Fenster bündig mit Mauerwerk außen?

Diskutiere Fenster bündig mit Mauerwerk außen? im Fenster/Türen Forum im Bereich Neubau; Hallo Zusammen, mein Haus wurde aus 36,5cm starken Porotonsteinen (T14) in monolithischer Bauweise ohne zusätzliche Dämmung erstellt. Die Fenster...

  1. anguiga

    anguiga

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    Hallo Zusammen,
    mein Haus wurde aus 36,5cm starken Porotonsteinen (T14) in monolithischer Bauweise ohne zusätzliche Dämmung erstellt. Die Fenster mit Aufsatzrolläden wurden mit den Rolladenschienen außen bündig eingebaut, so das die Fenster außen keine Laibung haben. Abgesehen vom Isothermenverlauf, und der seltsamen Optik, kann der Putzer keine Ecke (Laibung) putzen - er muß also die Rolladenschine ca. 1cm überputzen. Dies sei jedoch ungünstig für die Haltbatkeit des Putzes.

    Ist ein derartiger Einbau überhaupt zulässig? Gibt es für die Position des Fensters in der Laibung Richtlinien?

    Viele Grüße
     
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  3. Dullnratz

    Dullnratz

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    Schönen guten Abend,

    darf man vorerst erfahren nach welchem Qualitätsstandart dein Häuschen geplant, ausgeschrieben und vergeben wurde?

    Stein T14, Aufsatzroka, - das sind nicht unbedingt Anzeichen für eine Planung mit hohem Anspruch an die Qualität sondern ehr an den Preis. Das macht sich bei zeiten in der Ausführung bemerkbar.

    Ich verstehe Deine Beschreibung so, daß der Fensterrahmen sich im äußeren Drittel der Wand befindet.

    Als kleiner Hinweis zur Richtigkeit des Einbaus darf man zumindest die Norm DIN 4108 Beiblatt 2 ("Wärmebrückenkatalog) erwähnen in der aus gutem Grund ein Fenstereinbau im mittleren Drittel vorgegeben wird.

    Wenn Du aus Mangel an fachlicher Hilfe einem ungünstigen Einbau, der sicher so angeboten war, bestellt hast solltest Du zumindest einiges für die Motivation der Putzer tun. Mit etwas Anstrengung können die sicher zumindest Dein optisches Problem "Putzrisse" minimieren.

    Hast Du hingegen bei der Auftragsvergabe zumindest auf die "allgemeinen Regeln der Technik" verwiesen darf Dir der Fensterbauer wohl mal nachweisen, daß sein Einbau Wärmebrücken minimiert, wie das seit Jahren in der EnEV gefordert wird.

    Schönen Abend noch und Gruß aus Franken
     
  4. Eric

    Eric

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    Auf die Geltung der anerkannten Regeln der Technik mußte Anguiga bei der Auftragsvergabe nicht verweisen. Deren Geltung verstand sich für den Fensterbauer von selbst. Insofern ist es ein Mangel, daß abweichend von den aRdT eingebaut wurde. Dies gilt nach ständiger Rechtsprechung des BGH sowohl für den VOB-Bauvertrag als auch für den BGB-Bauvertrag. Unabhänig hiervon ist der Einbau ein Verstoß gegen zwingendes Recht > ENEVO

    Der Fensterbauer hätte nur dann eine Chance, wenn Anguiga den fehlerhaften Einbau angeordnet haben sollte und der Fensterbauer sich vergeblich und bis zum Umfallen bemüht haben sollte, ihm dies unter klarem und eindeutigen Hinweis auf die Nachteile auszureden. Beweislast läge beim Fensterbauer; unabhängig hiervon, ergibt sich hierfür nichts aus dem mitgeteilten Sachverhalt. Fensterbauer wird also nochmals antreten und die Fenster auf seine Kosten versetzen müssen.
     
  5. anguiga

    anguiga

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    Vielen dank erst mal für die Hinweise! Kann man die entsprechenden Normen im Internet nachlesen? Mein Bauunternehmer sagt, daß es keine konkrete Vorschrift (also Abstand von Außenkante Mauerwerk) für die Position des Fensters im Mauerwerk gibt. Außerdem würde die Position durch den Rolladenkasten, der innen und außen bündig sitzt, vorgegeben. Wie sollte ich Eurer Meinung nach fortfahren? - denn der Verputzer wird in dieser Woche seine Arbeit fertigstellen. Ein Ausbau und Versetzen der Fenster (mit geringem Aufwand) ist jetzt schon nicht mehr möglich.
     
  6. anguiga

    anguiga

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    Mein Bauunternehmer hat reagiert, so daß wir uns heute auf der Baustelle getroffen haben. Er ist einsichtig, daß die Fenster nicht optimal eingebaut wurden. Da die Fenszer inzwischen innen und außen verputzt sind, wäre ein Ausbau und Versetzen eine ziemliche Katastrope - es geht also um Schadensbegrenzung!
    Daraufhin habe ich die genaue Lage nocheinmal nachgemessen: Der bisher aufgetragene Leichtunterputz ist 1,5 - 2cm dick, die Rolladenschiene 6cm - somit liegt der Blendrahmen ca. 7,5 - 8cm hinter der Außenhaut des Mauerwerks. Ist die Einbaulage möglicher Weise gerade ausreichend?
     
  7. Olaf (†)

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    Naaja...

    grade so? Darfs aber drausssen nicht wirklich kalt werden
     
  8. #7 Ingo Nielson, 19. September 2007
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    was hat er denn geboten (bzw. wie hoch fällt die "schadenbegrenzung" aus), dass jetzt plötzlich die awg-hormone anspringen? ;)
     
  9. Bruno

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    Ich sehe keinen Verstoß gegen die anerkannten Regeln der Technik. Die Fensterlage ist - wie geschrieben - durch den Rollladenkasten vorgegeben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Einbau eines handelsüblichen Rollladenkastens zwangsläufig zu einem Verstoß gegen die a.R.d.T. beim Fenstereinbau führt.

    Die Fensterlage ist wahrscheinlich bauphysikalisch suboptimal. Wobei es dafür keine optimale Lage per se gibt. Man müsste "Optimum" erst mal definieren. Ist das der niedrigste Psi-Wert oder die höchste innere Oberflächentemperatur? Die beiden Optima stellen sich bei unterschiedlichen Fensterlagen ein.

    Suboptimal wäre allerdings auch, wenn der Rollladen nicht richtig funktioniert weil das Fenster falsch sitzt. Wenn wir über ein Optimum reden, müssen wir also eine Bewertungsmatrix für drei Sachverhalte machen und die gegeneinander abwägen.

    Ich bezweifle auch, ob immer ein Optimum geschuldet ist. Für mich reicht die Einhaltung des Temperaturfaktors f der DIN 4108 und ein funktionierender Rollladen.
     

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  10. #9 Jürgen Jung, 19. September 2007
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    und wie ist nun

    der Anschluß Putz/Rollladenführungsschiene gelöst bzw. ausgeführt worden?

    Gruß aus Hannover
     
  11. anguiga

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    Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich darauf bestehen soll, die Fenster versetzen zu lassen. Die einschlägigen Literaturhinweise (DIN-, RAL-, Unipor- und Wienerberger- inbauempfehlungen, sowie die aaRdT) sagen definitiv, daß die Fensterebene mittig im mittleren Drittel der Mauer eingebaut werden soll. In meinem Fall müßte der gesamt Innen- und Außenputz der Laibungen entfert werden, um die Fenster zu versetzen. Mein Bauunternehmer sieht zwar das die Fenster nicht richtig eingebaut wurden, aber er ist der Meinung, daß es keine Probleme geben wird. Er schlägt vor, um die Fenster herum eine Fasche aufzuputzen, quasi als "Stuckelement", um die Optik zu verbessern.

    Bin ich eigentlich der einzige mit disem Proglem? Oder gibt es da Draußen noch jemand, bei dem die Fenster so eingebaut wurden? Wenn ja, wie habt Ihr das Problem gelöst? Gibt es vielleicht regionale Unterschiede in der Einbaulage der Fenster?

    Viele Grüße
     
  12. Bruno

    Bruno

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    Wer zahlt, schafft an.
    In meiner einschlägigen Literatur (VFF Merkblatt ES.03, Montagehandbuch Kunststoff-Fenster und -türen, Fachinformation ift Rosenheim "Fenster und Montage", DIN 4108-2:2003-07) steht immer der Weg offen, einen Temperaturfaktor >0,70 respektive eine innere Oberflächentemperatur >12,6°C nachzuweisen, um im zulässigen Bereich zu sein.

    Wenn die Firma fit ist, wird sie jedenfalls die Kosten abwehren können.
     
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  14. Jürgen Jung

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    weiterhin hätte man

    sich ruhig bei Bruno für diese Ausarbeitung und die angehängte Grafik/Animation bedanken können, das ist auch nicht mal so eben nebenbei gemacht.

    Und auch auf die dort geschriebenen Hinweise/Auskünfte wird mit keinem Wort eingegangen.

    Nicht schön.

    Gruß aus Hannover
     
  15. anguiga

    anguiga

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    Danke für den Hinweis - Herr Jung hat vollkommen recht. Mir ist der Arbeitsaufwand für eine Animation nicht bekannt, da ich mich mit derartigen Dingen nicht auskenne. Und das Texten geht mir auch nicht so leicht von der Hand wie manch anderen - also: vielen Dank für Ihre Beiträge und die damit verbundene Mühe.

    Mfg
     
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