halbe gedämmtes Dachgeschoß "ausbaufähig" dämmen?

Diskutiere halbe gedämmtes Dachgeschoß "ausbaufähig" dämmen? im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, ich will nächstes Jahr mein Dach grundlegend neu Wärmedämmen. Nach Wochenlanger Recherche hier im Forum und im Netz habe ich...

  1. fourtyfour

    fourtyfour

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    Hallo zusammen,

    ich will nächstes Jahr mein Dach grundlegend neu Wärmedämmen.

    Nach Wochenlanger Recherche hier im Forum und im Netz habe ich hoffentlich genug Wissen, um einen diskussionsfähigen Beitrag zu meiner Sanierung zu schreiben:


    Ausgangslage:
    Haus Größe 11x10m in
    Dachneigung ca.26°
    Kniestock ist mit Fußpfette ca. 30cm hoch


    Dachstuhl:
    Pfettendachkonstruktion mit 2 Mittelpfetten.
    2 Fußpfetten a 10m
    2 Mittelpfetten a 10m (jeweiles bei ca. 3,50 von Aussen nach Innen gemessen)
    1 Firstbalken a 10 m
    Pro Sparren jeweils 2 Kehl"bretter", die an den Sparren seitlich angenagelt sind. Diese Bretter sind lediglich 2cm dick; 10cm Breit, ca. 3m lang
    Die Sparren haben 13cm und sind ca. 70cm auseinander.
    Dachstuhl ähnlich http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/8/8c/Pfettendach_3fach.jpg , nur das die Kehlbalken nicht auf der Mittelpfette aufliegen, sonder wie oben geschrieben an den Sparren angenagelt sind.

    Dachaufbau:

    Frankfurter Pfannen
    Lattung für Pfannen (3cm)
    Konterlattung (2cm)
    Dachpappe
    Holzbretterbahn (2cm)
    Sparren 14cm


    Momentant ist noch ein 6cm dickes Styropor als Zwischensparrendämmung dran.
    Allerdings mit 2cm Abstand zwischen Holzbrettern und Styropor.
    Das Dach nach unten zirkulierend offen. Nach oben nicht. Schimmel ist wohl Dank des nicht vorhandenen Luftdichtheit des Dachgeschoß (Dachfenster aus dünnem Plastik, 2Wandfenster alles andere als Luftdicht) nicht vorhanden.


    Was ich machen will:

    -Kehlbretter (momentant auf ca. 1,88m Durchgangshöhe angebracht) um 20-30cm nach oben setzen. Laut einem befreundeten Jungarchitekt sollte das kein Problem für die Statik sein.
    -Firstpfannen für Hinterlüftung anbringen. Dank der Dachpappe auf dem Dach muss ich wohl ein kaltes Dach machen.
    -Auf der Südseite des Daches das Ausstiegsfenster aus Plastik ausbauen. An anderer Stelle einen "ordentlicher" Dachausstieg einbauen.
    -Zwischensparrung anbringen aus Rockwool o.ä. soweit es die nötige Hinterlüftung und der Platzbedarf innerhalb der Sparren zulässt (ca. 10-12cm)
    -Dampfbremsfolie (oder Klimamembran, weil die 30 Jahre alten Balken sicherlich Feuchte in sich haben).
    -Untersparrendämmung 3cm aus Rockwool o.ä.

    Es muss kein optisch schöner Ausbau werden (also ohne Gipskartonverkleidung etc.), sondern soll Wärmedämmung nach EnEV oder besser bieten. (der Rest vom Haus kommt sicherlich auch die nächsten Jahre dran)
    Ich will den Raum auch nicht als Wohnraum nutzen, sondern lediglich als Abstellkammer, Büro, mal ne Stunde zum radeln aufm Heimtrainer.
    Eine oberste Geschoßdeckendämmung wär sicherlich billiger und effizienter. Allerdings geht vom 1.OG aus eine Betontreppe in das Dachgeschoß.
    Und ich meine, dass ich mit einer OG-Dämmung zwar viel Wärmeverlust mindere, aber durch die Innentür und Treppenaufgang zum Dachgeschoß diese Treppe noch kälter wird.
    Mit der Zwischensparrendämmung würde ich Komfort (man kann den Raum nutzen und optional mal komplett ausbauen) und Wärmedämmung (inkl. der Betontreppe) erreichen.

    Fotos kann ich gerne nachreichen, sollte meine Ausführungen hier nicht reichen.

    Da ich jetzt alles hoffentlich gut beschrieben habe, hier meine Fragen:

    1. Können diese Kehl"bretter" einen statischen Sinn haben? Ein 10m breiter Dachstuhl, der durch 2 Mittelpfetten abgesichert ist, sollte doch statisch sicher sein?
    Kann man diese also anheben oder gar komplett weglassen? Ich weiß, dass ein Statiker hier definitiv helfen kann. Aber für eine Gefühlsaussage könnte man sich doch hinreissen lassen, oder? :shades

    2. Ist der Dachaufbau bzw. die Wärmedämmung für ein kaltes Dach so richtig?
    Kann man mit solch einer Dachpappe auf den Brettern überhaupt ein gut gedämmtes Dach hinbekommen?
    3. Reicht die Dämmung mit ca 10cm Rockwool (4cm würde ich für Hinterlüftung frei lassen) , Klimamembran und 3cm Untersparrendämmung überhaupt aus, um eine Dämmung auf Neubauniveau (EnEV) zu bekommen? Wohl eher nicht,oder?
    4. welcher Dämmungsaufbau würde denn bei meiner Dachkonstruktion überhaupt Sinn machen, um die geforderten Werte zu erfüllen?


    Ich hoffe, ihr könnt mir hier ein bisschen weiter helfen, ob meine Pläne nur halb durchdacht, kompletter unfug oder fast durchführbar sind.
     
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  3. fourtyfour

    fourtyfour

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    servus...

    Keiner ne Meinung?

    Hier mal die Bilder zu dem Dachgeschoß: (für größere Ansicht auf das Bild klicken)

    [​IMG]

    [​IMG]

    [​IMG]

    [​IMG]

    Zusätzlich hab ich noch raus gefunden, das mein alter Herr das Styropor zwar mit Hinterlüftung eingebaut hat, aber weder am First noch unten einen Hinterlüftung drin hat.
    Da das Dach aber ansich gut durchlüftet ist und das Styroport jetzt doch schon 13 Jahre auf dem Buckel hat ohne Schimmel, hab ich wohl glück gehabt. Das Plastikdachfenster hat wohl Schimmelbildung verhindert.


    Im Internet hab ich nun hier das Hallerdachsystem gefunden. Der Hersteller meint, man könne es auch ohne Hinterlüftung bei meinem Dachaufbau (dachpappe) ohne weiteres verwenden.

    Meinungen?


    Gruß,

    Paul
     
  4. Kanzler

    Kanzler

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    Also ich kann dir leider keine Antworten zu deinen Statikfragen geben. Aber im Bereich der Dämmung befürchte ich das du dort noch weit von der EnEV entfernt bist. 10 - 12 cm zwischen den Sparren und 4 cm unter den Sparren reicht einfach nicht aus.

    Zudem verstehe ich nicht warum du Platz für die Hinterlüftung lassen möchtest. Nach deinen Angaben zum Aufbau besitzt du bereits eine Konterlattung unter der Dacheindeckung, welche für eine Hinterlüftung sorgt. Was du machen könntest wäre, die Öffnungen an Traufe und First prüfen und bei Bedarf mit Flächenlüftern nachrüsten.

    Zu der Dämmung würde ich dir Empfehlen die Sparren evtl aufzudoppeln und eine grössere Dämmstärke einzubauen. Als Untersparrendämmung dann vielleicht auf PUR-Platten zurückgreifen (Linzmeier PAL-GK) Diese Platten haben einen Lambda-Wert von 0,024 W/mk. Zudem sind diese Platten mit einer Alufolie versehen = Dampfsperre und mit einer GK-Platte beplankt.

    Mit dieser Massnahme würde man in den Bereich der EnEv kommen. Um dies jedoch genau zusagten müsste die Konstruktion durchgerechnet werden.

    Gruss
     
  5. fourtyfour

    fourtyfour

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    Die Hinterlüftung muss doch innerhallb zwischen Dämmung und der Holzbretterbahn sein?
    Oberhalb der Dachpappe bringts mir doch nichts mehr,oder?
     
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