Finanzpraktiken - gerade gelesen

Diskutiere Finanzpraktiken - gerade gelesen im Baufinanzierung Forum im Bereich Rund um den Bau; "Vielen Tausenden Hausbesitzern droht ein GAU: Deutsche Banken haben in den Krisenjahren milliardenschwere Immobilienkredite verkauft, um ihre...

  1. Marion

    Marion

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    "Vielen Tausenden Hausbesitzern droht ein GAU: Deutsche Banken haben in den Krisenjahren milliardenschwere Immobilienkredite verkauft, um ihre Bilanzen zu sanieren. Jetzt verwerten Käufer wie der US-Finanzinvestor Lone Star die erworbenen Schulden, ohne Rücksicht auf Verluste."


    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,429323,00.html

    Viele Grüße
    Marion
     
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  3. #2 Ralf Dühlmeyer, 1. August 2006
    Ralf Dühlmeyer

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    Da fehlen einem eigentlich die Worte - ausser vielleicht A.............
    MfG
     
  4. #3 Hendrik42, 1. August 2006
    Hendrik42

    Hendrik42 Gast

    Der Artikel ist wirklich schlecht, oder? Am Anfang wird von einer Frau gesprochen, die Ihren Kredit immer ordentlich bedient und die jetzt ... ja, was denn eigentlich? Sich Sorgen macht? Von mir aus, aber ist ihr auch was passiert?

    Und dann werden diverse Beispiele angeführt, die auch Details vermissen lassen? Haben die nun die Kredite ordentlich bedient oder nicht?

    Wenn der Kredit dann abgelaufen ist, warum haben sich die Leute darin verbissen, wieder einen Kredit von dem "alten" Kreditgeber zu bekommen? Warum nicht einfach auf dem Markt umgesehen? Wenn die erst nach Kampf 6% raustun, dann gibts das am Markt doch auch... oder warum nicht?

    Pacta sunt servanda -- Verträge sind einzuhalten, ob man die nun gekauft hat oder nicht ist erstmal egal. Erst wenn man mit seinen Zahlungen nicht nachkommt, kann es Ärger geben dürfen. Aber genau was einen da zum Problemfall macht und was nicht ist irgendwie unklar.

    Gruß, Hendrik
     
  5. #4 Lili Marie, 1. August 2006
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    Haste auch gelesen..?

    Gruß Lili ;)
     
  6. #5 Olaf (†), 1. August 2006
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    Der Deal...

    läuft ä weng anders.
    Die kaufen nicht nur faule Kredite, sondern es ist ein Paket, in dem sowohl solche als auch solche sind. Wenn die das Paket für 50% kaufen, realisieren die jetzt Ihren Gewinn dadurch, dass man von den Guten 100% reinholt - und das mit allen Mitteln. Forderungen kann man, soweit es nicht explizit ausgeschlossen ist, jederzeit verkaufen. Davon, dass Verträge nicht eingehalten werden, kann ja nicht die Rede sein: Die Zinsbindung ist abgelaufen, die neuen Konditionen sind frei verhandelbar. Der Fehler, der Betroffenen liegt darin, dass sie den Verkauf ihrer Verbindlichkeiten nicht so richtig Ernst genommen hat und sich nicht bei Zeiten um die Anschlussfinanzierung gekümmert hat. Das macht schlichtweg erpressbar. Aber wer weiß und vermutet das denn, wenn er ein normal sterblicher Häuslebauer ist?
     
  7. #6 Alfred Witzgall, 1. August 2006
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    Der Bericht ist ein einziges Sammelsurium von schlecht recherchierten Sachverhalten. Wer einen Kreditvertrag übernimmt, hat sich auch an die Vertragsinhalte zu halten siehe Hendrik42 ( pacta sunt...)
    Es ist ein Unterschied, ob ein Kredit ordentlich bedient wird, oder ob bereits Rückstände entstanden sind. Das wären selbstverständlich Angriffspunkte für eventuelle Zwangsmaßnahmen.
    Der Zwangsversteigerung geht schon lange vorher die Kreditkündigung voraus. Das kommt dann nicht überraschend.
    Eine alleinstehende Frau mit 2 Kindern........! da hätt ich schon einige "Maßnahmen" auf Lager um die Sache für die Betreiber ein bischen uninteressanter zu gestalten.
    Da muß dann auch gehandelt werden und nicht nur gejammert.
    Da werden im Bericht Äpfel mit Birnen verglichen (Grundschuldverzinsung mit Kreditverzinsung) usw.
    In jedem Kreditvertrag stehen glasklar die wichtigsten Fakten, wie Zinssatz, Tilgungssatz, Laufzeiten etc.
    Wenn eine Zinsbindung ausläuft, darf man nicht deren Ende selig entgegenschlafen.
    Die meisten Banken handeln seriös, Ausnahmen sollten nicht als die Regel dargestellt werden. Der Spiegel hat hier schlampig gearbeitet.
     
  8. #7 Hendrik42, 1. August 2006
    Hendrik42

    Hendrik42 Gast

    Lili,

    Unbedarftheit wird überall ausgenutzt. Mal Finanztest lesen: Anschlusskredite, die die Bank (oder wer immer) freiwillig/unverhandelt rausrückt sind immer schlechter als das, was man am Markt bekommen kann.

    Wenn man seinen Kredit immer ordentlich bedient hat, 5, 10 oder 15 Jahre lang, dann ist man ein Kunde, den jeder gerne hat. Naja, wobei die Banken wegen Basel II gerade ein bischen am Rad drehen...

    Allerdings habe ich mich lange davon verabschiedet, zu glauben, dass Banken in D nur serös handeln. Da kann ich genug Geschichten erzählen... frag doch mal ein paar "GrüneBank" Kunden, was mit deren Krediten los war, als die sich gerade hübsch gemacht haben um von einer "BlauenVersicherung" gekauft zu werden.

    Gruß, Hendrik
     
  9. Marion

    Marion

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    Guten Morgen,
    da hab ich ja was ausgelöst. Dabei habe ich ja nur einen Link ohne Kommentar gesetzt.

    Ob der Spiegel gut oder schlecht recherchiert hat möchte ich nicht beurteilen. Ich sehe aber, dass man bei viel Text erst mal die Kerninformationen herausfiltern muss.

    Die Situation im Fall 1 ist, dass die Zinsbindung auslief. Nichts davon, dass der neue Vertragspartner den Vertrag nicht eingehalten hätte oder bis zum Ablauf der Zinsbindung der Vertrag von Seiten der Kreditnehmerin nicht ordentlich bedient worden wäre (Siehe NSF82). Hier werden auch nicht alle Banken als die Regel dargestellt, sondern die Praktiken eines einzelnen Investors aufgezeigt.

    Worum geht es aber wirklich?
    Es geht um eine Praxis, die es erst 3, 4 Jahre in Deutschland gibt und sich damit für manchen Häuslebauer die Finanzierungwelt völllig verändert hat. Während eine Bank am Markt als Unternehmen mit verschiedensten Aufgabenschwerpunkten und langfristigen Parterschaften agiert, geht es diesem Investmentinstitut nur darum notleidende Kredite aufzukaufen und zu verwerten. Dahinter steckt das Interesse der Investoren an möglichst hoher Rendite. Dabei werden systematisch die Kreditmärkte abgegrast. Die Kreditnehmer haben es jetzt mit Unternehmen zu tun, die ganz andere Zielsetzungen haben als man das von Banken gewohnt ist/war und entsprechend handeln. Ob nun der Spiegelartikel reißerisch ist oder nicht, es geht darum, dem normalen Häuslebauer klar zu machen, dass sich seine Finanzierungwelt wieder etwas verändert hat, härter und aggressiver geworden ist und wieder etwas schwieriger zu durchschauen ist.

    Hier noch etwas Lesestoff:

    Der Handel mit faulen Krediten
    Scharf auf schlechte Schuldner
    Lone Star nimmt Landesbanken und Sparkassen ins Visier

    Wissenschaftlicher (PDF):
    http://download.kmf.bwl.uni-muenchen.de/schmalenbach/diehm_schmalenbach.pdf

    Viele Grüße
    Marion :)
     
  10. #9 Alfred Witzgall, 3. August 2006
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    Notleidende Kredite war für mich das Stichwort

    Banken machen entweder eine Sammelwertberichtigung um allgemeine Kreditrisiken zu berücksichtigen oder in speziellen Fällen eine Einzelwertberichtigung.
    Bei notleidenden Krediten handelt es sich hauptsächlich um bereits einzelwertberichtigte Kredite. Die Wertberichtigungen wirken steuerlich wie Abschreibungen. Banken drücken in guten Jahren damit Ihre Gewinne. indem sie alle auch noch so kleinen Risiken zusammenkratzen und wertberichtigen. Natürlich gibt es für die Anwendung der Wertberichtigung steuerliche Kriterien, welche aber entsprechend "gestaltet" werden können.
    Somit hat sich bei der riesigen Masse der abgeschriebenen Kredite auch der Steuerzahler mit beteiligt.
    Notleidende Kredite sind Kredite, bei welchen bereits die vertraglichen Vereinbarungen nicht mehr eingehalten werden (von Seiten des Kreditnehmers)
    Auch schon in der Vergangenheit wurden solche Kredite gekündigt und die Sicherheiten verwertet (Zwangsversteigerung) In vielen Zeitungen konnte man dann lesen, wo diverse "Schnäppchen" (versteigerte Immobilien etc.) zu haben sind. Schnäppchen bedeutete aber regelmäßig, daß auf der anderen Seite ein Verlierer stand. Dessen Schutz war und ist noch relativ gering.
    Nach meiner Meinung gilt es zu untersuchen und dann zu unterscheiden, wie es zu einem notleidenden Kredit gekommen ist. Ich bin zum Beispiel sehr dafür bei z. B. Arbeitsplatzverlust sowohl einen Kündigungsschutz, als auch einen Verwertungsschutz gesetzlich zu verankern (haben andere Länder bereits)
    Bei selbstverschuldetem Elend, sprich sonstigem aktiven Verschulden (z. B. durch einen zu großzügigen Lebensstil etc.) sollte dieser Schutz nicht gelten.

    In jedem heutigen Kreditvertrag wird der Kreditnehmer per Vertragsklausel verpflichtet
    "eintretende Veränderungen in den wirschaftlichen Verhältnissen" dem Kreditgeber anzuzeigen. Dies ergibt sich auch aus den Vorschriften des KWG. Dieser Passus reicht auch bereits aus, um bei einer wirtschaftlichen Verschlechterung einen Kredit zu kündigen.

    Es ist bei uns halt üblich, bei Abschluß eines Kreditvertrages allein gegen die Bank anzutreten, obwohl niemand die möglichen Auswirkungen einzelner Vertragsteile wirklich kennt.

    Der frühere Bänker als persönlicher Freund und Wegbegleiter ist schon längst zu einem Steuerungsinstrument rein ertragsorientierten Denkens geworden. Wer nicht mitmacht verschwindet in der Altersteilzeit oder wird abgefunden.
     
  11. Marion

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    Hallo Alfred,

    wenn man dem Dossier von Ernst & Young folgt ist notleidend kein legaldefinierter Begriff und

    "In Deutschland werden oftmals Portfolien bestehend aus performing, subperforming und non-performing loans veräußert."

    Es geht natürlich auch darum, wie mit performing loans umgegangen wird. Und das ist meiner Ansicht nach zum Teil Gegenstand des Spiegelartikels aber auch die agressivere Vorgehensweise bei notleidenden Krediten.

    Marion :)
     
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