Fugenbehandlung zwischen Gipskartonplatte und Wand

Diskutiere Fugenbehandlung zwischen Gipskartonplatte und Wand im Trockenbau Forum im Bereich Neubau; Hi, das Problem ist denke ich allgegenwärtig doch die Lösung nicht eindeutig. (Hab jedenfalls den Eindruck nachdem ich das Forum durchstöbert...

  1. #1 buckrogers, 29. Mai 2009
    buckrogers

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    Hi,

    das Problem ist denke ich allgegenwärtig doch die Lösung nicht eindeutig.
    (Hab jedenfalls den Eindruck nachdem ich das Forum durchstöbert habe)
    Wenn die Gipskartonplatte den Dachstuhl verkleiden und demnach der Untergrund aus Holz ist und die Gipskartonplatte an die normale Hauswand angrenzt arbeiten zwei unterschiedliche Medien mit unterschiedlichen Ausbreitungseigenschaften gegeneinander. Die Gipskartonplatte hat zwar auch
    eine geringe Toleranz aber so wie ich es verstehe, gegenüber den Dachstuhl aus Holz zu vernachlassigen.

    Jedenfalls entstehen sehr häufig Risse soweit die Fugen mit Material verfugt wurden. Als erstes wird meistens Acryl genannt, hat aber nur eine Dehnungsfähikeit von 10-20%. Bei 1cm Fuge also kanpp 1-2mm was sehr oft nicht ausreicht.

    ich hab natürlich schon im Forum gesucht und gelesen.
    So wurde vorgeschlagen Trennfix auf die Wand aufzutragen und darauf dann eine Acrylfuge aufzubringen.

    Ich hab aber das Gefühl so ganz klar ist es nicht wie man das Problem löst.
    Und wie soll man einen Handwerker beauftragen bzw. evtl kontrollieren wenn
    unklar wie man die Fuge zwischen Wand und Gipskartonplatte behandelt.


    Nur nebenbei zur Unterhaltung, hab in einer Neubausiedlung fertiggestellte Häuser besichtigt und mir eins gekauft. Als ich mir dann den ausgebauten Dachboden angesehen habe stellte ich fest das die ganzen Fugen zu den Wänden nicht bearbeitet wurden. Es sind Fugenbreiten bis zu 0.8mm. Das hab ich gleich beanstandet und man hat mir gesagt das wären Malerarbeiten.
    Würde man nicht verfugen, wären Schattenfugen, würde man Tapette überlappen lassen usw. Daraufhin hab ich mir eins der Häuser (mit der identischen Baubeschreibung, das ich auch hätte kaufen können) die ich mir ja anfangs angeschaut habe nochmal angeschaut und siehe da ...alles verfugt und zwar mit der gleichen Fugenmasse wie an den Stössen zwischen den Gipskartonplatten. (Ich als Laie sage, noch nicht mal Acryl). Entweder ich werde veräppelt oder der Käufer des besagten Hauses hat bald Risse.
     
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  3. KPS.EF

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    Hallo @buckrogers,

    nicht immer sind die bauphysikalisch kritischen Stellen so leicht erkennbar, wie im speziell geschilderten Fall der GK-Anschlüsse an flankierende Bauteile.

    Risikofaktoren sind gewiss nicht nur unterschiedliche Materialausdehnungskoeffizienten, Bauwerksbewegungen und das Dehnvermögen elastischer Anschlussmaterialien ...

    Aus der Summe der möglichen Montagevarianten an o.g. "Schnittstellen" würde ich (ganz allgemein) die Ausbildung von Schattenfugen ab 5 mm Breite unbedingt favorisieren. Dazu erforderliche Schattenfugenprofile erlauben einen fachgerechten geraden und gleichmäßigen Abschluss der Kartonebene und die optisch akzeptable Kaschierung eventuell nicht zu verhindernder Risse in der Schattenzone der Fuge, wo sie weitestgehend "unsichtbar" bleiben. :think

    Da diese Schattenfugen einen "oberen" Abschluss aufweisen, können sie problemlos komplett malermäßig mit behandelt werden und bleiben damit insgesamt recht "unauffällig". :shades

    In der Regel lehnen (aus welchem Grund auch immer) die meisten Bauherren
    diese Möglichkeit strikt ab und leben dann lieber mit "ihren" Rissen.:mega_lol:

    MfG aus Erfurt:winken

    KPS.EF
     
  4. #3 Gast943916, 29. Mai 2009
    Gast943916

    Gast943916 Gast

    der Grund dafür ist in den meisten Fällen ganz einfach, das Profil müssen sie bezahlen, die Risse gibt es gratis....

    das ist Herstellerempfehlung, es entsteht ein gewollter "Haarriss", sieht aber sauberer aus als eine unkontrolliert gerissene Fuge


    Gipser
     
  5. KPS.EF

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    Die "Gipser" - Variante rangiert in meiner persönlichen Ranking-Liste gleich auf Platz 2, allerdings sollte man dann aber keinen "dauerelastischen" Dichtstoff in der Fuge anordnen, da ansonsten der gewollte Haarriss wiederum leicht zur unkontrolliert gerissenen Fuge mutiert:).

    Zum Mehrpreis für Schattenfugenprofilen:
    Im Verhältnis zu den Kosten des ersten Anwaltsbriefes :deal nimmt sich die Preisdifferenz da wohl eher bescheiden aus ... , von allem anderen wollen wir gar nicht erst reden. :shades

    KPS.EF
     
  6. #5 Gast943916, 29. Mai 2009
    Gast943916

    Gast943916 Gast

    das stimmt wohl, aber mach das mal einem sparwütigem BH klar....
    in den meisten Fällen wird doch die Risikovariante gewählt, könnte ja gut gehen, Kosten gespart...


    Gipser
     
  7. #6 Ralf Dühlmeyer, 29. Mai 2009
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    :respekt :mega_lol: :respekt :mega_lol: :respekt :mega_lol:

    DEN merk ich mir
     
  8. KPS.EF

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    stimmt leider im Allgemeinen, aber nur mit der Anmerkung, dass der Bauherr "spart", das Risiko jedoch beim Planenden und/oder Ausführenden liegt!:biggthumpup:

    KPS.EF
     
  9. #8 Gast943916, 29. Mai 2009
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    Gast943916 Gast

    aber auf Kosten anderer spart es sich um so leichter...


    Gipser
     
  10. Peeder

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    Hm,,, muss ich mich jetzt hier einmischen, oder nicht ?

    da hat doch einer was an der Waffel :mauer

    @Gipser, ich ändere mal dein Spruch

    OK :biggthumpup:

    Und nun mal Hand auf´s Herz , die Planer .

    99% der Auschreibungen/ LV Texte da heisst es

    Deckenbekleidung mit Gipskarton in den Dachschrägen. Punkt aus, komma ,Strich. Manchmal werden die Anschlüsse erwähnt ......
    " starrer Wandanschluss " oder noch witziger, "Anschlüsse mit Gewebeband eingespachtelt "

    Wat nun macht der Trockenbauer ????

    am besten garnix, soll doch der Bauherr selber machen.

    Denn, wenn ich anfange zu denken, und eine Rissfreie Variante anbiete, bin ich zu teuer, verdiene mich scheinbar dusselig und dämlich, muss noch nebenher Planerische Leistungen über die Anschlüsse erbringen, Gewährleistung 4-5 Jahre - und dann schreib mir noch einer vor, das Dachlättken ausgeschrieben sind, und ich solle mir nicht soviele Gedanken machen, das wäre OK.

    Melde ich irgendwo Bedenken an, Baustellenbedingungen , Feuchte ect, dann heisst es, stelle dich nicht so an, das hat bisher immer geklappt.
    Oder unten durch, wagt es doch der kleine Trockenbauer meine Planung und mein Fachwissen anzuzweifeln !

    In ganz harten Fällen sind ja noch MH, HMS, und die Schwiegermutter da,
    der nette Nachbar, und der freundliche Fachberater im Owieschön.

    Dann sollen die doch die Ausführungen der Anschlüsse machen, man, ich habe ja diese ewige Diskussion um die Anschlüsse so satt, das ich bald anfange die Palme hochzugehen.

    Netter Beruf, Trockenbauer.... ein sche..... Beruf, wenn man es vernünftig und Fachgerecht macht.

    den Rest erspare ich mir.


    Peeder
     
  11. #10 buckrogers, 29. Mai 2009
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    Tja Peeder,

    ich kann deinen Frust zum Teil nachempfinden.
    Ich hab ja keine Ahnung vom Bau, aber so wie ich es mitkriege werden absichtlich unklar definierte Begriffe wie "Raufaser Tapezierfähig" anstatt Q1 bis Q5 verwendet um seinen Vorteil zu ziehen.

    Ich hab in diesem Fall ein fertiges Haus von der Stange gekauft.
    Bis auf das Fliesen war schon alles fertig.

    Jetzt stehe ich vor meinen Fugen und frage mich was ich damit machen soll.
    Und da ja anscheinend so eine Fuge einige Möglichkeiten zuläßt will ich wissen welche wirklich vernünftig ist und wie man Sie für einen Fachbetrieb beschreibt.
     
  12. #11 Gast943916, 29. Mai 2009
    Gast943916

    Gast943916 Gast

    schau mal hier, vielleicht hilft das weiter, ab Seite 37
    http://www.rigips.de/download/fugenfibel_2007.pdf
    Konstruktive Grundansätze für die Planung und Verarbeitung von Fugen und Anschlüßen findest du im Merkplatt Nr. 3 Bundesverband der Gipsindustrie e.V. Industriegruppe Gipsplatten. Da werden die Fugenausbildungen in Klasse A - G eingeteilt.
    In der Regel wird im LV ein "starrer Anschluß" ausgeschrieben, was die Klasse A bedeutet und die ist eindeutig mit oben erwähnten Trennstreifen (Trennfix).
    Fugen und Anschlüße müssen, wie alles andere, geplant und im LV genau beschrieben werden.
    Begriffe wie "malerfertig" oder "streichfähig" sind dafür nicht geeignet.


    Gipser
     
  13. Peeder

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    wenn keine grösseren Gebäudebewegungen zu erwarten sind ist dies die beste.Für gleitende Anschlüsse, oder Bewegungsfugen ist es bei dir eh zu spät.

    Ich gehe noch weiter, und praktiziere seid Jahren im Dachausbau die Malerbandvariante, das selbe wie Trennfix .

    Wie beschreibt man so einen Anschluss ? Ich versuche es mal :

    Anschlüsse an angrenzenden Bauteilen mit Trennfix System Knauf W 432 oder gleichwertig herstellen.

    Angebotenes Fabrikat / System ................... lfm ...... EP ..........€.....



    Peeder

    @Gipser :28::28::28:
     
  14. KPS.EF

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    Hallo @Peeder, @Gipser :respekt für die Beiträge!

    (@buckrogers,

    kleine Anmerkung zur Beschreibung der "vernünftigen" Fuge:

    Vermeiden Sie die Forderung "Q 5":mega_lol:, ersetzen Sie im Ausschreibungsmuster von Peeder "W 432" durch "K 432" und wundern Sie sich nicht, wenn ein potentieller Auftragnehmer Bedenken anmeldet bzw. die Gewährleistung für die nachträgliche Sanierung der Spachtelfugen ablehnt, weil er vielleicht die konstruktive Ausbildung der Unterkonstruktion und andere Vorleistungsdetails kritisch bewertet ...)

    Mit kollegialem Gruß aus Erfurt

    KPS.EF
     
  15. #14 Gast943916, 30. Mai 2009
    Gast943916

    Gast943916 Gast

    mit fortgeschrittenem Alter werden auch wir besser:mega_lol:


    Gipser
     
  16. #15 buckrogers, 30. Mai 2009
    buckrogers

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    Danke, für die ausführlichen Antworten.
     
  17. Peeder

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    upps, K-- wie KPS-- iss auch egal, hauptsache was geschrieben.

    Ich habe es sowieso nicht so mit K....... und ersetze gleichwertig



    Peeder

    der heute malochen muss
     
  18. sniper

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    nicht so schlimm ,ich hab am männertag malocht:winken
     
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    Hallo Zusammen,
    zu dem Thema ganz kurz:
    - unterschiedliche Baustoffe immer trennen(zB: Anschlüsse GK-Wand/Decke an Massivwände) Trennfix 65 von Knauf
    - Verwendung von Acryl ist lt. Verband der Dichtstoffindustrie nur für die Ausbildung einer Dehnungsfuge zu verwenden

    http://www.gips.de/download/merkblaetter/gipsplatten-und-gipsfaserplatten/
     
  21. Maximus85

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    BFS Merkblatt 23. hilft ebenso
     
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