Flächenabdichtung Kelleraussenwände mit selbstklebenden Bitumenbahnen

Diskutiere Flächenabdichtung Kelleraussenwände mit selbstklebenden Bitumenbahnen im Abdichtungen im Kellerbereich Forum im Bereich Neubau; Hallo, wir bauen ein unterkellertes EFH. Die Bodenplatte ist aus WU Beton und liegt 30cm über dem Bemessungsgrundwasserstand. Die Kellerwänder...

  1. #1 Baufamilie2012, 13. April 2012
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    Hallo,
    wir bauen ein unterkellertes EFH. Die Bodenplatte ist aus WU Beton und liegt 30cm über dem Bemessungsgrundwasserstand. Die Kellerwänder sind aus Beton (kein WU) und werden mit selbstklebenden Bitumenbahnen gegen den Lastfall "zeitweilig aufstauendes Sickerwasser" abgedichtet. Leider hat unser Rohbauer die Selbstklebebahnen mit mangelnder Sorgfalt angeracht, so dass an zahlreichen Stellen vorallem in der Hohlkehle im Übergang zwischen Wand und Bodenplatte Lufteinschlüsse (50cm x 20cm) und massive Faltenbildung (30cm Länge im Überlappungsbereich der Selbstklebebahnen) auftritt.

    Gibt es ähnliche Erfahrungen?
    Sollten die Selbstklebebahnen entfernt und neu angebracht werden oder kann ggfs nachgebessert werden?

    Danke vorab für Ihre Einschätzungen.
     
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  3. Biber53

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    hallo Baufamilie,

    Deine Angaben sprechen eigentlich dafür, daß Dein Rohbauer mit Kaltselbstklebebahnen nicht umgehen kann.
    Was sagt Dein Archi dazu?

    mfg
     
  4. #3 Halbwissender, 14. April 2012
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    Ich würde den erstmal fragen wer auf den Trichter kommt KSK Bahnen wären als Abdichtung nach Teil 6 der DIN 18195 zulässig! Sind sie nämlich nicht!

    Kann nicht nachgebessert werden, denn das ist absolut unzulänglich bei dem Lastfall. Wenn die Bodenplatte ein WU - Bauteil entsprechend des Lastfalles darstellt, kann eine Bahnenabdichtung nach Teil 6 der DIN 18195 angebracht werden. Diese muss aber unten auch hinterlaufsicher entsprechend DIN 18195-9 an die Bodenplattenstirnseite angeflanscht / angepresst werden.

    Neu Planen neu erstellen!
     
  5. Biber53

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    Hallo Halbwissender,

    was die 18195 sagt, weiß ich nicht auswändig.
    Hinterlaufsichere Flanschenkonstruktionen an Betonteilen habe ich aber schon ausgeführt.

    Jetzt sag mir bitte, wie dies an einer Bodenplattenstirnseite (welche i.d.R. nicht glattwandig ist) ausgeführt werden soll?
    Selbst wenn die prakt. Machbarkeit gegeben wäre, wie schätzt Du denn die Kosten ein, um die ganze Bodenplatte?

    mfg
     
  6. #5 Halbwissender, 14. April 2012
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    Ich weiß aber was da drinsteht. Das "ABC der Bitumenbahnen stellt nur ein Klemmprofil (nicht verwechseln mit WA-Schienen oder Anpressleisten, denn die haben keinen ausreichenden Anpressdruck!) dar, ohne Bemessung. Aus dem Kopf müssten die Profile min. 5 mm dick und 50 mm breit sein und der Befestigungsabstand 15 - 20 cm nicht überschreiten (Untergrundabhängig). Die Dimensionierung auch der Befestigungsmittel steht in den jeweiligen Tabellen, müsste ich auch nachsehen. Und ja, das ist in der Regel schwer bis nicht ausführbar um einen ausreichenden Anpressdruck zu gewährleisten, weswegen dies selten (seeehr selten) ausgeführt wird und man aus dem Grund im Regelfall auf KMB zurückgreift :)
     
  7. Biber53

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    hallo Halbwissender,

    die Ausführung selbst ist mir schon geläufig.
    Nur würde mich interessieren, wie das bei einer Bodenplatte stirnseitig, hinterlaufsicher, praktisch gelingen soll.
    Das Anpressen wird schwierig bis unmöglich bei Ecken, rauen Untergründen, wenig/nicht ausreichender Arbeitsraum (wie es hier wahrscheinlich ist).
    Wie ist es mit dem Ausbrechen der Metalldübel!!! bei einer schmalen Bodenplatte?

    Wenn die DIN 18195 hier, bei diesem Lastfall, wirklich einen wasserdichten Übergang fordert, dann scheint mir, am aktuellen Objekt, ja einiges in die Hose gegangen zu sein.
    Die Frage der Kosten hast Du geflissentlich ignoriert. Warum ist ja klar.
    Daß so eine Ausführung im Bereich der Bodenplatte nicht Standard sein kann, ist ja klar.

    mfg
     
  8. #7 Halbwissender, 14. April 2012
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    Hallo mein lieber Herr Biber :)

    Das dies schwer ist, ist klar, umständlich ist es ebenso, aber halt DIN-konform, durchaus möglich und somit a.R.d.T.. Hinterlaufsicher gegen drückende Wässer muss es natürlich sein, so wie der Lastfall beschrieben ist. Ein Ausbrechen der dübel ist hingegen nicht möglich, da die Bodenplatte ein WU-Bauteil sein MUSS (ZWINGEND) sonst wäre die ganze Ausführung falsch. Dann hätte eine schwarze Wanne mit rückläufigen Stößen z.B. erstellt werden müssen, denn dann muss die Abdichtung UNTER die Bopl.. Gemäß WU-Richtlinie ist die Bodenplatte dann eh (leider nur Empfehlungscharakter in der WU Rili) 25 cm dick sein und in dementsprechender Qualität erstellt sein.
    Derartige Klemmprofile habe ich bisher nur an heruntergeführten Abdichtung aus Dachflächen (begrünt und unter GOK) über die Fuge der WU Wand / Deckenauflager empfohlen weil das dort gut möglich ist. An Bodenplattenstirnseiten meist nur in Theorie.
     
  9. Biber53

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    hallo Halbwissender,

    lassen wirs gut sein, vom Ausgangsthema sind wir ja mittlerweile (weit) entfernt.
    Nur eins noch. Beim rückläufigen Stoß kommt die Abdichtung auf die Bodenplatte und dann Schutzbeton/estrich drauf.

    mfg
     
  10. #9 Halbwissender, 14. April 2012
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    Mein lieber Herr Biber :)

    Ja sind wir aber deine Annahme ist falsch die ist bei drückenden Wässern grundsätzlich auf der wasserangreifenden Gebäudeseite anzuordnen. S. DIN 18195 Darstellung des rückläufigen Stoßes anbei (s. Beiblatt 1 der DIN 18195)

    RL Stoß.jpg
     
  11. #10 Halbwissender, 14. April 2012
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    PS: das zeigt eigentlich wie "üblich" diese Abdichtungsvarianten im Wohnungsbau sind und es schwer ist jemanden zu finden der dies fachgerecht plant und ausführt. Im Ing. - Bau wird sowas ab und an gemacht ...
     
  12. #11 Baufamilie2012, 15. April 2012
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    Vielen Dank für die Antworten ! Die Diskussion hat mich ermuntert selbst mal in die zitierte Norm DIN 18195 zu schauen. Darin sind zwei Lastfälle beschrieben:

    - in Teil 4: Abdichtung gegen Bodenfeuchte und nicht stauendes Sickerwasser
    - in Teil 6: Abdichtungen gegen von außen drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser

    unter welchen Teil fällt "zeitweilig aufstauendes Sickerwasser" ?

    In der unserem Bauvertrag zugehörigen Baubeschreibung heißt es:
    Es wird für den Lastfall zeitweilig aufstauendes Sickerwasser eine geeignete Kellerwandabdichtung in Verbindung mit Drainage ausgeführt.

    Ist diese Abdichtung nach Teil 4 oder Teil 6 der DIN auszuführen ?
     
  13. #12 Halbwissender, 15. April 2012
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    Wenn eine funktionierende Drainanlage nach DIN 4095 erstellt wird (also mit allem Pi-Pa-Po) wie Revisions- und Kontrollschächte an allen maßgeblichen Richtungsänderungen (ich hab keine gesehen?), ein rückstausicherer Drain (also eine gesicherte Ableitung des Wassers über entsprechende Drainleitungen (nicht das Kokosgelbemantelwickelrohr), eine vertikale Drainschicht und nicht zuletzt eine Drainungsplanung UND Genehmigung vorliegt wäre eine Minderung des Lastfalls von DIN 18195-6 auf den geringsten Lastfall der DIN 18195-4 denkbar.. aber nur dann
     
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  15. #13 Baufamilie2012, 21. April 2012
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    Vielen Dank für die Antworten ! Mittlerweile hat unser Rohbauer engagiert und mit Unterstützung des Herstellers der Kaltklebebahnen nachgebessert :28:.
    Um diese Erfahrung reicher kann ich die oben gemachte Aussage "PS: das zeigt eigentlich wie "üblich" diese Abdichtungsvarianten im Wohnungsbau sind und es schwer ist jemanden zu finden der dies fachgerecht plant und ausführt." bestätigen und würde wohl eher eine "Weisse Wanne" bauen.
     
  16. #14 Halbwissender, 22. April 2012
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    Bitte den Hersteller eine schriftliche Erklärung abfordern, dass die Abdichtung mit den Bahnen XY in XY Lagen mit Abschluss an die Bodenplatte wie Bild yz (Bild des Objekts beilegen) der DIN 18195 - 6 entspricht. Dies dann hier einstellen!
     
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