Flachdachabdichtung mangelhaft

Diskutiere Flachdachabdichtung mangelhaft im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, das komplette Thema wurde freundlicherweise gerade gelöscht. :28: Ich versuche es dann noch einmal, ohne Nennung des...

  1. #1 sonntagskind, 12. August 2013
    sonntagskind

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    Hallo zusammen,

    das komplette Thema wurde freundlicherweise gerade gelöscht. :28: Ich versuche es dann noch einmal, ohne Nennung des Herstellernamens, der ja eigentlich auch nicht viel zur Sache tut.

    Ein ortsansässiges, gut beleumundetes Dachdeckerfachunternehmen hatte die Aufgabe, mir eine Dämmung und Abdichtung des Flachdaches zu erstellen. Später soll noch Holzbelag drauf.

    Auf jeden Fall hat die Firma leider versagt. Zunächst die Bitumenbahnen (über 4m lang) aus der Fläche direkt die Wand hochgeführt, Wand nicht vorgestrichen und Bitumenbahnen nicht an die Wand geschweißt, außerdem die Anpressschiene nicht fest verschraubt. Der Hersteller der Bitumenbahnen sagt, das ist Murks, man solle die Bahnen am Wandanschluss absetzen und die Lagen wechselweise verschweißen. Die einschlägigen Detailzeichnungen sind mir bekannt. Da die Bahnen nun schon verschweißt auf dem Dach lagen, schlug der Chef der Firma folgendes zur Mängelbeseitigung vor. Zitat:

    "Wir werden den Wandanschluss zum Mauerwerk überarbeiten, Wir werden die vorh. Bitumenabdichtung an der Oberkante vom Keil abschneiden, die Wand werden wir nochmal mit Bitumenhaftgrund streichen, anschließend wird soweit wie möglich die erste Abdichtungslage B***** KSA unter die vorh. 2 Lagen Abdichtung geschoben und verschweißt, danach wird ein separater Anschlussstreifen aufgeschweißt."

    Dann kam der Geselle (Chef im Urlaub) und flexte den Anschluss im oberen Teil des Keiles ab und schweißte lediglich einen Streifen B***** Karat Oberlage auf. Nun habe ich einen 1-lagigen Wandanschluss, der etwa so aussieht: wandanschluss.jpg

    Der Hersteller sagt, das ist noch größerer Murks, die Oberlage nicht für 1-lagige Verwendung zugelassen und empfiehlt den Rückbau. Der dürfte allerdings reichlich aufwendig werden. Der Dachdeckerchef hat bislang ca. 1200 von 4700€ erhalten und sagt nun, er wolle kein weiteres Geld. Im Gegenzug macht er nix mehr und gibt auch keinerlei Gewährleistung.

    Mir gefällt die Sache nicht so recht. Es handelt sich um eine Holzbalkendecke mit Wohnraum unten drunter und ich hätte nur sehr ungern nach ein paar Jahren die Nässe drin. Wie kommt man nun aus der Nummer raus, möglichst ohne Komplettabriss? Evtl. noch eine Oberlage am Wandanschluss drauf und diese weiter auf die Fläche ziehen? Der Hersteller sagt, das sei kritisch, wegen der Beschieferung der aufgebrachten Lage des Wandanschlusses.

    Für Tipps wäre ich sehr dankbar! Beste Grüße und einen schönen Abend.
     
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  3. H.PF

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    Es wäre eine Möglichkeit, den kompletten Dachrand mit einem Flüssigkunststoff zu überarbeiten...
     
  4. #3 sonntagskind, 13. August 2013
    sonntagskind

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    Hallo H.PF,
    danke für die Rückmeldung, meinst Du direkt drüber mit dem Flüssigkunststoff oder wie soll das dann genau aussehen? Ich vermute der gegenwärtige Wandanschluss lässt sich schwierig sauber entfernen.
     
  5. #4 Gast036816, 13. August 2013
    Gast036816

    Gast036816 Gast

    Holger - der hohlraum zwischen dem wandanschlusskeil und dem wandanschlussstreifen sollte beseitigt werden, in dem mit einem weiteren keilstück aufgefüllt wird und ein stück neue schweissbahn mit neuer klemmleiste drauf muss. ich bin kein freund von hohlräumen im warmdachaufbau, die nach reparatur bleiben.
     
  6. #5 Ralf Dühlmeyer, 13. August 2013
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    Ich bleibe dabei - Flüssigkunststoff ist was für Reparaturen, aber nichts, um damit eine verpfuschte Leistung zu retten!
    Sie haben weder eine Mischabdichtung bestellt noch Flüssigkunststoff beauftragt! Dann muss eben der ganze Abdichtungskram runter und neu - so what.

    Und v.w. - behalt den Rest Geld und werd mit meinem Pfusch seelig. Das ist nicht! Der hat seine Arbeit i.O. zu bringen. Wenn nicht machts ein anderer für ihn (nach jur. Vorspiel) und er zahlt die Differenz!
     
  7. #6 sonntagskind, 13. August 2013
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    Hallo Herr Dühlmeyer,
    vielen dank für die Rückmeldung! Natürlich könnte ich den Handwerker zu seiner Leistung zwingen, bin mir aber nicht ganz sicher, ob ich das will. Habe am völlig verpfuschten Hauptdach (Steildach, anderer Dachdeckerbetrieb) nun schon seit über 2 Jahren ein selbständiges Beweisverfahren am Laufen, ist ganz schön zeit-, geld- und nervenaufwendig so etwas. Und es desillusioniert. Laut SV muss das Hauptdach wieder weitestgehend KOMPLETT runter. Irgendwie habe ich leider den Glauben in gute Planungs- und Handwerkerleistungen verloren.

    Daher würde ich eine Lösung bevorzugen, die ohne jahrelange Prozesse auskommt. Ich mag endlich mein Bier auf der Dachterrasse trinken, darauf freue ich mich schon seit 3 Jahren. Die Frage stellt sich auch, wie man die Kaltklebebahn (B***** KSA Duo) von der Dämmung (B*****PIR FA) wieder runterbekommt, ohne die Dämmung zu beschädigen.


    Beste Grüße!
     
  8. #7 Klaus Gross, 13. August 2013
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    Richtig so, Ralf hats ja schon gesagt....die ausführende Dachdeckerfirma soll in die Flachdachrichtlinien reinschauen, da ist genau beschrieben wie so ein Wandanschluss herzustellen ist.....auch eine Detailzeichnung dazu ist da....nur muß der Dachdecker da mal reingucken....falls der diese Richtlinien überhaupt zur Hand hat.........ich glaubs nicht...........:mauer:mauer:mauer
     
  9. #8 H.PF, 13. August 2013
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 13. August 2013
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    Sorry, Ralf. Da bin ich völlig anderer Meinung als du.

    Ich halte einen sauber mit Flüssigkunststoff ausgeführten Wandanschluß in sehr vielen Anwendungsfällen für eine wesentlich bessere Lösung als einen mit SChweißbahn ausgeführten Anschluß.

    Und hier wäre das Dach damit zu retten ohne an der Qualität zu sparen...

    Was spricht dagegen, den Wandanschluß rückzubauen und das sauber mit einem Flüssigkunststoff auszuführen? Hat dann auch den Vorteil das man den lästigen Keil nicht im Weg hat...

    Aber nein, das komplette Dach muß dann runter und alles neu. Man kann auch Geld bewusst verbrennen...

    Und xxxx ist für mich da nicht unbedingt der kompetenteste Ansprechpartner, die können nämlich nur xxxx.

    Wenn man jetzt die 2 Möglichkeiten hat entweder Komplettabriss nach einem langen harten für alle Verlustreichen Gerichtskrieg oder auf einem kleinem Dienstweg eine saubere Lösung mit Flüssigkunststoff. Was ist dann die bessere Lösung? Und ein Ke**er-Anschluß ist nu wirklich keine mindere Qualität...
     
  10. #9 Ralf Dühlmeyer, 13. August 2013
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    Es geht weder um Geld verbrennen noch um eine erzieherische Maßnahme, sondern um den Materialmix

    Die Wand ist für Bitumen vorbehandelt, die Dachfläche mit einer frischen beschieferten Bahn belegt. Wenn Du mal siehst, was auch nach Jahrzehnten noch an Schieferflocken von den Bahnen kommt, dann sehe ich nicht, dass das dauerhaft (= Lebensdauer der Flächenabichtung) dicht bleibt - schlicht wg. der fehlenden Haftzugfestigkeit des Schieferstreus.
    An der Wand ähnlich, wenn sicher besser handhabbar.

    Hinzu kommen die Abrisse bei allen scharf ausgebildeten Ecken! Ich hab hier einen Anbau, da kann ich jedes Jahr die Bleche der Kehlrinne flicken, weil die *piep* von Klempnern die in einem Teilstück als rechten Winkel mit scharfem Knick ausgebildet haben.
    Obwohl das senkrechte Stück frei ist, bricht die Ecke durch Materialermüdung!

    DESWEGEN bin ich für eine systemgleiche Abdichtung des Wandanschlusses!
     
  11. H.PF

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    Ich habe im letzten Jahr mehrere hunderte! Meter solcher Wandanschlüsse kontrolliert auf verschiedenen Materialen. Alle mindestens 8 Jahre alt. Ich habe nicht einen Anschluß gefunden, der nicht 100% in Neuzustand war. Sowas findet man bei Bitumen nicht. (du weißt das ich tagtäglich auf Dächern stehe oder?)

    Und das Problem Absanden ist kein Problem, das wird sauber gereinigt, grundiert, fertig.

    Und auch das Problem rechter Winkel ist kein Problem.

    Du hast viele Probleme die Bitumen und Blech aufwerfen mit Flüssigkunststoff einfach nicht.

    Lüfteranschlüsse, Lichtkuppelanschlüsse, Türanschlüsse, Sekuranten, Rohrdurchführungen, Wandanschlüsse. Da kommt Bitumen einfach nicht mehr mit, da ist Flüssigkunststoff überlegen...
     
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  13. uwe7165

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    So sieht es aus H.PF :28:
     
  14. #12 sonntagskind, 13. August 2013
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    Besten Dank für die rege Diskussion! Ich kann mich in beiden Argumenten wiederfinden.

    Zum Flüssigkunststoff:
    Der Dachdecker hat auf diesem Flachdach den Türanschluss schon in Flüssigkunststoff ausgeführt, weil der Fensterbauer die Tür nicht außenbündig montiert hat (schwierig zu erklären), jedenfalls ein blödes Eck. Den Architekten hat es nicht interessiert (wie immer nix geplant ... und O-Ton: "Der Dachdecker dichtet das schon ab..."). Nun ja, zurück zum Thema. Dieser Anschluss jedenfalls scheint mir ebenfalls nicht richtig, denn der Flüssigkunststoff liegt m.E. hohl am Übergang von der Tür zur beschieferten Bitumenbahn. Ich vermute, dass nur das Gewebe ihn zusammenhält. Das müsste ohnehin auch überarbeitet werden. Der Flüssigkunststoff wurde übrigens mit dem Schiefer bestreut (vermutlich damit es ähnlich aussieht), macht man so was? Mir ist auch aufgefallen, dass sich der Flüssigkunststoff an manchen Stellen etwas von der beschieferten Bahn löst, das gucke ich mir nachher aber noch einmal genauer an.
    Zu meinem Verständnis: Wenn man nun die Wandanschlüsse mit Flüssigkunststoff herstellen möchte, müssten also die Anpressschienen ab und der Wandanschluss irgendwie wieder abgefummelt werden. An der Wand kann ich mir das noch vorstellen, aber von der Oberlage der Flächenabdichtung? Das ist doch draufgeschweißt! Wenn dann alles weg ist, den Keil rausfummeln, die Bahnen irgendwie in die Horizontale bringen (reichen dann vermutlich nicht mehr bis an die Wand. Danach den Wandanschluss in Flüssigkunststoff ausführen. Korrekt? Was wird so etwas ungefähr kosten? Es sind etwa 14Meter.

    Alternative: Abriss
    Also Anpressschiene ab. Und dann? Wie bekommt man die Bahnen von der Dämmung runter?

    Eine Alternative, die ich mir noch vorstellen könnte: Anpressschienen ab, den vorhandenen Wandanschluss (B***** Karat) gut abkehren, evtl. Bitumenvoranstrich und dann noch einen Streifen B***** Karat drüberschweißen und weiter auf die Fläche gehen lassen, vielleicht 30-40cm? Jedenfalls so, dass er den vorhandenen Wandanschluss auf der Fläche gut überdeckt. Dann die Anpressschienen wieder vernünftig befestigen.


    Was meinen die Experten?
     
Thema: Flachdachabdichtung mangelhaft
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