Fußbodenheizung warum?

Diskutiere Fußbodenheizung warum? im Heizung 2 Forum im Bereich Haustechnik; Ich habe jetzt die ersten 6-7 Seiten zum Thema Heizung hier durchgeschaut habe muss ich feststellen: es baut offenbar niemand mehr etwas anderes...

  1. #1 Bricoleuse, 1. August 2012
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    Ich habe jetzt die ersten 6-7 Seiten zum Thema Heizung hier durchgeschaut habe muss ich feststellen: es baut offenbar niemand mehr etwas anderes als eine Fußbodenheizung in einen Neubau. Warum?

    Die Vorteile, die ich sehe: funkioniert mit niedrigen Vorlauftemperaturen, paßt also auf Wärmepumpen u.ä., keine Heizkörper mehr im Raum, warme Füße.

    Ist das alles? Wenn ich keine bodentiefen Fenster möchte, eine konventionelle Gasheizung und mir (außer im Bad die warmen Füße) spare, vielleicht 22mm dicke Dielen oder Parkett legen möchte und darauf auch den ein oder anderen Teppich, ist es dann überhaupt sinnvoll eine Fußbodenheizung einzubauen? Ist die preiswerter? Wirtschaftlicher? Wie sieht es mit der langfristigen Haltbarkeit aus? Mich sträubt es ein wenig, einen Fußboden, der gute 100 Jahre halten kann auf so ein paar dünne Plastikröhrchen zu legen, die vielleicht in 30 Jahren schon hinüber sind.

    Mit geht es nicht um eine Grundsatzdiskussion, aber ich wäre froh, wenn mir jemand mal kurz aufzeigen könnte, wo die Vorteile sind.
     
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  3. R.B.

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    Der Boden liegt nicht auf den Röhrchen, sondern die Röhrchen liegen im Estrich.

    Die von Dir genannten Vorteile sind korrekt. Preislich kostet eine FBH kaum mehr als eine Lösung mit Heizkörpern. Gegenüber den Heizkörpern erreicht man aber im Raum eine gleichmäßigere Wärmeverteilung, was man Deiner Liste mit Vorteilen noch hinzufügen könnte.

    Auch wenn Du heute eine Gastherme einbaust, so bedeutet das noch lange nicht, dass das auch für die Zukunft genutzt wird. Deswegen sind Heizflächen mit niedrigen Heizwassertemperaturen immer im Vorteil, da man diese flexibler einsetzen kann.

    Das gilt analog für Solarthermie, denn bei einer Heizwassertemperatur von 30°C kann ich mehr Erträge von der Anlage nutzen als bei sagen wir mal 60°C.

    Es gibt auch einen Nachteil, das wäre die Trägheit. Aber das spielt bei den heutigen Gebäuden keine Rolle mehr.

    Fazit: Es gibt in meinen Augen keinen Grund warum man heute bei einem Neubau noch auf Heizkörper setzen sollte.

    Gruß
    Ralf
     
  4. mastehr

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    Warum?
     
  5. #4 Bricoleuse, 1. August 2012
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    Danke für die erste Antwort!
    Das war mir schon klar, war etwas salopp formuliert. Trotzdem frage ich mich, wie es mit der Haltbarkeit von solchen Kunststoffprodukten aussieht. Einen defekten Heizkörper tausche ich einfach aus, aber eine FBH?

    Warum spielt das keine Rolle mehr? Weil die Gebäude so gut isoliert sind, dass Temperaturschwankungen eh nur sehr langsam vonstatten gehen? Und wäre es bei guter Dämmung nicht auch so, dass die Heizkörper ggf. gar nicht so exorbitant riesig sein müssten, selbst wenn sie mit etwas niedrigerer Temperatur gefahren würden?

    Die Argumente gehen ja vor allem in die Richtung "niedrige Heizwassertemperaturen ermöglichen". Wenn man davon mal absieht (weil man z.B. ein kleines BHKW neben dem Hausstehen hat und eh Wärme zur Verfügung hat) wie sieht es mit der reinen Nutzbarkeit im Haus aus? Großflächiger Einsatz von flauschigen Teppichen ist dann nicht mehr, oder?
     
  6. Seev

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    Bei so einem Thema bin ich schon etwas vorsichtig mit der Bewertung der Fakten als Vor- oder Nachteile. Es gibt jeweils gewisse systemabhängige Fakten, aber die Bewertung und Gewichtung derselben kann subjektiv verschieden ausfallen, je nachdem was mir wichtig ist.
    So kann ich nach 8 Monaten Betrieb meines Hauses (noch?) nicht (nicht mehr?) sagen, ob die sehr große Trägheit meines "Gesamtsystems Haus" (durch Speichermasse incl. FBH-System) eher Vor- oder Nachteil ist. Ich denke eigentlich eher ein klarer Vorteil, sowohl im Winter als auch im Sommer.
    Natürlich ist dadurch die technische Regelbarkeit der Raumtemperaturen insgesamt eher schwierig. Aber ab wann wirkt sich das für den Bewohner wie aus?? Auch das ist nicht mehr vergleichbar mit "früher".

    Ich empfinde die Behaglichkeit im Haus (wohl aufgrund der gleichmässigeren Oberflächentemperaturen) als groß genug, so dass man dabei auch größere Temperaturschwankungen als in der früheren Wohnung noch als komfortabel empfindet - was nicht heißt dass diese riesig sein dürfen, aber das sind sie ja auch nie.

    wichtige Aspekte sind:
    1. +/- gute "Dämmwerte" von Wand- und Fensterflächen und hohe Luftdichtheit -> geringere Heizlast (-> ermöglicht relativ kleine Heizleistung; höhere Trägheit bzgl. äusseren Störgrössen wie AT, Sonneneinstrahlung), -> dazu passt dann m.E. auch eine KWL besser als Fensterlüftung, weil ich im schon trägen System keine großen Raumtemperatursprünge bekomme.
    2. hohe Speichermassen (-> = hohe Trägheit),
    3. große Heizflächen (durch FBH und Wandheizung) -> ermöglichen erst niedrige Systemtemperatur und Strahlungs- statt Konvektionsheizung -> weniger Staub ....
    4. Kosten: es ist sehr die Frage, was wirklich kostengünstiger wird? Wenn ich bei FBH z.B. auf die ERR verzichte (weil sie eh nichts mehr bringt), dann kann die FBH kostengünstiger sein.

    Die Bewertung mag nicht immer einheitlich ausfallen. Für mich überwiegen subjektiv klar die VT bzgl. FBH und WH. Aber ich weiß definitiv nicht, wie sich eine Radiatorenheizung in genau meinem Haus anfühlen würde.
     
  7. casch

    casch Gast

    Warme Füße sind bei mordernen Anlagen auf jeden Fall kein Vorteil. Vorlauftemperatur wird unter Körpertemperatur liegen und damit fühlt sich der Boden nicht warm an.

    Hauptvorteil Fußbodenheizung ist für mich ein optischer: es gibt keine hässlichen, störenden Heizkörper.
     
  8. #7 Bricoleuse, 1. August 2012
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    @casch: So unterschiedich sind die Geschmäcker. Ich finde Heizkörper gar nicht so häßlich (obwohl Du insofern Recht hast, dass die die hübsch sind, vermutlich einen Preis nach sich ziehen, der deutlich über der FBH liegt).

    Worauf ich immer noch gerne eine Antwort hätte: Wie sieht es mit der Haltbarkeit aus? Ich liebe gute Fußbodenmaterialien und die halten durchaus mal 50-100 Jahre. Verträgt sich das mit der FBH?

    @Seev: Ich glaube, das Wohngefühl ist schwer zu beurteilen, insbesondere, wenn's ein Neubau ist. Was liegt da an der Heizung, was an anderen ebenfalls geänderten Faktoren. Man sollte wohl Leute befragen, die nur ihre alte Heizung gegen eine FBH ausgetauscht haben.

    Darf man heutzutage mit ENEV usw überhaupt noch Häuser mit einer simplen Gasheizung (d.h. ohne Kollektoren, Wärmepumpen, KWL, usw bauen)? Oder bräuchte man dann 1m Wandstärke um die Energieeinsparung über die Dämmung zu erzielen (ok, dann käme man wohl auch nicht mehr ohne KWL aus...). (Hintergrund: das mit dem BHKW neben dem Haus ist in unserem konkreten Fall gar nicht so unrealistisch, für einen Altbau ist das prächtig, aber im Neubau muss man vermutlich trotzdem alle Dämmstandards einhalten)
     
  9. Seev

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    O.k., dann stehst Du eben barfuß auf einen unbeheizten kalten Boden, z.B. wenn der Raum Heizkörper hat. Fühlt sich das dann wärmer an? :shades

    Zustimmung. Dadurch wesentlich höhere Flexibilität bei der Möblierung, weniger abstauben ... .
     
  10. Mycraft

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    Du sprichst hier die Haltbarkeit an, du weißt schon wie lange es dauert bis Plastik brüchig etc. wird?

    Du kannst auch etliche Teppiche auf den Boden legen, dann ist es trotzdem drumherum warm...

    Und auch wenn die Vorlauftemperatur unter der Körpertemperatur liegt, trotzdem fühlt sich der Boden warm an im Verleich zu einer Wohnung mit konventionellen Heizkörpern
     
  11. #10 Bricoleuse, 1. August 2012
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    Exakt darum geht es mir. Plastik von vor 20, 30 Jahre ist ja nun wirklich oft spröde, brüchig. Aber im Gegensatz zu FBH-Rohren auch UV-Licht usw ausgesetzt. Außerdem ist die Qualität in den letzten 30 Jahren sicher auch nicht schlechter geworden. Sind FBH-Rohre überhaupt reines Plastik oder eher ein Verbundmaterial? Wie dem auch sei, wenn hier jemand schriebe, dass eine BH eine Lebensdauer von 20-30 Jahre hätte, wäre mir das zu wenig. Oder ich würde halt auf deutlich preiswertere Bodenmaterialien umsteigen.
     
  12. #11 Bricoleuse, 1. August 2012
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    Ähm. Meine Heizkörper befinden sich ganz traditionell vorm Fenster. Da stelle ich selten einen Schrank o.ä. hin. Und den klassischen Schreibtisch im Kinderzimmer stört der Heizkörper dahinter auch nicht so sehr. Ich sehe den Vorteil eher in Bezug auf die derzeit modernen bodentiefen Fenster - da wird's mit Heizkörpern natürlich schwierig.
     
  13. Seev

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    Wie jung bist Du und wie lange willst Du in dem Haus wohnen? Es kann keine Erfahrungswerte mit den heutigen Systemen in diesem Zeithorizont geben.

    Ich wollte eigentlich genau das rüberbringen, nämlich dass das sinnlos wäre. Allenfalls kannst Du zwei aktuelle Neubauten mit je verschiedenen aktuellen Heizsystemen alternativ miteinander vergleichen. M.E. geht es nur um die Aussage, was bei einer vorgegebenen "Bautechnik" die passendere "Haustechnik" ist. Dann kann man über die subjektive Gewichtung und Wertung reden.

    Das mit dem BHWK war für uns damals in keiner Weise zu unserem Neubau passend. Weder vom Invest noch von der Energieeffizienz (wer verbraucht denn die ganze Abwärme / Strom sowie die zu große Heizleistung?) noch vom ökologischen Aspekt (womit wird das Ding gefüttert?) her.
    M.E. braucht ein BHKW eine Wohnanlage mit mehreren EFH / Wohnungen mit ganzjährig konstant hohem WW-Verbrauch.
     
  14. fmw6502

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    die Frage müßte eher lauten, wodurch wird Plastik brüchig und sind diese Bedingungen bei einer FBH gegeben?

    Einzelerfahrung mt einer inzwischen 35J alten FBH: keinerlei Schäden an den Rohren vorhanden.
    BTW: bei weiterhin hohem Mißtrauen gegenüber Plastik kann man natürlich auch über Kupfer nachdenken - €...

    Gruß
    Frank Martin
     
  15. #14 Bricoleuse, 1. August 2012
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    Das mit dem BHKW war nicht so gemeint, dass ich mir eins nebens Haus setzen wollte. Es verhält sich andersherum: Dort, wo man eventuell bauen könnte befinden sich schon einige BHKW und die haben, wie Du richtig schreibst, eh ordentlich Abwärme übrig.

    PS: ich bin etwas über 30 und würde nach aktuellen Sterbetafeln noch locker 50-60 Jahre in diesem Haus verbringen. Und im Alter von 85 noch mal alle Fußböden rausreissen lassen möchte ich nicht. ok, ich übertreibe es ein wenig, aber mit 20-30 Jahren Haltbarkeit würde es sich tatsächlich nicht lohnen, z.B. hochwertiges Parkett oder einen teuren Stein zu verlegen.
     
  16. Mycraft

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    also ich bin mir absolut sicher, dass eine fachgerecht installierte FBH dich überleben wird...wie du schon selbst geschrieben hast das UV Licht fehlt usw. und das ist ja eins der Hauptfaktoren des Verfalls...
     
  17. R.B.

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    Für eine FBH werden vorzugsweise Verbundrohre eingesetzt. Für diese Rohre liegen noch keine Erfahrungswerte über so lange Zeiträume vor. Man versucht aber durch Berechnungen und Laborversuche eine Lebensdauer zu ermitteln, wobei die Hersteller aufgrund dieser Ergebnisse eine Lebensdauer von 50 Jahren ermittelt haben. Es gibt auch Laborversuche die auf eine theoretische Lebensdauer von 100 Jahren kamen. Dies gilt bei Betrieb gem. Spezifikation, also max. Druck, max. Temperatur.

    In der Praxis werden beim Einsatz als FBH Rohr diese Grenzen der Spezifikation nicht einmal annäherungsweise erreicht, weder für die Temperatur noch für den Druck.

    Wenn ich mich richtig erinnere, dann gab es mal vor längerer Zeit Probleme mit einem Rohr eines bestimmten Herstellers. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es sich dabei um Verbundrohre handelte, oder um "normale" PE Rohre o.ä. Soweit mein Gedächtnis funktioniert, ging es damals auch um Rohre die in TW Installationen eingesetzt waren, was wiederum andere Betriebsbedingungen bedeutet. Die Ursache für die Probleme wurde meines Wissens nicht gefunden. Die Vermutungen gingen von hohen Betriebstemperaturen (WW) bis hin zu Einfluss von Sauerstoff im Trinkwasser auf die Weichmacher etc.

    Nach meiner Erfahrung sind Probleme in der Praxis normalerweise nicht auf das Rohr selbst zurückzuführen, sondern meist auf irgendwelche Verbindungsstellen. Diese dürfen aber in einer FBH, genauer gesagt "verlegt im Estrich" nicht vorkommen.

    Gruß
    Ralf
     
  18. floauso

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    Das Thema ist in der Tat schwierig.

    Normalerweiser sind die Heizungsrohre Kunstoff-Aluminium-Verbundrohre. Langzeiterfahrungen gibt es bislang nicht wirklich. Es wurde viel in Labors getestet - aber die heutigen Rohre gibt es erst seit ca. Anfang der 90er in Häusern.

    Nach derzeitigen Stand sind Flächenheizungen mit niedriger Vorlauftemperatur für die Heizsysteme, an welchen hauptsächlich geforscht wird, von Vorteil. Hohe Vorlauftemperaturen erreicht man derzeit hauptsächlich über die Verbrennung von Rohstoffen. Mit Energie aus der Erde oder Sonne ist das schwierig.

    Aber niemand kann die Zukunft vorhersagen. Es kann in der Tat sein, dass in 10 Jahren die Tendenz schon wieder in eine andere Richtung gehen wird und sich wieder ganz neue Energiesystem auftun. Da wird sich eine Menge tun.

    Ich persönlich glaube auch, dass es auch in Zukunft wirtschaftliche Alternativen mit hohen Vorlauftemperaturen geben wird. Das Fussbodenheizungen Standard sind, ist erst in den letzten Jahren vermehrt gekommen. Es gibt aber sehr viel mehr Bestandhäuser in Deutschland mit Heizkörpern als mit Flächenheizung. Gleichzeitig haben wir mit einer alternden Gesellschaft zu kämpfen, es werden immer mehr Immobilien frei und immer weniger junger Nachwuchs kommt nach. Ich glaube nicht, dass diese Häuser zum größten Teil abgerissen werden. Zwar werden diese zum großen Teil energetisch saniert, doch ist eine FBH bspw nicht so einfach zu integrieren (Unterkellerung, Decken im OG...) und auch eine Wandheizung ist oft weder einfach, noch wirtschaftlich günstig zu bauen. Neue HEizungsrohre für Heizkörper lassen sich da meist leichter verbauen. Daher glaube ich ganz fest daran, dass die Industrie bald wieder mehr Forschung und Entwicklung in Heizsysteme mit hohen Vorlauftemperaturen stecken wird.

    Aber die Zukunft vorhersehen kann niemand. Nur eines ist klar: was heute modern ist, kann morgen wieder alt sein. Früher hat man die Häuser mit Feuerstellen, dann mit Öfen, dann mit Heizkörpern und heute die Neubauten mit FBH beheizt. Mal schauen, was man in 20 Jahren so verbaut...
     
  19. #18 Bricoleuse, 2. August 2012
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    Das denke ich durchaus auch, gerade auch wenn man in Richtung Mini-BHKW o.ä schaut.

    An die Kenner hier: wie sieht das eigentlich im Objektbereich aus? Ich bin beruflich recht viel in modernen Büros, Hochhäusern, etc unterwegs, da sehe ich oft, dass bei bodentiefen Glasfronten direkt vorm Fenster so ein Schacht im Boden verläuft, der mit einer Art Gitter bodengleich abgedeckt ist, unter dem sich dann vermutlich Konvektoren befinden? Fußbodenheizung ist mir da jedenfalls noch nicht aufgefallen, warum baut man das so? (Das Gebäude, welches ich im Sinn habe, ist letztes Jahr fertig gestellt worden, mit allerhand Energieschnickschnack, sollte also aktuelle Anforderung genügen.)
     
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  21. R.B.

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    Hast Du Dir auch die Verkaufszahlen dieser Mini-BHKW angeschaut? Die Dinger liegen in den Regalen wie altes Brot. In meinen Augen sind BHKW, auch als "Mini", für den EFH Bereich nicht zu gebrauchen. Das liegt nicht nur am Preis, daran könnte man ja arbeiten, sondern schlichtweg am Konzept, das für den EFH Bereich und die typ. Familie nicht passt. Im Privatbereich reden wir von kleinen Heizleistungen und geringem Strom"verbrauch". Zudem stehen viele EFH tagsüber leer, also ist der Stromverbrauch während dieser Zeit minimal, trotzdem müssen sie im Winter beheizt werden.

    In einem anderen thread hatte ich mal ein bischen mit Zahlen gespielt, die Ergebnisse waren ernüchternd.

    Im gewerblichen oder gar industriellen Bereich sieht das etwas anders aus. Bei mir im Betrieb ist der Stromverbrauch tagsüber am höchsten, vor allen Dingen auch im Winter wenn fast den ganzen Tag die Beleuchtung benötigt wird. Da mein Betriebsgebäude, wie viele andere Gewerbebauten auch, im Vergleich zu EFH eher schlecht gedämmt ist, fahre ich zudem eine Nachtabsenkung. d.h. sobald Abends der Stromverbrauch zurückgeht, benötige ich auch keine (oder nur eine geringe) Heizleistung.
    Nachteilig ist hier jedoch, dass die benötigte Heizleistung so hoch ist, dass wir die dabei erzeugte Strommenge gar nicht selbst verbrauchen könnten. d.h. ich muss entweder das BHKW anhand des el. Leistungsbedarfs dimensionieren, dann muss ich auf jeden Fall zuheizen, oder am Heizleistungsbedarf, dann muss ich den überschüssigen Strom einspeisen. Speichern funktioniert ja bekanntermaßen kaum.

    Hier muss man unterscheiden zwischen Gebäuden die vorwiegend als Büros o.ä. genutzt werden, und Gebäuden in denen eine Produktion o.ä. untergebracht wird. Da sind die Bodenaufbauten unterschiedlich ausgeführt. Mein "Nachbar" hat gerade ein Verwaltungsgebäude fertiggestellt, das komplett mit FBH beheizt wird. Für eine Produktionshalle mit schweren Maschinen, das evtl. auch noch mit Fahrzeugen, Stapler o.ä. befahren wird, ist eine FBH kaum machbar, ohne dass man das Erdreich unter dem Gebäude mit beheizt.

    Zudem sind solche Hallen eher etwas größer, so dass das Beheizen mit IR-Strahlern, Luftkonvektoren o.ä. gegenüber einer FBH auch preislich im Vorteil ist.

    Zu solchen Planungsdetails müssten sich aber die Architekten oder Bau-Ing. hier im Forum äußern, das ist eher deren Revier.

    Gruß
    Ralf
     
  22. #20 Bricoleuse, 2. August 2012
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    Ja, ich habe mich damit beschäftigt und bin insb. für Neubauten zum gleichen Schluss gekommen wie Du. Zumal unser Stromverbrauch Dank neuer Geräte unter 1500 kWh/a liegt und die Preise an der Börse in Leipzig für den Verkauf des Stroms furchtbar niedrig sind. Ich denke da eher an Bestandsbauten wie etwa das schicke Mehrparteien-Jahrhundertwendehaus, welches seine Fassade nicht hinter Dämmung verstecken mag oder die großen ungedämmten Fachwerkhäuser in Norddeutschland. Da können die Dinger durchaus sinnvoll sein, wenn sie denn endlich mal etwas billiger werden.

    PS: Beim Stromverbrauch/-einspeisung dachte ich bisher immer, dass in der Abrechnung ein Nettoverbrauch betrachtet wird, es also egal ist, dass ich den Strom nicht zu exakt der Zeit produziere, zu der er verbraucht wird? Oder ist das nur im privaten Bereich so?
     
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