Feuchter Keller, Schimmel, zu dünne Bodenplatte. Aufsteigende Feuchtigkeit?

Diskutiere Feuchter Keller, Schimmel, zu dünne Bodenplatte. Aufsteigende Feuchtigkeit? im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Bin neu hier im Forum und wäre sehr dankbar für sachkundige Hilfe. Folgende Sachlage: wohne in einer DHH Bj.1970. Kellerwände vermutlich aus...

  1. #1 Temenja, 03.11.2015
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    Bin neu hier im Forum und wäre sehr dankbar für sachkundige Hilfe.

    Folgende Sachlage:

    wohne in einer DHH Bj.1970. Kellerwände vermutlich aus Hohlblocksteinen.

    Zu dünne Bodenplatte: nach 3-4cm anbohren kam schon lehmiges Erdreich.

    Von den 4 Wänden sind 2 Außenwände, 1 Wand die zu der anderen DHH rübergeht und 1 Wand die an unseren Heizungsraum (Ölheizung) angrenzt.
    Schimmel an allen Wänden, bis auf die Wand zum Heizungsraum rüber.
    Schimmel von Boden bis ca. 30 cm raufwärts, dann hört er auf. Dies aber über die gesamte Wandlänge!! Auch die Wand zur anderen DHH rüber ist betroffen (is ja ne Innenwand?!).

    Kellerräume sind ohne Beheizungsmöglichkeit. Das Lüftungsverhalten wurde an die allgemeinen Empfehlungen angepaßt (nicht lüften, wenn`s draußen wärmer als drinnen, sonst 2-3xtgl. Durchzug, Hygrometer etc.)

    Außer eine kleine Stelle im bodennahen Wandbereich, an der der Putz und die Farbe abblättert und ein paar gelbe Flecken im Außenwand-Eck habe ich keine weiteren sichtbaren Anzeichen für Feuchtigkeit.

    Saniert wurde vor 10 Jahren von einer Firma, die Injektionen ins Mauerwerk setzte. Da diese Firma aber erst "mitten drin" feststellte, dass so gut wie keine Bodenplatte vorhanden ist, konnten keine Injektionen als Horizontalsperre gesetzt werden.
    Folge: im 2-Jahres-Turnus der beschriebene Schimmelbefall.

    An Wand ist ein Antikondensationsanstrich + Spezialputz, der atmen kann. Der Boden ist gefliest.


    Meine Fragen:
    1. Spricht die Tatsache, dass sogar die Innenwand zur anderen DHH rüber schimmelt nicht eindeutig dafür, dass es aufsteigende Feuchtigkeit sein muss? Zumal ja anscheinend die Horizontalsperre wegen der viel zu dünnen Bodenplatte fehlt. Kann ich drückende Feuchtigkeit als Ursache ausschließen?

    2. Würde außenrum aufgraben und Drainage legen allein überhaupt helfen? Oder was muss getan werden, um endgültig und ein für alle mal das Haus trocken zu kriegen? Neue Bodenplatte einziehen?? Oder welche Alternatven gäbe es?

    3. Mit welchen Kosten müßte ich rechnen? Raumgröße des beschriebenen Kellerraumes 24m², allerdings existieren noch 2 weitere kleine Kellerräume mit ca.6m², die diesselben Probleme aufweisen.

    4. Was bringen solche Solarlüfter, die einen Luftaustausch im Raum bewirken und zum Teil gleichzeitig heizen?

    5. Was brächte überhaupt Beheizung des Raumes? (Natürlich erst, wenn Schimmel sachgerecht entfernt)

    6. Was bewirkt Kalkputz/Kalkfarbe? Bewahrt dies auch bei feuchtem Keller vor Schimmelbefall? Evtl in Kombi mit heizen? Kann ich den einfach auf jetzigen Anstrich aufbringen oder welche Grundierung braucht man dafür?


    Da momentan kein Geld für eine teure Sanierung vorhanden ist:

    Was kann ich tun, um die "richtige" Sanierung, welche die Probleme dauerhaft löst, noch ein bisschen, sprich ca.3 Jahre aufzuschieben? Also gibt es vorübergehende kostengünstige in Eigenregie durchführbare Sanierungsmaßnahmen, die mich zumindest ca. 3Jahre vor erneutem Schimmelbefall bewahren?


    Ich weiß das eine Ferndiagnose schwierig ist und es das beste wäre einen Sachverständigen die Lage zu zeigen. Wegen meiner momentanen Situation (bin arbeitslos geworden) muß ich momentan jegliche Kosten einsparen und möchte aber gerne wissen, ob -wenn ich das Geld dafür wieder habe- das Haus überhaupt trocken zu kriegen ist und wenn ja mit welchen Maßnahmen und zu welchen circa-Kosten.

    Wäre wirklich unglaublich dankbar für jede Beantwortung/Hilfe zu meinen vielen Fragen!

    Vielen Dank!!!
     
  2. #2 BaubioDS, 06.11.2015
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 13.11.2015
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    Hallo, ich wage mal ein paar Antworten:

    Da keine Bild/Foto vorhanden ist, nehme ich mal Ihre Aussagen mal korrekt an, dennoch frage ich mich, ob es Schimmel ist oder Salze die ausblühen.

    Zu 1: Aufsteigende Bodenfeuchte schimmelt eigentlich nicht, zumindest waren es nur 3 Fälle in den letzten Jahren, wo mir dies begegnet ist - der Nährboden muss dann stimmen und die Luftfeuchte sehr hoch sein. Schimmel tritt bei kapitalen Wasserschäden oder zu hoher Luftfeuchte/Wärmebrücke auf.
    Warum von der Sanierungsfirma wegen der fehlenden Bodenplatte keine Horizontalsperre eingebracht wurde ist mir schleierhaft. Vielleicht hat man so entschieden, weil es sich eh nicht lohnt und man ehr ein Gesamtkonzept mit einem dichten Boden überlegen wollte.

    Zu 2: Eine Drainage macht nicht immer Sinn. Bei sehr dichten Böden z.B. führt sie ehr (z.B. wenn sie nicht regelmäßig gespült wird) Wasser ans Haus als weg. Doch Freigraben ermöglicht auch das Abdichten vor seitlich eindringender Bodenfeuchte.
    Ja, man könnte einen dichten Bodenaufbau einziehen, die Fugen zwischen den DHH erneuern, denn es könnte auch dazwischen Wasser eindringen, eine Horizontalsperre einbringen und wenn man sich sicher ist, dass es keine seitlich eindringende Feuchtigkeit gibt, würde das evtl. erstmal ausreichen. Dennoch empfehle ich eine ausgeklügeltere Lüftung für solch einen Keller. Ein automatisiertes System, das luftfeuchtegesteuert reagiert. Werbung gelöscht ! NUB´s lesen, verstehen und sich dran halten ! Manchmal reicht das schon allein, um dem Schimmel Herr zu werden. Kostet etwa 600,- €

    zu 3) Kosten, am besten Angebote einholen. Freigraben und Isolieren etwa 1200,- €/lfm, Horizontalsperre etwas 220.- €/m, ...

    Zu 4. habe ich keine Erfahrung mit, finde ich allerdings interessant, jedoch muss man bedenken, dass ein Keller luffeuchtetechnisch immer etwas anders reagiert, also im Winter interessant, im Sommer ??? Heikel.

    Zu 5: Trockenheizen, kostet also Energy. Man hält zum eine damit die Lufttemperatur höher, wodurch die Luft mehr Feuchtigkeit halten kann, gleichzeitig sind die Wände wärmer und es kommt folglich weniger zu Kondensationsfeuchte und damit zu weniger Schimmelbildung. Auch eindringende Bodenfeuchte wird weniger Schäden verursachen, oft in Heizungsräumen im Vergleich zum Rest der Kellerräume zu beobachten. Aber ob das reicht und die Lösung sein sollte?

    Zu 6: Auch Kalkputz ist in einem von eindringender Bodenfeuchte überlasteten Keller überfordert. Es gibt schon besondere Putze die auch auf feuchtem Mauerwerk funktionieren, man nennt sie im allgemeinen Feuchtmauerputze. Mit Anstrichen aufpassen, am besten sind im Keller (und auch sonst) Silikatanstriche geeignet, weil mineralisch und diffusionsoffen. Doch die Luftfeuchtproblematik... als am besten mit einer Kombi von luftfeuchtegesteuerter Belüftung einsetzen.

    Wenn ich kein Geld hätte, würde ich den Keller zunächst leer räumen, damit nicht vom Schimmel angefriffen wird, dann die o.e. Lüftungsanlage einbauen. Die Luftfeuchte mit einem Hygrometer kontrollieren . Und es so einrichten, dass der Kellerluft nicht in die Wohnräume gelangt.

    Viel Glück
     
  3. #3 Alfons Fischer, 07.11.2015
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    ich würde erst mal fragen, ob der Keller überhaupt trocken sein muss...?
    viele Keller sind seit Jahrhunderten feucht und wurden auch so genutzt; die Art der Lagergüter hat man einfach auf diese besondere Situation abgestimmt...
     
  4. Julius

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    Genau.
    Dann stört auch die angeblich "zu dünne Bodenplatte" nicht. Welche in Wahrheit gar keine Bodenplatte sein will und auch nicht muß!

    Ich würde das Lüften dort bis auf weiteres komplett einstellen und dafür einen elektrischen Luftentfeuchter aufstellen. Dauerbetrieb (hygrostatgesteuert). Vorzugsweise mit Anschluß ans Abwasser, wenn verfügbar.
     
  5. #5 Baustopp, 12.11.2015
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    Genau das. Und unbedingt darauf achten, dass es auch keinen Luftaustausch zwischen Keller und bewohnten Räumen gibt.

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  6. uban

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    Ich hatte früher in einem MFH aus den 1920ger Jahren gewohnt.
    Der Keller war teils 'betoniert', teils Kopfsteinpflaster, teils festgestampfter Lehmboden (oder sowas ähnliches).

    Da das Haus in einer Senke war passierte es 1-2 mal im Jahr dass das Grundwasser für ein paar Tage immer wieder mal von unten hochkam es es klare Lachen 1-2 cm bildete die auch wieder verschwanden.

    Zum Glück hatte ich keine werthaltigen Gegegnstände da unten, Schimmelgefahr. Sonst war das ein guter Altbau mit massiven Betonkeller, Betondecke Erdboden, teils verstärkt mit nachträglich angebrachten Stahlträgern/-stützen ( WW2 ), und sehr massiven Ziegelwänden in einer ruhigen grünen Viertel.

    Nur so als Info dass so ein Bau sehr lange stehen kann, nur leider sollte man nicht auf Teufel komm raus den Keller ausbauen.
     
  7. R.B.

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