Feuchtigkeitsproblem Zwischensparrendämmung Kaltdach

Diskutiere Feuchtigkeitsproblem Zwischensparrendämmung Kaltdach im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo liebe Forengemeinde, schon lange lese ich hier im Forum mit und habe schon viele wertvolle Hinweise erhalten. Diesmal möchte ich euch...

  1. stamar

    stamar

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    Hallo liebe Forengemeinde,
    schon lange lese ich hier im Forum mit und habe schon viele wertvolle Hinweise erhalten. Diesmal möchte ich euch persönlich im Rat fragen.

    Nachdem wir in den vergangenen Wochen das Dach gedämmt und die Dampfbremse angebracht haben, haben wir gestern feuchte Stellen im Bereich der Dämmung zwischen Dampfbremse und Unterspannbahn bemerkt. Hierzu zunächst ein paar Hintergrundinfos:

    Folgende Situation:
    - Neubau KfW70
    - Pultdach (3° Neigung), Gefälle von Ost nach West, Konstruktion als Kaltdach
    - Baubeginn Juli 2014
    - Putz und Estrich im Oktober/ November 2014
    - Heizprogramm Estrich im Dezember 2014
    - Zwischensparrendämmung mit Dampfbremse Anfang Februar 2015

    Dachaufbau von außen nach innen:
    - Foliendach
    - Holz-Schalung
    - 12cm Lüftungsschicht (Kanthölzer zur Sparrenaufdopplung)
    - Unterdeckbahn SIGA Majcoat (sd-Wert = 0,1m)
    - 24cm Zwischensparrendämmung (2x 12cm 035er Glaswolle)
    - Dampfbremse SIGA Majpell 5 (sd-Wert = 5m)


    Nachdem der Putz und Estrich im November 2014 fertig waren, lief zunächst das Aufheizprogramm des Estrichs. In dieser Zeit war das Dach noch nicht gedämmt, so dass sich von unten Kondenswasser an Sparren und Unterdeckbahn gebildet hatten. Die Außentemperaturen lagen zwischen -5 und 5°C.
    Durch heizen, lüften und den Einsatz eines Bautrockners war die Trocknung nach ca. 8 Wochen soweit fortgeschritten, dass am Putz rein optisch keine feuchten Stellen mehr zu sehen waren und auch die Unterspannbahn soweit trocken war. Einzig an den Verbindungen zu den Außenwänden bildeten sich sporadisch kleine Mengen an Kondenswasser, in Abhängigkeit zur Außentemperatur.

    Am letzten Januarwochenende haben wir dann in Eigenarbeit die Zwischensparrendämmung sowie Dampfbremse angebracht, die im Laufe der darauffolgenden Woche luftdicht abgeklebt wurde. Mittlerweile haben wir in einem Teil der Zimmer bereits die Lattung und Gipskartonplatten angebracht.

    Gestern haben wir dann in einem noch offenen Raum zum ersten Mal Feuchtigkeit zwischen Unterspannbahn und Dampfbremse bemerkt (auf der Dampfbremse stehendes Wasser, ca. 10cm x 20cm groß). Als wir die entsprechende Stelle geöffnet haben, haben wir bemerkt, dass in diesem Bereich der untere Teil der Glaswolle durchnässt- um nicht zu sagen tropfnass- war. Wir haben mehrere Stellen gefunden, an denen das der Fall ist, alle in der Nähe der Dachfenster (dazu später mehr). Alle betroffenen Stellen wurden geöffnet, die nasse Glaswolle entfernt und wieder verklebt um ein weiteres Eindringen der warmen, feuchten Raumluft zu verhindern.

    Daraufhin haben wir die Dampfbremse an verschiedenen Stellen im Haus geöffnet um den Zustand der Glaswolle und der Unterspannbahn zu Prüfen. Fakt ist, dass sich im Prinzip im ganzen Haus Kondenswasser an der Unterseite der Unterspannbahn niedergeschlagen hat. Teils ist diese nur leicht feucht, teils ist auch der oberste Zentimeter der Glaswolle nass. Die Sparren fühlen sich zumindest oberflächlich trocken an.

    Meine erste Frage ist nun, ob ein gewisser Grad an Feuchtigkeit in diesem Bereich gerade bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt herum normal ist und durch die Diffusionsfähigkeit der Unterspannbahn durch die Belüftung des Dachs mit der Zeit abtransportiert werden kann?

    Falls das so wäre, blieben noch die richtig nassen Stellen im Bereich der Dachfenster als Problem. Insgesamt haben wir festverglaste Flachdachfenster von Velux der Größe 100x100 verbaut. Diese unterbrechen logischerweise die Belüftung des Daches. Um diese dennoch sicherzustellen wurden vom Dachdecker in die Dachsparren kleine Keile geschlagen bzw. die Sparren gekürzt, so dass die Luft theoretisch um das Fenster herum fließen könnte.
    Mein Verdacht ist nun, dass diese Belüftung eventuell nicht ausreicht und die Luftzirkulation soweit gebremst wird, dass die Feuchtigkeit, die durch die Unterspannbahn tritt, nicht abtransportiert kann, was sich dann im erhöhten Ansammeln von Kondenswasser und der „Pfützenbildung“ auf der Dampfbremse niederschlägt.

    Was sagt ihr dazu? Was würdet ihr tun? Zugegebenermaßen sind wir gerade sehr verunsichert- einerseits sitzt wie überall die Zeit im Nacken, andererseits will man natürlich alles richtig machen…
     
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  3. Eric

    Eric

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    1. Dampfbremse wurde in Teilbereichen nicht angebracht. Dadurch ist es an dieser Stelle zu massivem Tauwasserausfall gekommen. Dampfbremse hätte in einem Zug luftdicht nach DIN 4108-7 ausgeführt werden müssen.

    2. Sd-Wert der Dampfbremse ist möglicherweise zu gering, um die in dem Bau immer noch vorhandene Feuchte an der Diffusion in die Dachkonstruktion zu hindern. Besser wäre es gewesen, das Dach vor Ausführung der Nassarbeiten ( Putz und Estrich ) zu dämmen und die Dampfbremse lufdicht anzuschließen. Bei Ausbau im Winter sollte eine Folie verwendet werden, die einen höheren Wiederstand hat --> siehe hierzu die Erläuterungen bei isover-live.de.

    3. Luftdichtheit wurde möglicherweise nicht ordnungsgemäß hergestellt. Hinterlüftung von der Traufe zum First funktioniert möglicherweise nicht. An den DFF ist sie nach Deinen eigenen Angaben unterbrochen.

    Genaueres sagt Dir ein zu beauftragender Fachmann nach örtlicher Untersuchung. Alles andere ist Kaffeesatzleserei.

    Vor örtlicher Klärung durch einen Fachmnn nicht weiterbauen!
     
  4. Kalle88

    Kalle88

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    Klingt eher nach technisch nicht funktionierender Aufbau.... Der in der Planungsphase schon maximal in die Hose gegangen ist...
     
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