Fensterstürze eine Wärmebrücke?

Diskutiere Fensterstürze eine Wärmebrücke? im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; Hallo, die Außenwände unseres EFH sollen mit dem T9 verarbeitet werden mit einem U-Wert von 0,23. Wenn man dazu die...

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  1. #1 P. Fitz, 14.04.2004
    P. Fitz

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    Hallo,

    die Außenwände unseres EFH sollen mit dem T9 verarbeitet werden mit einem U-Wert von 0,23. Wenn man dazu die Poroton-Wärmedämm-Ziegelstürze mit einem U-Wert von 0,46 verwendet baut man sich doch eine Schwachstelle (Wärmebrücke) ein, oder nicht?

    Gibt es noch andere Ausführungen für Fensterstürze mit besseren U-Werten?

    Grüße

    P. Fitz
     
  2. #2 peter_h, 14.04.2004
    peter_h

    peter_h Gast

    :D
    schon mit dem U-wert der fensterkonstruktion verglichen?
    :D
     
  3. JDB

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    Erst mal etwas Grundsätzliches:

    Eine Wärmebrücke ist grundsätzlich nix Negatives, weil unvermeidbar. Ziel ist es oft, die negative Wirkung (erhöhter Wärmeabfluss) zu minimieren.

    Man gebraucht dieses Wort um den Unterschied zu den sogenannten Regelquerschnitten (z.B.: Wand/Dach/Sohle) zu verdeutlichen.

    Eine Wärmebrücke ist ein Bereich mit einer "Störung" dieses Regelquerschnitts, sei es geometrisch (z.B. Außenecke) oder konstruktiv (z.B. Rolladenkasten) bedingt.

    Es gilt grundsätzlich:
    Je besser das Haus in den Regelquerschnitten gedämmt ist, desto größer ist der relative Einfluß der Wärmebrückenwirkungen auf den Gesamtwärmeverlust (Hier: Transmissionsverlust).
    Beispiel : Ein Haus von 1960 ist "eine einzige Wärmebrücke" :), da braucht man sich z.B. um den Knotenpunkt Geschossdecke/Außenwand keine Gedanken machen.

    Später mehr.
     
  4. #4 bauhexe, 14.04.2004
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    Wenn man/frau es genau nimmt, kann man/frau das auch schon im EnEV Nachweis mit einrechnen.
    Es gibt besser gedämmte Rollokästen, nur nicht von jedem Lieferanten. Um Mißverständnisse zu vermeiden, lege ich dem Nachweis immer das Prüfzertifikat eines örtlichen Herstellers mit bei.
    Ich hab gerade nocheinmal die Frage gelesen ...es geht ja um Stürze ... da ist die Fläche ja viel geringer und außerdem auch gut dämmbar.
    Mal abgesehen davon ...ist die Fensterleibung immer eine Störung des Regelquerschnittes, wer setzt das Fenster schon außen bündig mit der Wand?
     
  5. #5 peter_h, 14.04.2004
    peter_h

    peter_h Gast

    dann hat man vielleicht das problem wegen der wärme nicht mehr, dafür grosse probleme wegen feuchtigkeit.

    wie bekommt man ein aussen bündiges fenster dauerhaft dicht bei den anschlussfugen?
     
  6. Bruno

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    Auf den U-Wert waagrecht durch den Sturz gemessen kommt es kaum an. Der Haupt-Wärmestrom fließt innen von unten in den Sturz rein und kommt außen im Leibungsbereich des Sturzes heraus, läuft also auf kurzem Weg um den Fensterstock (lila Pfeil).

    Das mittlere Bild zeigt ein homogenes T9-Mauerwerk ohne Sturz, nur als theoretischer Vergleich. Hier ergibt sich bei -10° außen und +20° innen eine Oberflächentemperatur von 15,5°C, äquivalent einem U-Wert von 1,5<sup>*)</sup>. Der Poroton-Wärmedämm-Sturz bietet eine etwas geringere Oberflächentemperatur von 14,9°, äquivalent einem U-Wert von 1,7. Das Thalhammerdetail rechts hat zwar den "größten" Energieverbrauch, aber gleichzeitig die höchste Oberflächentemperatur von 16,8°, äquivalent einem U-Wert von 1,1. Das liegt daran, dass hier keine Ziegelschale unmittelbar hinter dem Stock durchgeht.

    Hauptsächlich ist die Oberflächentemperatur interessant, um Schimmelbildung auszuschließen. Die 0,04 bzw. 0,054 Watt pro m und Grad, also 1-2 Watt pro Fenster wenns richtig kalt ist, sind nicht das entscheidende Kriterium. Das Fenster selbst hat den 20-fachen Energieverlust.

    *) Die U-Werte entsprechen dem kurzen Weg des Wärmestroms und den Fensterstock herum, nicht dem U-Wert waagrecht durch den ganzen Sturz.
     
  7. Bruno

    Bruno

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    Noch eine Ergänzung:

    das mittlere Bild im vorigen Beitrag zeigt sozusagen eine Sturzausbildung mit dem selben waagrecht gemessenen U-Wert wie die Wand selbst (0,23). Trotzdem ist hier eine Wärmebrücke (lila Pfeil) mit einem U-Wert von 1,5 an der ungünstigsten Stelle. Zwar keine stoffliche, aber eine geometrische.

    Die beiden Sturzlösungen kommen dem "Ideal" trotz doppelt so hohen waagrechten U-Werten sehr nahe.

    Anlage: Wärmestromvektoren beim "idealen" Sturz
     
  8. Josef

    Josef Bauexpertenforum

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    "ein" kleiner Einwand Bruno

    bzw. ein Hinweis ... bei unseren Fensterdetail ist der Fensterbauer gebunden die Fenster hinter die Anschläge zu setzen sprich 11,5cm von aussen rein ... "vielleicht" ist das regional unterschiedlich "aber" i.d.R. sitzen bei Neubauten die Fenster ca. 5-6cm von aussen rein ... und dann sieht die Geschichte awengerl anderst aus ???
    .
    Irgendwie hab ich mich mit den Fertigteilstürzen "nie" so Recht anfreunden können ... ich setze sobald es kein Fensteranschlag sein soll aussen einen 11,5cm starken Sturz und innen einen 17,5cm Sturz und in die Mitte packe ich 8cm XPS Dämmung ...
    irgendwo hab ich da sogar Foto´s davon ... "wenn" ich "nur" wüsst wo *grübbel* ... "ja" ich weiß die 5-6cm reingesetzten Fenster passen auch da nicht so recht.
     
  9. Bruno

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    Die fertigen Wärmedämmstürze funktionieren auch nur richtig, wenn das Fenster annähernd in der Mitte sitzt. Bis auf 6 cm nach außen setzen sollte man die Fenster da nicht. Bei Schlagmann gibt es übrigens ein Detail, das auch 2 konventionelle Flachstürze + Dämmstreifen verwendet:
    http://www.schlagmann.de/downloads/datenblaetter_pdf/db-stuerze.pdf
    Thermisch ungefähr gleichwertig mit dem Wärmedämmsturz. Ein Teil des Effekts beim Wärmedämmsturz wird durch die durchgehende untere Ziegelschale aufgefressen wie man oben sieht.
     
  10. Josef

    Josef Bauexpertenforum

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    "ja" klar Bruno

    daß weisst Du als Architekt ... und ich als Ausführender ... "ABER" die Regel "hier" bei uns ist das die Fenster 5-6cm von aussen rein gesetzt werden ... da macht sich "keiner" Gedanken wo da was sitzt bzw. zu sitzen hat ... ganz im Gegenteil der Bauherr pocht doch regelrecht auf sein breites Fensterbrett damit er seine Blümchen drauf abstellen kann (!) ... und des ganze wird dann unter Detailplanung eingeschätzt die eh keiner braucht :mad: ... "tu" mir mal einen Gefallen Bruno und achte mal bei diversen Neubauten ob ich nicht "doch" Recht habe wo die Fenster sitzen :)
     
  11. Josef

    Josef Bauexpertenforum

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    "ein" Foto aus dem Jahre

    1998 (!) ... ein´s der ersten Baustellen mit dem V-Pus-System ... "sieht" man auch an der verkleksten Laibung ... "da" gab´s für mich noch kein Bau.de bzw. Bauexpertenforum :)
     
  12. Bruno

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    Ich schau nach wenn ich das nächste Mal durchs Neubaugebiet gehe.

    Weils mich interessiert hat eine Simulation mit verschobenem Fenster beim Wärmedämmsturz (mittleres Bild). Die Innentemperatur fällt erheblich ab, fast schon hygienisch bedenklich. Die Dämmung sitzt nicht mehr dort wo sie den Hauptwärmestrom unterbrechen soll.
     
  13. #13 P. Fitz, 15.04.2004
    P. Fitz

    P. Fitz

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    Sehr interessante Beiträge, vielen Dank! :)

    Gerade die angesprochene mögliche Schimmelbildung möchte ich vermeiden. Das mittlere Bild mit der homogenen T9 Wand (lila Pfeil) bezieht sich doch dann auch auf die Seiten der Fenster, sofern ohne Fensteranschlag eingebaut wird, oder? Ist bei diesem Wert mit Schimmelbildung zu rechnen, so dass man sagen kann, man benötigt zur Vermeidung von Schimmelbildung auf jeden Fall einen Fensteranschlag?

    Wo müsste bei der "Thalhammerschen Sturzlösung" (zwei Stürze mit innenliegender Dämmung ohne Fensteranschlag wie auf dem Bild) idealerweise das Fenster sitzen?

    Und noch etwas: Wir wollen zur Minimierung von Wärmebrücken (Rollladenkasten) die Rollläden außen vor die Fenster montieren. Welche "Sturzlösungen" sind hierbei sinnvoll, wenn ich innen nicht auf einen aufgedoppelten Fensterrahmen blicken möchte?

    Grüße

    Patrick Fitz
     
  14. Bruno

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    Stimmt, das mittlere Detail entspricht dem seitlichen Wandanschluss. Schimmelprobleme sind ohne Anschlag nicht zu befürchten wenn das Fenster etwa in Wandmitte sitzt.

    Zum Thalhammer-Detail ohne Anschlag: Das Fenster muss in der Dämmstoffebene sitzen.

    Vorsatzrollläden habe ich noch nicht verwendet. Ich kenne drei Möglichkeiten:

    - der aufgedoppelte Fensterstock
    - Rollladenkästen die sehr niedrig sind
    - "ausgefressene Ecke" außen im Sturzbereich

    Ein Detail der 3. Art habe ich einmal auf einer Herstellerseite gesehen. Ohne Nachweis wäre mir das nicht geheuer. Mit einer zusätzlichen Dämmung hinter dem Rollladenkasten, evtl. auch in Fensterstockebene, kann ich es mir vorstellen.
     
  15. #15 P. Fitz, 15.04.2004
    P. Fitz

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    @ Bruno

    Danke!

    Tragen Vorsatzrollläden vielleicht garnicht zur Minimierung von Wärmebrücken bei? Ich habe schon häufig gelesen, dass Vorsatzrollläden hier gegenüber herkömmlichen Rollladenkästen Vorteile haben.

    Grüße

    Patrick Fitz
     
  16. Wolle

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  17. Josef

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    *mmmh*

    "des" iss die Ausgangsfrage ... es gibt von Beck & Heun so "gute" Rollokästen ... "drum" versteh ich nicht wie man bei der Konstellation (s.o.) diese Pappdeckelrollokästen empfehlen mag
    ... "wenn" schon "denn" schon .... z.b. http://www.beck-heun.de/pages/roka_lith.html
    .
    "was" mitunter herauskommt wenn man so "weiche" Kästen in ner Putzfassade einbaut kann man "hier" betrachten (!)
    .
    "also" nochmal was wollen wir "diesem" Fragesteller für Rollokästen empfehlen ??? :)
     
  18. Wolle

    Wolle

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    Tach Josef,
    natürlich müssen die Rolladenkästen zu seinem T9 passen und deswegen sind für ihn die Ziegelsteinsysteme besser. Bie mir wurde mit Bimsstein gemauert und aussen 100 mm WDVS. Da passen die Roka Therm besser ...

    Gruß aussem Saaland
     
  19. tiger

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    Hallo Leute, wie verhält sich das ganze denn, wenn man Fenster möglichst innenbündig setzt ? Das ist doch von der Optik her auch hipp ?
     
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