Generelle Frage: Wann sind Risse ein Mangel, und wer hat sie zu verantworten

Diskutiere Generelle Frage: Wann sind Risse ein Mangel, und wer hat sie zu verantworten im Trockenbau Forum im Bereich Neubau; Hallo allen Bauexperten, unsere Situation: Fertighaus (Passivhaus) in Holzrahmenbauweise. Wandaufbau zweischalig, innen eine durchgehende 10cm...

  1. MichaelOF

    MichaelOF

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    Hallo allen Bauexperten,

    unsere Situation: Fertighaus (Passivhaus) in Holzrahmenbauweise. Wandaufbau zweischalig, innen eine durchgehende 10cm Installationswand, nichttragend. Doppelt beplankt, Gipskarton (Knauff) auf OSB bei Aussenwand, Gipskarton (Knauff) auf Spanplatte bei Innenwand.

    Trockenbau durch Haushersteller, Innenausstatter lokal beauftragt. In allen Räumen Innenputz (Krusemark) oder Vliesfaser (Erfurt). Stösse der Gipskartonplatten in der Wand wurden mit Rissband verspachtelt (Uniflott), Ecken und Übergang Wand/Decke mit Acryl ausgespritzt und gestrichen.

    Ergebnis nach drei Monaten: In nahezu allen Ecken (Wand/Wand, Wand/Decke, Fensterlaibungen) Risse, teilweise 2 bis 3 mm breit. Einzelne Haarrisse in der Wand.

    "Traum"situation: Haushersteller sagt Fehler Innenausstatter wegen Acryl, Innenausstatter sagt nicht zu vermeiden bei Holzbau da Holzhaus arbeitet.

    Generelle Frage: Ab wann ist ein Riss ein Mangel bzw. bis wann ist "nicht vermeidbar"?

    Pragmatische Frage: Haushersteller empfiehlt, mind. ein Jahr zu warten und erst dann nachzubessern, da dann das Haus sich "beruhigt" habe. Was sollte man sinnvollerweise dann tun? Innenausstatter bietet an, aus Kulanz Acryl nachzuspritzen und Ecken nachzustreichen, wird das reichen um die Risse dauerhaft zu beseitigen?

    Vielen Dank im Voraus,
    Michael
     
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  3. mls

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    natürlich kann man einen holzrahmenbau so beplanken und die beplankung
    so spachteln, dass risse entstehen - das gegenteil gilt genauso.

    wir haben immer wieder bis zu 13m lange wände .. rissfrei.
    geht also.

    wenn bei dir derart grosse risse kommen, müsste man die ursache finden,
    um e. belastbare aussage über künftige "bewegungen" treffen zu können - bisher
    finde ich´s, trotz der wenigen angaben, eher verwunderlich.
     
  4. MichaelOF

    MichaelOF

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    Ein paar Fotos....

    Was würdet Ihr empfehlen? Gutachter / Ombudsmann BDF? Oder warten und in einem Jahr nachbessern lassen?
     
  5. MichaelOF

    MichaelOF

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    Wie gesagt: Fast alle Risse sind in Ecken/Winkeln/Kanten.

    Einige einzelne wenige mitten in der Wand: Z.B. bei einer Änderung der Wanddicke: Wand vom Wohnzimmer zum Gäste-WC und Flur, Wanddicke Wohnzimmer-Flur 15cm, Wanddicke Wohnzimmer-Gäste-WC 21cm, mitten genau am Punkt der Dickenänderung in der Wohnzimmerwand Wand ein senkrechter Riss vom Boden zu Decke. Oder immer da, wo aus statischen Gründen in der Installationswand / Decke Stahlträger laufen.
     
  6. Peeder

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    [​IMG]

    Solche Risse an Anschlüssen sind durch einfache Maßnahmen zu vermeiden, wie im ersten Bild handelt es sich ganz klar um einen unkontrollierten Haarriss.

    Ursache ist in den meisten Fällen fehlende Trennung an Angrenzende Bauteile

    Gruss Peeder
     
  7. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    wann...

    ... gebaut (Jahreszeit)?

    Trockner?
     
  8. MichaelOF

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    Haus gestellt April 2010, Estrich im Mai. Trockner waren nie nötig. Innenputz etc. im Juli/August. Einzug September. Risse ab der ersten kalten Periode.

    Danke für die bisherigen Infos, sind "unkontrollierte Risse" ein Mangel? Und wie kann man möglichst einfach und dauerhaft nachbessern?
     
  9. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    falsch...

    ... Trockner (auch im HRB) sind immer nötig, gerade dann, wenn Estrich und Putz (?) reinkommen...:konfusius
     
  10. MichaelOF

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    Hmmm. Kann ich nun nicht beurteilen, unser Bauleiter aber meinte seinerzeit, Trockner werden nur bei "abgesoffenem" Haus (Stellen bei Regen) oder feuchter, kühler Witterung gebraucht. Unser Haus hat zum Glück innen nie Regen gesehen...

    Wir hatten im Sommer dann die Mörderhitze, und sowohl der Estrich als auch der Putz konnten gemütlich trocknen, alles sauber nach Terminplan. Wo soll da ein Problem sein, und wenn da eines ist, was hat es mit den Rissen zu tun?
     
  11. jturtle

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    vielleicht ist alles bei der "mörderhitze" zu schnell, bzw zu oberflächlich getrocknet?
     
  12. #11 Ralf Dühlmeyer, 13. Dezember 2010
    Ralf Dühlmeyer

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    Wann ist der Trockenbau gekommen?
    [ ] Gleich beim Aufstellen (ab Werk)
    [ ] vor Putz & Estrich
    [ ] nach Putz & Estrich (wenn ja - wie lange danach)
     
  13. MichaelOF

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    Späte Antwort von mir, sorry:

    - Trockenbau (Installationswand [doppelt beplankt] und sichtbare Decke [Gipskarton]) direkt nach Stellen des Hauses, ab April, parallel zu Elektrorohinstallation, Sanitärrohinstallation inkl. Lüftungsleitungen etc.

    - Dann irgendwann Mitte/Ende Mai Estrich.

    - Nach erster Begehbarkeit des Estrich (5+ Tage) Beginn der Spachtelarbeiten, danach während der Trockenzeit des Estrich Innenputz und Streichen der Decken.

    - Trockenzeit des Anhydritestrich laut Estrichleger 1 Woche / cm. Haben wir überschritten, also länger als nötig.

    - Ende Juli / Anfang August dann Verlegen der Böden in Eigenleistung, nach Aussage aller (Bauleiter, Innenausstatter etc.) war der Estrich staubtrocken.

    Zur Info: Als Passivhaus hat unser Haus natürlich eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung (Kompaktgerät), und dieses bedeutet als Nebeneffekt recht trockene Luft. Hygrometer zeigt bei uns zwischen 30% und 40% an.
     
  14. #13 Ralf Dühlmeyer, 21. Dezember 2010
    Ralf Dühlmeyer

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    Ahnt ichs doch. Die Platten haben so richtig Feuchtigkeit gezogen und sind jetzt endlich trocken.
    Das Dumme dabei ist halt, dass die auf die Feuchte mit "Wachsen" reagieren und auf s Trocknen mit Schrumpfen
     
  15. MichaelOF

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    Das klingt durchaus plausibel.

    Aber wie sollte das denn anders gehen? Der Innenputz kommt doch an den Wänden ** AUF ** die (gespachtelten) Gipskartonplatten? Also ist das Vollsaugen / Trockenwerden doch zwangsläufig?

    Der Bauleiter, sagt, der Innenausstatter hätte z.B. von Knauf sogenannte "Papierfugendeckstreifen" nehmen müssen, damit wäre nichts passiert, Acryl wäre nicht sachgerecht.
     
  16. #15 Ralf Dühlmeyer, 22. Dezember 2010
    Ralf Dühlmeyer

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    Nö!
    Reihenfolge:
    Mauerwerk
    Putz
    Estrich
    Trockenbau.

    Oder wenn der Trockenbau zwingend aus irgendwelchen Gründen unbedingt vor Putz+Estrich erfolgen muss, dann unverspachtelt. Verspachteln, wenn halbwegs bis gut trocken.

    Fugenstreifen ja. Aber nicht der Maler, sondern der Trocki bzw. hier der Putzer!!!
     
  17. Azalee

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    Interessantes Thema für mich, denn unser Trockenbau läuft in vielen Dingen ähnlich.

    Uns wurde schon vorher gesagt, dass wir keine Acrylfugen machen sollen, sondern Papierfugendeckstreifen. Wir haben Teile der Innenwände schon mit GKP beplankt, nach Weihnachten werden die ersten Installationswände geschlossen. Also ist das Verspachteln noch etwas hin (nach dem Estrichlegen).

    Unser Ablauf ist ähnlich wie bei Michael geplant, nur dass wir im feuchten Novemberwetter aufgestellt haben: Installationen (Lüftung, Elektro), Wände schließen (OSB+GKP an Innen- und Außenwände), danach Estrich, dann Malerarbeiten (verspachteln, dann ist geplant Malervlies und darauf Lehmstreichputz).

    Wenn ich jetzt so von den feuchten Wänden lese, die endlich trocken sind... Was können wir denn im Vorfeld tun, um das zu vermeiden?

    Kann/sollte man die Feuchtigkeit der Wände/GKPn messen? Ob Trockner nach dem Estrich geplant sind, weiß ich nicht, derzeit läuft ab und an einer im Keller (WW).

    Michael, ich hoffe, es ist okay, wenn ich meine Frage hier dranhänge :o
     
  18. sarkas

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    Nur mal so am Rande bemerkt, dies sind zwei verschiedene Einsatzgebiete.

    Acrylfugen werden in den Ecken oft als Ersatz für "Trennbänder" (oder zusätzlich) gemacht. Ich halte da NICHTS von.
    Papierfugendeckstreifen werden an Plattenstößen verwendet, die keine HR-Kante haben.

    Sind zwei paar Stiefel ...

    Gruß Wener
     
  19. #18 Ralf Dühlmeyer, 22. Dezember 2010
    Ralf Dühlmeyer

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    @ sarkas - stimmt auffallend.

    @ Michael:
    Wer hat denn die Fugen des Trockenbaus gespachtelt. Der Fertighäusler oder der Innengestalte(Maler)
    Fugendeckstreifen auf die Plattenstösse.
    Trennstreifen (da war ich gedanklich) in die Fugen zwischen Gipskartonflächen und andere Materialien.
     
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  21. Azalee

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    Oh, Hilfe, also bitte noch mal langsam :o

    HR-Kanten sind diese abgeschrägten Maschinenkanten, richtig? Kommen da Trennstreifen dazwischen? Oder was anderes? Oder werden die nur gespachtelt?

    Und an den geraden Stößen kommen also auf jeden Fall Trennstreifen hin? Und in die Ecken auch (selbst wenn dort Maschinenkanten aufeinandertreffen)?

    Danke!
     
  22. susannede

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    Auch mit Papiertrennstreifen entsteht ein Haarriss, der ist aber perfekt gerade, weil das Papier ja die Sollbruchstelle definiert. Ohne sieht der Riss immer "verzackelt" aus, er springt mal zum linken Ufer, mal zum rechten, weil das Material mal da oder dort dem Riss weniger nachgibt, wie bei Flüssen mäandert der Riss dem Weg des geringstens Widerstandes nach.

    Beim "Trennfix" ist das Papier eben der geringste Widerstand.

    Haarrisse sind grundsätzlich erst einmal kein Mangel.
     
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