FBH: Temperatur auf Basis der Wettervorhersage

Diskutiere FBH: Temperatur auf Basis der Wettervorhersage im Heizung 2 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, ich habe mir für meine 20 Jahre alte Heizung eine Steuerung gebaut. Ein Computer misst Außentemperatur und die die Temperatur des...

  1. Tobitobsen

    Tobitobsen

    Dabei seit:
    29. September 2015
    Beiträge:
    10
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Softwareentwickler
    Ort:
    Leverkusen
    Hallo,

    ich habe mir für meine 20 Jahre alte Heizung eine Steuerung gebaut. Ein Computer misst Außentemperatur und die die Temperatur des Rücklaufs und schaltet basierend auf einer Heizkurve Brenner und Pumpe an. An der Heizung habe ich selber keine Veränderungen vorgenommen. Im Prinzip findet alles im Sicherungskasten statt. Der Vorbesitzer des Hauses hat fast nie geheizt und die Heizung über den Sicherheitsabschalter am Vorlauf gesteuert. Die Heizung konnte quasi nur an/aus. Suboptimal. Die neue Steuerung hat uns schon einiges an Komfort gebracht.

    Nun habe ich folgendes vor:

    Da die FBH ja recht träge ist habe ich mir gedacht, das man doch auch den Wetterbericht als Grundlage nehmen kann. 10° Außentemperatur sagen ja nix über den Bedarf aus. An einem sonnigen Tag mit 10° bekommen wir durch eine große Fensternfront einiges an Wärme ins Haus. Anders sieht es an einem bewölkten Tag mit 10° aus.

    Diese Informationen sind im Internet verfügbar. Da ich die Steuerung entwickelt habe, kann ich die Information des Außenfühlers ignorieren bzw. nur als Notwert nehmen und mich voll auf die Wettervorhersage verlassen. Dazu müsste ich nur einen geeigneten Algorithmus entwickeln (bin Softwareentwickler)

    Da die FBH ja träge ist habe ich mit weiterhin gedacht, dass es bestimmt nicht verkehrt ist, wenn ich in diesem Fall die vorhergesagte Temperatur in X Stunden nehme. Meine Frage: Welchen Wert würdet ihr Erfahrungsgemäß für X nehmen? Hatte an 4h gedacht. Heute morgen zb lief die Heizung bei besagten 10° mit 28° Vorlauftemperatur. Mittags kam dann die Sonne und wir hatten 24° in der Bude (3 mehr als gewünscht) Ich verspreche mir etwas gespartes Gas mit der Maßnahme. Und da wir gerade beim Thema sind: Ich höre widersprüchliche Aussagen zum Thema Nachtabsenkung. Die einen sagen sie würde bei FBHs keinen Sinn machen, Installateure schwören drauf, andere sagen es hängt vom Wärmeverlust des Hauses ab. WIe ist die Meinung der Experten dazu?

    Vorab vIelen Dank für eure Antworten!
     
  2. Anzeige

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. mastehr

    mastehr

    Dabei seit:
    30. Dezember 2010
    Beiträge:
    3.936
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Software-Entwickler
    Ort:
    Niedersachsen
    Was ändert sich Dich durch Deine Steuerung daran? So wie ich das verstehe, kennt Deine Steuerung auch nur an und aus? Oder wie realisierst Du die Regelung der Temperatur? Warum regelst Du die Rücklauftemperatur?
    Was war mit den Räumen auf der Schattenseite des Hauses? Wären die ohne Heizung auch ausreichend warm gewesen?
    In meinem KfW-70-Haus von 2012 habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Durchheizen die beste Strategie ist. Tatsächlich läuft meine Heizung nur, wenn wirklich Heizbedarf besteht. Bei der aktuellen Wetterlage springt sie deshalb meistens nur nachts an und läuft dann drei oder vier Stunden. Das reicht dann den ganzen Tag über, weil die Räume sich bei dem aktuellen Wetter tagsüber kaum abkühlen.
     
  4. Tobitobsen

    Tobitobsen

    Dabei seit:
    29. September 2015
    Beiträge:
    10
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Softwareentwickler
    Ort:
    Leverkusen
    Hallo, neu ist der Außenfühler. Basierend auf diesen und der Heizkurve geht die Heizung an oder aus. Die Tagen an denen es zu kalt/zu warm war haben sich deutlich reduziert. Vor allem im Frühjahr/Herbst war man oft im Keller um die die Heizung an- und auszuschalten. Ging die Heizung aus, war auch die Umlaufpumpe aus. Diese läuft nun nach dem aus des Brenners ein paar Minuten weiter. Den Rücklauf messe ich, weil ich den Brenner ausschalte, sobald der Sollwert der Heizkurve dort ankommt.....den Vorlauf messe ich zur Sicherheit. Ist der über 48° geht der Brenner auch aus. Dazu ist noch die alte mechanische Sicherung. (Denke das is ne art Bi-Metal drin...von Landis Gyr und vom aussehen aus den 80ern) die ebenfalls den Brenner deaktiviert....nur für den Fall meine Steuerung spinnt......
     
  5. Julius

    Julius

    Dabei seit:
    25. März 2004
    Beiträge:
    23.213
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Kabelaffe
    Ort:
    Franken
    Benutzertitelzusatz:
    Werbung hier erfolgt gegen meinen Willen!
    Welchen Wärmedämmstandard hat denn das Haus?
    Welche Heizlast?
    Leistung des Wärmeerzeugers?
     
  6. the motz

    the motz

    Dabei seit:
    10. März 2011
    Beiträge:
    883
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    regeltechniker/operater
    Ort:
    Großmugl
    Laut deinen Ausführungen geht der Brenner direkt in die FBH?

    Ohne Rücklaufanhebung oder Vorlauf Regelung?

    Nachtabsenkung ist mit Abhängigkeit vom Wärmebedarf zu sehen.
     
  7. Tobitobsen

    Tobitobsen

    Dabei seit:
    29. September 2015
    Beiträge:
    10
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Softwareentwickler
    Ort:
    Leverkusen
    Ja, Vorlaufregelung oder Rücklaufanhebung gibt es nicht. Voraufregelung habe ich jetzt quasi geschaffen....wobei ich diese derzeit nur aufzeichnet aber nicht darauf reagieren. Nur der Rücklauf wird berücksichtigt.

    Das Haus ist von 1980 und hat wohl 24cm Hochlochziegel und Putz. Das Dach ist mit 16cm alukaschierte Glaswolle gedämmt. An der Dachdämmung bin ich dran. Da kommen jetzt 16cm Mineralwolle mit WLG 32 rein und zusätzlich 5cm Klemmfilz...ebenfalls WLG 32. Heizung hat 17kw. Heizlast hab ich nicht parat. Muss mal meine Unterlagen wälzen.. Mein Nachbar hatte die gleiche Heizung und notiert seit 30 Jahren den Gasvebraucht. Haus ist auch baugleich (Doppelhaus). Er hat mit der Heizung (Warmwasser wird auch mit Gas erzeugt) ca 3300m³ pro Jahr bei 167qm Wohnfläche.
     
  8. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19. August 2005
    Beiträge:
    48.841
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Wenn Du eine präzise Wettervorhersage für Deinen Wohnort bekommst dann wäre diese Strategie durchaus denkbar, bei uns wäre sie aber unmöglich. Auf einer Fahrtstrecke von 30km kann man hier problemlos 3 Wetterlagen durchfahren, Temperaturdifferenzen von 4-6K sind keine Seltenheit, unterschiedliche Sonnenverhältnisse aufgrund Nebel und/ oder Wolkenhöhe ebenso. Auch die Windverhältnisse darf man nicht unterschätzen. Mir ist keine verlässliche Wettervorhersage für meinen Wohnort oder Betriebsstandort bekannt.

    Das Verhalten der FBH ist erst einmal von deren Aufbau abhängig. Damit könnte man theoretisch eine Verzögerungszeit ermitteln. Für die Praxis interessiert aber nicht nur der Wärmedurchgang durch die FBH, genauer gesagt deren Temperaturleitfähigkeit, sondern auch der Wärmeübergang in den Raum. Je nach Wärmebedarf stellt sich das unterschiedlich dar. Es ist also schwer mit einer festen "konstanten" Zeitverzögerung zu rechnen, zumal wenn diese deutlich höher ist als die Geschwindigkeit von Wetterschwankungen. Sonnenschein kann sich beispielsweise innerhalb von Minuten ändern, keine FBH kann auf solche Veränderungen schnell genug reagieren.

    Die Regelung der Heizflächen spielt jedoch eine untergeordnete Rolle wenn die Räume möglichst gut von der Außenwelt entkoppelt sind. Das lässt sich im Fall von Fenstern und solaren Erträgen leider nicht behaupten.

    Bei der Nachtabsenkung spielen solare Erträge logischerweise keine Rolle, hier greift ausschließlich die Wärmedämmung des Gebäudes. Ist die Heizung inkl. Heizflächen darauf hin optimiert dann kann eine Nachtabsenkung entfallen, sie bringt keine Vorteile mehr. Bei schlecht gedämmten Gebäuden sieht das anders aus, aber dann wären an sich auch schnell reagierende Heizflächen erforderlich.
     
  9. #8 Alfons Fischer, 30. September 2015
    Alfons Fischer

    Alfons Fischer

    Dabei seit:
    18. November 2010
    Beiträge:
    3.722
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    thermische Bauphysik
    Ort:
    Dkb
    Benutzertitelzusatz:
    Formularausfüller
    ich finde dieses Ansinnen höchst interessant und bin auch überzeugt, dass wir das in 10 Jahren fast als Standard einbauen. Solche Ideen gehen mir schon länger durch den Kopf. Ich meine, ich hätte irgendwo auch schon eine vergleichbare Bastellösung gesehen... War es bei einem Mobilfunkanbieter?

    Es gibt relativ alte Veröffentlichungen des Passivhausinstituts, wo beschrieben wird, dass im Niedrigstenergie- und Passivhaus die höchste Heizlast im Passivhaus nicht bei Auslegungstemperatur der Heizung (je nach Standort ca. -15°C), sondern bei ca. -5°C und nebligem Wetter abgerufen werden. Ab ca. -5°C und kälter haben wir ja immer klares Wetter, es kann gar keinen Nebel geben, die Luftfeuchte in der Außenluft fällt ja weitestgehend aus.
    Was damals als Niedrigenergiehaus bezeichnet worden ist, ist ja heute quasi Standard. Nur an der Ausrichtung der Fenster müssten wir von Fall zu Fall arbeiten.
    Die Tendenz könnte bei Häusern mit nennenswerten solaren Energiegewinnen (optimal ausgerichteten unverschatteten Fenstern) und gutem Wärmeschutz dahin gehen, dass man dieses Konzept weitertreibt und die Heizungen eben nur auf eine Auslegungstemperatur von -5°C auslegt. Könnte gerade bei Wärmepumpen interessant werden.

    ja, ich wünschte mir intelligente Heizungssteuerungen, die schon vorher erkennen, dass der Tag strahlungsintensiv wird. Ich selbst bin bei uns daheim ja "ein Teil der Heizungsregelung" (weil Holzheizung, ich muss also anschüren, wenn ich es warm haben möchte). Wenn ich morgens um 6Uhr bei nur +5°C Außentemperatur erwarte, dass (so wie z.B. heute) tagsüber die Sonne scheinen wird, heize ich gar nicht an. Zwar habe ich dann morgens geringfügig Untertemperatur im Raum (also theoretisch Komforteinbuße), das stört mich aber nicht, weil ich ohnehin aus dem Haus gehe.
    Auf der anderen Seite weiß ich, dass ich abends nicht erst um 20Uhr anheizen darf, damit es auf dem Sofa kuschelig warm wird. Denn bis es im Raum warm wird, braucht es je nach Heizungsart schon mal ein paar Stunden (weil das System ja ausgekühlt ist). Als muss ich schon um 18 Uhr oder früher anheizen, damit es um 20/21 Uhr passt...

    Schön wäre, wenn das eine Steuerung erkennen könnte. Aber ich denke, das ist nur eine Frage der Zeit.
    Nur: Wer kümmert sich um diese Steuerung, wer stellt die für das Haus und den Nutzer individuell verschiedene Bedarfskurve ein? Wir haben ja heute schon z.B. bei Wärmepumpen das Problem, dass Heizkurven nicht optimal eingestellt werden, weil das einen hohen Zeitaufwand und viel "learning by doing" bzw. "try and error" erfordert...
     
  10. the motz

    the motz

    Dabei seit:
    10. März 2011
    Beiträge:
    883
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    regeltechniker/operater
    Ort:
    Großmugl
    Da braucht man das Rad nicht neu erfinden- Sonneneinstrahlung, Windgeschwindigkeit, Fensteranteil, Gebäudezeitkonstante, etc... das sind alles Parameter, die auch jetzt schon in den Heizungsreglern einstellbar sind (sofern die passende Komponente auch vorhanden ist).

    Das Problem ist hierbei eher der Benutzer- es gibt nun mal keine 2 gleichen Häuser, somit gehört jedes einzeln für sich beobachtet und nachjustiert!
    Wenn schon mal dazu die Bereitschaft fehlt, wirds schwierig...
     
  11. Anda2012

    Anda2012

    Dabei seit:
    10. September 2012
    Beiträge:
    1.205
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Dipl.- Ing. Arch
    Ort:
    Nürnberger Land
    Benutzertitelzusatz:
    Von der Bauleitung zum Formularausfüllen
    @Alfons: Die Aussagen von Dir finde ich interessant! Ich habe nämlich immer wieder die Überlegung, ob ich nicht eine flottere FBH hätte einbauen sollen, glaubs die war mit Trockenestrich oder so. Mich nervt etwas die Trägheit: Ich hab ja Riesenfenster mit Südausrichtung und ein langgestrecktes Haus, heißt also, bei Sonnenschein habe ich im Übergang und Winter einen tollen Wärmeeintrag. Und hier passierts, dass die Kinderzimmer eher mal zu warm werden (Sonnenschein-> bis die FBH auskühlt dauerts) und wenn die FBH endlich wieder anspringt, weil die Temperatur in dem Zimmer sinkt, dann dauerts bis wieder hochgeheizt wird. Ist jetzt nicht ein Riesenproblem, aber die Perfektionistin hätte es gerne perfekt ;-) Oder man müsste dauernd am Temperaturregler rumdrehen, das halte ich aber auch nicht für DIE Lösung.

    Heizen muss ich übrigens noch gar nicht. Außer im Bad und da nehmen wir für die Dauer des Aufenthalts bei den Kids schnell den Heizlüfter. Finde ich auch nciht so toll, da hätte ich gerne was anderes, möglichst mit Zeitprogramm. Achja, und ein Lottogewinn wäre auch schön....
     
  12. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19. August 2005
    Beiträge:
    48.841
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Solche und ähnliche Lösungen gibt es bereits. Für große Gebäude bei einem renommierten Hersteller von Haustechnik (Sie....s), aber auch im kleinen Rahmen (Bsp.: Pelletkessel von Ökof....).
     
  13. the motz

    the motz

    Dabei seit:
    10. März 2011
    Beiträge:
    883
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    regeltechniker/operater
    Ort:
    Großmugl
    Da muss nicht gleichs große System sein- geht auch mit Synco im kleinen Rahmen....

    Kommunikativ, webfähig, DP können mit ETS übernommen werden...
     
  14. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19. August 2005
    Beiträge:
    48.841
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    ich bin bei den Preisen sicherlich nicht up to date, aber meine Vermutung ist, dass er für das Geld eines funktionsfähigen Systems (also inkl. aller benötigten Komponenten) auch eine komplette Gastherme inkl. 08/15 Regler bekommt. ;)
     
  15. the motz

    the motz

    Dabei seit:
    10. März 2011
    Beiträge:
    883
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    regeltechniker/operater
    Ort:
    Großmugl
    Garantiert sogar- dann ist's aber mit selber dran rumschrauben vorbei.
    Und ob die gewünschten Informationen (wetter,etc...)so einfach zu implementieren sind, mag ich mal bezweifeln.
     
  16. Achim Kaiser

    Achim Kaiser

    Dabei seit:
    29. Oktober 2005
    Beiträge:
    7.472
    Zustimmungen:
    0
    Ich kenne keine einzige Anlage bei der ein vernünftiger Verbund aus Einzelraumregelung, Pumpenleistungsanpassung und Kesselparameterführung wirklich gut funktioniert.

    Bei FBH Anlagen sollte man den Begriff *regeln* sowieso nur im Vollkörperkondomanzug verwenden :).
    Wirkungsarmes Trendmanagement triffts da wohl eher, vor allem wenn tatsächlich viel geregelt werden müsste durch z.B. große Fensterflächen ....

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  17. Zellstoff

    Zellstoff

    Dabei seit:
    7. Juli 2012
    Beiträge:
    2.932
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    IT
    Ort:
    München
    Benutzertitelzusatz:
    hat mal was vernünftiges gelernt
    ich bin ja auch ein "Heizungsspieler", allerdings nicht über zusätzliche Regelung sondern nur über Kennlinie und Betriebszeiten.
    Die Ausgangslage ist auch eine etwas andere: "Neubau" 2012, durchaus gut gedämmter Standard (36,5er 0,07er Ziegel = U-Wert Wand ~0,18), 0,95er Fenster, Dach Standard: 20cm WLG 035, REH mit beheiztem Keller, alles FBH, alle relevanten Fensterflächen nach Ost und Süd. KWL mit WRG

    Ich hab etliche Vergleichsreihen immer über ca 1Woche in den 3 Heizperioden gefahren, wo die Wetterverhältnisse möglichst stabil waren. Fazit: Ich fahre aktuell mit Nacht- und Tagabsenkung, sprich ich unterbinde die Heizzeiten zw. 23:00 und 04:00 und zw. 10:00 und 14:00.
    Die Tagabsenkung (Solltemp auf 5°C gesenkt) zw. 10:00 und 14:00 bringt ca. 10% Ersparnis im Vergleich zu Durchheizen. Ich nutze also die solaren Erträge rein auf Verdacht; Auslöser war die Beobachtung, dass es an einem sonnigen Wintertag durchaus zu warm (Raumzieltemp=22°, bei Sonne dann aber auch mal 24-25°) werden kann, wenn die Heizung durchläuft. Bis die RT eingreifen, ist offenbar schon zu viel Energie im Estrich. Längere Tagabsenkung rein auf Verdacht senkt den Komfort am Abend, wenn die Wetterlage entsprechend ungünstig ist (genau wie Achim schreibt, knapp unter 0 aber den ganzen Tag neblig).
    Eine zeitlich angepasste Absenkung auf Basis eine Wettervorhersage wäre hier also von Vorteil.
    Mit der aktuellen Tagabsenkung, bin ich den Wohnräumen die man tagsüber nutzt immer im Bereich 21,5 - 22,5°.
    Jetzt das aber:
    Was bedeuten denn die ca. 10% geringerer Verbrauch bei den Heizkosten? Auf die jährlichen Gaskosten bezogen sind das ca. 30-35€/Jahr bei meinem Neubau, also reine Spielerei. Im rel. schlecht gedämmten Altbau, ist die Steuerung über die Wettervorhersage aber vermutlich noch etwas effektiver.
    Noch ein Wort zur Nachtabsenkung: die bringt rein auf den Verbrauch bezogen eigentlich wenig bis nichts, aber es steigert erstaunlicher Weise für uns den Komfort. Warum: nach der Nachtabsenkung startet meine Therme mit höherer VL Temp als die Kennlinie rein bezogen auf die Aussentemp hergeben würde. Das führt zu einem spürbar wärmeren Bad (zumindest der Boden) am Morgen um 06:30. Ich "provoziere" also absichtlich eine gewisse Temperaturwelligkeit. Die ist zwar an der Raumtemp. kaum messbar, aber allein dass der Boden spürbar (und da merkt man jedes Grad höhere VL) wärmer ist, ist das angenehmer.
    Tagsüber ist das Bad (im Norden) durch die Tagabsenkung auch kühler weil keine solaren Erträge, aber da wird es auch nicht zum duschen benutzt.
     
  18. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19. August 2005
    Beiträge:
    48.841
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Ich auch nicht. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir Menschen glauben wir könnten alles optimieren, und dabei vergessen, dass es immer unvorhersehbare Faktoren gibt. Wenn ich da wirklich "regeln" möchte, dann müsste ich neben dem Heizen auch eine Zwangskühlung mit berücksichtigen denn ein Regler muss ja immer in beide Richtungen arbeiten können. Soalre Erträge kann man nicht vorhersehen, und wenn sich die Bedingungen schnell ändern, kann ein träges Haus gar nicht gegensteuern. Ein Überhitzen ist unumgänglich, man kann nur versuchen die Höhe der Überhitzung zu begrenzen indem man während dieser Zeit nicht auch noch dazu heizt. Morgens die Heizujng abzuschalten, in der Hoffnung auf solare Erträge am Mittag, ist schon mutig. Die Frage ist dann, was ist mir wichtiger, morgens eine "warme" Bude, dafür am Mittag eine Überhitzung, oder morgens frieren, in der Hoffnung, dass es bis Mittag wieder warm wird.
    Tüftler und Optimierer kennen solche Situationen, meist auch deren Folgen wenn man auch noch Familie hat. ;)
     
  19. mastehr

    mastehr

    Dabei seit:
    30. Dezember 2010
    Beiträge:
    3.936
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Software-Entwickler
    Ort:
    Niedersachsen
    Das würde ich schon nicht mehr als Absenkung, sondern als Ausschaltung bezeichnen, zumindest in einem Neunbau von 2012, auch wenn Du tatsächlich nicht auf, sondern um 5 °C absenkst. Ich senke im Sommerbetrieb die Solltemperatur nur um 1,5 °C ab. Daraus ergibt sich faktisch schon eine Abschaltung.
    Mit welcher Hysterese arbeiten diese?

    Bei der aktuellen sonnigen Wetterlage läuft meine Heizung nur nachts, meistens zwischen 3 und 7 Uhr. Trotzdem steigt die Temperatur in den südlichen Räumen tagsüber auf knapp 2 °C über Solltemperatur.
    Diese Beobachtung habe ich auch bei mir gemacht. Da die Heizung so lange läuft, bis die VL-Temperatur 5 °C über der Soll-Temperatur liegt, ist der Fußboden im ganzen Haus morgens angenehm warm.
     
  20. Anzeige

    Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  21. Zellstoff

    Zellstoff

    Dabei seit:
    7. Juli 2012
    Beiträge:
    2.932
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    IT
    Ort:
    München
    Benutzertitelzusatz:
    hat mal was vernünftiges gelernt
    Ja, es soll ja auch eine faktische Abschaltung sein. Eine Abschaltung kann ich bei meiner Steuerung aber nur über die Absenkung der Soll Temp. erreichen. Dass das sicher greift, wird eben auf Frostschutz abgesenkt und ich hab nur diesen beiden Werte die regeln kann.
    Im Sommer und Übergangszeit betreibe ich die Therme rein im Warmwasserbetrieb, die Betriebsart kann ich aber nicht zeitgesteuert setzen.

    sind einfache Klick/Klack, also irgendwas um die 0,5-1°. Trotzdem greifen die eben nur, wenn es schon zu warm ist im Raum. Das geht gerade Mittags schnell, wenn die Sonne mal 1h rauskommt und zusätzlich z.B. gekocht wird. Mit fester Abschaltung greift man diesem Ereignis einfach vor.

    edit:
    aktuell bin ich noch im Warmwasserbetrieb, ist aber aktuell an der Grenze. Tagsüber noch 22-23 RT, Morgens 21,5. Das ist so die Grenze. 22 ° ist unser Wohlfühlbereich, Abends auf der Couch auch gern mal 23-24°, aber das macht dann der Kaminofen :D
     
  22. mastehr

    mastehr

    Dabei seit:
    30. Dezember 2010
    Beiträge:
    3.936
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Software-Entwickler
    Ort:
    Niedersachsen
    Nicht? Das können alle Thermen, die ich bisher zu Gesicht bekommen habe. Das ist aber sicher nicht repräsentativ.
    Das sind wohl die üblichen Werte. Ich halte eine Hysterese von 1 °C schon für sehr viel. Meine laufen mit 0,2 °C.
    Ja, kann man machen. Das ist natürlich schon spekulativ. Hast Du diese Absenkung das ganze Jahr aktiv?
     
Thema:

FBH: Temperatur auf Basis der Wettervorhersage

Die Seite wird geladen...

FBH: Temperatur auf Basis der Wettervorhersage - Ähnliche Themen

  1. Ventilantriebaktoren für FBH

    Ventilantriebaktoren für FBH: Hallo, ich verstehe nichts mehr. Mein Heizungsbauer sagt er liefert die FBH inkl. Verteiler und Stellmotoren. Ab den Stellmotoren muss der...
  2. Innenputz Temperaturen

    Innenputz Temperaturen: Grüße Da es jetzt draußen eisige Temperaturen hat wollte ich mal Fragen wie das ausieht zwecks Innenputz habe eine Große Heizkanone in meinem...
  3. Neuen Estrich mit FBH vor Frost schützen?

    Neuen Estrich mit FBH vor Frost schützen?: Hallo, am Mittwoch wird bei uns der Zementestrich eingebaut. Das Aufheizprotokoll startet nach 21 Tagen. Kann ich vorher um den Bau insgesamt...
  4. FBH Dünnschichtsystem auf OSB

    FBH Dünnschichtsystem auf OSB: Hallo sagt ein noob hier im Forum Ich suche Hilfe hier im Forum. Wir sanieren hier ein altes Fachwerkhaus mit Holzbalkendecke. Das EG ist soweit...
  5. Ungleichmäßig warme Fliesen über FBH

    Ungleichmäßig warme Fliesen über FBH: Hallo zusammen, da die kühleren Tage jetzt wieder da sind, ist bei uns wieder eine Frage aktuell geworden. Wir haben eine FBH, die im Abstand...