Grunderwerbssteuer bei folgender Konstellation

Diskutiere Grunderwerbssteuer bei folgender Konstellation im Bauvertrag Forum im Bereich Rund um den Bau; Hallo Zusammen, wir sind dabei ein Grundstück zu kaufen. Es handelt sich um ein Bauerwartungsland. Der Stadtrat war Vorort und hat auch...

  1. #1 oberberger, 19.05.2015
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    Hallo Zusammen,

    wir sind dabei ein Grundstück zu kaufen. Es handelt sich um ein Bauerwartungsland. Der Stadtrat war Vorort und hat auch einstimmig beschlossen das es Bauland wird.
    Da der Verkäufer nicht die Mittel hat, um die Kosten der Umwandlung durchzuführen, werde ich Ihm die Kosten vorstrecken.

    Folgende Vertragsgestaltung wurde vereinbart (Zahlen fiktiv)

    Ich kaufe das Grundstück als Nichtbauland für 40.000 Euro aber muss dem Verkäufer sobald es Bauland wird 160.000 Euro noch nachzahlen.

    Worauf muss ich nun Grunderwerbssteuer und Notarkosten bezahlen ? Beim Notar war man nicht sicher ob ich die Steuer auf 40.000 oder 160.000 zahlen muss.
     
  2. #2 gunther1948, 19.05.2015
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    hallo
    grunderwerbssteuergesetz §18 (2) 1 nachlesen.

    gruss aus de pfalz
     
  3. #3 Der Bauamateur, 19.05.2015
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    Also der §18 hat zunächst nichts mit der Höhe der Steuer zu tun... aber die erste Stelle gestrichen landen wir bei § 8 und der Frage nach der Bemessungsgrundlage für die Steuer, gleich am Anfang steht geschrieben:

    (1) Die Steuer bemisst sich nach dem Wert der Gegenleistung.

    was als Gegenleistung für das Grundstück zählt wird einen Paragraph weiter aufgezählt und da steht gleich an erster Stelle:

    (1) Als Gegenleistung gelten
    1. bei einem Kauf:
    der Kaufpreis einschließlich der vom Käufer übernommenen sonstigen Leistungen und der dem Verkäufer vorbehaltenen Nutzungen;
    [...]
    (2) Zur Gegenleistung gehören auch
    1. Leistungen, die der Erwerber des Grundstücks dem Veräußerer neben der beim Erwerbsvorgang vereinbarten Gegenleistung zusätzlich gewährt;

    Deine Leistung sind insgesamt 200.000 €, wovon zwar 160.000 € an eine weitere Bedingung geknüpft sind, aber grundsätzlich als Gegenleistung für die Grundstücksübertragung zu werten sind. Ohne weitere Prüfung des Sachverhalts würde ich sagen es fließt der volle Kaufpreis ein in die Bemessung der Grunderwerbsteuer, nur ist die Frage wann, und dafür müsste man den Vertrag(sentwurf) genauer prüfen.
    Dafür würde ich - falls es für Dich wichtig ist - einen Steuerberater konsultieren und nicht auf Gefälligkeitsauskünfte im Internet vertrauen.
     
  4. #4 oberberger, 19.05.2015
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    Hallo Bauamateur vielen Dank für die Infos,

    diese Vertragsart wurde so vom Notar vorgeschlagen, damit ich zu Not wenn der Verkäufer z.B. verschwinden sollte, dass mir wenigstens das Grundstück bleibt und ich nicht meinem Geld hinterher winke. Das mit der Grunderwerbssteuer kam jetzt spontan. Wichtig wäre es ja schon, da man im Endeffekt viel Geld sparen kann. Nur sehe ich den Unterschied dazu nicht dass wenn ich die Grundstücke so kaufe und die
    Umwandlungskosten selber bezahle, werden die Umwandlungskosten bei der Grunderwerbssteuer nicht berücksichtigt. Hmmm der Notar konnte darauf auch keine Antwort geben und will aus Eigeninteresse mit dem örtlichen Finanzamt sprechen.
     
  5. #5 stockstadt, 19.05.2015
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    Hallo,

    so ganz verstehe ich nicht, was du an "Vorschuss auf Umlegung" zahlen willst ... wenn du jetzt für 40000,- kaufst, bist du doch gegenüber der Gemeinde in der Pflicht.
    Sollte es dann tatsächlich Bauland sein, dann zahlst du die 160000,- Nachschlag abzgl Umlegungungskosten.

    Schöner wäre noch ein Klausel zu deinen Gunsten ... falls es kein Bauland wird, sollte rückabgewickelt werden.

    LG
     
  6. #6 oberberger, 19.05.2015
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    es ist ein Grundstück von mehreren die der Verkäufer mir verkauft. Die ganzen Kanalkosten, Vermessungskosten usw. bezahlt der Verkäufer. Ich habe mit ihm einen Preis X ausgemacht und gebe ihm einen bestimmten Anteil beim Notarvertrag. Den Rest wenn es Bauland wird. Eine Rückabwicklungsklausel ist drin. Der Vertrag wurde jetzt dahingehend geändert, dass ich mit dem Notarvertrag und der Anteilzahlung das Grundstück auf meinem Namen geändert wird, der Rest wird fällig wenn es Bauland wird. Wo du Recht hast, sollte der Verkäufer jetzt verschwinden säße ich auf den Umlagekosten.
     
  7. Mibe25

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    Hi,

    ich verstehe das nicht.
    Oben schreibst Du, dass der Verkäufer die "Umwandlung" nicht bezahlen kann. Mit "Umwandlung" sind wohl die Erschließungskosten gemeint, oder? Weil der Verkäufer diese nicht tragen kann, verkauft er. Ist das soweit richtig?
    Im letzten Beitrag schreibst Du nun, dass der Verkäufer Kanal, Vermesser etc. bezahlt, also die Erschließungskosten. Ich dachte, das kann er nicht?

    Ich würde so an die Sache rangehen: Du kaufst weder Acker, noch Bauland, sondern Bauerwartungsland. Hierfür gibt es Bodenrichtwerte.

    Zudem sehe ich das Risiko, dass der Grundstückseigentümer die Erschließungskosten zu tragen hat. Wenn Du das Grundstück also als Bauerwartungsland für 40k€ kaufst und im Grundbuch als Eigentümer eingetragen bist, dann kommt die Gemeinde zu Dir und will von Dir die Erschließungskosten, sobald das Bauerwartungsland zu Bauland wird. Zusätzlich steht der ehemalige Verkäufer da und will von Dir die übrigen 160k€.
    Warum verkauft der Verkäufer nicht für 200k€ abzgl. Erschließungskosten? So bezahlst Du keine Grunderwerbsteuer auf die Erschließungskosten und hast nur das Risiko, dass das Grundstück nicht zu Bauland wird. Dieses Risiko kannst Du dann per Rückabwicklungsklausel ausschließen.
     
  8. #8 Der Bauamateur, 20.05.2015
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    Ist eben so, weil es der Gesetzgeber so will. Ist ja mit Bauträgerverkäufen genauso: Kaufst Du ein Grundstück mit einem Stück Haus drauf zu errichten, zählt das Haus mit rein, kaufst Du nur das Grundstück und beauftragst einen GÜ (Achtung stark vereinfachte Darstellung!), zahlst Du nur für das Grundstück.
     
Thema: Grunderwerbssteuer bei folgender Konstellation
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