Geringe Spreizung bei Vitocal 200-S

Diskutiere Geringe Spreizung bei Vitocal 200-S im Heizung 2 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo ! Nachdem wir jetzt über ein Jahr in unserem Haus mit 113 m² Wohnfläche wohnen und die grobe Feuchtigkeit hinausgelüftet ist, möchte ich...

  1. AF aus LE

    AF aus LE

    Dabei seit:
    12. November 2012
    Beiträge:
    36
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Konstrukteur
    Ort:
    Leipzig
    Hallo !

    Nachdem wir jetzt über ein Jahr in unserem Haus mit 113 m² Wohnfläche wohnen und die grobe Feuchtigkeit hinausgelüftet ist,
    möchte ich unsere Heizungsanlage weiter hydraulisch abgleichen.

    Was ich bis heute nicht verstehe, ist die geringe Spreizung von derzeit 1,5 K. Die laut Heizkennlinie vorgegebene Vorlauftemperatur
    bei 0° C sollte 24°C betragen, steht aber bei 26°C. Die Rücklauftemperatur liegt bei ca. 27-28°C...
    Die Neigung (2007) habe ich jetzt auf 0,3 gestellt. Das Niveau (2006) steht auf -5 K bei eingestelltem Raumtemperatur-Sollwert (2000) von 20°C.

    Im Heizkreisverteiler des Obergeschosses ist dieses

    Überströmventil.jpg

    Überströmventil verbaut. Den Hersteller habe ich rausgefunden nur weis ich nicht was der Einstellwert "4" bedeutet. Könnte die
    geringe Spreizung hiermit zusammenhängen ? Die Wärmepumpe läuft schon wieder fast durchgängig mit der geringsten Leistung...

    Ich hoffe ihr könnt etwas Licht ins Dunkel bringen !

    Gruß,
    Andreas
     
  2. Anzeige

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19. August 2005
    Beiträge:
    48.841
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Die Rücklauftemperatur ist höher als die Vorlauftemperatur? :yikes

    Die Spreizung ist an sich kein fester Wert, sondern er wird nur als fix angenommen damit man rechnen kann. In der Praxis trifft dieser Wert nur dann zu, wenn die Heizflächen auch die berechnete Leistung an den Raum liefern können. Je wärmer der Raum wird, um so weiter reduziert sich die Spreizung, bis der Raum gar keine Wärme mehr aufnimmt, dann entspricht die Rücklauftemperatur der Vorlauftemperatur.

    d.h. eine Spreizung von 1,5K kann in der Praxis auftreten wenn die Leistungsabnahme fehlt, oder wenn der Wärmeerzeuger seine Leistung reduziert.

    Wo ist das Problem mit dem Dauerlauf? Bei den aktuellen Temperaturen liegt die Heizlast in etwa bei 50% der maximalen Heizlast. Ein Haus das beispielsweise 6kW Heizlast hat, benötigt im Moment vielleicht um die 3kW. Eine WP die ihre Leistung auf 3kW reduzieren kann, wird dann natürlich einen Dauerlauf hinlegen. Das ist besser als eine WP die nur maximale Leistung kann und bei den aktuellen Bedingungen dann ständig an- und ausgeht.

    Zum Ventil, da müsste man jetzt in das Datenblatt schauen. Es wäre möglich, dass die 4 etwa 400mbar entspricht, aber wie gesagt, das muss man dem Datenblatt entnehmen.

    Sollte das Übertrömventil ständig geöffnet sein, dann würde das auch zu einer geringen Spreizung führen.

    Gruß
    Ralf
     
  4. mastehr

    mastehr

    Dabei seit:
    30. Dezember 2010
    Beiträge:
    3.936
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Software-Entwickler
    Ort:
    Niedersachsen
    Wahrscheinlich arbeitet der Wärmeerzeuger unter seiner minimalen Leistung. Dann bleibt ihm gar nichts anderes übrig, als die Vorlauftemperatur zu erhöhen. Ab einer eingestellten Hysterese schaltet er dann komplett ab.

    Meine Gasbrennwerttherme erhöht die Vorlauftemperatur um bis zu 5 K, bis sie abschaltet.
     
  5. #4 Achim Kaiser, 21. November 2013
    Achim Kaiser

    Achim Kaiser

    Dabei seit:
    29. Oktober 2005
    Beiträge:
    7.472
    Zustimmungen:
    0
    Mei, Mei, Mei ....

    manchmal wunder ich mich schon.
    Was erwartest denn ?

    Tiefer als die Raumtemperatur kann die Rücklauftemperatur im Normalbetrieb einer Heizungsanlage nicht sinken.
    Sie liegt regelmäßig darüber ....

    Jetzt gehst mit 24°C IN die Anlage und kommst mit 1,5 K weniger wieder raus ... und liegst 1,5-2,5 K über mit der Rücklauftemeratur über einer Raumtemperatur von 20 - 21 °C.

    Ich würde mich anderen Dingen widmen .... und vielleicht den RL-Thermometer mal austauschen aber blos wenn ich viel Langeweile hätte.

    Das Gedönse auf dem Bild ist ein Überströmventil und wenns richtig funktioniert öffnets ab 400 mbar oder 4 m Druckdifferenz ... um Geräuschen entgegen zu wirken.

    Die Einstellwerte muten komisch an ... ich würde das Niveau auf 0 stellen und die Heizkurve anpassen.

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  6. AF aus LE

    AF aus LE

    Dabei seit:
    12. November 2012
    Beiträge:
    36
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Konstrukteur
    Ort:
    Leipzig
    Ist mir beim schreiben gar nicht aufgefallen und natürlich Quatsch...

    Eben das ist meine Befürchtung, da die Spreizung meistens in diesem Bereich liegt. Wie kann ich das ohne Temp-Messgerät prüfen ?

    Eine Verständnisfrage habe ich noch zum hydraulischen Abgleich. Ich habe immer wieder gelesen, dass man am Anfang alle Thermostate und
    voreinstellbaren Ventile (also auch Durchflussbegrenzer) öffnen soll. Die Thermostate leuchten mir ja ein, aber bei den Durchflussbegrenzern
    sehe ich keinen Sinn, da ich ja sowieso alle Räume nach Raumtemperatur nacheinander an eben diesen einstelle.

    Gruß,
    Andreas
     
  7. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19. August 2005
    Beiträge:
    48.841
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Handauflegen wird bei der geringen Spreizung kaum funktionieren. ABER ich glaube nicht daran, dass das Überströmventil die Ursache ist, denn 400mbar ist eine Menge. Das öffnet erst wenn alle Kreise geschlossen sind und die Pumpe überhaupt die 400mbar schafft. Laut Datenblatt kann die interne Pumpe bei min. Volumenstrom 380-590mbar, je nach Ausführung der WP. d.h. bei einer Einstellung von 400mbar wird das Ventil nicht öffnen wenn auch nur ein einzelner Kreis offen ist.

    Das dient an sich nur einer einheitlichen Grundeinstellung. Man weiß ja nie wie die voreingestellt sind. Hat man bereits Grundwerte, dann wird man die einstellen und von da aus optimieren.

    Aber nochmals zu Deiner Eingangsfrage. Wo siehst Du ein Problem?

    In einem alten thread hast Du geschrieben, dass Du die B07 hättest. Zudem eine Heizlast von etwa 4,2kW. Somit ergibt sich, dass die WP bei einer Mindestleistung von 1,3kW natürlich bei den aktuellen Außentemperaturen durchlaufen muss. Die Heizlast in Deinem Haus beträgt aktuell wohl 2-2,5kW. Das ist doch Sinn und Zweck der Leistungsregelung. Deine WP kann ihre Leistung von etwa 1,3kW bis 7,7kW anpassen. Somit erreichst Du auch während der Übergangszeiten sehr lange Laufzeiten.

    Wenn sie ihre Leistung auf Minimum regelt, dann geht natürlich auch die Spreizung zurück so lange nicht der Volumenstrom angepasst wird.

    Also um ehrlich zu sein, ich verstehe Dich nicht. Deine WP macht genau das wofür sie entwickelt wurde. Wenn Du sehen möchtest wie sie abschaltet, dann kaufe Dir eine 08/15 LWP mit 10kW, dann kannst Du zuschauen wie diese taktet. Sie wird dann zwar während der Heizphase mehr Energie über den Zähler jagen, aber dafür ist sie auch ein paar Minuten ruhig. Am Jahresende darfst Du Dich dann über höhere Stromkosten freuen.

    Gruß
    Ralf



    Aber die Diskussion hatten wir schon hier:

    http://www.bauexpertenforum.de/showthread.php?73781-W%E4rmepumpe-l%E4uft-permanent
     
  8. SPNCB1970

    SPNCB1970 Gast

    Hallo Andreas,

    habe Deine letzte PN erhalten und teile wie Du weißt Deine Meinung bzgl. des unsinnigen Dauerlaufes. Ich antworte - obwohl ich es eigentlich nicht mehr tun wollte - mal öffentlich. Vielleicht finden wir doch mal eine echte Problemlösung. Drehen an der Hysterese und andere Hilfsmaßnahmen helfen halt nur bedingt.

    Hier meine These:
    Grundproblem dieser LWP ist, dass sie mit VLT unter 30 Grad nicht zurecht kommt. Sie läuft dann dauerhaft auf niedrigster Leistung bis VLT=RLT, dann geht sie aus. Hat mit Modulieren nichts zu tun, sondern sie verhält sich wie eine nicht modulierende LWP - hier halt nur mit geringer Leistung.
    Man kann dies sehr gut praktisch nachvollziehen, wenn man die max. Heiztemperatur einstellt(30 Grad). Wenn die LWP daraus einen VLT-Wert von 37 errechnet, wist Du sehen, wie wunderbar sie modulieren kann. Sogar mit Lüfterregelung und allem drum und dran. Dann hat sie nämlich mal etwas Mühe die VLT zu erreichen und regelt mit wunderbaren 5K Spreizung beim Heizen vor sich her. Prima, genau so sollte sie eigentlich funktionieren. Bei der WW-Bereitung klappt das genauso gut. Die geringe Spreizung kommt auch bei mir immer nur bei langen Laufzeiten zustande.
    Meine Abhilfe im Sinne des hydraulischen Abgleichs ergibt sich aus der massiven Verringerung der umgewälzten Wassermengen im System. Klingt zwar paradox, aber diese Pumpe muss man zum Betrieb mit hohen Spreizungen zwingen, sonst leiert sie sich zu Tode. Lässt man die ERR weg, hat man auch beim Abtauen keine Probleme durch geschlossene Heizkreise und bei sparsam eingestellter Heizkurve kann man auch das Überstromventil weglassen/zudrehen. Die bei mir "vorgeschriebenen" 1200 l MINDESTUMLAUF bei 10 K Spreizung sind blanker Wahnsinn, wenn die LWP mit Minimalleistung läuft und verursachen diese geringe Spreizung. Und daraus folgt wieder geringe Spreizung = LWP schafft erst nach ewigen Zeiten die Abschalt-RLT=Dauerlauf. Man könnte dem sicher anders abhelfen, indem sich die Umwälzpumpe der geringeren Leistung anpasst. Macht sie aber nicht. Sie blässt bei Minimal- und Vollast immer mit 100 Prozent und das bedeutet im Minimalfall, dass sie rund um die Uhr lauwarmes Wasser durch die Rohre pustet.

    Schlußfolgerung: Haus zu gut? Pumpe zu groß oder generell nicht für Häuser geeignet, die hauptsächlich mit VLT unter 30 Grad klarkommen?

    So, jetzt können sich die Experten wieder mit dem Argument zu Wort melden, ja irgendwo muss die Wärme doch geblieben sein und kurz Heizen mit höherer Leitung ist Quatsch. Mag theoretisch sein, praktisch ist es aber anders. Vielleicht kennt ja doch jemand die Leistungskennlinien bei Minimalinverfrequenz, dann könnte man es sicher auch theoretisch begründen.

    Soweit meine persönliche Meinung zum Thema.
     
  9. SPNCB1970

    SPNCB1970 Gast

    Nachtrag zum ersten Satz meiner These: Wenn sich die LWP unter 30 Grad VLT ohnehin wie eine nicht modulierende LWp verhält, taktet sie auch und kann dann während der Takte auch mit besserem COP(höherer Leistung) heizen.
     
  10. vOlli

    vOlli

    Dabei seit:
    28. August 2010
    Beiträge:
    633
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Angestellter
    Ort:
    Nürnberg
    Hallo SPNCB1970,

    kannst Du näher erläutern, von welcher überschüssigen Wärme Du sprichst?

    Gibt es tatsächlich Konstellationen, bei denen die WP nicht für geringe Vorlauftemperaturen geeignet sind, oder Pumpen?

    Sprichst Du von einer Anlage mit einem Pufferspeicher?

    Danke für die Auskünfte!
    Gruss, olli
     
  11. SPNCB1970

    SPNCB1970 Gast

    Überschüssig ist hier eher eine umgangssprachliche Bezeichnung. Korrekt müsste man meiner Meinung nach sagen, die LWP bekommt die Wärme nicht effektiv ins Haus, weil die Spreizungen irgendwann gegen Null tendieren. Daher pumpt sie lauwarmes Wasser im Kreis herum, statt bei höherer Spreizung=höherer Wärmeabgabe ins Haus vernünftig zu HEIZEN.

    Mit absoluter Gewissheit kann ich dir Frage 2 nicht beantworten, weil ich schrieb nicht ohne Grund - MEINE THESE und PERSÖNLICHE MEINUNG. Soll heißen, bin zwangsweise heizungsinteressierte Laie und nicht vom Fach. Frage 3: nein
     
  12. #11 Achim Kaiser, 21. November 2013
    Achim Kaiser

    Achim Kaiser

    Dabei seit:
    29. Oktober 2005
    Beiträge:
    7.472
    Zustimmungen:
    0
    Frage : Wärmemengenzähler installiert ?

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  13. SPNCB1970

    SPNCB1970 Gast

    Bei mir nein, aber Andreas hat einen, so dass dies nicht zum Totschlagargument werden kann
     
  14. #13 Achim Kaiser, 21. November 2013
    Achim Kaiser

    Achim Kaiser

    Dabei seit:
    29. Oktober 2005
    Beiträge:
    7.472
    Zustimmungen:
    0
    Na wenn ein WMZ eingebaut ist dann ist doch relativ leicht prüfbar was die WP an Leistung abgibt und wenn man den Wp-Strömzähler abliest lässt sich zumindest mal feststellen übern groben Daumen mit welchem COP die WP rumeiert und welche Heizleistung ins Gebäude fließt.

    *Überschüssige Wärme* - so sie tatsächlich produziert wird - muss ja irgendwo bleiben .... oftmals ist die Frage ja *blos wo* ....

    Eine Mindestvolumenstromvorgabe von 1200 l/h bei Delta-T 10 halte ich für ein Gerücht ....
    Das wären 14 kW Heizleistung ...

    Die Wassermengen kriegste an nem normalen EFH nicht bewegt.

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  15. SPNCB1970

    SPNCB1970 Gast

    Diese Wassermenegn waren bei mir nach dem "Abgleich" des HeizungsERbauers Realität und entsprechen bei mir im Durchschnitt nicht mal 1,5 l/min je Heizkreis. Bzgl. der Mindestvolumemstromangabe schau mal bei VM online vorbei. Da sind sie niedergeschrieben und mein HeizungsERbauer hat sich wohl strikt dran gehalten.
     
  16. mastehr

    mastehr

    Dabei seit:
    30. Dezember 2010
    Beiträge:
    3.936
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Software-Entwickler
    Ort:
    Niedersachsen
    Aber nicht mit einem Delta-T von von 10 K. Dann würdest Du 14 kW Wärme in das Haus pumpen. Je größer die Wassermenge, desto kleiner die Spreizung und umgekehrt.
     
  17. AF aus LE

    AF aus LE

    Dabei seit:
    12. November 2012
    Beiträge:
    36
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Konstrukteur
    Ort:
    Leipzig
    Das hatte ich gehofft und wollte dies für mich geklärt wissen. Die geringe Spreizung über das gesamte Jahr hatte mich irritiert.
    Wie schon mal geschrieben, ich möchte gern verstehen wie die Anlage funktioniert !

    Ich weis das wir diese Diskussion schon einmal hatten. Klar ist der Dauerlauf einer häufig taktenden Anlage vorzuziehen, trotzdem bedeutet das für
    mich das klare Gegenteil und es fällt mir schwer, hinzunehmen, dass es hier keinen Mittelweg geben soll.

    Vielen Dank Ralf für deine unermüdliche Geduld ;o)

    @Alle Anderen

    Schön, dass ihr eure Meinung kundtut und einem immer wieder Denkanstöße gebt...

    Insgesamt kann ich mich nicht beschweren. Bei einer derzeitigen Aussentemperatur von 3°C laut Heizungsfühler braucht die WP 430 Watt und erzeugt
    1,7kw Heizleistung was einem COP von 3,95 ergibt.
    Die eigentliche Frage ist ob die WP im modulierten Teillastbetrieb optimaler läuft als mit Minimalinverterfrequenz und ob dies überhaupt eine Einsparung
    bringen würde. Ich habe keine Vergleichsmöglichkeiten, weshalb es bei der blanken Theorie bleibt...

    Gute Nacht,
    Andreas
     
  18. #17 Achim Kaiser, 22. November 2013
    Achim Kaiser

    Achim Kaiser

    Dabei seit:
    29. Oktober 2005
    Beiträge:
    7.472
    Zustimmungen:
    0
    Ich hab mir das Datenblatt nach deiner Aussage mal zu Gemüte geführt und seh die Anforderungen.
    Nachdem *ich* sie an meinen Anlagen nicht erfüllen könnte wäre das für mich das falsche Fabrikat.
    Auf bei anderen Anbietern liegen die Anforderungen an den Mindestvolumenstrom auch hoch jedoch nicht in solchen Höhen.

    In einer nach der FBH-Norm ausgelegten FBH-Anlage führt diese Anforderung *immer* zu einer Pufferspeicherlösung, da sich diese Volumentströme anlagenseitig weder realisieren noch im Betrieb dauerhaft aufrecht erhalten lassen. Was die 10 k Spreizung bewirken sollen ausser einem Sicherheitsabstand zur Estrichgrenztemperatur erschließt sich mir nicht.

    Ich muss ja auch nicht immer alles begreifen, was ein Hersteller als Auslegungsvorgabe vorgibt ... wenn mir die Vorgaben nicht ins Konzept passen ist diese Gerätetype an der Anlage eben anderweitig besetzt ....

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  19. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19. August 2005
    Beiträge:
    48.841
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Lass Dich nicht verrückt machen, die Kiste läuft genau so wie sie soll.

    Wenn sie mit der minimalen Inverterfrequenz läuft, dann ist das ja Teillastbetrieb. Die 1,7kW decken sich auch in etwa mit dem was ich oben geschrieben hatte, sprich Deine Heizlast bei Auslegung liegt bei 4,2kW (siehe Dein alter thread), dann wären das bei den aktuellen Temperaturen um die 50% davon, also um die 2kW. Bei AT 3°C sind die 1,7kW also realistisch.

    Die geringe Spreizung muss Dich nicht irritieren, die ist die logische Folge aus der geringen Leistung (Teillastbetrieb). Die Anlage wird so ausgelegt, dass sie unter worst case die 10K Spreizung nicht überschreitet. Daher auch die Vorgabe min., 820Liter/Stunde. Daraus ergibt sich bei max. Leistung der WP eine Spreizung um 10K. Man darf ja nicht nur den Heizbetrieb während des kalten Winters betrachten, sondern man muss auch an die Übergangszeit denken (AT +15°C) und vor allen Dingen auch an die WW-Erzeugung im Sommer.

    Bei AT +15°C liegt die Leistung bei W35 bei knapp über 9kW. Unterstellt man die typischen Heizkurven, dann liegt die VL Temperatur noch niedriger, die Leistung kann dann 10kW erreichen. Nach dem Starten muss diese abtransportiert werden damit die Kiste überhaupt mal anfangen kann zu regeln, und dafür braucht´s ausreichend Volumenstrom damit die Spreizung nicht zu sehr ansteigt.
    Ähnlich verhält es sich beim WW Betrieb, nur mit dem Unterschied, dass hier die Leistungsregelung normalerweise gar nicht eingreift (es ist ja ein Abnehmer vorhanden). Wenn die Anlage im Sommer WW mit 45°C erzeugen soll, dann produziert sie ebenso eine Leistung von knapp über 10kW, selbst bei 55°C Wassertemperatur kommt sie in Richtung 10kW. Wenn da auch noch die Spreizung zu hoch wird ist eine Hochdruckstörung vorprogrammiert.

    Deswegen auch die Forderung nach einem Mindestvolumenstrom, damit die Kiste unter allen Bedingungen störungsfrei läuft.

    Nun hat dieser Volumenstrom die Folge, dass bei einsetzender Leistungsregelung die Spreizung automatisch sinkt. Das macht sich insbesondere dann bemerkbar, wenn die Kiste ihre minimale Leistung erreicht hat. Die liegt bei Deiner Ausführung bei 1,3kW. Unterstellen wir auch hier den o.g. Mindestvolumenstrom von 820Liter/h, dann ergibt sich daraus zwangsläufig eine Spreizung von 1,36K, also je nach Anzeigegenauigkeit der Thermometer werden die wohl irgendwas zwischen 1K und 1,5K anzeigen. Sollte das Haus selbst diese geringe Energiemenge nicht mehr abnehmen, dann wird die Spreizung gegen Null gehen und die Kiste wechselt in den Taktbetrieb. Das sollte bei einem "normalen" Haus kaum auftreten, denn selbst bei Heizbeginn (AT+15°C?) liegt die Heizlast höher.

    Möchte ich unter diesen Bedingungen einen Dauerlauf vermeiden, dann muss ich die Kiste in den Taktbetrieb zwingen. Das geht nur indem ich die Leistung künstlich erhöhe, die untere Leistungsgrenze des Regelbereichs quasi deaktiviere (Regelbereich begrenzen), und somit erreicht sie schneller ihre Solltemperatur und wird abschalten. Hierzu müsste man sinnvollerweise in die Regelung eingreifen, was meist nicht machbar ist. Reduziere ich einfach den Volumenstrom auf der Sekundärseite (Heizkreis), dann erreiche ich nur den Effekt, dass sich die Spreizung erhöht weil die WP keine ausreichende Last hat. Gleichzeitig muss ich die mittlere Heizwassertemperatur erhöhen und folglich habe ich auch eine höhere Vorlauftemperatur.
    Folglich habe ich dann an einem Tag anstatt 24h Dauerlauf sagen wir mal 12h Taktbetrieb. Die Energiemenge die dem Haus zugeführt wurde, müsste theoretisch am Ende des Tages die gleiche sein, aber die dafür aufzuwendende Energiemenge wird höher sein, sprich unter´m Strich wurde die Effizienz reduziert.

    Wie hoch der Unterschied sein wird, das kann man theoretisch nur schwer vorhersagen, weil man ja nicht weiß unter welchen Rahmenbedingungen verglichen werden soll. Ganz grob könnte man unterstellen, dass der Taktbetrieb in so einem Fall, allein schon aufgrund der höheren Temperaturen, zu etwa 4-5% Mehrverbrauch führt. Hinzu käme Mehrverbrauch aufgrund höherer Lüfterdrehzahlen, die unterschiedliche Effizienz weil man sich in einem anderen Bereich des Teillastbetriebs befindet, davon ab ginge die gesparte Energie für die Heizkreispumpe. Ob das nun über´s Jahr gesehen 2% oder 3% oder 5% oder was weiß ich sein werden, das spielt auch keine so große Rolle, denn sicher ist, sparsamer ist diese Betriebsweise auf jeden Fall nicht. Und zu allem Überfluss holt man sich auch noch das Risiko von Funktionsstörungen im Sommerbetrieb in´s Haus, denn bei beispielsweise halbiertem Volumenstrom gibt´s dann im Sommer Spreizungen von 20K und mehr, das macht Spaß.

    Nur um es noch einmal klar zu machen, würde Deine WP bei 3kW oder 4kW oder 5kW einen Dauerlauf hinlegen, dann hätte ich damit auch ein Problem, nicht aber bei einer Mindestleistung von 1,3kW und einer aktuellen Leistung von 1,7kW. Oder wenn die Spreizung bei Vollgas nur bei 1-2K liegen würde, dann wäre ich davon auch nicht begeistert und würde mich auf die Fehlersuche machen.

    Gruß
    Ralf
     
  20. Anzeige

    Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  21. vOlli

    vOlli

    Dabei seit:
    28. August 2010
    Beiträge:
    633
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Angestellter
    Ort:
    Nürnberg
    Hallo Andreas,

    Deine Werte sind auf eine Stunde heruntergerechnet, nehme ich an?

    Ich will Dir mal meine Situation schreiben, die hydraulisch im Optimierungsprozess ist und vor einigen Wochen noch um den Faktor 2 schlechter war:

    2,7 Kwh Wärme / h (lt Wärmemengenzähler)
    Verbrauch: 900 watt / Stunde

    Ich komme also lediglich auf eine COP um die 3. Hier sind ein paar Rundungsfehler versteck und weil ich meine BWWP noch nicht mit einem Stromzähler ausgestattet habe ist es eine Annäherung an den tatsächlichen Wert bezogen auf den Stromverbrauch.

    Meine WP läuft seit der hydraulischen Trennung von Warmwasser und Heizung praktisch durch und Taktet sehr wenig.

    Gerade beim Ausschalten der Heizung habe ich in den letzten Tagen ein Problem festgestellt. Wenn ich sie mit der Hand ausschalte, bleibt sie bis zu einer Stunde ohne Wärmeanforderung an die WP. Selbst kriegt sie das aber nicht hin.

    Ich will aber die Problematik nicht in Deinem Thread erörtern.

    Zur Spreizung kann ich sagen, dass diese bei VL = 26° in etwa bei 4- 5k liegt.

    Mir ist die Spreizung aber relativ egal, zumindest bislang. Mich interessiert Dein Thread auch im Hinblick auf Informationen zur weiteren Optimierung, die ich allerdings erst nach Beseitigung meiner hydraulischen Problematiken angehen kann.

    Ich hoffe, dass meine Daten Dir einen Vergleich liefern können.

    Greetz, olli
     
  22. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19. August 2005
    Beiträge:
    48.841
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Denke daran, dass Deine LWP ein "bisschen" anders aufgebaut ist. ;)
     
Thema:

Geringe Spreizung bei Vitocal 200-S

Die Seite wird geladen...

Geringe Spreizung bei Vitocal 200-S - Ähnliche Themen

  1. Doppelstehfalz bei geringer Dachneigung

    Doppelstehfalz bei geringer Dachneigung: Hallo, ich habe folgenden Dachaufbau bei einem Pultdach: Sparren 8x20 mit Holzfaser-Zwischensparrendämmung Rauhspundbretter 25mm Vapozinc...
  2. Dachfenster VELUX vor Einbau Innenfutter - s. Dach

    Dachfenster VELUX vor Einbau Innenfutter - s. Dach: Hallo, habe ein GPU 0060 SK 08 Austauschfenster einbauen lassen. Nun stellt sich die Frage des fachgerechten Einbaus der Dampfsperre und der...
  3. Übergang Estrich-Betontreppe geringer Höhenunterschied

    Übergang Estrich-Betontreppe geringer Höhenunterschied: Hallo, lange ist's her, da habe ich gebaut, bzw. größtenteils bauen lassen, ein paar Kleinigkeiten sind aber übrig geblieben. Ob man's glauben mag...
  4. biete Stiebel Eltron SBP 200 E cool Wärmepumpen Pufferspeicher

    Stiebel Eltron SBP 200 E cool Wärmepumpen Pufferspeicher: Hi zusammen, wir überlegen, uns einen größeren Puffer anzuschaffen, macht aber nur Sinn, wenn wir den jetzigen halbwegs gescheit losbekämen....
  5. Gaubenfenster bei geringer Wandhöhe

    Gaubenfenster bei geringer Wandhöhe: Hallo liebe Foren-Mitglieder, ich möchte meinen Dachboden ausbauen und eine Dachgaube erstellen lassen. Nun ist es so, dass der Architekt uns...