Fußbodenaufbau Privatwerkstatt ohne Beton

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  1. Albwald

    Albwald

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    Hallo, tolles Forum hier, schon viel Interessantes etc. gelesen.

    Zu meiner Frage nun:
    Lebe und arbeite als Tischler in Mittelschweden. Hatte nun den Auftrag bekommen, eine Werkstatt (Holz Richtung Basteln) zu sanieren.
    Der vorhandene Fußboden war gut 25 cm abgesackt. Die Wandfundamente sind, wie hier früher üblich, aus Stein aufgeschichtet und dann verputzt. Also erstmal vorhandenen Fußboden rausgerissen und entsorgt und wie schon vermutet war durch fehlende Drainage und schlechte (gar keine) Ventilation die Lagerbalken verrottet. Der nun vorhandene Sandgrund ist nochmals um gut 20 cm ausgekoffert worden, die Steinfundamente sind von außen komplett mit einer hier üblichen Isolierschicht versehen. Danach dann Drainage hergestellt.
    Nun haben wir vor uns einen Raum, ca. 40 m2, gemauerte Wände. Nutzungszweck Werkstatt PRIVAT ohne größere Maschinen (Maschinenraum ist scheint,s extra geplant), Boden Sand, Aufwärmung soll später mal per Holzofen geschehen.
    Nun möchte der Kunde auf Grund der sehr großen Entfernung (220 km) zum nächsten Betonwerk (und der damit verbundenen Kosten) einen Betonlosen Fußboden!
    Und genau hierzu hätte ich gerne eure Meinung gehört, gedacht ist folgendes:
    1)Bauvliestuch 220 (weiß jetzt nicht genau, wie ihr das in D. nennt)
    2) Kapillarbrechendes Material, sprich gewaschener Kies 8-16, hier Macadam genannt, ausreichend verdichtet.
    3)Bitumenpappe
    4) Cellplast ist sowas in der Art wie Jackodur etc. also hochverdichtete belastbare Isoplatte mit Nut/Federsystem
    1 Lage 50 mm, 2. Lage 70 mm

    Bis dahin ist das der hier vom Architekten/Bauprüfer abgesegnete Aufbau (und hier nunmal ebenso üblich)
    Nun kämen normalerweise Armierung, Beton etc.

    Vorstellung ist jedoch Holz/Stein.
    Auf das Cellplast in gut 1 m Abständen 50 mm Betonplatten, darauf dann druckimprägnierte Kanthölzer, darauf dann 33 mm Nut/Feder Holzdielen mit Ventilationsöffnungen/Gitter an jeder Längskante, sodaß jedes Fach belüftet ist.
    Würde mich freuen, wenn jemand Lust hätte, was dazu zu sagen. Mir ist auch klar, daß Fernberatungen immer mit Vorsicht zu genießen sind, aber trotzdem würde ich mich über fachlichen Rat freuen. Klar ist auch, daß hier anders gebaut wird als in D. daß muß ich auch nach 15 Jahren hier immer wieder feststellen, aber dafür ist bauen hier auch ungefähr 3-5 mal billiger als in D. (auf dem Lande jedenfalls):D

    Albwald
     
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  3. Julius

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    Interessant!
    Der Bauherr bekommt also (neben der Leistung) noch Geld vom Auftragnehmer ausbezahlt???
    Und gleich ein Mehrfaches der Auftragssumme. :respekt
     
  4. Anfauglir

    Anfauglir

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    Die Lüftung an dieser Stelle funktioniert oft praktisch nicht, da keine/nicht ausreichend Zirkulation stattfindet. Der Aufbau sollte schon so sein, dass Feuchtigkeit erst gar nicht bis zum Holz vordringen kann. Schafft Bitumenpappe auf Kies das dauerhaft?
     
  5. Albwald

    Albwald

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    @Julius
    Interessanter und qualifizierter Beitrag, hilft mir wirklich:respekt

    @Anfauglir
    Dank für deine Meinung, nur ist es ja kapillarbrechendes Material, Bitumenpappe und 120 mm Cellplast.... ?? Könnte das nicht reichen??

    Albwald
     
  6. Albwald

    Albwald

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    PS.:
    @Anfauglir
    Wäre toll, wenn du mir noch kurz begründen könntest, warum die Lüftung/Ventilation nicht funktioniert könnte?

    Albwald
     
  7. Albwald

    Albwald

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    Hallo,

    liebfrag:winken
    Hab ich die Frage falsch gestellt?
    Ist es zu schwierig? Propblematisch?
    Kann/will keiner darauf antworten?
    Falsche Rubrik?
    Oder einfach nur doofes Thema?

    :bef1013::(:confused:

    Vielleicht hat ja doch noch jemand Lust, mir mit dem Problem etwas weiter zu helfen,
    ein paar Denkanstöße zu hinterlassen...??

    Albwald
     
  8. Anfauglir

    Anfauglir

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    Ok, ich hab es evtl. falsch verstanden.

    Stehen die Lüftungsöffnungen in Verbindung mit der Raumluft lüftet nicht viel, es sei denn man hilft nach (Lufttemperatur im Gefach normalerweise < Raumlufttemperatur, Raumluft drückt an beiden Seiten mit dem gleichen Druck auf die Gefachluft, keine Zirkulation, daher ungenügender Feuchtigkeitsabtransport, falls überhaupt nennenswert Feuchtigkeit anfällt).
    Frei nach einem geschätzten Leipziger Experten: "Da müssen Sie schon Pfeile an die Öffnungen malen, damit die Luft weiss was sie machen soll."

    Wird mit Aussenluft belüftet ist sehr wohl eine Zirkulation möglich. Je nach Luftfeuchtigkeit, Aussenlufttemperatur und Gefachtemperatur kommt es zur Trocknung oder aber zur Befeuchtung.
    Dieser Feuchtigkeitseintrag erhöht die Feuchtigkeit zwar meist nicht so weit, dass es zu Problemen mit holzzerstörenden Pilzen kommt, allerdings kann der Dielenboden aufquellen. Je nach verwendetem Material und Einbaufeuchte kann es zu unschönem Schüsseln der Bretter kommen, ich habe auch schon gesehen, dass sich einzelne Bretter durch die Spannung um 90° drehten.

    Natürlich kann auch alles wunderbar funktionieren, da es sehr von den örtlichen Gegebenheiten abhängt.
     
  9. Albwald

    Albwald

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    Danke schon mal für die Antworten,

    ich weiß auf alle Fälle jetzt, wie ich mit dem Bauherr weiter verhandeln kann/soll.

    @ anfauglir/garfilius
    Habe MICH mit der Lüftung wohl mißverständlich ausgedrückt. Es handelt sich um keine Außenbelüftung, das wäre wohl wirklich etwas/sehr widersinnig.
    Moin

    Nein, ich denke schon, daß alle von unten kommende Feuchtigkeit durch den Aufbau ausgesperrt ist. Wollte mit den Lüftungsschlitzen im Fußboden nur evtl., wahrscheinlich gar nicht, entstehende - eindringende Feuchtigkeit/Kondens durch die halbwegs schlecht isolierten Seitenwände ablüften. Da werde ich dann kleine Hinweisschilder anbringen..

    @garfilius
    Ja, der Raum soll lt. Bauherrn auch im Winter genutzt werden. Betonplatten 50/50/5 cm habe ich massenweise vom Bauherrn selbst zur Verfügung. Für das Liefern des Betons wollen die hier nur für die Fahrt schon 6500 Kronen, also ca. 650 Euro haben. Dazu dann für 7 m³ Beton nochmal 830 Euro.
    Willkommen auf dem Lande:D

    Werde jetzt vorschlagen, auf dem insgesamt 120 mm druckfesten Cellplast Betonsteinplatten und darauf dann Holzfußboden auszulegen. 30 Jahre wird,s wohl halten. ;)
     
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  11. susannede

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    Warum nicht so - von unten nach oben

    Sandbett
    Betonplatten
    Vlies
    Abdichtung (hochgeführt an Wänden)
    Druchfeste Dämmung
    Balken
    Schalung mit Luftgittern zur Vermeidung stehender Luftschicht

    ???
     
  12. Albwald

    Albwald

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    @susannede
    Oh, es gibt bestimmt noch viele andere Möglichkeiten. Was nun bauphysikalisch/technisch besser ist kann ich nicht beurteilen, nur...
    In Schweden landauf, landab ist das die Standardlösung. Kein Bauherr würde "so mal eben" irgendwas anderes akzeptieren, wenn dann nur gegen triftige Begründung. Zudem steht es wie von mir oben beschrieben ja auch im Bauantrag, nur eben mit Betonplatte und nicht Holzfußboden. Habe mal, wenn,s denn interessiert, einen Link als Beispiel beigefügt. Begriffe zwar auf schwedisch, aber ich denke doch halbwegs verständlich :shades

    http://guiden.rockwool.se/konstruktioner/golvkonstruktioner/platta-paa-mark?page=1151#section_1156

    Problem für mich gelöst, Danke :28:

    Albwald
     
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