Haltbarkeit von WDVS (Kork, Holz, Mineralwolle) - lebenslänglich oder auf Bewährung?

Diskutiere Haltbarkeit von WDVS (Kork, Holz, Mineralwolle) - lebenslänglich oder auf Bewährung? im Praxisausführungen und Details Forum im Bereich Architektur; Liebe Forum-Leser, unsere Architekten wollen KS und WDVS, die GU wollen Poroton mit Steinwolle und wir wollen es einfach nur wissen: Welche...

  1. #1 Igeliglu, 20.08.2013
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    Liebe Forum-Leser,

    unsere Architekten wollen KS und WDVS, die GU wollen Poroton mit Steinwolle und wir wollen es einfach nur wissen:

    Welche "Lebenserwartung haben WDVS mit

    * Holz
    * Kork
    * Mineral-/Steinwolle

    und wie lange hat man im Vergleich dazu mit Poroton und mineralischem Außenputz seine Freude, bevor die Sanierung ansteht?

    Die Nutzungsdauer eines WDVS im Vergleich zu einer monolytischen Bauweise soll kürzer sein, lese ich überall. Doch gibt es auch irgendwelche Quellen, die etwas belegen, oder Studien, denen man glauben schenken kann? Ich weiß, Langzeitstudien gibt es noch nicht...

    Vielen Dank und Grüße.
     
  2. #2 Ralf Dühlmeyer, 20.08.2013
    Ralf Dühlmeyer

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    Polystyrol-WDVS

    Ich habe hier ein Nebengebäude mit einem WDVS von 1971! Die ersten sind noch aus den späten 60ern.

    Das viele davon nicht mehr da sind, hat nichts mit grundsätzlicher Lebensdauer zu tun, sondern mit 2 Umständen.
    1) Die alten WDVS waren mit 4 cm schon dick, für heutige Verhältnisse aber eher hauchdünn.
    Viele sind daher aus energetischen, nicht aus konstruktiven Gründen überarbeitet worden.
    2) In den Anfängen wurden Putze auf Kunststoffbasis verwendet, die z.T. nicht sehr langlebig waren.
    Das hat man aber heute im Griff.

    MiWo WDVS
    Kürzer am Markt, aber im Grundsatz gilt das von oben (bis auf den Putz, der kambei MiWo nicht zum EInsatz)

    Kork-WDVS
    So was gibts??? :wow
     
  3. vOlli

    vOlli

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    Ich habe Deinen anderen Beitrag gelesen, wo der Archi für die Umplanung 8 Riesen verlangt + Statik.

    Frag doch Deinen GÜ was er verlangt, wenn er umplant. Wenn noch kein Vertrag besteht, könnte er Dir die Kosten bei Vertragsschluss gutschreiben?

    Greetz
     
  4. R.B.

    R.B.

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    Wer viel liest, liest zwangsweise auch viel Unsinn. Das Internet ist voll von Informationen, leider sind viele davon kaum zu gebrauchen, es kann halt jeder schreiben und veröffentlichen was er will. Das führt dazu, dass man schnell einigen Stimmungsmachern aufsitzt, und deren Meinung für bare Münze nimmt. Dazu gehören halt so Märchen wie Schäden an WDVS, oder Sondermüll an der Wand usw. usw.

    Hier hat sich das Fraunhofer Institut zu ihren Langzeituntersuchungen an WDVS geäußert:

    http://publica.fraunhofer.de/documents/N-43773.html

    Das sind Studien die seit 197x laufen (ich glaube seit 1975), also über 40 Jahre. In anderen Artikeln wird die Schadenshäufigkeit mit < 1% angegeben, und ist somit sehr gering. Wichtig ist auch folgende Ergänzung in den Publikationen "Dennoch auftretende bauliche Mängel resultieren fast ausschließlich aus Planungs- und Ausführungsfehlern."

    WDVS aus Kork kenne ich nicht. Holz, im Sinne von Holzfaserplatten, und MiWo würde ich ähnlich einstufen wie o.g. EPS. Auch hier würde ich behaupten, dass eine fachgerechte Planung und Ausführung vorausgesetzt, die Lebensdauer jederzeit mit der Lebensdauer der sonstigen Baustoffe mithalten kann. Wichtig ist halt, dass eine regelmäßige Wartung erfolgt, damit Probleme schnell erkannt werden, bevor daraus weitere Schäden entstehen. Wer sich Jahrzehnte nicht um sein Haus kümmert und nur aus der Substanz lebt, muss sich nicht wundern, wenn dieses in absehbarer Zeit nur noch eine Ruine ist.

    Ob man nun einen hoch wärmedämmenden Ziegel nimmt, oder KS mit WDVS, würde ich eher an den gewünschten Anforderungen zur Wärme- und Schalldämmung festmachen. Fakt ist, man kann mit beiden Varianten langlebige Außenwände bauen. Eine sehr hohe Wärmedämmung erreicht man aber nur mit einem WDVS, da ansonsten die Wandstärke stark zunimmt. Die Wärmedämmung eines WDVS ist bei gleicher Stärke halt problemlos doppelt so gut als die Wärmedämmung der besten Ziegel bzw. Steine.

    Gruß
    Ralf
     
  5. #5 Fliesenfuzzi, 24.08.2013
    Fliesenfuzzi

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    Märchen?! oder der tägliche Wahnsinn mit dem wir Sanierer es zu tun haben. Kann man so oder so sehen. An meine private Hütte würde nie irgendein Kunststoff aus Erdöl kommen. Mit der gleichen Menge Erdöl kann man in der "ungedämmten" Hütte jahrelang zuheizen.

    Wenn WDVS, dann Mineralwolle und vorgeblendete Holz- Blech oder eine andere Fassade. Im Falle des Falles sauber demontierbar und sortenrein zu entsorgen oder wiederzuverwerten.


    Und die Sache mit dem Sondermüll... versuch mal ein paar qm Styropor-WDVS und dann noch Mineralwolle-WDVS, mit anhaftendem Kleber, Putz, Dübeln und KS-Netzen vernünftig zu entsorgen. Ich hab Beides schon durch...
    Immer mehr Leute rennen in die Bio-Märkte und quatschen von Nachhaltigkeit aber bauen gleichzeitig genau solchen Sondermüll ein.


    Es gibt sehr viele Ziegelgebäude die seit über 400 Jahren stehen und noch vernünftig benutzbar sind... Ganz ohne Studien.
     
  6. #6 Ralf Dühlmeyer, 26.08.2013
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    Och ne,nicht schon wieder so ein Ziegel"physiker"
    Und wie viele hat man abgerissen, weil sie nichts getaugt haben?
    Davor hat man übrigens jahrtausendelang in Strohhütten und davor in Höhlen gelebt.

    Warum nur bis zum Ziegelbau zurückgehen? Wenn rückwärts, dann doch bitte konsequent!
     
  7. #7 DerBjoern, 26.08.2013
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    Völliger Blödsinn. Styropor besteht zu 98% aus Luft. Die eingesetzte Primärenergie für Styropor hat man innerhalb von ein paar Wintermonaten wieder eingespart.
     
  8. #8 Hundertwasser, 26.08.2013
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    Meines Erachtens taugt dein Beitrag als guter Beweis zur These von R.B. (erster Satz).
    Der Primärenergieeinsatz zur Herstellung von Mineralwolle ist ungleich höher als bei EPS Dämmplatten.
    Mineralwolle enthält zur Faserbindung Phenolharz, dreimal darfst du raten woraus das gemacht wird ..., na dämmerts?
    Mineralwolle kann nach dem heutigen Stand der Technik nur äußerst schwer (= teuer) entsorgt werden. EPS muss lediglich von der Putzschicht getrennt werden und ist dann äußerst leicht zu recyclen.
    Wer sagt überhaupt das ein WDVS in absehbarer Zeit abgerissen werden muss? Die Veröffentlichung des Frauenhofer Institutes gelesen?

    Man kann alles schlecht machen, auch Holz- und Ziegelhäuser (wieviel Energie braucht man eigentlich um einen Ziegel zu brennen?). Das gleiche gilt auch für WDVS. Wer die eine oder andere Bauart verteufelt springt zu kurz. Übrigens, zu den ältesten Großgebäude auf dieser Erde zählen die Pyramiden in Ägypten, vielleicht sollten wir es mal mit dieser Bauform wieder mal probieren.

     
  9. R.B.

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    Ich hab´s befürchtet, wieder ein Märchenerzähler, oder ein völlig Ahnungsloser der irgendwelchen Märchen aufgesessen ist.

    Wie wär´s mit Fakten?

    Diese Aussage ist schlichtweg Unsinn. Einfaches Nachdenken würde aber helfen hier Klarheit zu schaffen.

    Mal als Denkanstoß.
    - Wieviel Öl wird für EPS benötigt ? (Tipp, EPS besteht zu fast 99% aus Luft).
    - Wieviel Energie wird für die Herstellung benötigt?

    Rechnen wir einfach mal über das Gewicht, das ist zwar vereinfacht, dürfte aber jedem einleuchten. 1m3 EPS wiegt etwa 15kg. Jetzt muss man aufpassen, ob Volumen- oder Massenprozent. Bei 1-2 V% Polystyrol wären das 150-300gr, oder umgerechnet 1,5-3kWh. Das führt natürlich zu einem falschen Ergebnis. Bleiben wir also bei der Masse, 15kg/m3, das macht grob 165kWh/m3, oder 16,5 Liter Heizöl. Unterstellen wir, dass die Fassade mit 16cm EPS gedämmt wird, dann hängen etwa 24kWh (26,4kWh) an Erdöl pro m2 an meiner Fassade. Macht bei einer gesamten Fassadenfläche von sagen wir mal 200m2 (für ein EFH schon ein bisschen viel) eine Menge von 5.280kWh oder grob 528 Liter Erdöl.

    Wie Du damit lange heizen möchtest, ist mir schleierhaft. ABER wenn ich dadurch den U-Wert der Wand von 1 auf 0,2W/m2K reduziere, dann spare ich grob 80kWh/m2 jährlich, macht auf die gesamte Fassade bezogen 16.000kWh p.a. oder 1.600 Liter Erdöl. Bei einer angesetzten Lebensdauer von 50 Jahren (über etwa diesen Zeitraum liegen Erfahrungswerte vor) sind das 80.000 Liter Erdöl die eingespart werden. Danach könnte man das EPS einfach thermisch verwerten und die o.g. Energiemenge (Heizwert) wieder zurückgewinnen.

    Aber die obige Betrachtung zeigt nur den Energieinhalt (Erdöleinsatz) für das Material selbst (Du hattest auch nur von Liter Heizöl an der Fassade gesprochen). Genauer betrachtet, wir sind ja keinen Märchenerzähler, müsste man auch den Energieeinsatz für die Herstellung des EPS heranziehen (Polymerisation etc.). In Publikationen wird da gerne vom "Primärenergieverbrauch" geschrieben, was an sich Unsinn ist, denn dann stellt sich erst einmal die Frage, wie die Energie für die Herstellung erzeugt wird. Deswegen schwanken in der Veröffentlichungen auch die Werte zwischen ca. 200kWh/m3 und bis zu 500kWh/m3.

    Halleluja, das ist aber ein Argument. Wieder nicht nachgedacht. Natürlich gibt es Gebäude die 400 Jahre alt sind, na und? Wer aber kann diese Gebäude heute noch beheizen?
    Und hast Du Dir einmal Gedanken darüber gemacht, wieviel Energie eingesetzt werden muss um Ziegel herzustellen? Da sind wir bei massiven Ziegeln ganz schnell bei 1.000kWh/m3, und deren Wärmedämmwert ist unterirdisch.
    Auch hier würde selbständiges Nachdenken helfen.

    Gruß
    Ralf
     
    Marii gefällt das.
  10. R.B.

    R.B.

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    und wie willst Du dieses alte und belastete Holz wiederverwerten? Verbrennen? Vielleicht noch zuhause im Kaminofen?

    Gruß
    Ralf
     
  11. Taipan

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    Deren Fassaden haben aber auch mehr oder weniger gehalten. Je nach Planung und Stand der ardt. *d&r*
     
  12. #12 Hundertwasser, 26.08.2013
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    Das ist bei einem WDVS auch nicht anderst! :bierchen:

     
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