Hebeanlage lässt gequirle Fäkalien in der Dusche schwimmen...

Diskutiere Hebeanlage lässt gequirle Fäkalien in der Dusche schwimmen... im Sonstiges Forum im Bereich Haustechnik; Guten Morgen. Wir haben hier in der Wohnung, in die wir vor 3 Wochen eingezogen sind, ein Problem mit der Wasser-Entsorgung. Ich will...

  1. hvse

    hvse

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    Guten Morgen.

    Wir haben hier in der Wohnung, in die wir vor 3 Wochen eingezogen sind, ein Problem mit der Wasser-Entsorgung.

    Ich will versuchen, den Wasserablauf kurz zu beschreiben:

    Im OG wurde ein neues Bad eingebaut. An der einen Wand steht eine Badewanne. Der Abfluss geht nach unten durch den Boden und kommt im EG im Heizungsraum raus. An der gegnüberliegenden Wand ist ein Handwaschbecken und 1/2 m daneben ein WC. Das WC ist an eine Hebeanlage angeschlossen, wohin der Abfluss des HaWaBe geht, ist nicht ersichtlich, aber ich vermute mal dass sich Abgang der Hebeanlage und Abrohr des HaWaBe treffen, noch bevor unten im Heizungsraum das eine Rohr der Hebeanlage sichtbar wird.

    Steht man unten im Heizungsraum, kommt also von rechts der Ablauf der Wanne, der an der Decke mit sehr wenig Gefälle entlangläuft, und an der anderen Wand kommt das Fallrohr der Hebanlage (wahrscheinlich inklusive Abrohr des HaWaBe.) senkrecht von oben durch die Decke. So, jetzt wird es glaube ich abenteuerlich. Diese beiden Rohre treffen sich ca 30 cm nachdem das Abrohr der Hebeanlage aus der Decke kommt. (Die 30 cm des Hebeanlagen-Rohres sind eigentlich ein ganz sanfter Bogen - und das Rohr ist jetzt waagerecht.) Wie gesagt, dort läuft jetzt das fast waagerechte Rohr der Badewanne zu. Diese beiden Rohre machen wieder einen 30 cm-90° sanften Bogen zur Senkrechte nach unten. Nach 10 cm geht eine Y-Abzweigung nach oben, an der ein ca. 40 cm langes, oben offenes Rohr zur Belüftung hängt. Jetzt geht es senkrecht nach unten bis 1/2 m über dem Boden. Jetzt kommt ein y-Stück mit Siphon für den Waschmaschinen-Anschluss. Dann geht es sanft in die Waagerechte und mit sehr leichtem Gefälle (und Reinigungsöffnung) ca 1 m in die Ecke des Raumes. Dann um die Ecke (2 45 ° Winkel). Dann waagerecht 1 m weiter, dort ist der Trichter montiert, in den der Überlauf der Heizung hängt. (mit Y-Stück und Siphon). Dann geht es noch nen Meter weiter durch die Wand in das daneben liegende EG-Bad (das schon immer da war, das Haus ist ca. 100 Jahre alt.)

    Bis hierher reden wir also über Abwasser-Rohre mit 50 mm Durchmesser.

    Gleich auf der anderen Seite der Wand ist die neu eingebaute Dusche (es war vorher eine Wanne da), nach 3 m das EG-HAWaBe und um die Ecke rum das WC. Das WC sitzt an der Außenwand des Hauses und man kann von aussen das 100 er- Rohr sehen, inklusive Reinigungsöffnung. Wie die Rohre von der Dusche bis zum EG-WC und von dort raus gehen, sieht man leider nicht.

    Jetzt gibt es das Problem, wenn oben die Hebeanlage bedient wird, gluckert es unten in der Dusche, und in der Dusche schwimmt der Inhalt der Hebeanlage (wenn Ihr wisst was ich meine ...). Verschließt man die Dusche mit einem Stopfen, drückt es das Wasser aus dem Heizungsüberlauf raus, und im Heizungsraum, der gleichzeitig Vorratsraum ist, schwimmt der Inhalt der Anlage.

    Jetzt ist natürlich die Frage, was der Grund ist. Erster Gedanke war, dass es sich um eine Verstopfung zwischen EG-Dusche und Anschluss an den Abwasserkanal handelt. Der Fachmann, der alles verlegt und angeschlossen hat, war leider im Urlaub. Der Vermieter kam mit einer Spirale, um das Rohr zwischen Dusche und Hauptkanal zu reinigen. Ohne Erfolg. Am Samstag haben wir einen Notdienst (Rohreiniger) geholt, die ebenfalls von der Reinigungsöffnung innen drin alles professionell gereinigt haben, ebenfalls ohne Erfolg.

    Und jetzt gibt es verschiedene Meinungen:

    Der Rohrreiniger sagt, dass man eine Hebenalage nur dann an ein 50 er Rohr anschließen kann, wenn dieses Rohr ein geschlossenes Druckrohr ist, bis es in den 100-Hauptabfluss gelangt, nicht aber, wenn an diesem 50 er Rohr noch 5 Abzweigungen dran sind, und man immerhin mindestens 15 m Länge hat. Der telefonisch erreichte Installateur meint, er wisse, dass es an einem 90 ° Bogen liegen müsse, der sich kurz vor dem Ausgang in den Hauptkanal befindet.

    Heute abend kommt der Installateur vorbei und schaut sich den Grund für das Austreten der Fäkalien in die Dusche an.

    Mich würde jetzt interessieren, ob diese Installation überhaupt auf Dauer funktionieren kann, und es tatsächlich eine Verstopfung sein kann, die selbst der Rohrreiniger nicht entdecken konnte, oder ob es ohne größere Umbaumassnahmen immer wieder zu solchen Sachen kommen wird.

    Sehr langer Text, aber ich hoffe, dass ich hier ein paar fachkundige Meinugnen sammeln kann.

    Vielen Dank ...
     
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  3. R.B.

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    Mietwohnung?

    Gruß
    Ralf
     
  4. Uwe!

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    da der Vermieter schon vorbei geschaut hat, denke ich mal: JA, Mietwohnung.

    Was ich überhaupt noch nicht verstanden habe: Die Hebeanlage ist für das WC im OG?

    Und Dein Rohrreiniger könnte Recht haben. Wenn die Hebeanlage "ordentlich" Druck macht, läuft das durch das 50er Rohr einfach nicht schnell genug weg und drückt sich eben da raus, wo es den geringsten Widerstand hat. Bei euch wohl die Dusche...:-(

    Eine kleine Skizze wäre sicher hilfreich, muss nicht jeder Bogen exakt passen, aber die Reihenfolge und die Höhen wären wichtig.
     
  5. hvse

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    Ja, es ist eine Mietswohnung. Skizze ist etwas schwierig im Moment (bin auf der Arbeit).

    Vielen Dank soweit erstmal. Interessant wäre zu wissen, ob es jemanden gibt, der sagt "klar, so muss das funktionieren". Denn ich fürchte, dass der Installateur (ein Bekannter / Verwandter des Vermieters) zwar Fachmann für das Verlegen von Rohren ist, aber evtl. nicht unbedingt sich mit Hebeanlagen auskennt, was ja mit dem ganzen Druckzeugs nicht unbedingt das gleiche ist) - und dass der heuete abend kommt, sein 90 ° Bögelchen saubermahct und sagt "alles wieder ok" und wir dann nach jedem Spülen kräftig Wassernachschieben sollen, damit alles wieder aus dem Rohr fließt und sich nicht festsetzen kann. Aber das kann es doch nicht sein, oder?

    DANKE
     
  6. R.B.

    R.B.

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    ups....das habe ich überlesen.....ist aber auch ein verdammt langer Text.

    Also, der Vermieter ist informiert.
    Wann wurde denn das Zeug umgebaut?
    Hat die Anlage überhaupt schon einmal funktioniert?

    Soweit mir bekannt, besitzen einige Fäkalien-Hebeanlagen zusätzliche Anschlussmöglichkeiten für Dusche, Waschbecken etc. wenn sich diese im gleichen Raum wie die Anlage befinden. Ein Anschluß direkt auf der Druckseite der Hebeanlage ist m.W. nicht möglich.

    EN12056-4, Abs. 5.2
    - Die Druckleitung der Hebeanlage muss mit der Sohle der Rückstauschleife über die Rückstauebene geführt werden.
    - Der Druckleitungsanschluss ist an die Grund- und Sammelleitung vorzunehmen. Das Druckrohr muss mindestens dem 1,5fachen des maximalen Pumpendrucks der Hebeanlage standhalten.
    - An die Druckleitung dürfen keine anderen Ablaufstellen angeschlossen werden.
    - Druckleitungen dürfen nicht an Abwasserfallleitungen, sondern müssen immer an die belüftete Grundleitung oder Sammelleitung angeschlossen werden.

    usw. usw. usw.

    Ist nicht ganz mein Fachgebiet, und daher kann es sein, daß die Infos veraltet sind. Ich musste mich bisher erst ein einziges Mal mit so Dingern beschäftigen.

    Aber der Installateur der die Anlage eingebaut hat, sollte die aktuellen Normen kennen.

    Gruß
    Ralf
     
  7. #6 Ralf Dühlmeyer, 10. August 2009
    Ralf Dühlmeyer

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    Eine Dusche, in der die Fäkalien Ehrenrunden drehen, ist ein ganz klarer Mangel an der Mietsache!
    Den Vermieter schriftlich informieren und mit Fristsetzung zur Mangelbehebung auffordern.
    Ggf. geht der eigene Gutachter, der nötig wird, wenn der Mangel nicht (richtig) behoben wird, auch noch zu Lasten des Vermieters.

    Hier mal einen seriösen Mietrechtsanwalt aufsuchen.
    * Achtung - auf dem Gebiet tummelt sich ein Riesenberg an agressiven Beutelschneidern, die Ihren Vermieter mit saufrechen Briefen nur provozieren.

    Sie brauchen Hilfe und keinen Klageweg.
     
  8. R.B.

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    Bisher scheinen Mieter und Vermieter (noch) an einem Strang zu ziehen.
    Aus der obigen Beschreibung würde ich mal unterstellen, daß die Montage der Anlage nicht korrekt ist. Aber Genaueres sieht man erst vor Ort.

    Gruß
    Ralf
     
  9. hvse

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    Hallo und vielen Dank.
    Die Anlage ist nagelneu, wurde vielleicht 10 Mal benutzt bevor wir den ersten Auswurf als solchen identifiziert haben (durch starke Magenkrämpfe und mehrfaches Erbrechen meiner Frau). Gluckern gab es von Anfang an, Materialauswurf seit über einer Woche - und wir wohnen erst seit dem 15.07. dort.
    Könnten Rückschlagventile vor jedem Siphon der einzelnen Abzweigungen helfen?
    Danke und tschüss erstmal ...
     
  10. R.B.

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    Eine alte Grundregel lautet: Immer an die Ursache rangehen und nicht an den Folgen herumdoktern.

    Ich denke die Aussage in der EN ist eindeutig.

    Gruß
    Ralf
     
  11. hvse

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    Danke Ralf. Sehe ich auch so, habe nur die Befürchtung, dass der Installateur seinen Pfusch wird schönreden wollen und diese Ventile vorschlägt und der "ahnungslose" Vermieter aus Geldgründen zustimmt und sich nix ändert. Die EN ist zwar von 2001 aber anscheinend noch aktuell ...
    Danke
     
  12. R.B.

    R.B.

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    Dann wird er damit leben müssen, daß Du regelmäßig bei ihm auf der Matte stehst. Mal sehen wie lange er das mitmacht.

    Irgendwann steht dann sicherlich auch eine Mietkürzung im Raum, denn so ein Zustand ist in meinen Augen unerträglich.

    Gruß
    Ralf
     
  13. Julius

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    Richtig!

    Daher ist Minderung nicht erst "irgendwann" berechtigt, sondern sofort.
    Ob man davon sofort Gebrauch machen sollte, ist ne andere Frage.
     
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  15. R.B.

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    Momentan ist der Vermieter anscheinend noch um Abhilfe bemüht. Also würde ich als Mieter diese Keule noch nicht schwingen. Es ist jedoch zu befürchten, daß ein "Reparaturversuch" nach dem anderen gestartet wird, und dann sieht die Sache schon anders aus.

    Gruß
    Ralf
     
  16. #14 Achim Kaiser, 10. August 2009
    Achim Kaiser

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    Um jemanden zu *Verurteilen* brauchts schon etwas mehr an belastbarem Material.
    Anscheinend wurde hier ein sehr fauler Kompromis gegangen - warum auch immer.
    Was da irgendwann gelaufen ist entzieht sich wohl allen....zumindest bis jetzt.

    Ausserdem ... *beauftragt werden* kann alles ... es muss nicht immer DIN draufstehen ... manchmal gehts gut ... hin und wieder schwimmt auch mal der Mist in der Dusche.

    Gruß
    Achim Kaiser
     
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