feuchte Kellerwaende

Diskutiere feuchte Kellerwaende im "Bautenschutz" Forum im Bereich Altbau; Vor 10 jahren war der Keller noch trocken, nun ist das Haus vermietet und der Mieter hat nie den Keller gelueftet. (Waschmaschine / Trocker...

  1. rwalter

    rwalter

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    Vor 10 jahren war der Keller noch trocken, nun ist das Haus vermietet und der Mieter hat nie den Keller gelueftet. (Waschmaschine / Trocker arbeiten dort unten auch...) Auf der Suche nach einem Gutachter bin ich bisher nur an eine Fachfirma gekommen, die in Trockenlegung von Kellern spezialisiert ist. Aber irgendwie habe ich doch Zweifel ob mir jemand nur seine Arbeit verkaufen moechte. Hoert sich das plausible an?

    Nach Begutachtung Ihres Objektes und Auswertung der Messergebnisse kommen
    > >wir zu folgendem Schadensbild:
    > >
    > >
    > >* seitlich durch das Mauerwerk eindringendes Wasser auf allen
    > >Aussenmauerwerkseiten
    > >* kapillar aufsteigende Feuchtigkeit in den Aussen- und Innenmauern mit
    > >Kontamination durch Schimmelbefall
    > >* stehendes Wasser unterhalb des Oberbodens und Estrichschicht
    > >
    > >Messergebnisse mit Protimeter Surveymaster:
    > >
    > >Aussentemperatur: 19 Grad C
    > >Innenraumtemperatur: 18,5 Grad C
    > >rel. Luftfeuchtigkeit: 74,5 %
    > >
    > >Bauteiloberfläche: 91 Digits
    > >Tiefenbohrung 15 cm: 98 Digits
    > >
    > >Fest steht, dass es sich hierbei nicht um ein Kondensationsproblem durch
    > >mangelhafte Lüftung seitens der Mieter
    > >handelt, sondern Ihre Aussenabdichtung, wenn vorhanden, nicht
    > >funktionsfähig ist.
    > >Für eine erfolgreiche Sanierung, in Ihrem Sinne, gibt es mehrere
    > >Lösungsmöglichkeiten, welche sich natürlich
    > >preislich sowie technisch unterscheiden.

    Gibt es auch unabhaengige Gutachter und wo finde ich die? Bitte um schnelles Feed back.
     
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  3. Lukas

    Lukas

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    Guten Morgen!

    Versuchs doch mit nem Archi, der auf Altbauten spezialisiert ist. Der könnte am ehesten neutral sein und sogar Fachwissen mitbringen.

    Den "Gutachter" würd ich fragen, wo er die Innentemperatur gemessen hat, wo er die rel. Luftfeuchtigkeit gemessen hat, welche Oberflächentemperaturen er gemessen hat und was er sonst so von Digits hält. :D

    Gruß Lukas
     
  4. Ryker

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  5. #4 Thomas Wille, 12. Juni 2007
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    Digits ???

    die Anzeige des surveymaster erfolgt nicht in Digits sondern in % HFÄ. Entsprechend des Baustoffes ist eine Umrechnung erforderlich! Eine Umrechnung in "Digits" ist nicht möglich. Weiterhin ist die Messung der Lufttemperatur und -feuchte mit diesem Gerät nicht möglich!
    In jedem Fall sollten Sie noch eine andere Meinung einholen. Einfach mal bei der örtlichen Handwerkskammer nachfragen, ob die einen guten Sachverständigen für diese Problematik kennen.
     
  6. #5 Carden. Mark, 12. Juni 2007
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    War mir nicht geläufig, dass es so ein Problem ist einen Sachverständigen aufzutun, der selber einen nichts verkaufen will.
    Ob aber ein Architekt (sofern er keine gesonderte Aus- Weiterbildung hat) der Richtige ist, wage ich zu bezweifeln. Selbiges würde für Ing`s und Meister auch gelten.
    Der Vorschlag von @Wille ist schon der bessere Weg. Googeln Sie unter HwK nach Sachverständige und suchen Sie sich einen heraus, der sich auf Abdichtungstechnik un Feuchteschäde spezialisiert hat.
     
  7. #6 holzfragen, 14. Juni 2007
    holzfragen

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    Lieber rwalter,
    ich darf die geschilderten Tatsachen ´mal in die Reihe stellen. Heraus fällt dann nur eine, der zuvor trockern Keller! Stellt sich also zunächst nicht nur für den Laien die Frage, "warum war denn der Keller 10 Jahre zuvor trocken?" Die Antwort kann nur lauten, weil die Baukonstruktion bis vor 10 jahren den Anforderungen aus dem geplanten Gebrauch und Nutzung tatächlich erfüllt hat.

    Damit möchte ich nun die Frage verknüpfen,"welche der aufgeführten Tatsachen können (natürlich klimatische) Bedingungen produzieren, die zu einem feuchten Keller führen?" Von den geschilderten verbliebenden Tatsachen wären das - grob gesagt - der ganze Rest... (Ich gehe davon aus, daß sich erfahrungsgemäß die sonstigen Umgebungsbedigungen, wie z.B. Grundwasser etc., sich nicht abrupt ändern.)

    Nun kommen mit dem Sachverständigen der Fachfirma für Trockenlegungen neue Aspekte von "stehendem Wasser unterhalb des Oberbodens und Estrichschicht, seitlich durch das Mauerwerk eindringendes Wasser auf allen Aussenmauerwerkseiten und die (berühmte) kapillar aufsteigende Feuchtigkeit in den Aussen- und Innenmauern mit Kontamination durch Schimmelbefall" dazu. Daneben wird gemessen, was die Geräte anzeigen können. Ich stimme dazu dem oben gesagten zu: "ohne Sinn und Verstand".
    Als wenn da nun etwas aufgetischt und angeschoben werden muß; alle Register werden hier gezogen. Denn (nur) ein Kondensationsproblem rechtfertigte niemals eine Trockenlegung. So wird dies gleich vorsorglich ausgeschlossen. Alle vorangegagenen Änderungen an der Kellernutzung und deren Folgen werden damit ganz bedacht aus dem ursächlichen Geschehen ausgeklammert.

    Fazit:
    Viel deutet darauf hin, daß der entscheidende Teil an der eingetragenen Feuchte aus Kondensation kommen kann. Dann wären keine aufwendigen Arbeiten ("Trockenlegung") nötig.

    Die Richtung von Lösungsansätzen:
    Es müßten die nötigen Klimaverhältnisse anhaltend hergestellt werden. Das ist eine für den Nutzungszweck "Keller" entsprechend trockene Baukonstruktion. Geschehen kann dies z.B. durch ein Lüftungsregime per klugem Köpfchen und Händchen oder über geregelte Lüfter mit innen und außenklimabezogener Sensorsteuerung. Konkret hieße dies, Sie können damit auch noch nachträglich auf die veränderte Nutzung des Kellers als Wasch- und Trockenraum reagieren.
    Ich würde also empfehlen, einen Fachmann hinzuzuziehen, der sich mit Klimafragen und Lüftungstechnik auskennt. Bei den Architekten sind das nicht nur jene, die die Vorlesungen zur Baupysik gern besucht haben, auch manche Praktiker sind da mehr erfahren, als gemeinhin angenommen wird.

    Viele Grüße
    Hans-Joachim Rüpke
     
  8. Robby

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    Richtig

    entweder altersbedingtes Abdichtungsversagen ODER Kondensat, Es gibt auch Vermengungen von beidem. Das sollte einer machen der nichts verkaufen will!
     
  9. #8 Carden. Mark, 14. Juni 2007
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    Und wenn einer Zweifel hat, so stelle ich dann in der Regel Klimalogger auf, welche gleichsam die Raumklimatischen Bedingungen erfassen und auch die Bauteiltemperatur mitmessen können.
    Diese dann digital in Form von Klimakurven darstellbaren Werte überzeugen in der Regel jeden "Schlechtnutzer" von seinem Verhalten.
    Problematischer wird es, wenn sowohl Nutzerverhalten als auch Bauwerks- und / oder Leitungschaden zusammen spielen.
    Dann braucht es bis die Ursache schonend erforscht ist.
     
  10. #9 holzfragen, 14. Juni 2007
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    Robby
    im Zuge meiner Untersuchungstätigkeit habe ich Erfahrungen zum Alter und Fuktionsqualität an Gebäuden der Jahrgänge vor und um 1900 gemacht. Es gab keine nennenswertes Versagen der horizontalen Dichtungen im Mauerwerk. Dabei habe ich die unterschiedlichsten Arten von Asphaltstoff-Dichtungen angetroffen. Die ältesten waren alle aus gestampften Naturasphaltsand. Der wurde seit 1850 in Ahlem bei Hannover in größerem Umfang abgebaut. Als horizontale Mauerwerksdichtung gegen kapillar aufsteigendes Wasser funktionierte er ausreichend. Zumindest solche ersten Dichtungen habe sich also gut gehalten.

    zur Geschichte:
    http://www.zieseniss.de/spritzwasser/asphalt.html

    Aber auch die besandeten Teerbitumenpappen habe ich im Mauerwerk noch nie defeckt vorgefunden. Ebenso haben die Bitumenanstriche unter dem Erdniveau einen guten Eindruck gemacht. Zumindest hatten wir stets ungeahnte Probleme sie zu entfernen.

    Anders bei den späteren Bituminösen Dickbeschichtungen, da kann ich Leidvolles berichten, was deren Fehlermöglichkeiten bei der Ausführung angeht. Der Baustoff ansich schien in Ordnung, jeder Ausführungsfehler führte aber gnadenlos zum Schaden...

    Das Kondensatproblem tritt seit einigen Jahrzenten zunehmend und heute vermehrt auf. Mit Änderung der Nutzung im Keller als Vorratsraum für Kartoffeln und Eingemachtes entfiel der tägliche Gang in den Keller und damit auch die geregelte Kontrolle über die Lüftung und das Klima.
    Heute sind im Altbau Kelleräume nur Abraumlager in die man 2 x im Jahr reinkommt. Wenn dann im Sommer noch alle Fenster ständig offen und im Winter ständig verrammelt sind, ist der "nasse Keller" in wenigen Jahren erreicht.

    Natürlich gibt es noch andere Schadenseinflüsse. Dinge, wie Spritzwassereintrag, undichte Fallrohre, Waschräume, Trockenräume und Heizungen bis hin zu Straßenumbauten mit Totalbeschädigungen der Außenwände... oder die Sockeldichtungen und Waschputze der 60-er Jahre oder die Verfliesung der 70-er oder die Kunststoffbeschichtungen der 80-er. Eiin Thema ohne Ende...

    Gruß
    Hans-Joachim Rüpke
     
  11. Robby

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    Sperrbahnen in Wänden

    sind geschützt. Problematischer sind oft die in den 60er Jahren verwendeten Sperrputze mit Teeranstrich. Übrigens habe ich im Zuge meiner Erfahrungen häufiger Probleme durch Neugestaltung in Form von Pflasterflächen feststellen dürfen. Vorher war einfach Erde da, Beete, Rasen jetzt kommt da ein stark Drainfähiger Auf- und Unterbau hin in dem Wasser jetzt verstärkt dem ehemaligen Arbeitsraum zugeführt wird...

    Hast Recht langes Thema :think :winken
     
  12. rwalter

    rwalter

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    erstmal danke an alle

    als zusatzinformation: das Haus ist 1939 gebaut, wie war es denn da mit der Aussenisolierung von Kellerwaenden?
    Der Umgebungsboden ist Sand...
    ...zumal ich auch lerne, das es unterschiedliche Verfahren der (eventuell nicht notwendigen) Sanierung gibt, von atmungsaktiven Verputzen, um das Haus herum aufgraben und erneut abdichten (hola), Elektroheizungen(?), Belueftung, Silikatinjektionen, Parraffinsperren :wow

    Alles zusammen hat mich veranlasst eine unabhaengigne Sachverstaendigen zu suchen, bei den veranschlagten Sanierungskosten von Euro 18k - 34 k doch wohl eine gute Investition. Halte Euch auf dem laufenden...
     
  13. Heli

    Heli

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    Wie recht Du hast Robby... Suche gerade ne Möglichkeit das neue Pflaster an unserem Haus halbwegs wasserdicht (nachträglich) zu verfugen... (siehe: http://www.bauexpertenforum.de/showthread.php?p=169701#post169701 )

    Vor ein paar Tagen wurde der Boden in unserem Heizungsraum plötzlich feucht nach anhaltendem Starkregen - in einem bis dahin immer trockenen Kellerraum. Der Rohbauer, der den Belag erneuert hat, hatte mich trotz meiner geäußerten Bedenken überredet Pflaster zu nehmen statt Beton (wie 1960 eingebaut). Jetzt hab ich den Salat...

    Ein unabhängiger (!) Sachverständiger wäre hier sicher nicht schlecht gewesen.

    Rwalter, Du machst das sicher besser...!

    Gruß

    Heli
     
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  15. Robby

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    Wird schwer

    Pflaster absolut dicht zu bekommen

    Aber helfen tut alles! Was nicht in den Arbeitsraum fliesst
     
  16. Heli

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    Muss ja nicht "absolut" dicht sein, statt 90% nur 10% Eintrag würde sicher schon reichen um keine Staunässe im Boden mehr zu haben...

    Trotzdem: Nie wieder Pflaster im Altbau ohne Komplettsanierung (und vorausgehendem Lottogewinn)
     
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