Frage zu Imprägnierung Fichte roh

Diskutiere Frage zu Imprägnierung Fichte roh im Holzrahmenbau / Holztafelbau Forum im Bereich Neubau; Hallo, wir haben uns einen Geräteschuppenbausatz gekauft. Das Holz ist unbehandelte Fichte. Dazu sagte uns der Verkäufer, wir sollten das Holz...

  1. Cartman

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    Hallo,

    wir haben uns einen Geräteschuppenbausatz gekauft. Das Holz ist unbehandelte Fichte. Dazu sagte uns der Verkäufer, wir sollten das Holz mit Holzschutz-Imprägniergrund einstreichen und dann "im Nut und Federbereich noch nass" zusammenfügen. Naja, das Wetter ist schlecht und lädt nicht gerade zum Gartenhüttenaufbau ein. Der Bausatz liegt also noch in der Garage. Ich würde nun gerne in der Garage bereits mit der Holz-Vorbehandlung anfangen. Meine Laienfrage lautet daher: Spricht da irgendwas gegen, das Holz zu imprägnieren und durchzutrocknen, oder muss das beim Zusammenbau wirklich "nass" im Nut- und Federbereich sein?

    Zweite Spezialfrage: Muss das Haus vor allseitig mit Imprägniergrund eingestrichen werden, oder nur außen (und Nut /Feder)?

    Gruß
    Cartman
     
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  3. sarkas

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    Hallo,

    Nut und Feder während des Zusammenbauens zu imprägnieren wird gerne empfohlen, um eine zusätzliche,
    vermeintliche Verklebung der Einzelteile zu erreichen. Das ist grundsätzlich nicht falsch, aber unnötig.
    Diese Holzhäuschen sind meist so konzipiert, dass sie auch so halten.

    Von einer vorherigen Imprägnierung wird Herstellerseits oft abgeraten, da Gefahr besteht, dass sich Bretter verziehen
    und schwierig zum verbauen sind. Grundsätzlich ist es für die Haltbarkeit aber nicht falsch.

    Wie das Imprägnieren letztendlich aussehen sollte, hängt vom späteren Nutzen ab. Wenn es ein "Partyhäuschen"
    werden soll, würde ich "Imprägnierungen" innen nicht empfehlen, da diese nicht unerheblich Fungizide inkludieren.
    Als bewohnt/benutzter Raum sollte innen auf Wasserbasis eingelassen werden. Wenn es denn ein reiner Lagerschuppen
    wird spricht nicht gegen die beidseitige Impägnierung.

    Anm.: wenns denn einen netten Holzton bekommen soll, kann man auch gleich eine Dünnschichtlasur verwenden, da
    diese i. d. R. genug (für Nadelhölzer notwendige) Fungizide enthalten.
     
  4. mls

    mls Bauexpertenforum

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    aha. und welches zeug enthält fungizide (und warum?) und darf (vom wem?)
    angewendet werden?

    do beisst si de katz inn schwanz ..
     
  5. Cartman

    Cartman

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    Hallo,

    danke für die Antwort!
    Fungizide = "Bläueschutz"?
    Die Hütte dient ausschließlich dazu, Gartengeräte etc. drin aufzubewahren. An der Außenseite wird die Hütte dann auch noch mit Wetterschutzfarbe lackiert.
    Die Imprägnierung haben wir gleich beim Kauf des Häuschens mitgenommen, da uns der Verkäufer mehrfach darauf hingewiesen hat, wie wichtig diese Imprägnierung doch ist und ansonsten würde die Garantie entfallen etc. pp.
    Eine Verklebung von Nut und Feder mittels flüssigen Holzschutzes erscheint mir doch irgendwie schwierig. (Bei Lasur könnte ich mir das noch vorstellen).

    Also werde ich erstmal anfangen, ein paar der Bretter zu imprägnieren, und wenn sich nichts verzieht dann spricht ja nichts gegen das Imprägnieren vor dem Zusammenbau.
     
  6. sarkas

    sarkas

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    Was für Katz beisst sich in welchen Schwanz?

    Der Cartmann hats verstanden, dann kanns doch gar net so schwierig gewesen sein.

    Aber ok - nochmal zum mitdenken.

    1. Mit Imprägnierungen für Nadelholz ist i. d. R. Bläueschutzgrund (oder ähnl.) gemeint
    2. Bläue ist ein Pilz = also enthält das Zeug fungizide.
    3. Dieses Zeug mit Fungiziden (egal ob Bläueschutzgrund oder fungizid eingestellte lösemittelhaltigen Dünnschichtlasuren, was übrigens die Meisten sind)
    darf nicht in Innenräumen verwendet (verarbeitet) werden und macht auch keinen Sinn.
    4. Diese Fungizide gelangen auch nach Trocknung noch in die Raumluft, so denn sollten sie in bewohnten Räumen (weil sinnfrei)
    nicht oder nur wo unbedingt erforderlich verwendet werden.
    5. Verwenden darfs jeder (versteh die Frage nicht ganz) oder braucht man da nen Waffenschein - oder so :think

    Diese Erklärung war nu für die Fragestellung so nötig wie ein Kropf...

    aber wenns schee macht .... :konfusius
     
  7. Lukas

    Lukas

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    Ich halte das nicht nur für unnötig, sondern für groben Unfug.

    Eine Verklebung ist in keinster Weise sinnvoll und es wird damit die Wahrscheinlichkeit von Blockabrissen sehr groß.
    Wenn dadurch eine aussteifende Scheibenwirkung erzieht werden soll, dann ist das nur Murks, weil wenig zuverlässig und man könnte die ganze Hütte auch gleich der finalen thermischen Zweitverwertung zuführen.

    Gruß Lukas
     
  8. sarkas

    sarkas

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    Stimmt schon, aber da klebt doch eh fast nix, weil das Zeug faktisch keine Feststoffe enthält.
     
  9. cetefil1

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    An den Themenersteller.

    Hab das gerade hinter mir. Ich hab den ganzen Bausatz ,noch komplett in Einzelteilen, 2 x vorlasiert (war so ein Kombiprodukt inkl. Bläueschutz).
    Hab die Hausmarke eines Baumarkts genommen (38 Euro für 5 L).
    Im Endeffekt war das die Fa. J.W. Ost****orf.
    Gibt auch noch Rem**rs oder Sik**ns o.ä....jedem nach seinem Geldbeutel.

    Witzig ist immer wenn im Bausatz steht : Alle Stellen vorlasieren, die hinterher nicht mehr erreichbar sind...da kann ich nur müde lächeln. Das weiß kein "Schwein" vorher, wenn er den Bausatz mit 150 Brettern vor sich liegen sieht. Daher alles lasiert (Innen/außen, Nut und Feder).

    Das war die richtige Entscheidung, wenn auch eine doofe Arbeit.
     
  10. MaMa

    MaMa

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    mal ein paar Randbemerkungen:

    Nun, besser man hat die Stellen vorbehandelt an die man hinterher nicht mehr dran kommt, als man hätte...
    Daher besser komplett alles vorher streichen.
    Verziehen und tief eindringen wird eh nix von dem Zeug weil die Holzzellen der Fichte einen Tüpfelverschluss haben, so eine Art Ventilfunktion, wenn einmal ausgetrocknet dann kommt so schnell nix mehr rein....
    Bei Tanne siehts schon wieder anders aus...
    Im Anstrichverfahren wird außerdem von allen Verfahrenstechniken (Trog-, Einstell- oder Drucktränkung) auch nur die geringste Eindringtiefe erreicht (bis ca. 1 mm, bzw. 3-4 mm im Hirnholzbereich)
    Bläueschutzmittel kann so ziemlich jeder verarbeiten. Bläue ist ein holzbesetzender und nicht holzzerstörenderer Pilz, er setzt sich in den angeschnittenene Zellen der Oberfläche fest. Bläue ist aber meist auch nur ein ästhetisches Problem. Fungizid gegen holzzerstörende Pilze eingestellte Holzschutzmittel sind dagegen nur im Fachhandel erhältlich, für den Einsatz bei statisch tragender Konstruktion gedacht und dürfen nur mit Sachkundeschein verarbeitet werden.
    Und nur letztere Mittel sind auch unabhängig auf ihre Wirksamkeit überprüft (sie haben daher ein Ü-Zeichen), bei allen anderen (z. B. Bläueschutz) muss man sich auf die Herstellerangaben verlassen.
    Die Überlegung nun nass-in-nass zu arbeiten oder auch nicht ist m. E. nicht relevant und zwar aus o. g. Gründen: Das Mittel dringt im Anstrichverfahren kaum in die Tiefe ein, wobei lösemittelhaltige Produkte tiefer kommen als Salzpräparate. Wenn Hölzer bereits einmal trocken waren muß Feuchtigkeit schon sehr tief und sehr lange in die Zellstruktur eingetragen werden um eine Formänderung zu erreichen, als es bei einem harmlosen Anstrich oder auch einem kurzen Regenguss normal der Fall wäre...

    Trotz dieser ganzen Einwände - besser man hat als man hätte....
    Grüße
     
  11. MaMa

    MaMa

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    Mit Acryl und Schaum kann man ganze Häuser baun.
    noch ´n kurzer:

    Kombiprodukte mit Farbe und Holzschutz sind problematische Zwitter:
    der Holzschutzwirkstoff soll möglichst tief eindringen, die Farbe soll die Oberfläche brauchbar deckend gestalten. Je nach Pigmentgröße behindert man sich hier gegenseitig. Natürlich gibt es da auch gute Produkte - sicherer fährt man jedoch mit zwei Mitteln.
     
  12. Cartman

    Cartman

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    Hallo,

    danke noch mal für die weiterführenden Tips und Erklärungen.

    Ich habe das jetzt so gemacht: Alle Teile mit Holzschutz eingestrichen, dann Hütte zusammengesetzt. Das Einstreichen war eindeutig wesentlich zeitaufwändiger als das Zusammenbauen :Brille
    Anschließend habe ich die Hütte selber außen 2 x mit Cons***n gestrichen (warum muss man die ganzen Holzfarben eigentlich immer zweimal auftragen?). Und ich grüble noch, ob ich die Hütte innen noch lasieren werde, das aber eher weil hier noch ein Eimer Lasur rumsteht der übrig ist.

    Viele Grüße
    Cartman
     
  13. cetefil1

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    was nimmste als Fußboden ?

    Habe OSB3 Platten 18mm Stärke auf ein "Lattenrahmen" gebaut. Schick...sorry für OT. Da gingen meine Farbreste bei drauf.
     
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  15. Cartman

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    Ja,
    Fußboden ist (bzw. wird, liegt noch nicht) OSB, aber den wollte ich eigentlich nicht mitstreichen.
     
  16. cetefil1

    cetefil1

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