Fach- und normgerechte Ausführung einer Aufdachdämmung

Diskutiere Fach- und normgerechte Ausführung einer Aufdachdämmung im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, unser über 40 Jahre altes Einfamilienhaus bekommt gerade eine Aufsparrendämmung mit Etertherm L-PUR+, 140 mm Dicke, N + F. Die...

  1. #1 baulaie2012, 01.06.2012
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    Hallo zusammen,

    unser über 40 Jahre altes Einfamilienhaus bekommt gerade eine Aufsparrendämmung mit Etertherm L-PUR+, 140 mm Dicke, N + F. Die Dämmplatten sind verlegt, die wegen Zuschnitte entstandenen Stoßfugen wurden mit PURLOGIC TOP von WÜRTH ausgefüllt. Meiner Meinung nach nicht fach- und normgerecht. Auch der dafür verwendete PU-Schaum von Würth scheint (glaubt man den auf der Dose stehenden Herstellerangaben über die geeigneten Haftgründe) für die Ausfüllung der Stoßfugen nicht geeignet zu sein. Die Flächen auf dem Dach, wo die Platten in Nut und Feder zusammengeschoben sind, weisen an vielen sichtbaren Stellen auf der Innenseite nicht geschlossene 2 bis 5 mm breite und ca. 5 cm tiefe Fugen. Auf der Außenseite der Aufsparrendämmung waren bzw. sind die Fugen nicht vollständig sondern nur lückenlos ausgefüllt, was für mich als Bauherr bedeutet, dass die Dämmwerte eines hier verarbeiteten 140 mm starken Dämmstoffes an solchen Stellen nicht gewährleistet werden können und eine Wärmebrücke darstellen. Auch die Stoßfugen sind meiner Meinung nach zu groß (bis 3,5 cm), sodass die Gesellen ein Problem haben, diese vollständig auszufüllen, was allerdings nicht mein Problem sein sollte. Kann mir jemand sagen, ob die von mir beschriebene Ausführung fach- und normgerecht ist?
    Auf Wunsch könnte ich die in Bildern festgehaltenen Mängel, falls es Mängel sind, hochladen.
    Danke im Voraus.
     
  2. #2 Tarunio, 01.06.2012
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    Hi, Bilder sind immer gut, vielleicht hat es ja bestimmte Gründe.
     
  3. #3 baulaie2012, 01.06.2012
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    Hallo,

    hier sind die gewünschten Bilder. Die Bilder, auf denen man die nicht ausgefüllten Fugen von der Innenseite der Dämmplatten sehen kann werde ich gleich aufnehmen und hochladen.
    Bin gespannt auf Eure fachlichen Meinungen zu den Bildern.

    Gruß aus Leer
     
  4. Neutal

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    Was für Gründe sollte es geben die Platten nicht dicht gestoßen zu montieren?
    Von diesen ganzen PUR Aufdachdämmsystemen halte ich generell nichts, aber wo sie schon mal drauf sind....
    Vielleicht einfach mal die Bilder laden, dann kann man mehr sagen.
     
  5. #5 baulaie2012, 01.06.2012
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    Das mit dem Bilder-Hochladen hat anscheinend nicht geklappt. Darum hier nochmal die Grafiken:

    Bild1
    bild01.jpg

    Bild2
    bild07.jpg bild02.jpg bild03.jpg bild04.jpg bild05.jpg
     
  6. #6 Tarunio, 01.06.2012
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    Ok das sieht übel aus sowas kann man auch sauberer lösen, es gibt immer mal stoß der evtl. nicht passt aber sowas kann man dann auch sauber mit glaswolle ausstopfen und eine Unterdeckbahn drüber machen und sauber abkleben, aber das da oben ist schon heftig
     
  7. #7 Tarunio, 01.06.2012
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    Haben die eigentlich eine Dampfbremse verlegt ?
     
  8. #8 baulaie2012, 01.06.2012
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    Ja. Hier noch ein Paar Bilder. Die Aufnahmen wurden auf dem nun ausgebauten Dachboden gemacht. Im Drempelbereich, wo keine Sichtschalung ist. Die roten Pfeile auf den Bildern zeigen auf eine Fuge zwischen zwei zusammengeschobenen Dämmplatten in Nut und Feder. Ist also die Innenseite der Aufsparrendämmung. Die Fuge ist 3 bis 7 mm breit und ca 5 cm tief (bis zur Feder). Ich gehe davon aus, dass es dort, wo ich nicht qucken kann, nicht besser aussieht. Ist bei einer so verlegten Aufsparrendämmung ein Wärmeverlust zu erwarten? Wie kann man bei einer solchen Ausführung die Kurve wieder kriegen?
    Danke für alle Meinungen und konstruktive Ratschläge.

    bild09.jpg bild08.jpg
     
  9. #9 baulaie2012, 02.06.2012
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    Hallo,

    könnte mir jemand, der sich mit der Problematik auskennt, etwas zu den letzten 2 Aufnahmen sagen? (siehe den letzten Beitrag von mir) Kann man die zur Hälfte ausgefüllten Fugen bei einer Aufsparrendämmung ignorieren oder sollen wir die Ausführung reklamieren?

    Danke.

    Gruß

    Baulaie2012
     
  10. Neutal

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    Nimm Dir einfach mal etwas von dem Material und schiebe es trocken zusammen. Bei vielen Plattenförmigen Baustoffen ist das Material Rückseitig etwas ausgenommen um eine geschlossene Aussenfläche zu bekommen.
    Ich habe ja schon gesagt: Dieses System taugt nichts
     
  11. #11 Biber53, 02.06.2012
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    Hallo Flocke,

    welches System taugt denn, nach Deiner Meinung, etwas?
    Würdest Du, ohne detaillierte Ortskenntnisse natürlich, nicht zur Aussage tendieren, daß Verarbeitungsmängel vorliegen?

    mfg
     
  12. Neutal

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    Hallo Biber, das hier verarbeitungsmängel vorliegen ist ja offensichtlich. Lustlos zusammengesteckte Platten, noch nicht einmal mit einer Latte zusammengekloppt....
    Ich bin kein Freund von diesen PUR Systemen, da wird ein Wert gerechnet wie er unter optimalen Bedingungen zustande kommen könnte.( Das machen die Weichfaserhersteller allerdings auch)
    Ich baue generell die alte Dämmung aus und dopple den Sparren auf. Da ich generell nur Flocken verarbeite, kommt ein Unterdach aus Weichfaser drauf. Die Fehlstellen der Dämmung unter den Aufdachdämmsystemen werden so umgangen. Bei so viel Aufwand braucht eigentlich kein Dach eine alte Dämmung. Auch eine vernünftig eingebrachte Dampfbremse bekomme ich nur so hin.
     
  13. #13 Tarunio, 03.06.2012
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    Ich war eigentlich auch für Schlaufenförmig , aber ich tendiere immer mehr zur Aufdachdämmung weil einfach die Dampfbremse schneller verlegt werden kann als immer Schlaufenförmig, das kostet zeit und bei einem Kehlbalkendach die anschlüsse hinzubekommen ist einfach Zeitaufwendig und fast garnicht machbar .....
     
  14. Neutal

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    Merkwürdigerweise klappt es bei mir immer.
    Das Argument mit der einfachheit der Verlegeung ist in meinen Augen ein Armutszeugnis für den Handwerker.
    Es gibt mittlerweile so viele Produkte um die Kehlbalken vernünftig und sicher einzubinden. Die verlegung der DB auf den Sparren schränkt mich in der Bauphysik einfach zu sehr ein. Die Dämmstärke wird mir vorgegeben und meistens bleibt die alte Dämmung auch noch drin, also Pfusch.
    Der letzte Winter war hier sehr spannend. Ein Tauwassertread am nächsten. Nachträgliche Wärmedämmung von aussen ist ganz klar ein heikles Thema. Ein Grund mehr diese Arbeiten Gewissenhaft auszuführen. Ich finde das sich der Aufwand in Grenzen hält und durchaus machbar ist.
    Klar, wenn der Kunde diesen Kram haben möchte...soll er haben. Für mich sprechen einfach zu viele Gründe dagegen und bisher habe ich noch jeden Kunden von alternativen überzeugen können.
     
  15. #15 Tarunio, 03.06.2012
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    Die alte Dämmung drin lassen ist kein Pfusch man muss halt immer die 20 % regelung berücksichtigen und immer einen rechnerischen Nachweis vom hersteller verlangen mit unterschrift dann haftet dieser mit, dann ist dieses Thema auch nicht heikel.
     
  16. #16 Siedler, 03.06.2012
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    Ich werfe nochmal die Variante ohne Dampfbremse bei Holzfaserdämmung in Verbindung mit einer über den Sparren verlegten LDB 0,02 hin.

    Gruß
     
  17. Neutal

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    Es ist keine Neuigkeit mehr, das Mineralwolle im laufe der Zeit Ihre Spannkraft verliert. Daraus folgt, das die Dämmung in sich zusammenfällt, schlimstenfalls sich auflöst. Auf einer solchen Unterlage kann niemand vernünftig aufbauen. Es mag ja sein, das bei Euch die Dämmung anders hergestellt wird, ich habe bisher keine wirklich intakte alte Dämmung vorgefunden. Von der WLG ganz zu schweigen...
    Ich habe schon eine ganze Weile mit Dämmstoffen zu tun, aber alte Dämmung gehört ausgebaut und entsorgt.

    @Siedler: Die Variante mit der LDB bei Weichfaserdämmung funktioniert nur mit sorptionsfähigen Dämmstoffen wie Zellulose oder Holzweichfaser(lückenlos eingebaut). Jeder Versuch hier mit Mineralwolle zu arbeiten wird einen schönen Bauschaden produzieren.
     
  18. Neutal

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    Zur Haftung durch den Hersteller:
    Der rechnerische und meinetwegen auch unterschriebene Nachweis der Hersteller befreit Dich keinesfalls von der Haftung. Der Hersteller war nie vor Ort. Alte Dämmstoffe lassen sich anhand Ihres aussehens nicht klassifizieren und haben eine unbekannte WLG. Jede noch so kleine Abweichung von den Angaben die zur Berechnung eingereicht wurden, stellen den Hersteller frei. In den allerseltensten Fällen wird Dir jemand am Telefon oder Fax eine verlässige Beurteilung schreiben. Anders wenn der AD auf der Baustelle war, dies bestätigt, und Dir die Berechnung erstellt.
     
  19. #19 Siedler, 03.06.2012
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    @ Flocke: Schon klar. Würde das System auch nur machen, wenn die Dämmung komplett mit sorptionsfähigen Dämmstoffen erfolgt.
    Rechnerische Freigabe durch den Hersteller sollt vorliegen. Nahezu alle Hersteller dieser Systeme bieten an, einen Aussendienstler vorbeizuschicken, um die Situation vor Ort anzuschauen und zu beurteilen. Manche bieten sogar als Serviceleistung an, einen Zimmermann vorbeizuschicken, der einen Tag mitarbeitet (als Serviceleistung).
    Wenn bei der Verarbeitung geschlampt wird, bringt natürlich auch dieses System nichts.
    Aber die Berg- und Talverlegung der Dampfbremsbahn bei hervorstehenden Näglen, krummen Sparren, Kaminen, Kehlen, DFF usw. halte ich für nicht ordnungsgemäß durchführbar.

    Gruß
     
  20. Neutal

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    Ja, das stimmt. Hier wird Fachbetrieben eine Systemgarantie ausgestellt. Der AD nimmt das BV auf und macht entsprechende Vorgaben. Die Systemgarantie wird für gut 20 Jahre gegeben, ordnungsgemäße Verarbeitung vorausgesetzt. Innerhalb dieser Zeit garantiert der Hersteller imZweifel die Sanierung auf eigene Kosten zu übernehmen.
    Ein gelungenes Marketing Instrument um zweifelnde Bauherren zu überzeugen. Das Produkt selber gefällt mir auch.
     
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