Fragen zur Erneuerung der Dachdämmung - Dampfbremse - genereller Aufbau

Diskutiere Fragen zur Erneuerung der Dachdämmung - Dampfbremse - genereller Aufbau im Dach Forum im Bereich Neubau; Liebe Mitglieder des Bauexpertenforums, ich wende mich mit einem Anliegen an euch, da ich mir einige Hinweise, Tipps und Ratschläge (welche...

  1. #1 Epimenides, 24. Mai 2014
    Epimenides

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    Liebe Mitglieder des Bauexpertenforums,

    ich wende mich mit einem Anliegen an euch, da ich mir einige Hinweise, Tipps und Ratschläge (welche auch Schläge sind) erhoffe. Es geht um die Erneuerung der Dachisolierung und Decke meines Wohnzimmers (Bauerstellung ca. 1978, alte Dämmung 100 mm Glaswolle alukaschiert). Dies ist nötig, da eine Anschlussfuge am Schornstein über den letzten Winter undicht geworden ist und sich somit Regenwasser seine Bahn bis ins Wohnzimmer ebenen konnte. Leider konnte sich dadurch Schimmel an den betroffenen Innenwänden/Gipskartonplatten in geringem Maße bilden.
    Rat benötige ich insbesondere bei der Ausführung der Dampfbremse. Doch zunächst schildere ich kurz den geplanten Aufbau.
    Zwischen den Sparren, welche ca. 24 cm hoch sind, wird eine Dämmung aus Klemmfilz in der Stärke 220mm eingebracht. Anschließend wird eine Dampfbremse installiert. Dann wird eine Lattung auf den Sparren (und damit über der Dampfbremse) aufgebracht, auf welcher Gipskartonplatten montiert werden. Die Gipskartonplatten stellen die letztendliche Innendecke dar, die nach Belieben gestaltet werden kann (in meinem Fall Kalkinnenputz).

    Der Aufbau im Kurzüberblick von oben nach unten:

    Berliner Welle – Schweißbahn – Dachsparren/Dachkonstruktion – Klemmfilz (Isover wird präferiert) zwischen den Sparren – Dampfbremse – Lattung – Gipskartonplatten.

    Mein Problem ist folgendes: An den Seiten habe ich keine bis wenig Anlage-/Anklebefläche für die Dachbremse. Ich kann die Dampfbremse ja maximal in der Stärke der Lattung überlappen lassen und ankleben. Teilweise sind die Seitenwände aber nicht hoch genug, um eine vernünftige Auflagefläche zu gewährleisten. Ggf. könnte ich die Lattung noch einige wenige Zentimeter nach unten ziehen, was aber die Sachlage nur unwesentlich ändern würde. Ich möchte die Deckenhöhe nicht in großem Maße reduzieren.
    Deckenhöhen sind jetzt: höchste Stelle 313cm, niedrigste Stelle 198cm.
    Eine weitere Sache ist die, dass ich die Dampfbremse beim Anschrauben der Lattung relativ oft durchbohren werde. Wie ich bis jetzt gelesen habe, dürften diese kleinen Löchlein die Funktion der Dampfbremse nicht großartig beeinträchtigen (mir ist bewusst, dass es dazu viele verschiedene Meinungen gibt). Zudem stellt die eigentliche Innendecke aus Gipskartonplatten inklusive ordentlich ausgeführter Anschlussfugen auch einen gewissen Diffusionswiderstand dar.

    Ich konkretisiere meine Fragestellungen:
    1. Ist der grundsätzliche Aufbau in Ordnung?
    2. Wie würdet Ihr die Dachbremse montieren, insbesondere die Wandanschlüsse ausführen?

    Zum Abschluss zeige ich Bilder der Baustelle und der Einbausituation.

    Überblick über die Baustelle:
    [​IMG]
    [​IMG]

    Hier kann man den alten Aufbau noch erkennen. An der Querlattung waren die Deckenpaneelen angenagelt. Sichtbar sind auch noch Reste der Arcylnaht, mit der die Deckenpaneelen zur Wand hin abgedichtet waren.
    [​IMG]

    Hier sieht man die Problematik mit der Auflage-/Anlagefläche. Man folge der Arcylnaht:
    [​IMG]
    [​IMG]

    An dieser Stelle ist das Regenwasser eingedrungen:
    [​IMG]


    Viele Grüße
    Benjamin
     
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  3. #2 Epimenides, 24. Mai 2014
    Epimenides

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    Hi,

    ich habe es schon selbst gemerkt, dass das so nicht geht. Klebe ich die Dampfbremse auf die GKP, dann habe ich einen umlaufenden Hohlraum, nämlich den zwischen Mauerwerk und GKP, der wahrscheinlich diffusionsoffener ist, als die Decke. Im Zweifelsfalls habe ich also an diesen Stellen mehr Feuchteeintrag. Die sauberste Lösung wäre wohl die GKP umlaufend von oben etwas zu kürzen, dann das Mauerwerk primen und die Dampfbremse dort aufzukleben.

    Viele Grüße
     
  4. Bauking

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    Erst einmal wird wahrscheinlich die Bitumenbahn das Problem sein, muss aber nicht.
    Rein rechnerisch wird diese dichter als deine Dampfbremse sein, evtl. müsste man hier Hinterlüftungsrohre im Dach einbauen, damit evtl. Kondensat entweichen kann.

    Woraus bestehen die Wände, für mich sieht das nach Trockenbau aus - Was ist dahinter?

    Der Anschluss der Dampfbremse könnte relativ leicht unter dem umlaufenden UD-Profil erfolgen - D.h. zunächst wird die Dampfbremse an die Wände mit Kartuschenkleber geklebt, die Dampfbremse sollte an dieser Stelle eine Schlaufe (damit die Spannung genommen wird) haben, dann kann man die Klebestelle noch zusätzlich mit einem geeigneten Klebeband sichern. Das UD-Profil wird dann als zusätzliche Sicherung genau über die verklebte Folie angedübelt, damit ist die Stelle zu 100% dicht und auch gegen Verrutschen gesichert.

    Als UK würde ich auf alle Fälle auf Metall setzen, mit den passenden Abhängern kannst du die UK korrekt ausrichten, gewinnst etwas Platz für deine Folienverklebung an der Wand und musst dich nicht nach den Sparren richten.

    Morgen werden dir sicherlich die Experten zu Rate kommen - Auf jeden Fall muss der Wandaufbau stimmen und das Problem mit der Bitumenbahn auf dem Dach geklärt werden.
     
  5. H.PF

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    Was willst du da für Entlüftungsrohre einbauen?
     
  6. #5 Alfons Fischer, 25. Mai 2014
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    egal, was für eine Dampfsperre Sie da einbauen: Sie werden immer das Problem der Flankendiffusion haben: Es kommt über einbindenden Wände (auch über die Außenwände) zu Feuchteeintrag "um die Dampfsperren herum" in die Dachkonstruktion.

    Darum wird man einen Dachaufbau brauchen, der eine gewisse Feuchtetoleranz aufweist. Ich denke, Sie werden Sich auch mit der Erneuerung der Dacheindeckung und Ersatz der Bitumenbahn durch was diffusionsoffenes auseinandersetzen müssen, es sei denn, Sie würden eine funktionierende Hinterlüftung hinbekommen. Was schwierig genug ist...
     
  7. #6 Epimenides, 25. Mai 2014
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    Liebe Mitglieder des Bauexpertenforums,

    vielen Dank für eure freundlichen Antworten und die daraus entnehmbaren Hinweise.

    Die Seitenwände sind wie folgt aufgebaut, von Innen nach Außen: GKP - Drei-Kammer-Hohlblockstein 30cm - Lattung/5cm Glaswolle - Beschlag.

    Das mit der Entlüftung wird schwierig zu realisieren sein, ebenso wie eine Veränderung der oberen Dachkonstruktion (das Dach geht noch weiter und hat eine recht große Fläche).
    Ich bedanke mich für den Hinweis, dass die Bitumenbahn die Angelegenheit etwas erschwert.

    Was halten Sie von Holzfaserdämmplatten als Zwischensparrendämmung, so ausgeführt dass zwischen der Dacheindeckung und den Dämmplatten noch ca. 4-5 cm Luftraum bleibt. Darunter (also zur Rauminnenseite) könnte man GKP (ohne Dampf-bremse/sperre) mit einem feuchteregulierendem Kalkputz aufbringen.

    Viele Grüße
     
  8. #7 Alfons Fischer, 25. Mai 2014
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    unter Ihren Voraussetzungen und Vorstellungen wird man m.E. einen fachgerechten Dachaufbau nicht umsetzen können. Ich ergänze meine vorhergehende Aussage um "...egal, mit welchem Dämmstoff Sie da dämmen"...
     
  9. #8 Epimenides, 25. Mai 2014
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    Sehr geehter Herr Fischer,

    besten Dank für Ihre freundliche Antwort. Sie schrieben aber auch:
    Der von mir zuletzt beschriebene Dachbaufbau sollte dies in einem bestimmten Maße gewährleisten.

    Ihre Position ist aber jetzt aufgrund Ihres letzten Beitrags deutlich.

    Beste Grüße
     
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  11. Simon83

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    Hi Epimenides,

    wow, das ist nicht schlecht, das Problem der Flankendiffusion zu lösen durch komplettes weglassen der Dampfsperre und mit feuchteregulierendem Kalkputz. Dieser Aufbau ist nur in so fern feuchtetolerant, als jedes bisschen Luftfeuchtigkeit höchst willkommen in der Dämmung auskondensieren kann. Da helfen auch der Kalkputz und 4 cm Luft nichts. Du verbaust 20cm Dämmung mit dampfdichter Deckung darüber und denkst allen ernstes, das kann ohne Dampfsperre raumseitig irgendwie klappen? Wenn du eh so überzeugt bist und auf einen Experten der Bauphysik (Alfons Fischer) nicht hören magst, hättest du hier gar nicht fragen müssen.

    Viele Grüße

    Simon
     
  12. #10 Epimenides, 26. Mai 2014
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    Hallo Simon,

    ich weiß nicht, wo du gelesen hast, dass ich die Meinung von Herrn Fischer nicht schätze. Herr Fischer hat wichtige Hinweise gegeben, insofern hat er mir sachlich sehr geholfen.
    Ich habe den vorgeschlagenen "feuchtetoleranten" Aufbau auch lediglich zur Disposition gestellt und hoffte, dass ich zu diesem Hinweise bekomme, bzw. in welchem Maße dieser tatsächlich feuchtetolerant ist. Nirendwo habe ich mich als Experten bezeichnet, der andere Ansichten ignoriert.
    Ich nehme das Thema sehr ernst und ziehe auch entsprechende Konsequenzen, wenn es denn technisch nötig ist (Dachentlüftung etc.)


    Insofern würde ich es schätzen, wenn hinsichtlich der Kommunikation (in beide Richtungen) lediglich inhaltliche Aspekte berücksichtigt würden, statt dieser Beziehungsaspekte (insofern ist Ironie etc. immer schlecht) in missverständlichem Maße hinzuzufügen.

    Beste Grüße
    Benjamin
     
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