Existezgründung

Diskutiere Existezgründung im Sonstiges Forum im Bereich Sonstiges; Hallo, ich bin neu hier im Forum und hoffe auf eure Meinung zu ein paar Fragen zur Gründung eines Bauunternehmens. Erstmal etwas über mich:...

  1. Pavilion

    Pavilion

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    Hallo,

    ich bin neu hier im Forum und hoffe auf eure Meinung zu ein paar Fragen zur Gründung eines Bauunternehmens.

    Erstmal etwas über mich: Ich bin 33 Jahre alt und komme aus NRW.
    Meine Ausbildung zum Maurer habe ich 1994 abgeschlossen, danach habe ich hauptsächlich im normalen Hoch- und Ingenierbau gearbeitet (Pumpwerke Kläranlagen usw.).
    2001 besuch der Meisterschule für das Maurer- und Betonbauerhandwerk welche ich 2002 erfolgreich abgeschlossen habe.

    Jetzt mal meine Fragen (sind ja einige Architekten usw. hier vertreten^^)

    1. Wie seht ihr das Risiko in der heutigen Zeit.
    2. Wie erhalte ich LV´s von Architekten meine Erfahrung sagen mir das es fast unmöglich ist bei einem Architekten als Bauunternehmer rein zu kommen. (ihr habt ja nun mal eure Stammunternehmer).
    3. Irgendwelche Ideen oder Ratschläge?

    Möchte jetzt erstmal nicht zu viel fragen, weitere werde ich im laufe der Diskussion sicher stellen^^ (vielleicht habt ihr als Bauhilfeforum auch keine Lust auf solche Fragen einzugehn?)

    Freue mich auf eure Antworten

    Gruss

    Pavilion
     
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  3. Ryker

    Ryker

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    1.) Das Risiko, an Zahlungspfuscher zu geraten ist hoch, noch hoeher das Risiko, keine auskoemmlichen Preise zu erzielen
    bei denjenigen Kunden, die den unendlichen Grossmut (BauHERR) besitzen, Dich doch zu bezahlen.
    2.) Die Haeusermalende Zunft verschickt ihre LVs als Briefwurfsendungen, schon weil der BauHERR sie zwingt.
    Rest siehe 1.)
    3.) Lerne eine Fremdsprache :konfusius
     
  4. Gast943916

    Gast943916 Gast

    schwer zu beantworten, aber wer nichts riskiert wird auch nichts gewinnen, an Nichtzahler zu geraten kann sicher passieren, aber es gibt auch genügend ehrliche BH´s
    woher hast du deine Erfahrung? gibt es irgendwelche Kontakte aus deiner berufl. Laufbahn?
    Diese Leute ansprechen, Architekten anschreiben usw.....
    Einfach wird es sicher nicht, vor allem keine Aufträge "kaufen" durch Preisnachlässe die oft ins Uferlose gehen, lieber mal verzichten..

    Das sind meine Erfahrungen
    Gipser
     
  5. aldente

    aldente

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    1.) halte Dich per se fern von Bauträgern, Kunden mit blumigsten Versprechungen, überlege jede Investition weise und denk dran, das Geld wird nicht auf der Baustelle, sondern in erster Linie am Schreibtisch "verdiehnt".

    2.) Lv`s von Architekten ohne bisherige Geschäftsbeziehung oder Ö-Ausschreibungen ohne Voranfrage und direkten lokalen Bezug, oder als Rundfaxe erkennbare Av`s landen bei uns direkt vom Fax in den Schredder. Das lohnt keinesfalls der Archivierung, geschweige denn der Bearbeitung. Potentielle Kunden, die wirklich mit uns zusammen arbeiten wollen, werden sich wieder melden. und da kommmen wir direkt zu 3:

    3.) Dein grösstes und auch erkanntes Problem ist der Bezug zum Kunden. Als Newcomer hast du keinen bis max einen kleinen Kundenstamm, von dem Du nicht leben kannst.
    Bei der Vielzahl von älteren Unternehmern, gleich welcher Brange, die bald in Ruhestand gehen wollen, aber keinen Nachfolger haben, ist dies für mich die deutlich bessere Alternative, sich hier einzuklinken. Frage bei Deiner Innung oder Handwerkskammer, oder auch Handelskammer nach! Die haben eine Liste von Unternehmungen ohne Nachfolger, in der sich sicher etwas finden lässt, welches Deinem Budget entspricht. Aus Erfahrung weiss ich, das solch eine Übernahme nicht sofort, vielmehr über Jahre am geschmeidigsten gelingt!
     
  6. R.B.

    R.B.

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    Das würde ich auch in meine Überlegungen mit einbeziehen. Damit kannst Du Dir vielleicht eine Grundauslastung schaffen die Dir den Rücken freimacht für weitergehende Entscheidungen.
    Eine Neueröffnung auf der "grünen Wiese" ist deutlich riskanter. So mancher Existenzgründer muß nach kurzer Zeit aufgeben weil er die Durstrecke zu Beginn der Selbständigkeit nicht durchstehen kann.

    Gruß
    Ralf
     
  7. Gast943916

    Gast943916 Gast

    @Aldente
    Punkt 1, kann ich unterschreiben

    Punkt 2, ist Quatsch, wie willst du an Aufträge durch Archis kommen, wenn du die LV´s wegwirfst? Öffentl. Ausschreibungen gibt es nur auf Bewerbung. Potentielle Kunden die danach lechzen mit dir zu arbeiten???? naja.....

    Punkt 3, ist sicher eine Lösung, aber in der Regel sehr teuer

    Gipser
     
  8. aldente

    aldente

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    @Gipser: das ist doch deutlich beschrieben, das keine Rundfaxe ohne pers. Bezug bearbeitet werden. Da steht doch nicht, das ich das Fax meines Stammauschreibers verwerfen soll. Ich bearbeite grundsätzlich keine AV`s, die blind gesendet werden, sondern nur bekannt gefaxte, oder postalisch gesendete. Hab ich die besten Erfahrungen mit gemacht.

    Das Punt 3 eine nicht billige Lösung ist, sondern eine preiswerte, ist eine rein kaufmännische Entscheidung, siehe ersten Post von mir: Das Geld wird am Schreibtisch verdiehnt, nicht auf der Baustelle.

    Ob das teuer oder preiswert ist, wissen wir alle nicht, aber es ist immerhin ein ernstgemeinter Tipp. Ich würde es nicht anders machen, zumindest würde ich mich erkundigen. Verschenkt wird nix was Wert wäre, aber Preis und Leistung ist immer Verhandlungssache----ein Unternehmer ist in erster Linie Kaufmann!!!!

    Der grösste Vorteil hiebei ist, das sich Punkt 2 aufgrund eines Namens und Stammkundschaft selber erledigt.
     
  9. Gast943916

    Gast943916 Gast

    @aldente
    du schreibst ganz klar, dass du LV´s von Archis ohne Geschäftsbeziehung in den Schredder wirfst, wie willst du eine Verbindung aufbauen, wenn du die LV´s nicht bearbeitest? Einen oder mehrere Stammauschreiber hast du sicherlich, ich auch, aber er?? wie soll er das denn erreichen wenn er die LV´s nicht bearbeitet, wir alle haben in unserer Anfangszeit Unmengen von LV´s bearbeitet bei denen null heraus gekommen ist, aber nur so schaffst du eine "Stammkundschaft", war bei mir zumindest so....

    Punkt 3 stelle ich ja nicht in Frage, aber es meistens eine teuere Angelegenheit

    Gipser
     
  10. aldente

    aldente

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    @Gipser es ist doch ein schon von Ryker übliches Procedere, das Architekten in Ausschreibungen über die Dörfer sprich Faxe ziehen. Da kommt nun auf dein Fax eine AV von einem Dir Unbekannten (Archi oder anderer Av´ler) , und das sind zumindest bei uns
    etwa 2 bis 20 per Woche, zusätzlich zu den bekannten Kunden. Und Du willst mir sagen, das Du die alle bearbeitest? Das sind bei einem mittleren Auftragsvolumen bei uns zumindest etwa 2-5 Std Recherche und Bearbeitung pro Fall! Wer will da noch Personal bei einer Trefferquote in diesem selektierten Bereich von unter 5% einstellen?
    Das sind alles Faxe ausserhalb meines normalen Bewegungsraums von ca 30 km im Umkreis (Luftline) und soll ich mich an einer AV beteiligen die einen Verteilerstamm von etwa 100 Klientel enthält? Das macht Sinn?
    Wenn eines dieser Faxe auf Empfehlung kommt, ohne Bezug darauf zu nehmen, wird bei Nichtbearbeitung fast immer vom AV`ler nachgefragt, das ist doch ganz einfach.

    Aber ich bewege mich nicht im Bereich der Neugründung, sondern im Bereich der Erfahrung, auch mal schlechte Zeiten gehabt zu haben. Da macht man aus Ermangelung anderer Perspektiven oder Arbeiten auch mal mit, hinter jedem Auftrag, und sei es nur eine Dachlatte, hinterherzulaufen. Nicht wirklich erfolgsversprechend.

    Ich stelle beim Gewinn einer AV, die über die Dörfer bzw.(viele) Faxe ging, grundsätzlich den unternemerische Erfolg in Frage, nämlich den Gewinn! Das ist wie bei Myhammer.de

    Aber das muss letztlich jeder Unternemer für sich selbst entscheiden.

    Andere Mittel sind die Mitgliedschaft und aktive Teilname in einem Tennis, Golf, Reitclub,
    Kooperation mit einem anderen Unternehmen, alle anderen Möglichkeiten von Vitamin B wie Schützenverein, Fussballclub, Teilname an öffgentlichen Ausschreibungen am eigenen Ort, sehr vielversprechend bei entsprechendem !persönlichen! Bekanntheitsgrad,
    ein langer Atem (10 Jahre und mehr), herantreten (persönlich) an grössere Firmen, die laufend Erweitern und Umbauen. Toll für Bauunternehmer sind Müllverbrennungsanlagen, Kraftwerke und Firmen, die im permanenten Wandel sind.
    Dabei ist wichtig, seine eigene Kreativität und Kompetenz darzustellen. Am besten sind eigene Lösungsansätze, die innovatives und kundenorientiertes Denken zeigen.
    So bekomme ich zumindest laaaangsam einen Kundenstamm.
    Das man die Aufträge via AV nur so pflücken kann, ist mir neu, also muss ich die für mich wichtigen selektieren.
     
  11. Josef

    Josef Bauexpertenforum

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    in dieser Zeit sich als Bauunternehmer selbstständig machen ???

    wenn Du ein bißchen Geld übrig hast dann leg´s mit 1-2 % Zinsen
    an, bringt garantiert mehr wie der derzeitige Ertrag als BU (!)
     
  12. Gast943916

    Gast943916 Gast

    Nein, will ich nicht. Meine Gründungszeit liegt in den 80ern, ich muss nicht jedes "dahergelaufene" LV bearbeiten, wir arbeiten zu 90% mit "Stammkunden".
    Er gründet jetzt und wird wohl kaum 10, 20, oder mehr LV´s pro Woche bekommen
     
  13. Olaf (†)

    Olaf (†)

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    Mal...

    anderer Ansatz:
    1. Wie siehts denn mit Deiner kaufmännischen Qualifikation aus? Ich kenne leider zu viele Handwerker, die mir gesagt haben, dass sie eine klasse Leistung und Qualität abgeliefert haben und gar nicht verstehen, warum sie pleite gegangen sind. Nach einem Blick in Bücher und Verträge hatte ich dann keine Fragen mehr.
    2. Setz Dich hin und denk nicht nur an die Chancen, die Dir die Selbständigkeit bietet sondern denk auch drüber nach, was passiert, wenns schief geht und ob Du bereit , diese Konsequenzen auch zu tragen - und dann entscheide nochmal, ob Du den Weg gehen willst,
     
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  15. Thom_B

    Thom_B

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    Ich gebe auch mal meinen Senf dazu. ;-)

    1. Hoch...sehr hoch.
    Im Gegensatz zum Archi u.ä., hast Du einiges mehr an festen Kosten,
    die Du Monat für Monat erst mal verdienen mußt.
    Hinzu kommt die wirtschaftliche Lage und die Billig-Konkurenz.

    Ein Weg wäre sich nach einem bestehenden Unternehmen umzuschauen,
    daß Du übernehmen kannst.
    Dann hast Du schon mal einen Kundenstamm und eine eingefahrene Infrastruktur.

    2. Durch Aquise: Archis anschreiben, sich bei Hausverwaltungen vorstellen,
    wenn Dich der Papierkrieg nicht schreckt, an öffentlichen Ausschreibungen
    teilnehmen... usw.
    Nicht zu unterschätzen: Eine vernünftige Webseite und eine funktionierende
    eMail- Adresse.

    Was die "Stammunternehmer" angeht, außer bei einigen Privatkunden und
    anderen Enklaven, wird bei den meisten Projekten heutzutage gnadenlos
    der günstigste Anbieter genommen.
    Die meisten meiner Kunden verlangen z.B. daß "flächendeckend" angefragt werden soll.
    Die Prüfung auf Auskömmlichkeit der Preise, wie ich es mal gelernt habe,
    kommt nur noch in Geschichtsbüchern vor.
    Also hast Du schon Auftragschancen, die Frage ist ob es sich rechnet.

    3. Schwer zu sagen.
    Einmal würde ich vorschlagen eine Nische zu suchen, also etwas machen was nicht jeder anbietet.
    Das mit den Pumpwerken und Kläranlagen wäre ev. einen Gedanken wert?
    Oder Restauration / Denkmalschutz, Sichtmauerwerk, usw.

    Kundenbetreuung, sauber arbeiten und vor allem Termine halten ist auch wichtig.

    Und was schon angesprochen wurde, Du solltest auch etwas wirtschaftliches Talent haben
    und in Baubetrieb und Bauwirtschaft fit sein.

    Ein Tip zum Schluß: Schau Dich mal bei Deiner örtlichen Handwerkskammer und IHK um,
    zu meiner Zeit (als ich mich selbständig gemacht habe) hatten die ein recht
    umfangreiches Beratungsangebot.


    Hoffe das hilft irgendwie

    Thomas
     
  16. Bauwahn

    Bauwahn

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    Dipl.-Ing.
    Ort:
    Ulm
    Und eines ganz ganz sicher niemals tun: Sich mit irgendwelchen selbsternannten "Auftragsvermittlern" abzugeben.
     
Thema:

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