Haus aus den 60er Jahren sinnvoll sanieren

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  1. #1 anfaenger, 24. März 2014
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    Hallo zusammen,

    wir haben ein Reihenmittelhaus aus den 60er Jahren gekauft, das aktuell auch auf genau diesem Stand ist:
    Alte Ölheizung, Einfach verglaste Fenster, Fassade 24 cm Vollbimssteinmauerwerk, Dach nicht ausgebaut & ungedämmt, Keller ungeheizt

    Wir möchten das Haus nun sinnvoll sanieren und haben uns von einem Energieberater beraten lassen.
    Da wir das Dach ausbauen wollen, werden wir dort auf jeden Fall auch das Dach nach dem Vorschlag des Beraters nach ENEV 2009 dämmen lassen. Für uns steht auch fest, dann wir die Kellerdecke dämmen möchte und eine Brennwertheizung einbauen werden.
    Und wir wollen die Fenster austauschen, da diese 40 Jahre alt, einfachverglast sind und im Laufe der Zeit wackelig geworden sind.

    Der Berater hat uns zu folgenden Maßnahmen geraten:
    Fassadendämmung WLG 032 120mm
    neue Fenster 3-fach U-Wert 0,95 W/m²K

    Hier sind wir unsicher, ob das wirklich für uns sinnvoll ist.
    Es ist ja ein Reihenmittelhaus und somit haben wir nur 2 Seiten, die gedämmt werden müssten. Die Außenwände sind mit 24 cm relativ dünn, darauf ist jedoch ein hochwertiger und gut erhaltener Putz aufgetragen, keine Risse, keine optischen Mängel.

    Am liebsten würden wir gar nicht dämmen. Unsere Gründe hierfür sind, dass wir z.B. unsicher sind, ob die Fassadendämmung bei einem Reihenmittelhaus sooo sinnvoll ist. Optisch gefallen uns die tiefe Fensterleibungen, die sich ergeben nicht. Verschiedene Fensterbauer sagten uns, dass man die Fenster nicht nach außen setzen kann, aufgrund der dearüberliegenden Rolladenkästen. Außerdem ergeben sich einige Folgearbeiten, z.B. müssten wir die Gitter der Kellerschächte anpassen und sind zukünftig eingeschränkter, was z.B. Markise einbauen oder Vordach setzen angeht (ich weiß, dass es Möglichkeiten gibt, aber die Dämmung erschwert alle diese Bereiche etwas). Ich nehme die Punkte in Kauf, wenn es sein muss, aber genau da bin ich mir eben nicht so sicher.

    Man hat uns gesagt, dass durch den Einbau besserer Fenster die Bauphysik aus dem Gleichgewicht kommt. Ich habe es so verstanden, dass die Fenster einen schlechteren U-Wert als die Wände haben sollten, damit die Feuchtigkeit, die beim Lüften vielleicht nicht rausgeht, sich an den Fenster niederschlägt und nicht die Wände zieht. Ergebnis wären sonst nasse Wände. Ich weiß, dass ich auf Lüften achten muss und werde auch morgens und abends Lüften, aber reicht das auch?

    Ich habe im Internet als U-Wert für 24 cm Naturbimsstein 0,97 W/m²K gefunden. Wenn ich nun also 0,95er Fenster einbaue, dann habe ich ein Problem. Ich bin mir allerdings auch nicht ganz sicher, was den U-Wert der Wände angeht.
    Der Energieberater hat einen Standardwert für die 60 Jahre von 1,5 angesetzt. Dann hätte ich ja kein Problem, oder?

    Ich bin sehr dankbar für konstruktive Hinweise.

    Viele Grüße von Euerm verwirrten Anfaenger
     
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  3. R.B.

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    Ein U-Wert von 1 W/m2K oder gar besser, halte ich für unrealistisch. Man könnte hier wohl eher mit 1,2W/m2K aufwärts rechnen.

    Ob eine Fassadendämmung sinnvoll ist, lässt sich ja rechnen. Richtig ist, dass bei kleinen Wandflächen das Einsparpotenzial begrenzt ist. Dafür sind auch die Kosten für ein WDVS nicht so hoch, aber der Preis/m2 wird höher ausfallen.

    Überschlägig kannst Du mit ca. 100kWh pro m2 Wandfläche rechnen die durch ein WDVS eingespart werden könnten. Jetzt mit der Wandfläche multiplizieren und dann mit den Brennstoffkosten das Jahreseinsparpotenzial ermitteln. Ich vermute, die Investition wird sich so schnell nicht amortisieren. Das hätte aber der Energieberater schnell ausrechnen können wenn er schon alle Daten aufgenommen hat.

    Gibt´s einen Gasanschluss? Oder meinst Du einen Ölbrennwerter? Heizöl ist ja als Brennstoff nicht gerade günstig, auch wenn der Preis die letzten Monate wieder Federn lassen musste.

    Bevor man aber den Wärmeerzeuger austauscht, sollte man zuerst einmal die Heizlast rechnen. Nicht dass vom Heizungsbauer gerade das verkauft wird, was noch im Lager rumsteht.

    Gute Entscheidung. Ob man hier aber auf 3fach oder 2fach Verglasung setzt, das wäre zu überlegen. Im Vergleich zu den alten Fenstern ist alles was heute angeboten wird um Welten besser.

    Dachdämmung etc. ist Standard. Das würde ich nicht in Frage stellen.

    doch, gerade dann hättest Du ein Problem weil die Innenseite der Wände kälter sein wird als die Innenseite der Fenster. Das kann vor allen Dingen in den Raumecken (Wärmebrücken), Fensteranschlüssen, usw. zum Problem werden.

    Diese Frage ist schwer zu beantworten, denn maßgeblich ist erst einmal, was an Feuchtigkeit in den Räumen anfällt. In der Küche oder einem Badezimmer wird es ganz anders aussehen als in einem Arbeitszimmer das nur selten genutzt wird.
     
  4. #3 anfaenger, 24. März 2014
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    Nein, es liegt kein Gas. Wir müssen bei Öl bleiben.
     
  5. #4 anfaenger, 24. März 2014
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    Ja, natürlich. Ich habe versucht alles zusammenzuschreiben und bin durcheinandergekommen. Anfängerfehler!:think

    Richtig... so war mein Gedanke...

    Wenn ich 2fach verglaste nehme, dann habe ich wieder einen schlechteren Wert bei den Fenstern als bei der Wand (wenn man den UWert aus dem Netz nimmt) und es könnte gehen.
    Wenn der U-Wert des Energieberaters stimmt, dann habe ich aber keine Wahl. Sorum wollte ich es eigentlich schreiben.... :-/
     
  6. R.B.

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    Eine 2fach Verglasung mit Uw von 1,3W/m2K (Ug von 1,1W/m2K) würde das Problem entschärfen wenn die Wand einen besseren U-Wert hätte, nicht jedoch wenn der U-Wert des Energieberaters zutrifft. Entschärfen bedeutet hier, dass das Kondensat sich dann vorzugsweise am Fenster niederschlagen würde und nicht an der Wand.

    So weit die Theorie. Leider hält sich die Praxis nicht immer an die Theorie. So ergeben sich am Fenster bei genauer Betrachtung unterschiedliche U-Werte, denn die bestehen ja nicht nur aus Glas. d.h. es kann an einem Fenster trotzdem kältere Stellen geben, auch wenn der Uw (quasi eine Art Mittelwert) noch im grünen Bereich liegen würde.
    Das gilt analog für die Wände. Ich habe vereinfacht den Begriff "Wärmebrücke" genutzt, das wäre dann ein konstruktives oder Ausführungsdetail, aber an sich wollte ich damit ausdrücken, dass der U-Wert über eine Wandfläche nicht konstant ist. Gerade bei einem Haus Bj. 196x fällt es mir schwer bei einer Wand von einer homogenen Fläche zu reden.

    So, und damit das nicht zu einfach wird, müsste man auch die Beheizung des Raums betrachten. Die Oberflächentemperatur an der Innenseite der Wände ist ja durch den Wärmedurchgang bestimmt, also spielt es auch eine Rolle, welche Raumtemperatur an welcher Stelle der Wand wirksam wird. Ein Grund warum Schimmel gerne in Raumecken auftritt ist ja, weil bei einer Beheizung über die Raumluft diese problemlos auf die Flächen der Wände trifft, aber in Raumecken kaum eine Luftströmung stattfindet. Da nur die Luftströmung Wärme an die Wand transportiert, ist eine mangelhafte Luftströmung natürlich nachteilig, weil dadurch die Oberflächentemperatur an der Wandinnenseite sinkt. Man vermutet dann schnell Wärmebrücken in den Raumecken, aber tatsächlich handelt es sich "nur" um eine mangelhafte Beheizung dieser Stellen.

    Das sieht man sehr schön wenn man Räume miteinander vergleicht, also Räume die mit Heizkörpern beheizt werden mit Räumen die über eine FBH beheizt werden.
     
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  8. uban

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    Beim Fenster ist der Rahmen der Schwachpunkt, du wirst da wahrscheinlich einen U-Wert con 1,1 bzw 1,3 haben.

    Schau auch mal im Forum für Haustrechnik rein, dort findest du viele Erfahrungsberichte andere RHM -Sanierer
    http://www.haustechnikdialog.de/Forum/46/Haustechnikforum?showOverview=true

    Schwerpunkt ist Heizung, aber sehr informtives zu Dämmung...
     
  9. R.B.

    R.B.

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