Ethanolfeuer unter Terrassendach

Diskutiere Ethanolfeuer unter Terrassendach im Außenanlagen Forum im Bereich Rund um den Garten; Hallo, wir haben eine Terrassenüberdachung in ESG. Ja ich weiß ist nicht normgerecht. Möchte hier aber keine Diskussion über ESG und VSG....

  1. master1980

    master1980

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    Hallo,

    wir haben eine Terrassenüberdachung in ESG. Ja ich weiß ist nicht normgerecht. Möchte hier aber keine Diskussion über ESG und VSG.

    Meine Frage ist, macht es dem Glas etwas aus, wenn man darunter eine Ethanolfeuerschale betreibt?
    Die Flamme ist ca 40cm hoch die Schale selbst 20cm. So bleiben noch rund 180cm bis zum Glas. Heiß wird es am Glas nicht, man kann locker die Hand in 1m Höhe über der Flamme halten.
    Aber von unten ist das Glas natürlich einer höheren Temperatur als von oben ausgesetzt.

    Ist die Frage, ob durch unterschiedliche Temperaturen von Außen (im Herbst z. B. 5 Grad oder im Winter z.B. -5 Grad) zu Innen (bspw. punktuell 25Grad unter dem Glas) , zu Spannung und Beschädigungen kommen kann? Oder sind solche Temperaturunterschiede nicht relevant.

    Bin auf eure Antworten gespannt.

    Grüße
    master
     
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  3. H.PF

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    Ethanolkamine sind lebensgefährlich. Schmeiß das Dingen weg!

    Sorry, das ich das sage aber damit sind schon etliche Wohnungsbrände entzündet worden und sehr viele Menschen für ihr Leben entstellt worden.

    Ich frag mich jedes Mal wie man so eine gefährliche Sache einfach so weiter verkaufen darf.
     
  4. Julius

    Julius

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    Dem kann ich mich nur nachdrücklich anschließen!
    Und dann gibt es den Mist auch noch für den Betrieb in Innenräumen...
     
  5. master1980

    master1980

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    Danke für eure Antworten.

    Habe diesbezüglich schon ähnliche Aussage gehört.
    Kann mir tatsächlich vorstellen, dass Ethanolfeuer nicht für alle gut ist. Daher ist es vieleicht tatsächlich die Frage, ob es so einfach im Handel zu erwerben sein sollte.
    Ratet ihr auch von Feuerschalen mit Holz ab, da hier der Funkenflug Nachbars Holzschuppen entflammen kann? (Ist bei uns in der Nachbargemeinde mal passiert!). Oder sollte man bestimmten Leuten Autofahren verbieten, da diese Erfindung deutlich mehr Tote und Verletzte hervorbringt als der ÖPNV?

    Bisher denke ich so, wer sein Fondue mit Spiritus betreibt und sein Grill mit flüssigem Grillanzünder anfeuert, der solle doch auch bei einer Feuerschale mit Ethanol nicht gefährlicher Leben?

    Oder gibt es nachweislich, dokumentierte Fälle in denen die Technik Schuld war und nicht menschliches Versagen?

    Grüße
    master
     
  6. R.B.

    R.B.

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    Da möchte ich Holger und Julius mal ein bisschen bremsen.

    Eine Ethanol-Feuerstelle die gem. DIN 4734-1 geprüft wurde UND die entsprechend Anleitung betrieben wird, stellt kein höheres Gefahrenpotenzial dar als jede andere Feuerstelle auch. Die echten Kerzen auf dem Adventskranz sind auch nicht verboten.

    Über den Sinn dieser Deko-Artikel kann man streiten, da bin ich völlig bei Euch. Als Heizgerät taugen sie nicht, grillen kann man darauf auch nicht, man kann sie nur anzünden und halt den Flammen zuschauen. Wer´s mag, der muss das selbst entscheiden. Ist halt kein billiger Spaß.

    Was die Abstände zu brennbaren Materialien betrifft, so finden sich diese im Prüfbericht zu der jeweiligen Ethanol Feuerstelle. Notfalls beim Hersteller anfragen, der müsste den Prüfbericht ja haben. Weiterhin sind solche Angaben in der Bedienungsanleitung aufzuführen (meist unter Sicherheitsabstände). Die Hersteller begeben sich üblicherweise auf die sichere Seite und nennen einen Mindestabstand von 1 Meter in alle Richtungen.

    Nun zum ESG und den Temperaturdifferenzen.

    ESG wird geprüft, ich glaube nach DIN1249 (bitte nachlesen). Eine Temperaturdifferenz von 30K ist für ESG kein Thema. Weitere Angaben dazu finden sich im Datenblatt zum ESG unter Temperaturwechselbeständigkeit bzw. Temperaturdifferenzbeständigkeit. Ohne jetzt nachgelesen zu haben tippe ich auf > 100K.

    Die gibt es, vom Scheibenbruch bis zu umgekippten Feuerstellen, alles schon dagewesen. Auch Verpuffungen hat es schon gegeben. Dabei handelte es sich aber um Feuerstellen die weder geprüft noch sonst irgendwie sicher konstruiert waren. Dafür waren sie billig. Bedienungsfehler gab es auch schon.

    Der Begriff "Ethanolfeuerschale" ist etwas irreführend. Dahinter kann sich alles mögliche verbergen. Ich habe oben die Normen genannt, und die nach dieser Norm (es gibt auch noch weitere) geprüfte Feuerstellen sind weitestgehend sicher. Das Problem ist, dass diese Feuerstellen relativ teuer sind, und die Leute dann doch auf irgend so eine Billigkonstruktion ausweichen, die unter Umständen brandgefährlich werden kann.

    Dein Vergleich mit Holz hinkt, weil eine Holzfeuerstelle auch nicht so einfach offen betrieben werden darf, und das Gefahrenpotenzial ein ganz Anderes ist. Aber das jetzt auszuführen würde hier wohl zu weit führen.

    Gruß
    Ralf
     
  7. KATMat

    KATMat

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    Ich verbrenne Ethanol immer kontrolliert und ohne offene Flamme mit Hilfe von Alkoholdehydrogenase. Da kann nix passieren.
     
  8. R.B.

    R.B.

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    :D

    aber nicht das Bioethanol das man für die Öfen kaufen kann. ;)
     
  9. KATMat

    KATMat

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    das ist ja gerade nicht "Bio", weil zur Abwehr von Ethanol-Fraßschädlingen Vergällung beigemischt wurde. Wirklich "Bio" ist das leckere.
     
  10. master1980

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    Hallo Ralf,

    vielen Dank für Deine ausführliche und aufschlussreiche Ausführung.

    Das ESG hat wohl eine Temperaturwechselbeständigkeit von 150K.
    Nur zum Verständnis, bin ja kein Glaser: Wenn es Außen 0°C hätte, dann könnte man von Innen 150°C aufheizen?
    Ist dabei die Dauer wichtig? Z.B. schneller Temperaturwechsel? Oder ist das egal solange es innerhalb von 150K liegt?

    Danke und Grüße
    master
     
  11. R.B.

    R.B.

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    Da müsste ich jetzt in die Prüfbedingungen schauen, kenne ich auch nicht auswendig. Die Temperaturwechselbeständigkeit wird, wenn ich mich richtig erinnere, geprüft indem die Mitte der Scheibe erhitzt wird, so dass sich die Temperaturdifferenz zwischen Mitte der Scheibe und dem Rand ergibt.
    Auf beiden Seiten wird man das kaum hinbekommen. ;)

    Gruß
    Ralf
     
  12. Gast036816

    Gast036816 Gast

    das kann dir nur dein glaser oder hersteller der glasscheibe bestätigen. die 150° werden im normalen gebrauch nicht erreicht, selbst die 100° sind nicht ganz erreichbar. geh mal von einem temperaturdelta von -25° bis +65° aus, die eine glasscheibe im extremfall erreicht zwischen winter mit nachtfrost in unseren breitengraden selten, aber möglich und der lagerung der glasscheibe im sommer in praller sonne. was das thema spannung im glas betrifft wird im natürlichen gebrauch eine teil verschattete situation der fall sein, wenn eine glasscheibe zur hälfte in praller sonne liegt und sich auf 50° - 60° aufheizt und der verschattete teil 20° hat. wenn du jedoch 150° unter dem glasdach hast, wird sicher niemand mehr unter dem glasdach sein, denn dann fällt dein feuer deutlich zu groß aus.
     
  13. master1980

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    Danke für eure Antworten.

    Wie erwähnt so stark kann ich die Glasscheibe garricht aufheizen, ansonsten muss ich die Feuerwehr rufen.

    Denke auch, bei unter 0°C hat man eh keine Lust auf der Terrasse zu sitzen, mit ein bisschen Ethanolfeuerwärme. Und wärmer als 30°C wird es unterm Dach dann sicher auch nie und nimmer.

    Von demher bin ich zumindest was das Glas angeht wohl auf der sicheren Seite. Jetzt kann mir nur das Ethanol gefährlich werden ;-)
     
  14. Kriminelle

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    Wenn Du Ethanol verbrennst, wird es auch Ruß geben. So war es bei unserem Kamin. Deshalb würde ich auch an Deiner Stelle beobachten, wohin das Ruß geht bzw welche Stellen oben anfangen, sich zu schwärzen.
     
  15. master1980

    master1980

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    Hm, war das reines Ethanol? 96%?
    Das sollte eigentlich nicht rußen. Oder war die Brennkammer vielleicht verunreinigt?
     
  16. H.PF

    H.PF

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    beim Trangia-Spirituskocher hilft ein Spritzer einfaches Wasser in den Alkohol um das Verrußen zu verhindern...
     
  17. Kriminelle

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    Es war Ethanol, 96%, explizit für einen entsprechenden Kamin aus Metall. Kein Bio-..., das gab es wohl damals (vor 10 Jahren) noch nicht ;) ?! Das Ethanol wurde in drei genickten Blechbüchsen verbrannt, welche hinter Pseudo-Holz aus Keramik standen. Diese waren nach dreimaligen Gebrauch verrusst. Da wir einen Kamin mit Esse hatten, kann ich nicht beurteilen, wie sich der Ruß nach oben verbreitet hätte.

    Übrigens stand damals schon in der Montageanleitung, dass hinter dem Kamin (ein Hängekamin, der auch an der Wand aus schwarzem Metall bestand) keine Tapete oder brennbares Material angebracht sein durfte.


    Halt einfach mal beobachten... war nur ein Tipp :)
     
  18. master1980

    master1980

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    Danke :-)
     
  19. R.B.

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    Auch bei der Verbrennung von Ethanol wird Ruß freigesetzt, aber nur in geringen Mengen. Das hängt von der Qualität des Ethanols und dem Ofen ab in dem verbrannt wird.
    Aber auch diese geringen Mengen genügen um Glasscheiben mit der Zeit zu verfärben. Also nicht wundern wenn das Dach mit der Zeit schwarz wird.

    Gruß
    Ralf
     
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  21. master1980

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    Ok, der Ruß sollte dann aber abwaschbar sein?

    Gruß
    master
     
  22. R.B.

    R.B.

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    Jepp...
     
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