Estrichfugen überfliesen und welcher Verband ist möglich??

Diskutiere Estrichfugen überfliesen und welcher Verband ist möglich?? im Estrich und Bodenbeläge Forum im Bereich Neubau; Hi allerseits, wir sind gerade bei unserem EFH Neubau bei den Fliesenbelägen angelangt und ich hätte zwei Fragen dazu: Nachdem es ein sehr...

  1. ttoast

    ttoast

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    Hi allerseits,

    wir sind gerade bei unserem EFH Neubau bei den Fliesenbelägen angelangt und ich hätte zwei Fragen dazu:

    Nachdem es ein sehr langer Text ist hier eine Zusammenfassung:
    1.
    Können große rechteckige Fliesen 35x70 im Drittelverband auf Zementestrich mit Fußbodenheizung im Dünnbett problemlos verlegt werden? Nachdem unser Fliesenleger Bedenken hat - hätte er dass nicht schon bei Angebot oder Auftragsvergabe erwähnen müssen (alle Infos unsererseits lagen vor)?

    2.
    Kann man Bewegungsfugen im Estrich irgendwie überfliesen ohne die Fuge in die Fliesen zu übernehmen (Fuge schräg zur Verlegerichtung). Fuge ca. 1,2m lang und ein kleines Restrisiko wäre tolerierbar. z.B. mit Fliese mit Silikon kleben??

    So und jetzt hier die ganze Geschichte für alle die soviel Zeit haben:

    Zu 1.
    Wir haben große rechteckige Fliesen (35x70) ausgewählt und wollten ursprünglich im Halbverband verlegen. Das war dem Fliesenleger bei Angebot und Auftragsvergabe bekannt. Mittlerweile haben wir uns schon auf Drittelverband geeinigt um zumindest keine überstehenden Kanten zu haben durch nicht plane Fliesen auch wenn die Fliesen -liegen schon auf der Baustelle - recht eben sind.

    Zusätzlich ist dem Fliesenleger jetzt eingefallen (bzw. es wurde ihm von einem Vertreter der Entkoppelungsmatten verkauft mitgeteilt), dass laut Norm bei unserem Aufbau mit Zementestrich/Fußbodenheizung und dann großformatigen Fliesen im Dünnbett die Fliesen nur im Kreuzverband verlegt werden dürfen wegen evtl. auftretenden Spannungen. Also kein versetzter Verband (viertel-, drittel-,....)

    Nach etwas Recherche und Nachfragen hab ich mir jetzt das Merkblatt des ZDB zum Thema "Keramische Fliesen und Platten, Naturwerkstein und Betonwerkstein auf zementgebundenen Fußbodenkonstruktionen mit Dämmschichten" von 2007 durchgelesen, da steht im Abschnitt 10 drin, dass "empfohlen wird großformatige Fliesen auf Fußbodenheizung im Kreuzverband zu verlegen" und "bei großformatigen Fliesen quadratische Formen zu bevorzugen sind". (das liest sich wie eine Empfehlung, kein Muss)

    Unsere rechteckigen Fliesen, die auch schon auf der Baustelle liegen sind schön, aber unserer Meinung nach im Kreuzverband nicht ganz so schön, daher hätten wir eigentlich schon gerne die versetzte Verlegung wie ursprünglich ausgemacht. Unser Fliesenleger meldet deswegen Bedenken an und würde in dem Fall gerne von der Gewährleistung freigestellt werden. Das kann ich irgendwie nachvollziehen, da es ja scheinbar dem Stand der Technik widerspricht - auf der anderen Seite hätte er uns das aus meiner Sicht sagen sollen bevor er den Auftrag annimmt, bzw. zumindest bevor die rechteckigen Fliesen bestellt wurden!
    Nachdem er auf die Weise vermutlich bei jeden auftretenden Riss die Gewährleistung los ist beunruhigt uns das bei ca. 100m² schon etwas.
    Auf der anderen Seite kennen wir (bei Freunden) einen Raum mit den gleichen Fliesen die trotz Fußbodenheizung und versetztem Verband seit 2-3 Jahren gut "funktionieren".

    --> kann irgendjemand einschätzen bzw. vernünftige Anhaltspunkte geben wie groß das Schadensrisiko tatsächlich ist?
    --> wie ist das rechtlich einzuschätzen, dass der Fliesenleger erst jetzt mit seinen Bedenken kommt und auf die Weise evtl. um die Gewährleistung rum kommt?

    leider ein langer Thread, hier die zweite Frage:

    Zu 2.
    Wir haben Dehnungsfugen im Estrich drin (da wo es halt sein muss). Insbesondere eine davon ist allerdings optisch sehr ungünstig. Gibt es eine sinnvolle Möglichkeit "drüberzufliesen" ohne diese Bewegungsfuge ins Fliesenbild zu übernehmen? Die Fuge ist ca. 1,2 m lang und sitzt schief zu jeder sinnvollen Fliesenrichtung.
    Der Fliesenleger eines Arbeitskollegen hat bei ähnlicher Problemstellung die komplette Fliese auf der Fuge mit Silikon verklebt und verfugt - der macht das angeblich schon immer problemlos so.

    Auch hier würde der Fliesenleger quasi alles machen was wir wollen solange er keine Gewährleistung dafür geben muss. Bei dieser kurzen Fuge, die daher maximal ca. 1 m² Fliesen betrifft könnten wir auch damit leben wenn wir evtl. mal was richten müssen aber halt möglichst nicht jedes Jahr wieder.

    --> Also gibt es eine technisch annehmbare Lösung um das Problem zu lösen?

    Zur Info: Theoretisch wäre bei beiden Fragen wohl eine Entkoppelungsmatte mit speziellem Kleber ein Lösung, aber dann wird der Bodenaufbau zu hoch, dann geht die Terassentür nicht mehr auf - das hätte vorher eingeplant werden müssen (und kostet auch wieder mal 3000 € mehr).

    Danke schon mal für alle hilfreichen Ratschläge :-)

    Gruß TToast
     
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  3. Lebski

    Lebski Gast

    Der Fliesenleger hat vor Auftragserteilung keinen Vertrag, also muss er keine Bedenken anmelden. Und das Material kann er erst beurteilen, wenn es auf der Baustelle ist.

    Die Fuge ist Grundsätzlich zu übernehmen. Ob und wie lange eine flexieble Klebelösung hält, kann keiner sagen.
     
  4. Gast036816

    Gast036816 Gast

    schau mal in den anderen fred mit großen fliesen in buckelpistenoptik. da kannst du sehen, warum dein fliesör bedenken anmeldet. der macht es wenigstens vorher, im anderen fred hat der fliesör daruf los gelegt.

    sind deine 35/70 schnitten kalibriert und haben eine hohe genauigkeit? wenn nicht, kann die verlegung im verband ähnlich aussehen. hör auf deinen fliesör und schlag dir die experimentiergedanken silikonverklebung über trennfugen aus dem kopf.
     
  5. ttoast

    ttoast

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    Danke schon mal für die Antworten (ich hoffe auf noch ein paar, auch wenn es die bisherigen Meinungen nur „statistisch erhärten“ sollte ;-))

    Vielleicht noch kurz zur Klarstellung
    zu #2:
    Der Fliesenleger hat unter anderem das Material selbst geliefert - das war auch Absicht so, damit wir später - sollten Schäden auftreten - zumindest nicht die Diskussion haben ob's das Material oder die Verarbeitung war (wenn man Spezialfälle wie z.B. Estrichfugen-überfliesen ausklammert).
    Also insofern kannte der Fliesenleger sowohl geplante Verlegung als auch das Material vor Auftragserteilung, hat dann den Auftrag angenommen und sagt jetzt, so kann er es nicht verlegen es sei denn er muss keine Gewährleistung geben - So ist zumindest unser Eindruck oder ist der grundlegend falsch?

    zu #3:
    Um die Buckelpiste geht's uns gar nicht, bzw. deswegen würden wir vorsichtshalber auf Drittel- oder evtl. Viertelverband ausweichen, da denke ich haben wir keine Probleme (u.a. nachdem die Fliesen kalibriert sind und einen sehr flachen Eindruck machen wenn man die Sichtflächen aufeinander legt)
    Die eigentliche Frage ist: gibt es Probleme mit Spannungen durch Fußbodenheizungen, wenn man nicht im Kreuzverband verlegt? Außer unserem Fliesenleger hat mir bisher noch niemand diese Bedenken bestätigt.

    Zu dem Trennfugen überfliesen wollte ich insbesondere mehr Meinungen haben. Es ist uns klar, dass das nicht wirklich Stand der Technik ist und da ein Risiko an uns hängen bleibt. Aber bisher haben wir alles gehört: von heftigem Stirnrunzeln, über probieren wir es halt da das Risiko klein ist bis zu der Aussage (eines Fliesenlegers) das macht er schon immer problemlos so.

    Und damit kein falscher Eindruck entsteht: Wir wollen nichts technisch unmögliches erzwingen, aber eigentlich die optisch für uns schönste Lösung haben. Und angesichts aller bisherigen Informationen können wir jetzt nicht einschätzen ob wir ein außergewöhnlich ängstliches Exemplar von Fliesenleger erwischt haben, oder ob er der einzige ist der alle Probleme korrekt berücksichtigt.

    Viele Grüße
     
  6. Julius

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    Wo ist das Problem?
    Wenn ihr der Meinung seid, das Risiko sei so gering, daß ihr es tragen könnt und wollt - dann zeichnet ihn eben frei!
     
  7. #6 Ralf Wortmann, 24. Februar 2015
    Ralf Wortmann

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    Doch, „Buckelpiste“ ist eigentlich schon das Thema. Euer Fliesenleger hat wegen dieser Gefahr offenbar Bedenken angemeldet. Nehmt das ernst und folgt seinem Rat und lasst die Fliesen ohne Wenn und Aber im Kreuzverband verlegen.

    Mit dem anderen fred meinte Rolf diesen hier:

    http://www.bauexpertenforum.de/showthread.php?89358-Unzufrieden-mit-Fliesen

    Dort ist das Kind schon in einer Etage des Hauses "in den Brunnen gefallen". Ihr habt Glück, dass euch jetzt noch rechtzeitig vorher bewusst gemacht wird, was evtl. auf euch zukommen könnte.
     
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  9. ttoast

    ttoast

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    Danke für den Link auf den anderen Thread! Den kannte ich noch nicht und der ist mir auch bei der Suche nicht ins Auge gestochen.

    Witzigerweise hat unser Fliesenleger diesbezüglich aber wirklich keine Bedenken. Ich werde zwar nochmal explizit nachfragen aufgrund eurer Warnungen hier, trotzdem ist mein wesentliches Problem nach wie vor:

    Kann die Fußbodenheizung unter großformatigen im Verband verlegten Fliesen auf Zementestrich für Probleme sorgen? Ich habe nach wie vor keine Erklärung oder Zweitmeinung dazu gefunden.

    @Julius: Weil ich genau das Risiko nicht einschätzen kann frage ich hier nach - das das eine der "Lösungen" ist war mir auch vor deinem Beitrag schon klar!
     
  10. Lebski

    Lebski Gast

    Die Bedenken, dass bei FBH und großformatigen Fliesen Risse entstehen können, wenn kein Kreuzverband gelgt wird, ist in Fachkreisen bekannt.

    Es bedeutet nicht, dass es sein muss. Es bedeutet auch nicht, dass nichts passiert. Es bedeutet, dass SV in dem Bereich Fliesen dies als Mangelursache festgestellt haben, da ansonsten kein Fehler zu finden war, deshalb dies die einzig verbleibenede Erklärung war. Und das es mehrmals vorgekommen ist, SV tauschen sich durchaus untereinander aus.
     
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