Gekappte Pfette senkt sich

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  1. #1 Renovator, 8. März 2009
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    Sehr geehrte Bauexperten,

    bei einer Renovierung eines Hauses BJ 1963 wurde unter anderem eine Pfette im Dachstuhl gekappt. Sprich es wurde ein Stück (ca. 1,20m) herausgeschnitten. Grund war, dass diese Pfette direkt über der Treppe zum Dachboden war, man musste quasi drunterdurch"krabbeln" um auf den Dachboden zu kommen.

    Die Pfette liegt an einer Seite wo die Kappung durchgeführt wurde auf einer Innenmauer auf. Auf der anderen Seite der Kappung steht die Pfette ca. 2m über. Also die Auflage auf einer Innenmauer kommt 2m nach der Kappstelle. Hier steht die Pfette also wie ein Krakarm über.

    Damit sie sich da nicht absenkt wurde ein Balken im rechten Winkel dazu angebracht, der die Pfette abfangen soll.

    Nun, 1,5 Jahre nach diesem Eingriff senkt sich die Pfette doch. Im Gaubenbereich wo die Stelle ist taucht ein langer Riss im Putz auf. Die Tür die den Dachaufgang verschließt hat sich im Rahmen verzogen.

    Begleitet wurde der Eingriff vom Dachdeckerunternehmen und einem Bauingenieur (der aber hauptsächlich die energetische Sanierung betreut hat, die Pfette war nur ein kleines Nebenthema). Schriftlich habe ich vom Ingenieur nix, vom Dachdecker die Rechnung in der die Kappung erwähnt ist. Personal waren ich, der BauIng. und ein Vorarbeiter bei einem gemeinsamen Gespräch wo die Pfettenkappung besprochen wurde.

    Meine Frage. Habe ich damit eine Handhabe auf eine Beseitigung des Mangels so zu bestehen, dass das Aussicht auf Erfolg hat? Was wären die Konsequenzen, wenn der Dachdecker den Mangel nicht einsieht? Gutachter? Wo finde ich so jemanden?

    Für ein paar Tipps bin ich dankbar.

    Viele Grüße, der Renovator
     
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  3. #2 Anfauglir, 8. März 2009
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    :mauer:mauer:mauer:mauer:mauer!!!!!

    Es geht zwar aus der Beschreibung nicht eindeutig hervor, aber zum einen wird hier wohl aus einem Mehrfeldträger ein Einfeldträger geworden sein. Bei 1,2m Kapplänge hängt evtl. auch ein Sparren in der Luft/ an den Dachlatten.
    Eigentlich will ichs gar nicht sehen, aber wie ist denn die Pfette abgefangen (Foto)? Worauf steht die nachträglich eingezogene Stütze?

    Ich weis schon, der Zimmermann hat einen höheren Stundensatz als der Dachdecker, aber hier hätte es sich gelohnt.
     
  4. #3 Renovator, 8. März 2009
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    Mal sehen, ob mir das mit den Fotos geling.

    [​IMG][​IMG][​IMG][​IMG]
     
  5. #4 Renovator, 8. März 2009
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    Hallo,

    eine Stütze wurde nicht eingezogen. Sondern der im Foto ersichtliche neue Balken zum "abfangen" hingelegt. An den ist die überhängende Pfette dranbefestigt. Die Pfette hängt also an dem neuen Balken - nach unten ziehend - dran.

    Der Dachdecker, der das komplette Dach gedämmt und neu eingedeckt hat sagte, er mache das mit. Das ein Zimmermann besser geeignet wäre war mir unbekannt. Auch die Kostenfrage stand dabei nicht im Raum.

    Verzogen hat sich der im Bild zu sehende Türrahmen. Die Tür kann nicht mehr geschlossen werden. Und außen rechts vor der Tür, wo die Gaube ist, hat sich ein Riss im Putz gebildet.

    Danke,

    der Renovator
     
  6. Julius

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    Wo liegt denn der "abfangende" Balken auf?
     
  7. #6 Renovator, 8. März 2009
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    Der liegt in der Gaube - NICHT - auf, sondern nur im nach Vorne aus dem Foto rauskommenden Teil auf dem Dachbodenfussboden. Er ist jedoch seitlich an den Dachsparren befestigt.
     
  8. #7 Renovator, 8. März 2009
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    [​IMG][​IMG]

    Der BauIng und der Dachdecker haben da irgendwas von "stabilem Dreieck" oder so ähnlich gesprochen. Mir als Laien erscheint das - vor allem jetzt wo sich etwas senkt - doch eher nicht wirklich optimal gelöst.

    Was kann man da jetzt tun?
     
  9. mls

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    ich dachte, in hessen wird alles geprüft, oder zumindest muss ein verantwortlicher twp
    unterschreiben?

    verdeckt der spruch vom "stabilen dreieck" das nichtvorhandensein einer ordentlichen
    bestandsaufnahme, einer statischen berechnung und von ausführungsplänen?

    früher oder später wird´s zeit ..
     
  10. #9 Meister_Hans, 8. März 2009
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    Na,

    ich hab grade die Bilder angesehen... Da wurde die Pfette abgesägt, die Last, die eigentlich die Pfette zu tragen hätte wurde in den Sparren eingeleitet (zumindest zum Teil), der dafür nicht vorgesehen ist und der Rest der Last hängt als Auflast an der Kehlbalkenlage...

    Wo hier ein "stabiles Dreieck" herkommen soll ist mir schleierhaft... Das Ganze trägt sich ja noch nicht mal selbst ohne Verformungen...
     
  11. #10 Anfauglir, 8. März 2009
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    Das sieht auf den ersten Blick gar nicht so schlimm aus wie ich erwartet hatte.

    Möglich wäre folgendes: Wenn der Überzug nur an dem Bolzen hängt (sich also kein Dübel besonderer Bauart in der Fuge befindet), hat er sich evtl. etwas abgesenkt und drückt jetzt auf den hölzernen Türsturz.
    Die verwendeten Unterlegscheiben sind jedenfalls schonmal nicht nach DIN 1052, auch die seitliche Lasteintragung in den Sparren ist nicht gerade günstig.

    Mit Lösungsvorschlägen will ich mich mal bedeckt halten. Die Fotos sind zwar gut, aber es ist einfach zuviel Verkleidung da, auch muss man sich vor Ort einen Gesamtüberblick verschaffen um so etwas richtig beurteilen zu können.

    Ich empfehle dir, in den nächsten Wochen einen Ortstermin mit einem Fachmann zu machen.
     
  12. #11 Anfauglir, 8. März 2009
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    Hallo Meister Hans,
    so wie ich es verstanden habe, liegt der Überzug im Raum auf einer tragenden Wand, macht also vieleicht "eine Wippe"...
    Da müsste dann etwas Luft unter dem hinteren Ende sein, ist aber eben alles geraten.
     
  13. #12 Renovator, 8. März 2009
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    Danke für die Hinweise. Wer (welche Branche/Organisation/Stelle) wäre ein "Fachmann" dafür? Ich bin in Osthessen angesiedelt.

    Lustigerweise dachte ich ja, dass ich mit einem BauIng und einem Dachdeckermeister schon zwei "Fachmänner" dabei hatte als die Pfettenkappung besprochen und dann durchgeführt wurde.

    Danke,

    Renovator
     
  14. #13 Renovator, 8. März 2009
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    Was ist ein "twp"?

    Schriftlich habe ich weder vom BauIng, noch vom Dachdecker etwas "planendes" bekommen. Der BauIng hat seine 500,- € für die Betreuung des KfW CO2 Modernisierungsprogramms erhalten. Der Dachdecker hat für ca. 20.000,- € das Dach gedämmt und neu eingedeckt.

    Danke,

    Renovator
     
  15. #14 Anfauglir, 8. März 2009
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    Es ist ja noch nicht 100% klar, das die Senkung von den Dacharbeiten herrührt, wird aber sicher darauf hinauslaufen.
    Bei einem Mangel hat der Dachdecker ein Recht darauf nötige Nachbesserungen selbst auszuführen. Es wäre nicht sinnvoll, hier die Fronten unnötig zu verhärten.
    Auch der Ingenieur sitzt meiner Meinung nach mit im Boot. Er hat es mit geplant, ob es nun seine Aufgabe war oder nicht.
    Ich würde mit dem Dachdecker reden, von ihm vorgeschlagene Lösungen natürlich prüfen lassen.

    Ein geeigneter, unabhäniger Fachmann wäre ein öbuv Sachverständiger (z.B. über die örtliche Handwerkskammer zu bekommen). Der wird dann auch die Statik sehen wollen.:yikes
     
  16. #15 Anfauglir, 8. März 2009
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    twp= total wichtige Person/ Tragwerksplaner
     
  17. #16 Renovator, 8. März 2009
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    Ja, mir scheint, dass dies erstmal der beste Weg sein wird.

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  18. #17 Anfauglir, 8. März 2009
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  19. Julius

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    Zeigt denn des Bild den jetzigen Zustand?
    Oder doch einen Zwischenzustand beim Bau, also vor der erfolgten Senkung?
     
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  21. #19 Renovator, 8. März 2009
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    Die Kappung wurde Ende Mai/Anfang Juni 2007 durchgeführt. Die Fotos sind von heute 8. März 2009. So richtig aufgefallen ist das Problem erst diesen Winter. Allerdings wurde der Dachboden vorher nur sehr selten benutzt. Vorher ging die Tür jedoch 40+ Jahre problemlos auf und zu. Und auch der Riss im Putz ist erst nach der Kappung entstanden.
    Danke für die Nachfrage.

    Renovator
     
  22. #20 Jürgen Jung, 8. März 2009
    Zuletzt bearbeitet: 8. März 2009
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