis e.
    quasi-nichtdämmende wand (beton oder ks1,8) mit 20cm wdvs -> u=0,2
    tuning auf u=0,15 (30cm wdvs) kostet rund 15,-/m2 mehr. und?

    nebeneffekte (fehlende leibungsdämmung, ungedämmte deckenränder) gibts gratis
    und oft unabhängig von der dämmung in der fläche (bei monolithischer bauweise)

    spiel ich den advocatus diaboli? ein bisschen ;)
    entscheidend ist, wie ein gebäude am ende funktioniert.

    vor 10 jahren war eine wand aus 10cm holz und 16cm holzweichfaser ziemlich gut ..
    und ziemlich teuer.
    u-wert ca. 0.25 .. also nach heutigem maszstab (?) vielleicht nicht soo gut.
    entscheidend: mit der baulichen qualität und der gewollten haustechnik liegt
    der realverbrauch bei (umgerechnet) unter 5 l öl/a/m2.
    das schafft noch lange nicht jede kfw40-bude und auch nicht jedes
    gefakte passivhaus.
     
  17. Bauwahn

    Bauwahn

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    Diesen Satz kann man mit JEDER Zahl machen und er bleibt immer gleich richtig oder falsch.
    Denn Tatsache ist, dass gegenüber einem Ausgangspunkt von, sagen wir, U = 1,5 wie vor 40 Jahren alles ab U < 0,75 nicht mehr soviel Energie einsparen kann wie der Unterschied zwischen 1,5 und 0,75 (jeweils W/m²K).
    Und so kann jeder die Grenze setzen wie er es für richtig oder nützlich hält.
    Die Grenze ist dann eben im Zweifelsfall die EnEV.
     
  18. Bauwahn

    Bauwahn

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    Nö, Markus, Denkfehler
    Dein Bild stimmt nicht mit der Berechnung überein.
    Das Lambda ist da nicht mehr konstant.
    0,1*0,4 = 0,04
    0,2*0,3 = 0,06
     
  19. Didl

    Didl

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    Fast richtig. Dabei brauchen wir nicht mal das Kosten/Nutzen Verhältniss nehmen, sondern das Verhältniss U-Wert/Energieverlust.

    Ist es so, das halber U-Wert = halber Energieverlust, also eine gerade im x/y Diagram oder ist es eine Kurve und U-Wert hat nicht direkt was mit dem Energieverlust zu tun?

    In dem Schlagmann´schen Diagramm war ein deutlicher Knick bei 0,2 und die Kurve war ab da fast parallel zu 0.
     
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  21. PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    Und was war auf den Achsen angetragen?
     
  22. Uwe!

    Uwe!

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    Hallo, mit den jetzt geänderten Werten wird's natürlich eine Gerade, nur stimmen die jetzt nicht mehr.
     
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