Garagenboden /-fundament /-bodenplatte

Diskutiere Garagenboden /-fundament /-bodenplatte im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, habe schon einiges zu dem Thema hier gelesen. Und bin jetzt ein wenig schlauer. Habe aber noch ein paar Fragen. Ich möchte...

  1. McLoo

    McLoo

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    Hallo zusammen,

    habe schon einiges zu dem Thema hier gelesen. Und bin jetzt ein wenig schlauer. Habe aber noch ein paar Fragen.

    Ich möchte eine 6m x 6m PKW-Garage bauen. Für die 2,40m-Wände ist geplant diese als Betonwände vor Ort mit Beton ausgiesen zu lassen. (Wie bei meinem Keller). Wollte eigentlich in Eigenleistung ein Mauer hochziehen, aber weil bis zu 2 Meter hinter und neben der Garage angefüllt wird, kommt wohl irgendwann mal das Erddruckproblem... Habe das mal grob mit einem Architekten durchgesprochen.

    Als Boden hatte ich ursprünglich eine geflügeltes Betonfundament geplant. Jetzt habe ich ja aber hier gelesen, dass ein der Boden aus C 30/37 LP XC4, XD3, XF4 (mit 16er Korn) die bessere Wahl wäre. Auch wenn mein örtlicher Betonlieferer meinte sowas hochwertiges würde er bei seiner Garage nicht nehmen...

    1. Frage: Wie "glatt" bekommt man den Boden hin? Ich weiß vom Hausbau, das da durchaus größere Beulen drin waren (Körnung weiß ich nicht).

    2. Frage: Ist eine Beschichtung des Bodens notwendig bzw. sinnvoll?

    3. Frage: Ist eine 15 - 18 cm Bodeplatte ausreichend stabil für die Wände (+Satteldach), oder muss da rundrum noch ein Streifenfundmanet drunter? Hab ich ja beim Haus auch nicht...

    4. Frage: Sollte / Kann man mit dem Beton schon ein Gefälle für den Wasserablauf machen? Sind ja bei 2% immerhin ~ 12 cm. Ablaufen wird es wohl auch da nicht so ordentlich gut, wenn ich mich richtig informiert habe.

    Aber Falls Gefälle, 5. Frage: Lässt man dann den Teil für die Wände ausenrum im Wasser, also eben? Kann mir grade nicht vorstellen wie das funktionieren soll, wenn da Wände drauf kommen und in der "Mitte" ein Gefälle ist. Bzw. Wie sowas überhaupt gemacht wird. Der Beton läuft doch weg. :confused:

    6. Frage: Was muss ich den ca. für die Stahlbewehrung der Bodenplatte an Materialkosten rechnen? bei 6m x 6m x 0,18 m.

    7. (Bonus-)Frage: Falls ich mich doch noch fürs Flügeln entscheiden sollte, welcher Beton und welche Beschichtung wäre hier die beste Wahl?

    (Achso, Strom kommt vom 3 Meter entfernten Haus. Sollte ich für die Garage noch zusätzlich eine Erdung einplanen?)

    Ich hoffe es sind nicht zu viele Fragen für den ersten Beitrag
    Besten Dank schonmal fürs lesen

    McLoo
     
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  3. RMartin

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    Das ist aber mal ne Fragenliste...

    Zu 1.) Glatt?! Du meinst wohl eher eben?! Es gilt DIN 18202; hier auch Zeilen bzgl. der Ebenheit enthalten für oberflächenfertige Böden sowie mit erhöhten Anforderungen. Entsprechend muss dann natürlich ausgeschrieben werden.

    Zu 2.) Wenn 'nur' als Garage zum Parken benutzt wird (also keine Trätigkeiten ausgeführt werden bei denen Öl oder sonstige wassergefährdenden Stoffe austreten), würde ich es nicht machen. Ist aber Geschmackssache.

    Zu 3.) Tragwerksplaner muss rechnen und entspr. bemessen. Frostfrei muss natürlich auf jeden Fall gegründet werden.

    Zu 4.) Kann eine Firma machen, die entspr. 'gute' Betonbauer hat.

    Zu 5.) Ja, das ist nicht ganz einfach auf eine Bopla mit Gefälle Betonwände zu erstellen...geht aber.

    Zu 6.) Das kann hier so keiner sagen. Stahlbedarf steht nach Tragwerksplanung fest. Zwischen 1 und 2,5 Tonnen (vermutlich kommst Du mit einer 'nur 18cm dicken Bopla nicht hin) werdens schon werden...

    Zu 7.) Wenn flügelgeglättet wird, warum dann noch beschichten? Warum kann kein C30/37 flügelgelättet werden? (ist mir neu)


    (Erdung ist immer gut....dann aber auch entspr. äußeren Blitzschutz)
     
  4. Lebski

    Lebski Gast

    1. und 7. Wenn du die Oberfläche Flügen (glätten) lassen möchtest, ist C 30/37 LP XC4, XD3, XF4 falsch. LP (Luftporenbeton) glätten ist der Mangel vorprogramiert. Nimm einen C 30/37 XM2 und sag dem Betonlieferant, dass mechanisch geglättet wird, wegen des Abbindens. Wenn Statisch ein C25/30 genügt, kannst du den auch nehmen, wenn der Betonlieferant dir bestätigt, dass man den glätten kann. Dann ist aber auch mehr Zement als standartmässig drin.

    2. Lass eine Hartstoffeinstreuung machen. Kostet vieleicht 100 € mehr. Beschichtung wäre dann rein optisch, ist aber auch sehr rutschig. Fllas du Beschichtest, musst du diffosionsoffen arbeiten, sonst hält das wegen aufsteigender Feuchtigkeit nie.

    4. Geglättet mit 2 % Gefälle und einer vereinbarten Ebenheit nach DIN 18202, Tabelle 3, Zeile 3 muss selbstständig pfützenfrei Entwässern. 2 % ist aber auch die Mindestanforderung dafür.
     
  5. McLoo

    McLoo

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    Wow, das ging echt fix!

    Zu 1.) Ja, "eben" wie z.B. Pflastersteine und weniger wie Waschbetonplatten

    Zu 3.) Dass noch geplant werden muss war mir klar, wollte nur mal vorab ein Bild bekommen. Aber ich denke ich habe begriffen... Die Kellerbodenplatte ist frostfrei gegründet - weil tief im Boden- und daher ohne Streifen...

    Zu 6.) Mit meinem Unfachwissen bin ich davon ausgegangen, das so ne 6x6m Garage Standard ist und man abhänging von Dach und Wand immer gleichen Werte (zumindest Materialmengen) hat.

    Zu 7.) Laut JamesTKirk (http://www.bauexpertenforum.de/showpost.php?p=467237&postcount=5) geht das nicht gut, weil ne geflügelte Oberfläche und die Luftporen im Beton sich nicht mögen...



    Besten Dank nochmal
    McLoo
     
  6. #5 Ralf Dühlmeyer, 2. März 2011
    Ralf Dühlmeyer

    Ralf Dühlmeyer

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    Moment mal. M.W.n. ist der Luftporenanteil erforderlich auf Grund der in einer Garage zu erwartenden Tausalzbelastung und den daraus resuktierenden Bedingungen in Hinblick auf die Bewehrungsüberdeckung.

    Enterprise ruft Cpt. Kirk
     
  7. Lebski

    Lebski Gast

    Öhm. Wir machen hundertausende m² geglättet Hallenböden im Jahr mit Flügelglätten. Davon wird der überwigende Teil auch im Winter von aussen angefahren, also Tausalze eingeschleppt. Da wird nie LP genommen, weil die dichte Oberfläche (durch das Glätten) zu Luftlinsen führt, es kommt zu Abplatzungen der Randzone.
    Alleine das Glätten macht die Oberfläche so dicht, dass Tausalz die Bewehrung (bei ausreichender Überdeckung) nicht schädigen kann. Mit Hartstoffeinstreuung wird das nochmals besser, und die Kosten dafür sind geringer als die für die Luftporen.

    Und bevor der Hinweis auf die EN 206 kommt, weil da irgendwo C35/45 XM3 oder eine Festigkeitsklasse niedriger wenn LP kommt: Da ist ein Fehler in der Norm. Wurde uns vom Normenausschuss bestätigt, dass LP und glätten nicht geht. Weiter wurde gesagt: Ist ja nicht so schlimm, eine DIN ist ja keine Gebrauchsanleitung, was geht müsse ja auch der Verarbeiter sagen. Fand ich eine tolle Aussage. :bef1021:
     
  8. #7 Ralf Dühlmeyer, 2. März 2011
    Ralf Dühlmeyer

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    Aber doch keine tragenden Platten - oder. Da geht es in Sachen Bewehrung doch eher um "konstruktive" Bewehrung, oder?

    DAS hätte ich mir schriftlich geben lassen.
    Damit hättest Du bei Baupfuscher-Anwälten ein Vermögen verdienen können. :D
     
  9. Lebski

    Lebski Gast

    Die sind überwiegend konstruktiv, etwa 25 % sind tatsächlich auch Tragend. Aber halten müssen ja die ja beide. :winken

    DAS hätte ich gerne schriftlich bekommen. Die haben sich aber geweigert. :motz
     
  10. #9 JamesTKirk, 2. März 2011
    JamesTKirk

    JamesTKirk Gast

    Ist immer ne Zwickmühle in einer Tiefgarage. Ich finde die Lösung nicht prickelnd, einen unbeschichteten LP-Beton zu überfahren. Glätten und LP-Beton sind 2 Dinge, die sich auf der Schadenshäufigkeit ausschliessen. Die Luftporen brauchst Du aber, um die Frost-Tausalz-Beständigkeit zu sichern. Ich habe schon eine Menge Tiefgaragenböden gesehen, wo nach 2-3 Jahren die ersten Abplatzungen zu sehen waren.

    In so fern folgende Lösungen:
    1.
    C 35/45 XC4 XD3, max. w/z = 0,45, min c = 40 mm und eine OS8-Beschichtung
    2.
    C 30/37 XC3 XD1, max. w/z = 0,55, min c = 40 mm und eine OS8-Beschichtung mit jährlicher Begehung (Wartungsplan), in der Risse etc. dokumentiert und sofort saniert werden.

    Steht so im DBV-Merkblatt "Parkhäuser" und das nicht grundlos :e_smiley_brille02:
     
  11. RMartin

    RMartin

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    Aber wir reden hier nicht von einer stark befahrenen Tiefgarage oder Parkhaus.

    Das ist eine Garage für einen Privatmann wo das Auto ca. einmal am Tag langsam raus- und wieder reinfährt...
    Ist das dann mit der OS8-Beschichtung nicht ein wenig 'übertrieben'?
     
  12. #11 JamesTKirk, 3. März 2011
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 3. März 2011
    JamesTKirk

    JamesTKirk Gast

    Gebe ich Dir vordergründig recht, aber ...

    Dieses Thema haben wir schon mit vielen Kollegen aus der Branche diskutiert. Wir haben Fälle untersucht (Frostabplatzungen nach 2-3 Wintern), wo bei Parkgaragen mit 20 Stellenplätzen in Mehrfamilienhäusern auch so argumentiert wurde, dass ja die Leute nur morgen raus und abends wieder rein fahren. Bei der berufstätigen Bevölkerung mag das ja so sein, bei den Hausfrauen und Müttern aber nicht. Die bringen erst die Kinder weg, gehen dann einkaufen, holen die Kinder von der Schule wieder ab, fahren zum Kaffeetrinken und abends zum Spinningkurs .. etc pp. Ist etwas plakativ beschrieben, aber die gemachten Beobachtungen bestätigen das. Deshalb würde ich IMMER eine Beschichtung empfehlen.

    Nun zum dem konkreten Fall aus #1:
    36 m² werden wohl 3 Stellplatze ergeben denke ich. Wenn keine Beschichtung, dann muss auf jeden Fall ein Gefälle rein. In den Betonplattenbeton wird man das ja schlecht einbauen können, daher muss dann noch ein entsprechender Estrich drauf. Und ich denke, dass diese Chose wird teurer als die Beschichtungsvariante.

    Es gibt eine Menge Varianten, von denen ich die "direkt befahrene, nicht geneigte und flügelgeglättete Betonfläche" technisch am schlechtesten und die "Beschichtungsvariante" technisch am dauerhaftesten bewerten würde.
     
  13. #12 michelvombau, 3. März 2011
    michelvombau

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    Ich sag mal so....
    Ich verstehe nicht so ganz wo das Wasser hin soll????:think
    Einfach in einern Bodeneinlauf und weg damit? oder wie?
     
  14. #13 JamesTKirk, 3. März 2011
    JamesTKirk

    JamesTKirk Gast

    An was dachtest Du ???
     
  15. #14 Ralf Dühlmeyer, 3. März 2011
    Ralf Dühlmeyer

    Ralf Dühlmeyer

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    FBH und verdunsten. Dann sind die Reifen auch immer vorgewärmt. :D
     
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  17. McLoo

    McLoo

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    Vielen Dank für die kontrovers aber aufschlussreich geführte Diskussion. Jetzt weiß ich langsam warum so viele Leute die Fertiggaragen vorziehen. Katalog auf, drauf zeigen, Fundament drunter, fertig :-D
    Mit den hier bekommenen Informationen werde ich nun die Angebote einholen und abwägen...

    Wenn man bedenkt, dass manche Häuser ohne Keller nur auf ner Bodenplatte ohne! Streifen stehen ist das ganz schön viel Aufwand für die Garage.

    Viel Grüße
    McLoo
     
  18. PeterB

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    Die Häuser stehen aber nicht auf 18 cm tragender Platte, weil das gar nicht geht.18 cm und tragend schließen sich in diesem Fall aufgrund der oben und unten einzuhaltenden Betondeckung aus.
    Außerdem sollte man die Anschlußbewehrung und die Fugenbleche(-bänder) für die aufgehenden Wände mit Erdanfüllung nicht vergessen.
    Und mindestens an der Einfahrt ist da nix mehr mit frostfrei, da ist die "Bodenplatte" dann mindestens 80 cm oberhalb der frostfreien Tiefe ;-)
     
Thema: Garagenboden /-fundament /-bodenplatte
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