gewölbter Fußboden

Diskutiere gewölbter Fußboden im Estrich und Bodenbeläge Forum im Bereich Neubau; :( Hallo zusammen, mein Problem als Hausbesitzer mit einem Wohnungsboden sieht folgendermaßen aus: Im Jahre 1999 habe ich begonnen ein 3 FH...

  1. THOR

    THOR

    Dabei seit:
    24. Februar 2006
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Unternehmer
    Ort:
    Weyerbusch
    :( Hallo zusammen,

    mein Problem als Hausbesitzer mit einem Wohnungsboden sieht folgendermaßen aus:
    Im Jahre 1999 habe ich begonnen ein 3 FH zu bauen.
    Das Haus ist 10 * 12 m, im DG und EG jeweils eine komplette Wohnung und im Keller zur hälfte eine Einliegerwhg und der Rest unbeheizte Kellerräume / Wasch+ Trockenraum. Bis zum Sommer des
    Jahres 1999 war dann das Dach drauf und im Herbst kamen die Fenster rein.
    Während der Bauphase gab es keine wirklichen Regengüsse, die das Mauerwerk durchfeuchtet hätten. Den Winter auf 2000 über wurde das Haus
    weiter ausgetrocknet und im Frühjahr 2000 kam dann der Innenputz und im
    Juli 2000 der Zementestrich hinein. Der Überbeton der Betonfertigdecken bestand aus B-25 WU. Im Oktober wurden erst die Wände der Bäder und dann
    Ende Oktober die Fußböden gefliest ( bis auf WZ und SZ : Laminat). Sockelflieden wurden angebracht und anschließend mit Silikon ausgespritzt und glatt gezogen. Der Mieter der EG Wohnung, um die es hier geht, lies dann
    im November 2000 die Wohnung, welche fortwährend beheizt wurde, von einer Malerfirma Tapezieren, welche zuvor den Feuchtegehalt der Wände gemessen hatte und den Bau als trocken bezeichnet hatte.

    Nun zum Geschehen: Der Mieter bestückte diese Zweitwohnung mit Möbeln,
    hat aber 5 Jahre lang dort nie geschlafen. Höchstens ein- bis zweimal in der Woche kam er mit seinem Liebchen vorbei und verweilte in der Wohnung 1 bis 4 Stunden. Suspekt wurde mir dessen Verhalten als ich durch Wasserschwalk-
    schwaden im Treppenhaus darauf aufmerksam wurde, daß der Mieter während seiner Anwesenheit einen enorm großen Verbrauch an Warmwasser hatte ( mind. 1 cbm!). Weiterhin wußte ich von seiner Gewohnheit, das er die Zimmertüren immer offenstehen ließ, bei Anwesenheit und Abwesenheit.
    Gelüftet hatte er selten, daß Bad nach Benutzung mit halb geöffnetem oder gekipptem Fenster max. nur 1 Stunde lang.

    Nachdem ich das Verhalten mehrmals beobachtet habe, mahnte ich den Mieter ab, sorgfältiger zu Lüften und besser zu heizen, damit keine Schäden
    am Bauwerk entstehen würden. Im Winter über war der Mieter gerade bei liegendem Schnee selten da und eine Kontrolle seines Wärmeverbrauchszählers
    im Heizungsraum ergab, daß er wohl über eine längere Zeit nicht und manchmal nur unzureichend geheizt hat, wobei die Winter Zeitweise eisig kalt waren.
    Das Heiz- und Lüftungsverhalten des Mieters besserte sich aber nicht wirklich,
    und das 5 Jahre lang. Immer wieder wurde der Mieter dazu aufgefordert, besser zu Lüften und mehr zu Heizen, damit keine Bauwerkschäden entstehen würden. Sollten solche entstehen, so würde er dafür haftbar gemacht.

    Ende des Jahres 2005 zog der Mieter aus und bei der Wohnungsübergabe stellten sich folgende Mängel heraus:
    1. alle gefliesten Böden ( Flur, Bad, Arbeitszimmer) über den nicht beheizten
    Kellerräumen haben sich jeweils zur Raummitte hin hoch gewölbt ( ca. 5-8mm).
    Die Ränder der Räume hingegen haben sich etwas abgesenkt. Die Silikonfuge zwischen Sockelfliesen und Bodenfliesen ist gerissen und es klafft eine etwa
    bis zu 3 mm große Fuge dazwischen.
    Der Estrichboden war vor dem verlegen der Bodenfliesen aber hundertprozentig gerade ,von einer Fachfirma erstellt worden und abgetrocknet gewesen.
    2. Die Zimmertüren haben sich teilweise verzogen, weil alle wohl auch immer offen standen, sitzen nun auf den Böden der oben bezeichneten Räume auf
    und lassen sich nicht mehr bewegen.
    3. Die Wohnungseingangstür läßt sich nunmehr nur noch um einen Spalt von 50 cm öffnen ( nicht mal mehr zur Hälfte öffnen!) und setzt dann auf dem angehobenen Boden auf.
    4. Der Laminatboden des WZ im Türbereich zum gefliesten Flur hin hat sich dort um ca. 1-2 cm gewölbt.
    5. In dem auf der Ost-Südecke des Hauses liegende Arbeitszimmer hat sich in
    der Ostecke die (Naht der) Tapete gelöst, wie auch teilweise im Wohnzimmer.
    6. Im Badezimmer ist Schimmel: Am Rolladenkastendeckel, am Übergang der
    Wandfliesen zur Decke hin und es befindet sich ein ca. 10 cm2 Schimmelfleck
    auf einem Aufkleber, der sich auf der Innenseite einer Duschkabine befindet.

    In den Räumen über und unter der Wohnung sind solche Mängel nicht aufgetreten und alles okay.

    Nun meine Fragen:

    1. Wodurch kann sich der Boden samt Fliesen gewölben haben?
    ( Fliesen und Fugen sind nicht gerissen, waren mit flex-Material verarbeitet
    worden)
    2. Welche nicht sichtbaren Schäden können noch entstanden sein?

    3. Wie kann man feststellen, wie die anderen Wände und Tapeten mit Schimmelsporen kontaminiert sind, ohne das jetzt Flecken an der Oberfläche sichtbar sind?

    Für INFOS wäre ich dankbar!

    Helau und Alaaf an alle Jecken!

    :winken
     
  2. Anzeige

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. Berni

    Berni

    Dabei seit:
    26. Februar 2005
    Beiträge:
    2.739
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Estriche
    Ort:
    Ostwestfalen-Lippe
    Tach THOR,

    Erst mal noch ein paar Fragen.
    Hast Du Fußbodenheizung?
    Wie stark ist der Estrich?
    Wurden zur Estrich-Austrocknung zusätzliche Maßnahmen ergriffen?
    Ist vom Fliesenleger eine Feuchtigmessung durchgeführt worden?
    Liegt unter dem Laminatboden eine Folie auf dem Estrich?
    Wie sieht der ganze Estrichaufbau aus? Welche Dämmung, wie stark?
    Was war überwiegend für Klima von Estricheinbau bis Fliesenverlegung?

    Gruß Berni
     
  4. THOR

    THOR

    Dabei seit:
    24. Februar 2006
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Unternehmer
    Ort:
    Weyerbusch
    :
    Hallo Berni,

    Zu Deinen Fragen:

    - es ist keine Fußbodenheizung vorhanden.
    - der Estrichaufbau ist 3 cm Styropor-Wärmedämmung, 3 cm Trittschalldämmung, so wie 5 cm Betonestrich mit Faserarmierung.
    - der Estrich wurde nach Angaben der Estrichfirma abgetrocknet. Erst 10 Tage
    ohne Durchzug und ohne ihn zu begehen, dann wurde mehrfach täglich quer gelüftet, und die warme Spätsommerluft durch das Haus gelassen. Später haben wir dann Gasbrenner im Haus aufgestellt um die Luft zu erwärmen und
    zirkulieren zu lassen ( Lüften inklusive).
    - die Feuchtigkeit ist vor dem Verlegen gemessen worden.
    -der Laminat liegt nicht direkt auf dem Estrich auf, dazwischen ist eine 2 oder 3 mm dicke Polystyrolbahn als zusätzliche Trittschalldämmung aufgebracht.
    Nach Herstellerangaben brauch zwischen dem Laminat und dem Estrich keine zusätzliche Folie aufgebracht zu werden.
    - das Haus wurde immer gut gelüftet und beheizt, darauf habe ich schon sehr geachtet.

    Meine Vermutung hängt eher mit der Problematik der Kondensationsfeuchte und dem Taupunkt zusammen, zumal sich diese Probleme nicht in den Räumen darüber und darunter ergeben haben.
    ...doch bin ich kein SV und auf der Suche nach Rat und Hilfe.

    Gruß Thor
     
  5. Berni

    Berni

    Dabei seit:
    26. Februar 2005
    Beiträge:
    2.739
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Estriche
    Ort:
    Ostwestfalen-Lippe
    Tach THOR,

    ja, wo fängt man da an?
    Ein zementgebundener Estrich schwindet. Er schwindet, das heist er zieht sich beim austrocknen zusammen. Dieses Schwinden dauert solange, wie noch Feuchtigkeit über Ausgleichsfeuchte vorhanden ist.
    Der Schwindprozess ist abhängig von den klimatischen Bedingungen, und kann im Einzelfall nicht vorhergesagt werden. Also muß die Belegreife des Estrichs unmittelbar vor Belagsverlegung gemessen werden.

    Würde nun ein Estrich mit einer Restfeuchte von über 2-Masse% vorzeitig mit Fliesen belegt, ist das schädliche Schwinden noch nicht abgeschlossen, und der Estrich trocknet nur noch diffusionsmäßig aus. Dieses Austrocknen erstrekt sich über einen Zeitpunkt von mehreren Jahren. Bei Zementestrichen unter 2-Masse% Restfeuchte wird nicht mehr von schädlichem Schwindverhalten bei Fliesenbekleidung ausgegangen.
    Diese Restfeuchte ist keinesfalls durch Inaugenscheinnahme festzustellen, sondern muß mit einem CM-Gerät gemessen werden. Alle anderen Geräte sagen nur Schätzungswerdte, sie sind zur Feuchtigkeitsbestimmung nicht zugelassen.

    Bei einem Schadensbild mit konvexer Verformung sind immer 2 Kriterien nötig.
    Das eine ist die Schwindkraft, der Estrich verkürzt sich in der Länge.
    Das andere ist die Behinderung des Schwindens, diese wird durch die Fliesenverlegung gegeben.
    Der Estrich verkürzt sich, die Fliesenplatten machen diese Verkürzung nicht mit. Es entsteht eine Art Bimetalleffekt, die Verwölbung nimmt ihren Lauf.

    Nun wird von fast allen immer von der falschen Tatsache ausgegangen, ein 3 Monate alter Estrich muß ausgetrocknet sein. Oder es wird falsch gelüftet oder geheizt. Bei Dir kann von beidem ausgegangen werden.

    Ob ein Estrich trocknet oder nicht, ist von den Temperaturen und der rel. Luftfeuchte abhängig. Lüften macht nur Sinn, wenn bei gleichen Innen- und Außentemperaturen die höhere Luftfeuchte von innen nach außen abgeführt wird, bzw. Außenluft mit geringerem Luftfeuchtegehalt in den Bau gelassen wird. Wann ist das der Fall?
    Jetzt haben wir aber in den Monaten September bis März durchschnittlich rel. Luftfeuchtigkeiten von tagsüber über 70%, nachts von August bis Januar über 90%. Ein Zementestrich nimmt ab 70% wieder Feuchtigkeit auf.
    Also ist nur mit Lüften der Estrich nicht trocken zu bekommen. Es muß zusätzlich geheizt werden. Wird Nachts kühle Luft von z.B 15°C. mit einer rel. Luftfeuchte von 80% in den Bau geführt, so enthält diese 10,3g./m3 Wasser. Wird diese Luft innen dann auf 25°C. aufgeheizt, so enthält diese schon bis sie 70% rel. Luftfeuchte erreicht hat 16, 1g./m3 Wasser. Nach dieser Wasseraufnahme von 5,8g./m3 muß die Luft wieder ausgetauscht werden, da sonst der Estrich wieder aufnimmt, bzw. nicht mehr abgibt.
    Eine andere Sache ist auch noch die Taupunkttemperatur, da der Estrich eine wesentlich kühlere Oberflächentemperatur hat als die Raumluft.
    Wieviel Lüftungsvorgänge nötig sind, um einen Estrich vollständig durch Lüften verlegereif zu bekommen, kann man sich so schlecht vostellen. Austrocknen müssen etwa 8Liter/m² Estrichfläche.

    Zum Heizen mit Gasbrenner sei gesagt, diese erwärmen zwar die Luft, produzieren aber jede Stunde 133g./KW Wasser. Das sind bei einer Heizleistung von 10KW am Tag mal locker 32Liter. Wie willst Du da einen Bau trocken kriegen.
    Also entweder teuer Heizen mit Elektrogeräten oder mit der normalen Heizung, wenn diese schon in Betrieb genommen werden kann.
    Soviel zum Lüften, Heizen und Estrichtrocknen.

    Aus diesem Grund, anhand Deiner Schilderungen und dem Schadensbild am Estrich gehe ich von einer zu frühen Fliesenverlegung aus, der Estrich hatte noch nicht seine Verlegereife.
    Aufwölbungen von 5-8mm und ein Fugenabriß von nur 3mm lassen darauf schließen, daß die Restfeuchte in etwa bei 2,5 Masse% lag. Diese Aufwölbungen habe ich schon wesentlich stärker erlebt mit Fugenabrissen bis zu 20mm. In diesen Fällen reißt der Estrich aber meist in Plattenmitte.
    Setzen der Estrichplatte kannst Du ausschließen, dann wär der Buckel nicht da. Feuchtigkeitsaufnahme durch die Luft auch. Dann dürfte im Außenbereich auch kein Estrich mehr verfliest werden.

    Bei dem Laminat kann es sich dagegen auch um Feuchte von oben handeln, dies müßte mal näher betrachtet werden. Die Feuchteschäden an den Wänden (Schimmel) sind wohl auf unzureichendes Lüften und heizen zurückzuführen. Wobei bei einer EG-Wohnung, wenn darüber und darunter beheizte Räume sind, sowieso geringere Verbrauchsmengen zu Grunde gelegt werden können.

    Ohne Sachverständigen wirste da nicht weiter kommen. Aber erstmal Rat beim Anwalt einholen.

    Gruß Berni
     
  6. THOR

    THOR

    Dabei seit:
    24. Februar 2006
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Unternehmer
    Ort:
    Weyerbusch
    Danke, für Deine ausführliche Erläuterung!

    :)
     
Thema: gewölbter Fußboden
Besucher kamen mit folgenden Suchen
  1. estrich gewölbt

Die Seite wird geladen...

gewölbter Fußboden - Ähnliche Themen

  1. Aufbau des Fussbodens über Garage (Dachausbau)

    Aufbau des Fussbodens über Garage (Dachausbau): Hallo liebe Fachmänner, ich bin leider keiner, ;-) drücke ich aber trotzdem nicht vor einem kleinen Ausbau-Vorhaben. :-) Auf meiner 2012...
  2. Dämmung Zwischendecke - Fußboden DG

    Dämmung Zwischendecke - Fußboden DG: Hallo zusammen! Ich saniere gerade einige Räume im 1. OG und möchte dabei auch die Dämmung von Dachschrägen und Zwischendecke zum Dachgeschoss in...
  3. Feuchtigkeit in der Wand und im Fussboden

    Feuchtigkeit in der Wand und im Fussboden: Hallo, wir wohnen seit Mai in unserer neuen Wohnung. Letzte Woche haben wir Stockflecken im Gästezimmer entdeckt (direkt über der Fußleiste ca....
  4. Fußboden renovierung für vinyl

    Fußboden renovierung für vinyl: Guten Tag, Möchte einen alten Fußboden renovieren, sprich der alte ParkettKleber muss ab. Dann muss der Boden geglättet werden das möchte ich...
  5. Fußboden erhöhen Fliesen

    Fußboden erhöhen Fliesen: Guten Abend ich hoffe ich bin hier richtig Kurz zu mir ich heiße Björn und bin 25 Jahre alt. Ich habe Anfang des Jahres ein Haus gekauft und...