Fragen zu Geothermie

Diskutiere Fragen zu Geothermie im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Für mein Haus (Neubau) habe ich vor, eine Wärmpumpe als Heizung zu verwenden. Nach ein paar Recherchen bin ich zu der Entscheidung gekommen,...

  1. Manni747

    Manni747

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    Für mein Haus (Neubau) habe ich vor, eine Wärmpumpe als Heizung zu verwenden. Nach ein paar Recherchen bin ich zu der Entscheidung gekommen, Erdwärme zu nutzen und mangels Grundstücksgröße muss ich eine Erdwärmesonde nehmen. Jetzt ein paar Fragen:

    Wie läuft das im Sommer mit der passiven Kühlung, ist das wie eine Art Klimaanlage, wo man richtig die Kühlung merkt oder ist das nur wenig zu spüren? Ich kann mir nicht so recht vorstellen, dass ein Raum durch eine kalte FBH gekühlt werden kann.

    Da ich neben FBH zusätzlich ein paar Heizkörper möchte, wie sehr verringert sich die JAZ vergleichsweise?

    WIe ist das mit der staatlichen Förderung, kriegt man die ZUschüsse ausbezahlt?
     
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  3. R.B.

    R.B.

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    Wie schon so oft geschrieben...Grundstücksgröße, Heizlast, dann weiß man mehr. Es gibt viele Möglichkeiten wie man einen Kollektor gestalten kann.

    Genau so wie man einen Raum mit einer FBH heizen kann, deren Oberflächentemperatur nur knapp über der Raumtemperatur liegt, so kann man auch kühlen mit einer Temperatur die knapp unterhalb der Raumtemperatur liegt. Zu kalte "Kühlflächen" sorgen für Kondensation, also muß die Temperatur sorgfältig gewählt werden.
    Bei einer üblichen Klimaanlage erfolgt der Umweg über die Luft. Da muß zur Übertragung der notwendigen Wärme (Kälte)menge mit einer höheren Differenz gearbeitet werden.

    Das hängt von der notwendigen Vorlauftemperatur ab, die bei Heizkörpern üblicherweise etwas höher liegt. Mit großflächigen Heizkörpern kann man das Problem ein wenig entschärfen, aber nicht beseitigen. Wie hoch der Einfluß der höheren Vorlauftemperatur auf die Leistungszahl der Pumpe und somit der JAZ ist kann man aus den Leistungsdiagrammen der Pumpen herauslesen.

    Pi*Daumen*Wettervorhersage, verschlechtert sich die JAZ um etwa 0,2 bis 0,3 wenn die Vorlauftemperatur um 5K angehoben wird.

    Zuschüsse werden üblicherweise ausgezahlt. Förderrichtlinien etc. finden sich auf den Seiten der Institute. Beispielsweise hier:

    http://www.bafa.de/bafa/de/energie/erneuerbare_energien/index.html

    Oder im Falle von KfW Darlehen hier:

    http://www.kfw.de/


    Gruß
    Ralf
     
  4. EricL

    EricL

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    Ich habe bei meiner WP die Kühlfunktion integriert und das funktioniert sehr gut. Durch die Fußbodenheizung fließt das gekühlte Wasser (Taupunktproblematik wird durch eine zentrale Steurung mit Messung von Temperatur und Feuchtigkeit vermieden) und man erreicht damit eine Reduzierung von einigen Grad im ganzen Haus. Man überträgt praktisch die Wärme auf die Sole/Erdreich. Irgenwann ist jedoch die Aufnahmekapazität der Sole erschöpft, d.h. nach mehreren Wochen heißen Sommer läßt die Kühlung nach.

    Interessant für die Kühlung finde ich jedoch noch ein anderes Konzept (ohne WP): Wenn ein Keller vorhanden ist im Keller FBH verlegen und im Sommer dann nur mit der UWP das Wasser in der FBH in den kalten Kellerräumen und warmen Wohnräumen zirkulieren lassen.

    Gruß Eric
     
  5. Bib007

    Bib007

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    Nun, in diesem Fall würde sich doch der Keller aufheizen, oder? Keller ist ja meistens Lagerraum. Ob das so gut ist, wenn die Kartoffeln, Äpfel, Wein, usw. im dann warmen beheizten Keller liegen?
     
  6. EricL

    EricL

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    @Bib007
    wir haben bei uns ca. 90qm Keller und davon ist nur ein kleiner Raum zum kühlen Lagern von Lebensmitteln vorgesehen. Und genau dieser Raum hat bei uns auch keine Heizung. Oder habt ihr soviele Lebensmittel, dass ihr dafür den ganzen Keller braucht?
    Für den Rest des Kellers (der auch beheizt wird) ist aber eine Anhebung der Temperatur wünschenswert. Die höhere Temperatur im Keller hat auch den Vorteil dass die Luftfeuchtigkeit im Keller im Sommer dann geringer ist. Versuche mal im Sommer einen normal kalten Keller zu lüften ohne die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen.

    Gruß, Eric
     
  7. Manni747

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    Das mit der FBH-Kühlung durch den Keller ist ja wirklich interessant. Kann man das nicht zusätzlich mit der Wärmepumpe machen? Wir haben tatsächlich einen recht großen Kellerraum mit FBH geplant, wo das was bringen könnte. Ich bin jetzt doch auch am Überlegen, nur FBH zu nehmen, habe aber ein bisschen Angst, dass das, gerade in den Schlafräumen unangenehm ist, wenn die Wärme vom Boden kommt. Habt ihr Erfahrungen dazu?
     
  8. Julius

    Julius

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    Das ist auch in Schlafzimmern kein Problem, denn vom Boden kommt keine spürbare Wärme (da er immer noch kälter bleibt als die menschliche Körpertemperatur!).

    Etwas anderes als FBH sollte heutzutage nicht mehr ernsthaft in Frage kommen!

    Und eine KWL-Anlage nicht vergessen!
     
  9. R.B.

    R.B.

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    Nicht der Boden soll warm sein, sondern der Raum.

    Eine richtig dimensionierte FBH erkennt man daran, daß nur der Raum warm ist.

    Gruß
    Ralf
     
  10. EricL

    EricL

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    @Manni747
    Kühlung durch die Keller FBH und Kühlung durch die WP macht gleichzeitig betrieben keinen Sinn. Dies sind unterschiedliche Ansätze. Man könnte aber evtl. beides zeitlich getrennt machen, d.h. z.B. die WP nur bei den heißen Temperaturen einsetzen.
    Kühlung durch die WP hat auch den Vorteil, dass die Sole erwärmt wird und man dann bei der BW-Erwärmung eine bessere Leistungszahl erreicht. Im letzen Sommer stieg bei mir z.B. die Soletemperatur durch die Kühlung auf über 20 Grad an.

    Zu den Bedenken zu der FBH im Schlafzimmer:
    Eine moderne FBH (zudem ausgelegt für eine WP) hat eine maximale VL-Temperatur von 30-35 Grad. Und dies wird dann auch nur erreicht wenn es draußen -10 Grad oder kälter ist. An normalen Wintertagen liegen die VL-Temperaturen dann eher im Bereich 25-30 Grad. Aber auch 35 Grad fühlen sich bei einer Körpertemperatur von 37 Grad subjektiv kühl an.
    Bei mir laufe ich im Winter nie ohne Schlappen im Haus rum. Auch mit Strümpfen ist mir der Fußboden zu kalt.

    Gruß, Eric
     
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  12. Rene'

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    Hallo!

    Die von Erik angesprochene Methode die Keller FBH zur Kühlung zu nutzen habe ich bei uns realisiert und es funktioniert.

    Wir haben 110qm beheizte Wohnfläche (FBH) und 65 qm Keller in der ich auch eine FBH installiert habe.
    Die Keller-FBH habe ich an Vor- und Rücklauf des restlichen Heizsytemes angeschlossen und kann sie mit Kugelhähnen zuschalten.

    Das Wasser das aus der Keller FBH kommt hat so ca. 14-15 Grad. Gemischt mit der warmen Brühe aus der restlichen FBH kann ich die Bodentemperatur im EG und im OG ca. 1.5-2 Grad absenken.
    Den Kühleffekt merkt man deutlich, erst Recht wenn man Fenster und Türen weitesgehend geschlossen hält. Der zweite Vorteil ist das der Keller im Sommer leicht temperiert wird so das sich kein Schwitzwasser bilden kann.
    Nach ca. 2-3 Tagen schalte ich die FBH aus so das sich der Keller regenerieren kann und sich der Estrich wieder abkühlt.

    Der Keller ist übrigens nicht als Wohnkeller konzipiert und somit (bis auf 5cm unter dem Estrich) nicht gedämmt so das er nach 2-3 Tagen wieder ausgekühlt ist.

    Der "Spaß" hat mich runde 800€ an Material (FBH/Dämmung/4-Fachverteiler)und ca. 15 Stunden an Eigenleistung gekostet.

    Gruß,
    Rene'
     
  13. Rene'

    Rene'

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    PS: Eine weitere Möglichkeit die FBH zu kühlen besteht darin die in der FBH/dem Estrich vorhandene Energie der WP für die Brauchwassererwärmung zur Verfügung zu stellen.
    Durch einen Wärmetauscher wird der FBH Energie entzogen die in einem zweiten,kleinen Solekreislauf der WP zugeführt wird.

    Diese Idee kam mir letzens und ich sprach dieses Thema im Haustechnik-Forum an. Dort musste ich erfahren das dieses System bereits existiert und einige WP Hersteller (ich glaube Hautec ?!) das auch schon einsetzen.
     
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