Generelle Frage zu Wärmebrücken

Diskutiere Generelle Frage zu Wärmebrücken im Spezialthema: Wärmebrücken Forum im Bereich Bauphysik; Wenn man Wandaufbau und die lambda Werte der verwendeten Materialien weiss, dann kann man unter www.u-wert.net sehr schön den U-Wert errechnen...

  1. #1 MichaelOF, 29.05.2013
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    Wenn man Wandaufbau und die lambda Werte der verwendeten Materialien weiss, dann kann man unter www.u-wert.net sehr schön den U-Wert errechnen lassen. Zusätzlich erfährt man, bei vorzugebender Temperatur der Innenluft, deren rel. Feuchte und der Außentemperatur, welche Oberflächentemperatur an der Innenoberfläche rechnerisch zu erwarten ist.

    Allerdings betrachtet die Berechnung nur die wie man sie glaube ich nennt "Ideale Wand". Keine Raumecken etc.

    Frage:

    Da es keine für den Laien bedienbare und vor allem bezahlbare 3D Simulatonsorgramme gibt: Kann man aus den U-Werten von Bauteilen auf die zu erwartenden Oberflächentemperaturen in Raumecken schließen (2D)? Also wenn man z.B. weiss U-Wert ~ 1,82 und damit Oberflächentemperatur der Wand innen "irgendwo" 14,1 Grad, kann man da aus Erfahrung abschätzen, wieviel kälter die Raumecke sein wird?

    Oder noch komplizierter: Dreidimensional, wenn die Raumecke unter einem Flachdach ist?

    Wie gesagt: U-Wert seien bekannt, und der Wandaufbau sei so einfach wie möglich angenommen, es geht um eine Näherung.

    Konkreter Hintergrund: Ich würde gerne für die in Thread http://www.bauexpertenforum.de/show...tion-der-60er-Flachdach-und-Ringanker-Bj-1960 beschriebene Situation ungefähr wissen, welche Oberflächentemperaturen innen in der Wärmebrücke rechnerisch zu erwarten wären, wenn die Bauteile gerade DIN 4108:1960, Wärmedämmgebiet I, einhalten. Einhalten, weder besser noch schlechter.

    1/Λ für die Wand 0,39 m2K/W (U-Wert ~ 1,82 W/m2K) und
    1/Λ für die Decke 0,55 m2K/W (U-Wert ~ 1,38 W/m2K)

    Ziel: Vergleiche der zu erwartenden Werte mit den echten Werten. Diese liegen vor, per Datenlogger über mehrere Monate in der Nähe der Wärmebrücke aufgezeichnet.
     
  2. #2 Alfons Fischer, 30.05.2013
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    nein, leider kann man dies so nicht abschätzen. Das wird man rechnen müssen.

    aus dem anderen Thread gefolgert hatte ich angenommen, dass Sie sanieren möchten. Trifft dies denn nicht zu?
    Was ist der Hintergrund Ihrer Frage?

    Am Rande: die alte 4108 war, soweit ich mich erinnern kann, davon ausgegangen dass bei R=0,9 Tauwasserfreiheit auch in Ecken, an denen gleichartige Bauteile aneinanderstoßen, Tauwasserfreiheit bei übrlichem Raumklima gerade so eingehalten wird. Das halten Sie mit den von Ihnen genannten Werten ja schon nicht ein.
     
  3. #3 OLger MD, 30.05.2013
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    Ich glaube, ich habe in einem der Bücher von Helmut Künzel dazu etwas gesehen zu haben. Der hat sich mit Oberflächentemperaturen, Taupunkt, Lüftung und Schimmelbildung beschäftigt.
    Gruß
    Holger
     
  4. #4 MichaelOF, 31.05.2013
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    Hatte ich befürchtet, schade.

    Nein, wir müssen nicht sanieren, wir wohnen jetzt in einem neuen EFH, zum Glück. Wir "müssen" uns aber wegen einer ehemaligen gemieteten Wohung in einem Rechtsstreit nicht nur gegen einen Vermieter, sondern auch gegen einen Gutachter wehren. Wir, Sie und ich, hatten da glaube ich sogar mal vor etwa einem Jahr kurz telefoniert, ich hatte damals eine DIN 4108:1960 gesucht (http://www.bauexpertenforum.de/show...ie-DIN-4108-im-Stand-von-gt-1960-lt-vorliegen) und eine Frage zu einem merkwürdigen "Phänomen" eine Thermographie (http://www.bauexpertenforum.de/show...-einer-Abluft%F6ffnung-f%FCr-Dunstabzugshaube)

    Wie alt meinen Sie bei bei "alte 4108"? Aus einen Buch von Künzel weiss ich mittlerweile, dass die Mindestwerte des Wärmeschutzes in den Ausgaben von 52, 60 und 69 identisch waren. Diese Normen kennen sogar schon den Begriff "Wärmebrücke", definieren ihn aber so, dass "an jeder Stelle" des Bauteils der geforderte 1/Λ Wert eingehalten werden muss. Und der ist hier in Frankfurt und Umgebung, Wärmedämmgebiet I nach DIN 4108:1952-1969, eben 0,45 m2 h grd / kcal = 0,39 m2K/W.

    Ich habe die alte DIN-Mindestwand auf U-Wert.net durchgerechnet, musste aber dazu alle λ Werte und Raumgewichte der Baustoffe aus der alten DIN umrechnen. Ich komme damit über U-Wert.net auf einen damals minimal vorgeschriebenen U-Wert von nur 1,81 und über diesen bei innen 20 und aussen -10 Grad auf eine Oberflächentemperatur von 13 Grad. Exakt der Wert, den die DIN 4108 damals forderte.

    Aber eben nur auf der idealen Wand, an Raumecken hat damals keiner gedacht oder denken wollen.

    Es gibt übrigens zu den alten DIN Normen einen wunderbaren Film, den damals das Bundesbauministerium 1958 in Auftrag gegeben hat, um die Häuslebauer zu überzeugen, doch bitte die damals neue DIN 4108:1952 besser/endlich einzuhalten, hat mir viel Spass gemacht:

    Teil 1: http://www.youtube.com/watch?v=996lh9ev7bU

    Teil 2: http://www.youtube.com/watch?v=ApsDBKFHIwk

    Teil 3: http://www.youtube.com/watch?v=bgOJImRoYl4

    Teil 4: http://www.youtube.com/watch?v=yAjG92CR6jQ

    Teil 5: http://www.youtube.com/watch?v=ynAquQCvuuw


    Die Angabe im Film ist 1956, aber meine Quellen sagen 1958.

    Teil 4 handelt übrigens über Beton-Flachdächer, nach denen ich im Thread http://www.bauexpertenforum.de/show...tion-der-60er-Flachdach-und-Ringanker-Bj-1960 nachgefragt hatte.
    War bei uns genauso gemacht., wie man es nach Teil 4 schon 1958 NICHT machen sollte :-)


    Evtl. meinen Sie dieses: Helmut Künzel - "Fensterlüftung und Raumklima : Grundlagen, Ausführungshinweise, Rechtsfragen"? Das kriegen wir Mitte Juni aus der FH Bibliothek Frankfurt, ich freu mich schon drauf ;-)
     
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