Hausbau mit Bauzeichner, Statiker, Bauleiter?

Diskutiere Hausbau mit Bauzeichner, Statiker, Bauleiter? im Bauen mit Architekten Forum im Bereich Architektur; Hier war meine Ursprungsfrage, was man mit einem Budget von € 300.000 alles bei einem KFW40-Haus erwarten kann:...

  1. JensG

    JensG

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    Hier war meine Ursprungsfrage, was man mit einem Budget von € 300.000 alles bei einem KFW40-Haus erwarten kann: http://www.bauexpertenforum.de/showthread.php?t=35656

    Inzwischen haben wir Erstgespräche mit 4 Architekten geführt, von denen noch zwei in der Auswahl sind. Allerdings ist der Architekt, an den wir uns über Empfehlung eines Bekannten wandten, gar kein Architekt, sondern ein Bauzeichner. Dieser bildet mit einem unabhängigen Bauleiter ein eingespieltes Team und hat so schon mehrere Projekte erfolgreich durchgezogen. Außerdem käme beim Hausbau noch ein Statiker mit ins Boot.
    => Gibt es grundsätzliche Bedenken gegen eine solche Kombination? Und wie könnte man denen begegnen? Ich möchte ungerne wegen AWG Schiffbruch erleiden.
     
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  3. Eric

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    Ziemlich doofe Fragen ! Ich glaube, ich lösch diesen Mist.
     
  4. mls

    mls Bauexpertenforum

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    ich finde jede form von gewaltenteilung gut - stelle mir aber die frage,
    wer (in diesem fall) für die planung zuständig ist?
    wann wird geplant - und wo? auf der baustelle?
    oder doch im büro?

    weil ich erst gestern wieder einblick in eine ganz tolle "planung" hatte:
    die empfehlung für baugrundgutachter (und tragwerksplaner, bereits
    ganz am anfang des planens) kommt nicht von ungefähr.
    manchmal ist das thema bgga bereits die gretchenfrage... :p
     
  5. JensG

    JensG

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    Bitte nicht löschen. Ich sehe aber schon, dass meine Idee auf starke Zweifel trifft. Ich weiß halt nicht, was ein Bauzeichner können kann und was nicht. Und da wir die Vorgabe KFW40-Haus haben, sehe ich auch die erhöhte Komplexität des Vorhabens.
    Also schlechte Idee trotz Baugrundgutachtens und zusätzlichem Statiker? Und zwar nicht nur, weil der Grundriss Murks sein könnte, sondern weil die Gesamtkonstruktion in großer Gefahr ist, schlecht durchdacht zu sein?

    Von mir aus wäre ich auch gar nicht auf die Idee gekommen, einen Bauzeichner zu engagieren. Allerdings war er im Vorgespräch halt keineswegs schlechter als die drei echten Architekten. Und dass es grundsätzlich geht, sagen die Referenzen.
     
  6. Thomas B

    Thomas B

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    Grundsätzlich muß ein Bauzeichner nicht schlecht oder schlechter sein, speziell wenn es um das erstellen der Pläne geht bzw. das korrekte Erstellen der Pläne. Das ist ja letztendlich seine ureigenste Aufgabe und mit entsprechender Berufserfahrung darf man durchaus hoffen, daß ein Bauzeichner dies auf die Reihe kriegt. Kann...muß aber nicht.

    Zu einer vollständigen Bauplanung gehört aber natürlich etwas mehr, als nur die reine Zeichentätigkeit und das korrekte Bemaßnen von Türöffnungen usw.

    Es beginnt mit dem Grundkonzept: Inaugenscheinnahme des Grundstücks, Umgebeungsbebauung, Topographie, Checken von Bebauungsplänen. Dann kommt die Entwurfsplanung. Hier werden dsie meisten Bauzeichner an ihre Grenzen stoßen: Normalerweise zeichnen BZ das, was Ihnen der Chef vorgibt. Ich kenne allerdings auch soclhe, die aus einem skizzenhaften Entwurf mit viel Erfahrung eine baubnare Lösung stricken. Dennoch: Die Gestaltungsidee ist die Keimzelle der Zeichnung. Die Zeichnung ist letztendlich "nur" die garphische Umsetzung/ Darstellung des Entwurfsgedankens.

    Bemüht man hier "Standard"-Grundrißlösungen (rauskopiert aus irgendwelchen Veröffentlichungen/ Zeitungen), so kann die Umsetzung problemlos funktionieren. Ob dieser Grundriß aber zu eigenen Wohnidee paßt...?

    Wenn es ins Detail geht, ist der normale Bauzeichner m.E. überfordert: Da geht es um "Beratung" zu den Materialien, es geht um baurechtliche Belange, es geht -auch- um künstlerische (Gestaltungs-) Fähigkeiten. Ein BZ lernt so etwas gar nicht.

    Die weitere Kombination: Unabhängiger BL und Statiker...naja...warum nicht. Statiker barucht es sowieso (also auch beim Bauen mit Architekt) und Bauleitung macht normalerweise der Architekt (oder dessen Angestellter oder Partner). Das kann natürlich auch ein "unabhängiger" BL sein...was immer das ist.

    Mein Fazit: Grundsätzlich kann es gut gehen, aber alleine aus dem Berufsbild des Bauzeichners und dessen Ausbildung hätte ich erhebliche Zweifel am Gelingen des Ganzen. Wer würde die Baupläne eigentlich zur Genehmigung einreichen? Ein BZ darf dies jedenfalls (in Bayern) nicht!

    Gruß

    Thomas
     
  7. S.Oertel

    S.Oertel

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    Tach auch,

    ein Bauzeichner ist üblicherweise Jemand, der das zeichnet, was ein Planer bzw. Architekt pant.

    Nun ist es sicher nicht ganz ausgeschlossen, daß dieser Bauzeichner schon viele Jahre auch selbstständig plant - dann wäre da noch die "Kleinigkeit" der Vorlageberechtigung und daß für das "Gesamtkunstwerk" auch jemand haftet und auch die entprechnende Versicherung hat.
    In Anbetracht der Summen, um die es hier geht, scheint mir diese Konstellation doch recht abenteuerlich.

    Gruss
    Sven
     
  8. Thomas B

    Thomas B

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    ...und ich schreibe eine halben Roman, wenn man es doch auch so schön knapp ausdrücken kann! :respekt

    Thomas
     
  9. lawyer

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    Ja. Sie brauchen Vertragspartner, die gegen Planungs- und Bauüberwachungsfehler ausreichend haftpflichtversichert sind. Wie siehts beim Bauzeichner aus?
     
  10. Thomas B

    Thomas B

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    Das -denke ich- dürfte nicht das allergrößte Problem sein: Ein BZ ist erstmal nicht vorlageberechtigt. Also muß es irgendeine Person -den großen Unbekannten?!- geben, die die gezeichneten Pläne mit seinem Namen ziert. Ein Architekt, ein Bau.Ing.,...???

    Dieser Stempelaugust haftet dann schon mal für Planungsfehler.

    Der Bauleiter (freiberuflich tätig?) wird wohl ausreichenden Versicherungsschutz haben....vielleicht...

    Thomas
     
  11. Schwarz

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    ich kenne ein paar freie bauzeichner (so ca. zwei), die an sich keine schlechte arbeit abliefern. gegenteilige kenne ich allerdings auch.
    das ist in der regel recht solider kram, nichts außergewöhnliches, aber man kann es sich ansehen und auch drin wohnen. sogar details sind hin und wieder okay. einige kennen sich sogar recht gut mit baurecht und anderen berührenden dingen aus.

    normalerweise hat jeder von denen für die baueingabe einen unterschriftshansel an der hand. meist der kooperierende statiker mit großer bauvorlage.

    meiner meinung als sub, wenn es im eigenen büro mal brennt, okay und überwacht einsetzbar. komplette bauplanung eher fraglich, aber sicher nicht unmöglich.

    was hat der besagte bauleiter für eine funktion, ausbildung, background?

    schwarz
     
  12. knopy

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    Ich kann dir aus erfahrung schreiben wir kennen den Architeketen sehr gut der hat unser Haus geplant und gezeichnet er arbeitet mit einem baubetreuer zusammen und alles klappt tadellos dann haben die beiden aber einen Statiker mit ins boot geholt der davon keine Ahnung hat sondern sein Sohn. Summe summarum haben wir vielleicht bald die zeichnungen und dann können wir loslegen positiver Bescheid vom Bauamt Dez. 2008.
    Es kann vielleicht auch besser klappen.
     
  13. mls

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    was soll uns das sagen? :confused:
     
  14. Lukas

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    Na, daß es auf die familieären Verhältnisse des Statistikers ankommt. ;)
     
  15. MikeR

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    Das im Falle des Falles "dem Statiker sein Sohn" ( geil ausgedrückt, oder ? :mega_lol: ) für alle Schäden verantwortlich ist, aber nicht haftet, weil der Papa ja den Titel hat :mega_lol:

    Aaaaaaaaaaaaaaaaaber: Kann ja auch gut gehen ;)

    Siehe Bild des Hauses:

    [​IMG]
     
  16. #15 Ralf Dühlmeyer, 29. Juli 2009
    Ralf Dühlmeyer

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    Warum nur muss ich bei dem Bild an Zaubertrank, riechenden Fisch und Wildschweine denken :D
     
  17. JensG

    JensG

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    Erstmal vielen Dank für alle Hinweise und Einschätzungen!
    Unser Vertragspartner bei dieser Konstellation wäre der Bauleiter. Er ist gelernter Maurer, hat jahrelang selber ein Bauunternehmen geführt und ist nun seit einigen Jahren freier Sachverständiger und Bauleiter. Er ist vorlageberechtigt und haftet für Murks.
    Wir würden mit dem Bauzeichner einen Entwurf erstellen, der dann von Bauleiter und Statiker geprüft würde. Dann werden LV erstellt und Angebote eingeholt.

    Ich vermute mal, die generelle Empfehlung lautet, noch einen weiteren Architekten in die Auswahl zu nehmen...
     
  18. Thomas B

    Thomas B

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    Ich will die konstellation nicht miesmachen...aber wo hat denn der BZ das ENTWERFEN gelernt???

    Die Ausbildung zum BZ dauert (glaube ich!) 2 Jahre, die zum Archi mind. 4 Jahre + mind. 3 Jahre Berufspraxis.

    Der Archi "lernt" gestalten und entwerfen im Studium, bei der BZ-Lehre ist dies meines Wissens kein Schwerpunkt...

    Mein Fazit: Kann klappen, wird schon halten (Statiker an Bord, erfahrener mauerer), ob es aber gelingt die den Lebensgewohnheiten/ Lebenswünschen entsprechende Umgebung zu gestalten wage ich ernsthaft in Zweifel zu ziehen....

    Gruß

    Thomas
     
  19. S.Oertel

    S.Oertel

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    Tach auch,

    [Laienmeinung]
    Vor ein paar jahren wäre das sicher kein Problem gewesen mit soviel geballter Erfahrung an bo(a)rd.
    Einen funktionierenden Grundriss wird der BZ schon zustande bringen...
    ..aber ein funktionierendes Konzept für KFW40 mit den vielen (gemeinen) Details - hätt ich echt Bauchschmerzen(!)

    Bauen ist so komplex/kompliziert geworden, daß schon viele alte Hasen unter den studierten Planern/Archis damit Probleme haben; da hätt ich echt meine Zweifel, daß ein BZ (und sei er noch so gut) das gebacken kriegt.

    [/Laienmeinung]

    Gruss
    Sven
     
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  21. willo76

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    Ich denke bei einem EFH bis 160m² ist die Konstellation schon OK!
    Du als Bauherr hast doch auch deine eigenen Vorstellungen.
    Der Bauzeichner gibt dieses wieder und wenn er schon einige Beruferfahrung hat, sollte er schon wissen auf was man achten sollte. Natürlich ist die Variante mit einem Architekten immer besser, aber da vermute ich, werden die Kosten weg laufen.

    Wichtig ist immer, ein Statiker zu Hand zu haben, der auch mal über den gerfertigten Plan schaut.

    Grüße
     
  22. #20 Ralf Dühlmeyer, 30. Juli 2009
    Ralf Dühlmeyer

    Ralf Dühlmeyer

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    Ach Willo, informier Dich doch mal bitte über die HOAI.

    Die heisst zwar "Honorarordnung für Architekten und Ingenieure" gilt aber für alle Leistungen, die sie abdeckt unabhängig von der Qualifikation des Ausführenden.

    Wenn also ein Bauzeichner eine Planung macht, kostet das genau so viel wie bei einem Architekten.

    Also nix mit Kosten laufen weg. Die Kosten bleiben genau da, wo sie sind.
     
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