Frage zu Taupunkt

Diskutiere Frage zu Taupunkt im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Hallo, kann mir hier einer der Experten mal etwas "Nachhilfe" in Sachen Taupunkt geben. Der Taupunkt ist doch der Temperaturpunkt, bei dem...

  1. Peter1971

    Peter1971

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    Hallo,

    kann mir hier einer der Experten mal etwas "Nachhilfe" in Sachen Taupunkt geben.

    Der Taupunkt ist doch der Temperaturpunkt, bei dem eine Luftschicht eine rel. Luftfeuchte von 100% erreicht.
    D.h. mit abnehmender Temperatur nimmt die rel. Feuchte in der Luft zu, das ist doch korrekt ?

    Ich frage mich jetzt jedoch gerade, wie z.b. bei einer Wärmedämmung der Taupunkt IN die Konstruktion wandern kann ?

    Ist es nicht ausserhalb der Konstruktion immer kälter als in der Konstruktion und somit müsste die rel. Luftfeuchte ausserhalb der Konstruktion doch höher sein als innerhalb ?

    Ich habe mal meine Deckenkonstruktion in diesen u-Wert Rechner eingegeben:
    www.u-wert.net

    Bei einer angenommenen Innenluft von 20°C / 50% rel.Luftfeuchte und bei einer angenommenen Aussenluft von -10°C / 80% Luftfeuchte habe ich KEIN Tauwasser in der Konstruktion, da die Temperatur IN der Konstruktion immer oberhalb des Taupunktes liegt.

    Als letzte Schicht meines Deckenaufbaus habe ich 6cm Styrodur, da ich jedoch meinen U-Wert dieser Konstruktion von jetzt 0,37 auf mind. EnEV2009 Standart verbessern will, müsste ich nochmals 6cm Styrodur auf die Konstruktion oben drauf legen, doch dann geschieht laut dem oben genannten u-wert-Rechner folgendes:

    Der Taupunkt wandert in die letzte Styrodurschicht !
    D.h. die Temperatur IN der letzten Styrodurschicht wandert UNTER den Taupunkt !

    Wie kann das sein ?
    Ohne diese zweite Styrodurschicht, liegt die Temperatur innerhalb des Bauteils immer ÜBER dem Taupunkt und wenn ich nun die Wärmedämmung verbessere, dann wandert die Temperatur im Bauteil plötzlich unter den Taupunkt, wie kann das sein ?

    Kann hier jemand mal etwas Aufklärungsarbeit leisten und mir den Sachverhalt und die Zusammenhänge erklären ?

    Vielen Dank für die Info.
    Gruß Peter
     
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  3. Uwe!

    Uwe!

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    ich kann zwar die Verwirrung verstehen, aber eigentlich ist die Antwort ganz einfach. Wie Du ja schon richtig beschrieben hast, ist der Taupunkt die Temperatur bei der eine Luft mit einer absoluten Feuchte x die relative Feuchte 100% erreicht. Wird's ncoh kälter kondensiert Feuchtigkeit aus.

    Was passiert, wenn Du die Dämmung verstärkst? Die "Dämmwirkung" wird besser, also es geht weniger Energie verloren, also sinkt auch die Oberflächentemperatur an der Außenwand. Je besser Du dämmst, um so kälter ist Dein Haus von außen. Und damit wandert der Taupunkt langsam in die Dämmebene.

    Ganz ohne Dämmung bleibt die Wand auch von außen "schöne" warm und damit oberhalb des Taupunktes
     
  4. Reinsch

    Reinsch

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    Ist es nicht ausserhalb der Konstruktion immer kälter als in der Konstruktion [/U]

    Nein nicht immer. Im Sommer sollte es außerhalb wärmer sein.

    und somit müsste die rel. Luftfeuchte ausserhalb der Konstruktion doch höher sein als innerhalb ?

    Nein, Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit transportieren als kalte Luft


    Ohne ein bisschen Fachwissen wirst du mit so einem Online-Rechner auch nicht anfangen können.
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Das schreibe ich seit Jahren, tagtäglich, aber auf mich hört ja keiner.

    Gruß
    Ralf
     
  6. Lebski

    Lebski Gast

    Musst es vorlesen, wie soll man dein Geschreibse hören?!
    :mega_lol:
     
  7. ralph12345

    ralph12345

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    Das ist falsch. Bei 20° kann Luft 17g Wasser pro Kubikmeter tragen. Bei 50% Feuchte sind das also 8,5g. Kühlst Du diese Luft ab, ist sie irgendwo zwischen 8 und 9° mit diesen 8,5g zu 100% gesättigt. Der Taupunkt ist erreicht.

    Wenn die Luft innen 20° und aussen -10° hat, dann muß irgendwo in der Wand dazwischen mal +8° herrschen. Dort liegt der Taupunkt. Daß die Luft aussen bei -10° 80% Feuchte hat, ist dabei egal. Du gehst davon aus, daß warme feuchte Luft nach aussen wandert und dabei Feuchtigkeit abgibt.

    Dämmst Du aussen, wandert der Taupunkt nach aussen, dämmst Du innen, wandert der Taupunkt nach innen. Tunlichst liegt er da, wo Du mit konstruktiven Mitteln vermieden hast, daß feuchte Luft dort tatsächlich hin kommt. Das macht z.B. eine Dampfsperre.

    Innen Folie, aussen Dämmung --> ok.
    dünne, kalte Wand, innen luftdruchlässige dicke Matratze gegen die Wand --> Schimmel.
     
  8. #7 Hundertwasser, 9. November 2011
    Hundertwasser

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    Bleib mal lieber im Maschinenbau. Nach deiner Meinung müsste also für alle WDVS innen eine Dampfbremse vorgesehen werden. Sag das mal nicht den Häusern die gedämmt sind und keine Dampfbremse haben, sonst fangen die noch an zu schwitzen.
     
  9. lumo

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    Naja, wer sagt denn, dass eine Dampfbremse aus Folie sein muss? Das Mauerwerk, die Dämmung, etc, kann doch (muss aber nicht) eine ausreichende Dampfbremse sein.

    Das Problem mit den Antworten ist, dass man auch zum Verstehen dieser teilweise ein "bisschen Fachwissen" braucht.
     
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  11. #9 Hundertwasser, 10. November 2011
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    Ich verstehe nicht ganz wie du das jetzt meinst. Aber die Pauschalaussagen von ralph12345 sind auf keinen Fall zielführend.
     
  12. lumo

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    Die Aussagen sind ja nicht grundsätzlich falsch - nur etwas vereinfacht.

    Zum notwendigen Fachwissen. Vielleicht könnt Ihr Bücher zur Bauphysik empfehlen, die auch Laien verstehen können. Ich fand z.B. das RWE Bauhandbuch hilfreich: http://www.vde-verlag.de/buecher/310590/rwe-bauhandbuch.html

    Auch sind die Erklärungen auf der obigen WEB-Seite unter dem Thema Bauphysik durchaus gut.

    @Peter1971, es ist korrekt, dass der Taupunkt wandert. Ob dann aber tatsächlich Tauwasser entsteht, hängt davon ab, ob dort Waserdampf überhaupt hinkommt (z.B. Diffusion von innen nach außen, welche z.B. durch eine Dampfbremse oder denn sonstigen Wandaufbau reduziert wird) oder schnell genug weg kommt (z.B. diffusionsoffene Dämmung nach außen).
     
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