Fachwerkhaus 1939 - Was ist zu beachten?

Diskutiere Fachwerkhaus 1939 - Was ist zu beachten? im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo liebe Fachwerkfreunde, ich bin auf der Suche nach einem Haus für meine Familie auf ein Fachwerkhaus mit Baujahr 1939 gestoßen. Was ist...

  1. Robert1939

    Robert1939

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    Hallo liebe Fachwerkfreunde,

    ich bin auf der Suche nach einem Haus für meine Familie auf ein Fachwerkhaus mit Baujahr 1939 gestoßen.

    Was ist bei einem Fachwerkhaus mit speziell diesem Baujahr beachten? Es ist ja weder "normal" alt, noch neu.

    Folgendes ist für mich unsicher, erkennbar an den unten verlinkten Fotos:
    • An einer Seite kein Fachwerk von außen erkennbar - was ist ein möglicher Grund?
    • Die Außenmauern scheinen relativ dünn zu sein, von einem Bauleiter wurde jedoch nur eine Innendämmung in Teilen empfohlen. Welche Art Innendämmung wäre zu empfehlen und welche Kosten würde dies verursachen?
    • Der Keller ist an einer Ecke feucht (Leerkabel kommt aus der Wand). Wie hoch könnten die Sanierungskosten dafür sein?

    Bitte beachtet die weiteren Fotos hier:
    https://www.dropbox.com/sh/2w7er4n1096v193/AACCOPgRiU3QDw3hKHjb2wN6a?dl=0

    Ich freue mich auf Einschätzungen :-)
     

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  3. Bauliesl

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    Die Seite ohne das sichtbare Fachwerk ist evtl. die Wetterseite?

    Ein solches Haus energetisch in Angriff zu nehmen ist eine Aufgabe für einen guten Energieberater, am besten einen der sich mit Baudenkmalen auskennt (auch wenn´s kein Denkmal ist).
    Es gibt zu viel zu beachten, als das man das jetzt so zackzack beschreiben könnte.

    Um zu wissen, wie teuer die Sanierung sein könnte, muss man erst mal gesichert wissen, woher das Wasser kommt und wie (und ob) man die Ursache abstellen kann.
     
  4. mls

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    sicher, dass nur eine ecke feucht ist?
    wenn über dem keller e. kappendecke mit stahlträgern drin ist - vor
    kauf prüfen lassen, hohes schadensrisiko. genauso: dachdämmung und
    fachwerksockel .. da wird gern mal rumgepfuscht.
    nimm e. fachmann mit - und lass dich nicht mit "oberflächengutachten"
    abspeisen: wichtig ist, wie´s *in* der substanz aussieht.
     
  5. Inkognito

    Inkognito Gast

    Hatte mal mit sowas in Denkmalgeschützt zu tun. Da half eigentlich nur noch abreißen, von außen soweit ok, das Fachwerk im inneren alles morsch.
    Fachwerke zu der Zeit waren auch nicht immer welche, das sollte zum Teil nur so aussehen und nannte sich "Deutschtümelei".
    Die Seite ohne Fachwerk... ist das zufällig die Wetterseite?

    '39 ist eigentlich ein gutes Baujahr, ~1934 wurde recht viel untersagt, was wirklich nicht so prickelnd war, aber im Krieg waren Baustoffe dann rar. 38er Normalmauerwerk ist schon nicht prickelnd was den Wärmeschutz angeht, insbesondere in Wandecken kann es hier zu Problemen mit dem Mindestwärmeschutz kommen. Darunter, wie hier zu befürchten, kommt man um Dämmen nicht herum, nicht nur aus Energiespargründen sondern aus Gründen der Wohngesundheit.

    Von außen dämmen ist schon Frevel, hübscher als alle kubischen Neubauwürfel mit gammeliger Fassade dank fehlendem Dachüberstand oder orangener Fertighäuser "Stadtvilla Kunterbunt" mit 15° Zeltdach und Toskanaziegeln ist das allemal.

    Fazit - jemanden mitnehmen der sich auskennt. Ein Resistograph wäre von Vorteil.


    Ansonsten noch das Übliche zu solchen Immobilien, die Raumgrößen und die Schnitte sind heute anders, einiges kann man umlegen, aber ein kleines Wohnzimmer bleibt klein.
     
  6. Jan81

    Jan81

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    Ich persönlich sehe das so. Wenn jemand sich so ein haus kauft, dann muss ihm klar sein, dass es nie ein Neubau wird, egal wieviel Geld man rein steckt. Man lässt das haus lieber so wie es ist und lebt mit Charm eines altes Hauses und hält es instand.
    So ein Haus komplett sanieren und auf den neuesten energetisch Stand bringen, würde mehr kosten als ein Neubau.
    Eine Innendämmung schlecht ausgeführt und geplant führt in wenigen Jahren zu eine komplett abriss. Wenn man auf die Idee kommt so ein Haus energetisch zu sanieren, dann nur mich Fachmann für Fachwerkhäuser. Und eine gute Innendämmung ist zum Teil teuerer als Außendämmung. Für eine Innendämmung reicht es halt nciht einwenig Glaswollen an die Wand dran, Dampfsperre davor und dann Gispkartonplatte.
    Ich persönlich halte nix von Fachwerkhäuser von Innen zu dämmen. Am besten von außen und mit hinterbelüfteten Vorsatzschale aus Holz, wenn kein Denkmalschutz.
     
  7. R.B.

    R.B.

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    Wenn man es überhaupt noch mit vertretbarem Aufwand instandhalten kann.

    Das Dach wurde anscheinend schon einmal angefasst, für´s Nebengebäude hat es aber wohl nicht mehr gereicht. Auch die Fassade hat man wohl optisch aufgepeppt. Die Innenräume sehen hingegen eher grenzwertig aus, mit ein bisschen Farbe ist es sicherlich nicht getan.

    Meine Befürchtung, der Teufel steckt im Detail, und das bedeutet hier, unter der Hülle. Die Feuchtigkeit im Keller könnte der Bauweise des Kellers geschuldet sein, das kann aus der Ferne niemand sagen. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass man aus einem Keller der über 75 Jahre alt ist, keinen "Neubau-Wohnkeller" machen kann, zumindest nicht mit vertretbarem Aufwand.
    Auch ein Hochrüsten des Gebäudes auf EnEV-"Standard" dürfte die Kosten eines Neubaus überschreiten. Von solchen Gedanken sollte man sich verabschieden.

    Man sollte also zuerst einmal entscheiden, was man wirklich möchte. Dann Kosten ermitteln, hierfür wäre eine Begutachtung zwingend erforderlich. Diese sollte nicht nur eine Wertermittlung im Auftrag haben, sondern vor allen Dingen auch eine Schadensermittlung und Sanierungskostenkalkulation. Sollte dann die Entscheidung zugunsten des Gebäudes fallen, dann würde ich mehr als nur ein bisschen Reserve in die Finanzierung einbauen.
     
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  9. #7 Ralf Dühlmeyer, 30. November 2015
    Ralf Dühlmeyer

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    Zu 1 Westseite. Da wurde eine Verblendschale als Wetterschutz VOR das Fachwerk gestellt.
    Wie sieht das Fachwerk dahinter aus?? Kann so keiner sagen!

    Zu 2 Neben dem optischem Thema (wozu so viel Geld für Fachwerk zahlen, wenns keiner mehr sieht) kommt dazu, dass Fachwerk und Aussendämmung schnell in Rott und Gammel endet.
    Innendämmung ist möglich, kann nicht alle Schwachpunkte ausmerzen und macht die eh schon kleinen Räume noch kleiner

    Zu 3 Keiner weiß, was da los ist! Also einfach mal das Neuabdichten des gesamten Kellers kalkulieren und freuen, wenns nur die Ecke war.

    Eltanlage - muss komplett neu, Sanitär vermutlich auch und so wie Tore und Mauerpfeiler rüberkommen, gibts da noch ne Menge Überraschungen zu finden.
    EG-Boden ungedämmt, unmögliche Innenaufteilung.

    Ich würde für eine vernünftige Sanierung mit allem Schnick und Schnack mal locker 250.000 bis 400.000 € auf den Kaufpreis aufrechnen.
    Dann kann man daraus auch ein kleines Schmuckstück machen, wenn denn die Wohnideen des Bauherren mitspielen.
     
  10. Bauqualle

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    .. dann sollte man doch mal erst den Begriff "Fachwerkhaus" klären. Ich seh`nur eine Giebelwand mit etwas Holz zwischen den Verblendern . Das Gerüst des Hauses , die statische Konstruktion aber bleibt unsichtbar. Unter einem "Fachwerkhaus" versteh ich aber was anderes.
     
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Fachwerkhaus 1939 - Was ist zu beachten?

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