Fensterglas tauschen vs neue Fenster

Diskutiere Fensterglas tauschen vs neue Fenster im Fenster/Türen Forum im Bereich Neubau; Hi, wir haben ein Haus Baujahr 1954 mit (schlecht) nicht gedämmten Wänden (U-Wert wohl 1,3) und 2fach verglasten Isolierglas-Fenstern aus 1992...

  1. Batman

    Batman

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    Hi,

    wir haben ein Haus Baujahr 1954 mit (schlecht) nicht gedämmten Wänden (U-Wert wohl 1,3) und 2fach verglasten Isolierglas-Fenstern aus 1992 (U-Wert angeblich 2,9)

    Da die Fenster sehr kalt sind würden wir diese gerne tauschen. Mir geht es dabei primär um den Wohlfühlfaktor und nicht um Energieeinsparung.

    Ich werde mir 3 Angebote einholen. Ein Anbieter tauscht nur komplett aus, ein weitere Anbieter bietet sowohl Austausch als auch Neueinbau an und der dritte Anbieter ist noch nicht gefunden ;-)

    Drei Fragen:
    1. Gibt es einen Anforderungskatalog, an dem ich mich orientieren kann? Ich wäre gerne bei den Gesprächen mit den Fensterbauern einigermaßen vorbereitet. Wichtig wäre eine Laientauglichkeit ;-)
    2. Müssen wir uns darauf einstellen, dass sich das Schimmelpotential erhöht? Bei Einzug hatten wir Schimmelprobleme und feuchte Scheiben, durch Veränderung unseres Heizverhaltens und der Lüftung sowie aufstellen von Hygrometern konnten wir das aber erfolgreich bekämpfen.
    3. Ist ein Austausch überhaupt sinnvoll? Oder schaffen wir uns damit mehr Probleme als Vorteile?


    Ich tendiere aktuell - wenn es möglich ist - zum Tausch der Fenstergläser und ggf. einstellen der Fenster.

    Vielen Dank für eure Hilfe
     
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  3. R.B.

    R.B.

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    Fenster Bj. 1992, da kann man wohl unterstellen, dass die Rahmen, Beschläge, etc. noch in Ordnung sind. Ein Austausch der Scheiben wäre somit eine Alternative.

    Um was für Fenster handelt es sich? Holz? Kunststoff? Zustand?

    Welche Scheiben man einsetzen kann, das müsste der Fensterbauer vor Ort klären. Mit hoher Wahrscheinlichkeit passen die üblichen 24mm Glaspakete mit einem Ug-Wert von 1,1W/m2K. Das Gewicht dürfte für die Beschläge auch keine Herausforderung sein. Ich würde mir eine Wartung der Fenster inkl. Scheibentausch anbieten lassen. Das könnte hinsichtlich Kosten eine interessante Alternative sein.

    Ein Austausch der kompletten Fenster wäre dann empfehlenswert, wenn die Rahmen/profile bereits in einem entsprechenden Zustand wären der einen Austausch sinnvoll macht. Werden nur die Scheiben getauscht, dann bleibt die Schwachstelle Rahmen, Dichtungen etc. aber die Fenster 1992 waren jetzt nicht so schlecht, dass man diese unbedingt austauschen müsste. Neuere Profile haben einen besseren U-Wert, auch das Thema Dichtungen ist heute besser gelöst (mehrere Dichtebenen), aber das bedeutet nicht, dass die alten Fenster schlecht waren. Wenn man die wieder ordentlich einstellen kann, dann können sie noch lange funktionieren. Sind sie verzogen, marode, etc. dann wäre ein neues Fenster angebracht. Deswegen ja auch die Empfehlung, dass sich der FB das vor Ort anschauen muss.

    Schimmel hat weniger mit dem U-Wert der Fenster zu tun, als vielmehr damit, dass moderne Fenster "luftdicht" sind. Der U-Wert hat einen Einfluss darauf, wo die Luftfeuchtigkeit kondensieren kann. Besserer U-Wert bedeutet höhere Oberflächentemperatur, und wenn die Fensterflächen "wärmer" sind als das Mauerwerk, dann wird feuchte Luft zuerst an den Mauern kondensieren, und nicht wie früher an den Fensterscheiben.

    Ist die Lüftung der Räume sichergestellt dann wüsste ich jetzt nichts was gegen einen Fenstertausch oder Austausch der Scheiben sprechen würde.

    Ach ja, die erste Frage.

    Du legst Deine Anforderungen fest, s.o. also der Wohlfühlfaktor. Weitere Anforderungen gibt es wohl nicht (Schallschutz o.ä.). Nun liegt es beim FB welchen Vorschlag er unterbreiten kann. Dazu muss er aber die vorhandenen Fenster begutachten und dann entscheiden, ob ein Austausch der Scheiben überhaupt in Frage kommt. Wenn ja, dann kann man beide Varianten miteinander vergleichen und dann entscheiden.

    Wären die Fenster ein paar Jahre älter, dann würde ich eher den Fenstertausch favorisieren, aber bei einem Alter von etwa 22 Jahren muss man halt genau hinschauen.
     
  4. planfix

    planfix Gast

    ich denke das ist eine "preisfrage"
    ich hatte mal einen fall, da haben wir auf grund der fenstergeometrie, alles segmentbogenfenster auch nur die gläser getauscht, somal das holz noch sehr gut war.
    hast du alle fenster mal genau betrachtet wieviel deine fensterstöcke und -flügel noch taugen? oftmal sind ältere fenster, wenn sie schon so lange halten, aus richtig hochwertigem holz.
    würdest du dich bei neuen fenstern für holz, holz/alu oder kunststoff entscheiden? auch hier ist der preisfaktor nicht unerheblich.
    es gibt kein patentrezept, das nur die eine lösung zuläßt. nur wenn du was ändern willst, dann würde ich dir raten die fenster komplett zu erneuern, auch wenn 20 jahre noch nicht das lebensende der fenster bedeuten muß. es hat sich nur eben in den letzten 20 jahren energetisch so viel getan, daß es sicherlich sinn macht, die fenster komplett zu tauschen.
     
  5. Batman

    Batman

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    Es sind Kunststofffenster. Laienhafte Beurteilung: In Ordnung. Quietscht nicht, lassen sich problemlos öffnen und schließen, nur an einer Tür zieht es.

    Das meinte ich mit Fensterscheiben tauschen :-)

    Das wird gemacht. Der 2. und der 3. Anbieter werden ja auch um ein Angebot für Austausch der Scheiben gebeten.

    Ok, ich hatte angenommen, dass der niedrigere U-Wert bei den "neuen" Fenstern dann automatisch bedeutet, dass die Wand kälter ist.

    Das beruhigt :-)
    Ok, ich dachte, es gibt vielleicht eine Art 10-Punkte Plan beim Einbau, der in jedem Angebot vorkommen sollte und den ich entsprechend mit dem Fensterbauer durchgehen müsste.


    Vielen Dank für die ausführliche Antwort!
     
  6. Batman

    Batman

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    Leider Kunststofffenster :-(

    Da wir nur in einer Wohnung tauschen und das Gesamtbild des Hauses beibehalten werden muss, wird es auch wieder auf Kunststoff hinauslaufen, wenn wir komplett austauschen. Ich hätte liebe Holz/Alu...

    Wenn die Fenster noch 10-15 Jahre halten, wäre das sicherlich i.O.
     
  7. R.B.

    R.B.

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    Tür kann man vielleicht nachstellen.

    Nö, für die Wand gibt es keinen Grund deswegen kälter zu sein. Es verändern sich halt nur die Verhältnisse, während früher die Fensterscheiben bzw. der Fensterrahmen die kältesten Punkte im Raum waren, könnten es nun die Wände, vorzugsweise Raumecken sein.

    Durch den Austausch der Fenster entfällt halt zukünftig die Zwangslüftung, die aber bei Fenstern Bj. 1992 schon nicht mehr so gewaltig sein dürfte. Deswegen muss ja heute bereits gelüftet werden, und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Probleme gibt es immer dann wenn das Nutzerverhalten nicht zu den Sanierungsmaßnahmen passt, sprich wenn sich die Bewohner auf die neuen Umgebungsbedingungen nicht einstellen können (oder wollen), frei nach dem Motto "bisher hat es ja auch funktioniert, durch neue Fenster kann es nur besser werden".

    Einen Masterplan mit Checkliste kenne ich jetzt nicht. Beim Einbau neuer Fenster sollte man klären, wer später die Anbindung an den Putz etc. wieder herstellt, wie abgedichtet werden soll, usw. Also so Dinge wie luftdicht, schlagregendicht, RAL Montage usw. das sind Dinge über die man einmal nachdenken sollte. Beim Austausch der Scheiben sollte der FB selbst wissen was zu tun ist, da wäre es sinnfrei wenn man versuchen würde jeden Handgriff vorzuschreiben.
     
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