Fragen zu Problembehebung: Kondenswasser (im Winter) im Kaltdach

Diskutiere Fragen zu Problembehebung: Kondenswasser (im Winter) im Kaltdach im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo, ich habe mein Hasu vor 2 Jahren wärmegedämmt und mit neuen Fenstern versehen. Da mein Dachboden eine zu geringe Höhe hat, um ihn in...

  1. Peter1971

    Peter1971

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    Hallo,

    ich habe mein Hasu vor 2 Jahren wärmegedämmt und mit neuen Fenstern versehen.

    Da mein Dachboden eine zu geringe Höhe hat, um ihn in irgendeiner weise zu nutzen, hatte ich mich entschlossen, statt das Dach zu dämmen, lediglich die oberste Geschossdecke zu dämmen und somit das Dach als Kaltdach zu belassen.

    Das Dach besteht lediglich aus Dachziegel, d.h. wenn ich auf dem Dachboden stehe (oder besser gesagt "knie"), dann kann ich die Dachziegelinnenseite sehen.

    Nun zum Problem:

    Im Winter, kommt warme Luft auf den Dachboden, da sich in der obersten Geschossdecke keine Dampfsperre befindet.

    Diese warme Luft schlägt sich im Winter an den kalten Dachziegeln nieder und kondensiert dort.

    Dies kann so heftig werden (besonders auf der Nordseite des Daches), dass sich innen im Dach richtig dicke Eisschichten bilden.
    Tauen nun diese Eisschichten irgendwann wieder an, tropft das Tauwasser auf den Boden herunter und es bilden sich dort dann recht große Pfützen und teilweise dringt das Tropfwasser dann sogar bis in den Wohnraum darunter durch.

    Das Dach hat einen gemörtelten First und somit kann die Luft wohl nur sehr schlecht zirkulieren und somit wird wohl die aufsteigende Warmluft nicht gescheit abgeführt und schlägt sich deswegen nun so sehr an den kalten Ziegeln nieder.

    Fragen zur Problemlösung:

    1. Ich habe mir überlegt, eine Dampfsperre anzubringen, sodass keine warme Luft mehr in den Dachboden gelangen kann, doch diese müsste ich raumseitig anbringen und somit fällt diese Lösung, wegen des Aufwandes (komplettes runter reisen der raumseitigen Deckenverkleidung) schonmal nicht in Betracht.

    2. Dampfsperre AUF die oberste Geschossdecke aufbringen und darüber nochmals ein Wäremeschutz aufbringen ?
    Wobei dabei wohl das Problem bestehen wird, dass ich von oben her niemals die Dampfsperre luftdicht ans Mauerwerk angeschlossen bekomme, da das Mauerwerk oben im Dachboden gar nicht ankommt, sondern unter den seitlichen Balken liegt.

    Zudem, würde es überhaupt sinnvoll sein, eine Dampfsperre in die Decke einzubringen, denn dadurch würde ich das Haus ja komplett "Luftdicht" machen (die Wände und Fenster sind ja schon, seit dem vor 2 Jahren aufgebrachten Vollwärmeschutz, nahezu luftdicht) und es kann somit gar nicht mehr "atmen".

    Momentan ist zwar die obere Geschossdecke wärmegedämmt, jedoch ist sie wegen der fehlenden Dampfsperre sozusagen diffusionsoffen und das Haus kann dadurch noch "atmen".

    3. Als dritte Lösung habe ich mir folgendes gedacht:

    Dach komplett abdecken.
    Lattung runterreisen.
    Auf das Dachgebälk eine diffussionsoffene Unterspanmatte aufbringen (von innen nach aussen diffusionsoffen, von aussen nach innen wasserdicht).
    Konterlattung aufbringen.
    Lattung für die Ziegel aufbringen.
    Dach neu eindecken und First als Trockenfirst gestalten.

    Dadurch wäre das Dach hinterlüftet und konnte somit das Kondenswasser abführen.

    Wie seht ihr das, wäre Lösung 3 eine brauchbare Lösung ?

    Vielen Dank für die Infos.
    Gruß Peter
     
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  3. planfix

    planfix Gast

    oder 4. einen miefquirl (gebläse nach außen) einbauen

    behebt nicht die ursache könnte die günstigste lösung sein.
     
  4. pauline10

    pauline10

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    Aber das muß eine Hausfrau ja nicht wissen!!
    1.- Dampfsperre gehört auf die warme Seite. Punkt.
    Außerdem sind das jetzt noch Wärmeverluste, die man durch die Sanierung doch gerade verringern möchte.
    2.- Das mit dem Atmen ist dummes Zeug. Aber weitverbreitet!!
    3.- Der Trockenfirst wird kaum genügend Lüftung bewirken.
    4.- Wäre eine Möglichkeit

    pauline
     
  5. ecobauer

    ecobauer

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    Wer sagt denn, dass bei 1 dies raumseitig erfolgen muss.
    Wenn ich das richtig verstanden habe, liegt die Dämmung auf der oberen Decke von oben zugänglich auf? Wenn dem so ist, lässt sich diese auch rausnehmen, von oben eine Dampfsperre einbauen, die dann natürlich die Gefache ausfüllen muss, und die Dämmung wieder einlegen.
    Die Dampfsperre muss natürlich allseitig dicht verklebt werden!
     
  6. Gast360547

    Gast360547 Gast

    wofür...

    Moin,

    ... schreibt man(n) sich hier nen Wolf, wenn es anscheinend doch niemand (Ausnahme wohl unsere Staubsaugerpilotin) liest?

    Mit Verlaub: alle Möglichkeiten von 1-4 sind Mist. Da hattse Recht.

    @ ecobauer, zur Minderung der Wärmeverluste durch Konvektion wäre es im Grunde egal wo die Luftdichtschicht angeordnet ist. Aber im Bereich des schadenfreien Bauens nicht. Hier sollte die 20%-Faustregel unbedingt überprüft werden, um Schäden zu vermeiden.

    Grüße

    stefan ibold
     
  7. Julius

    Julius

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    Was ich nicht verstehe:
    Das Problem kann doch eigentlich kaum durch die nachträgliche Dämmung der obersten Geschoßdecke entstanden sein!
    Denn die Undichtigkeit müßte ja vorher in mindestens gleichem Maße vorhanden gewesen sein. Und zumindest ähnliche Temperaturverhältnisse.
    (Außer, der Dachboden war vorher gar nicht wirklich kalt, sondern wurde in extremem Maße mitgeheizt, sodaß die Dachdeckung ausreichend über dem Taupunkt gehalten wurde. Unwahrscheinlich.)

    Also besteht möglicherweise ein Zusammenhang mit der zweiten Maßnahme, der Fenstererneuerung:
    Entweder werden die darunterliegenden Räume jetzt unzureichend belüftet, sodaß weit mehr Feuchtigkeit als früher nach oben ausweicht.
    Oder es wurde (Giebelfenster etc.?) die Durchlüftung des Kaltdachbodens verschlechtert.

    Zur Abhilfe mit beschränktem Aufwand entweder Dampfsperre UNTER die Dämmung legen (diese dazu temporär abnehmen) oder den Dachraum besser durchlüften (Lüfterziegel, Lüftungsöffnungen, Fenster, ggf. mechanische Lüftung - hygrostatisch gesteuert).

    Und mal das Lüfttungsverhalten betreffs der darunterliegenden Räume kritisch überprüfen (ggf. mit Hygrometer)!
     
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  9. Peter1971

    Peter1971

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    Hallo Julius,

    die Ursache für mein Problem besteht wohl aus einer Kombination aus den 2 von dir angesprochenen Punkten.

    Früher, als mein Haus noch nicht gedämmt war und noch mit alten einfachen (undichten) Holzfenster versehen war, stiegt wohl gar nicht soviel Raumluft in den dachboden, da eben viel der raumluft durch die Fenter nach aussen entwich.

    Außerdem war der Dachboden früher, vor der Dämmung der obersten Geschossdecke, wohl um einiges wärmer, denn mein Haus war immer eines der ersten Häuser im Winter, welches kaum mehr Schnee auf dem Dach hatte !

    Bezüglich deiner Anmerkung mit den Hygrometern, darauf bin ich auch gekommen und habe mir letzten Winter in alle Räume ein Hygrometer gehängt um dadurch zu sehen, ob ich genügend und ausreichend lüfte.

    Die Hygrometer zeigten meist Werte um 60% an, was somit ja eigendlich ok ist.

    Ich denke aber, dass die Dachziegel bei diesem Haus, auch schon vor meinen Wärmedämmarbeiten von innen im Winter nass wurden, denn die Dachlatten sehen so aus, als sie schon über mehrere Jahre immer wieder nass wurden.#

    Der Effekt verstärkte sich jetzt lediglich nur.

    Da meine Dachziegel (Tonziegel) nun schon 45 Jahre alt sind, merkt man jetzt jedoch auch, dass bei starkem Regen die Ziegel von innen leicht feucht werden, ich denke die Ziegel sind auch nicht mehr 100% dicht, was im Winter bei einer dicken Schneedecke auf dem Dach ggf. auch noch zu zusätzlichem Wasserintrag in den Dachboden führen kann.

    Da ich keinerlei Ersatzziegel mehr für dieses Dach bekomme und die Dachlatten auch keinen vertrauenserweckenden Eindruck mehr machen, werde ich wohl oder Übel das Dach komplett neu latten und decken müssen (bevor die Dachbalken auch noch Schaden nehmen).

    Wenn ich das Dach nun mit einer diffusionsoffenen Unterspannbahn versehe, darüber eine Konterlattung anbringe und den First als Trockenfirst aufbaue, sodass ich die Dachziegel hinterlüfte, wäre dann die Gefahr meiner feuchten Innenseite der Ziegel und der damit verbundenen feuchten Lattung ertmal gebannt ?

    Ich habe nun mal interessehalber auf meinem Dachboden ein Thermo/Hygrometer per Funk installiert, so kann ich mal den Temperatur sowie den feuchtigkeitsverlauf auf dem Dachboden beobachten.

    Kann ich aus diesen Werten, wenn ich sie mit den Temperatur und Luftfeuchtewerte in den Räumen darunter vergleiche, Rückschlüsse darauf ziehen, ob von den Räuumen darunter die Luft in den Dachboden strömt ?

    Sehe ich das richtig, wäre die Luft aus den Wohnräumen auch im Dachboden, müsste der Taupunkt im Wohnraum identisch mit dem im Dachboden sein, d.h. wenn ich Wohnraumtemperatur und Wohnraumfeuchte in die Taupunktberechnung einbeziehe müsste es den selben Taupunkt ergeben, wie wenn ich die Dachbodentemperatur und die Dachbodenfeuchte in die Berechnung einbeziehe ?

    Gruß Peter
     
  10. Peter1971

    Peter1971

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    Meine gemessenen Werte:

    Wohnraum: 19°C / 55% -> Taupunkt: 9,7°C

    Dachboden: 10°C / 65% -> Taupunkt: 3,7°C

    Außen: 6°C / 98% -> Taupunkt: 5,7°C

    Taupunktberechnung nach diesem verfahren:
    http://www.thermotech.de/taupunkt.html

    Demnach liegt im Dachboden wohl KEINE Raumluft aus dem darunter liegenden Wohnraum vor, denn sonst müsste der Taupunkt im Dachboden ja wohl eher näher am Taupunkt des Wohnraums liegen, sehe ich das richtig ?

    Vielen Dank für die Infos.
    Gruß Peter
     
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